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„... wie ein schön Zweiglein“

Das Leben der Anna Margaretha von Diepholz

(Autor)

Buch | Softcover
80 Seiten
2020
Schröderscher Buchverlag
978-3-89728-127-1 (ISBN)
CHF 10,50 inkl. MwSt
Gräfin Anna Margareta war die einzige Tochter des letzten Diepholzer Grafen, Friedrich II., der 1585 verstarb. Sie wurde am 22. Juli 1580 in Diepholz geboren und verstarb am 9. August 1629 in Butzbach (Hessen). Mit ihr starb nach über einem halben Jahrtausend das Diepholzer Grafengeschlecht aus. Anna Margareta vermählte sich am 29. Juli 1610 mit dem Landgrafen Philipp III. von Hessen-Butzbach, verstarb jedoch kinderlos.
Geschichtlich ist überliefert, dass sie als tugendhafte fromme Christin, wohltätige Landesmutter, Schützerin der Armen, Hungernden und Bedrängten wirkte. Ihre Fürsorge galt besonders den Hilfsbedürftigen. Anna Margareta ruht in der landgräflichen Gruft der Stadtpfarrkirche Butzbach. Ihr reich verzierter Sarkophag trägt u.a. die Inschrift: Landgräfin zu Hessen, geborene Gräfin zu Diepholz und Brunkhorst, Frau zu Borkeloh.
Anna Margareta ist in Diepholz vor allen Dingen deshalb unvergessen, weil das Seniorenhaus der Inneren Mission in der Von-Hünefeld-Straße nach ihr benannt wurde.

Vorwort
Das Selbstverständnis des Hochadels in der Renaissance
Die Vorfahren
Diepholz
Der Vater
Anna Margaretha
Anna Margaretha als Kind
Jugendjahre
Die Heirat
Butzbach
Philipp III.
Das Paar
Das Wesen Anna Margarethas
Butzbach nach 1610
Anna Margarethas spätere Beziehungen zu Diepholz
Kämpfe ums Recht
Tod und Beisetzung
Philipp und Diepholz
Die Haussage
Das Nachleben
Dank
Anmerkungen
Quellen

EIN GESCHLECHT GEHT AB DAS ANDER AN EIN JEDER MEINT ER SEI DER HAHN BALD KOMMT DER TOD SCHNEID AB DEN KAMM ALSBALD VERGEHT BEIDS STAMM UND NAM (Butzbach, Haus Griedeler Straße Nr. 21, Inschrift von 1623) Gräfin Anna Margaretha von Diepholz, verheiratete Landgräfin von Hessen-Butzbach (1580–1629), ist in den kleinen Städten zwischen Bremen und Osnabrück und zwischen Frankfurt am Main und dem Vogelsberg manchen namentlich bekannt. Aber sonst weiß die Bevölkerung wenig uber diese Furstin, die vor vier Jahrhunderten lebte, zumal sie stets im Schatten der Männer stand. Dieses geringe Wissen war vor 90 Jahren auf einem ähnlichen Stand, so dass ihr Biograf Wilhelm Kinghorst schrieb: „Wahrscheinlich ist der Verfasser dieses Aufsatzes der erste und bisher einzige ihrer Landsleute, der – fast 300 Jahre nach ihrem Hinscheiden – in ihre Gruft hinabgestiegen ist und an ihrem Sarge gestanden hat.“ Seitdem sind mehrfach Diepholzer nach Butzbach gefahren und haben Kirche und Gruft aufgesucht. Die fundierte Veröffentlichung Wilhelm Kinghorsts in mehreren Heimatblättern fur die Grafschaft Diepholz von 1925 ist fast allen Interessierten nur noch uber heimische Archive und den auswärtigen Leihverkehr greifbar, so dass eine Überarbeitung der Forschungsergebnisse und eine neue, intensivierte Darstellung sinnvoll erscheint. Die Frage heute ist, wie eine Adlige in den Jahrzehnten um 1600 unter Umständen lebte, die sie nur wenig beeinflussen konnte. Wir werden sehen, welche immense Bedeutung soziale Netzwerke wie Verwandtschaft, Lehensbeziehungen und Ehe spielten. Sicherlich haben viele weniger geschutzte Frauen in der Zeit der Hexenverfolgung, der Glaubenskriege und der Kolonialisierung ein erheblich schwereres Schicksal durchlitten, doch können wir als heutige Leserinnen und Leser nicht anders, als uns der mindestens drei Jahrzehnte lang nach einer Heimat suchenden Anna Margaretha innerlich zu nähern. Sie war zwischen 1595 und 1630 eine in ihrem Lebensbereich geachtete und beliebte Frau. Ihr gerecht zu werden ist schwierig. Zu sehr sind wir angewiesen auf amtliche Quellen, Vereinbarungen, Verträge, Pläne und Mitteilungen, die uberwiegend die Positionen von Männern aus dem Hochadel und ihrer Beamten widerspiegeln. Sie sind wenig emotional und lieben die formelhafte Sprache. Persönliche Schriftstucke aus den Händen der Landgräfin sind bis auf eins vom 9. Mai 1619 nicht erhalten. In diesem Brief grußt sie ihren Schwager und seine „herzlieben Kinder“ aufs freundlichste und empfiehlt sie Gottes gnädiger Bewahrung. Wir sind zusätzlich auf eine zweite Quellengruppe angewiesen, die Predigten der Pastoren, besonders die des Hofpredigers aus Anlass des Todes der Landgräfin. Doch die protestantischen Leichenpredigten heben erwunschte Zuge der Verstorbenen wie die gute Behandlung der Untertanen verallgemeinernd hervor und schließen negative aus (lateinisch „de mortuis nil nisi bene“, „uber die Verstorbenen nur Gutes“). Andererseits enthalten sie narrative Elemente in Form von Episoden aus dem Leben der Geehrten. Selbstverständlich sind die gedruckten Wurdigungen anzuerkennen als rhetorische Leistungen und als devote Äußerungen der geistlichen Bediensteten im Interesse des Landesherrn und der Kirche, die die Verstorbene als Vorbild fur den Glauben der Untertanen idealisierten. Wir können uns Anna Margaretha nur bescheiden annähern, indem wir auch den Geist ihrer Zeit, der späten Renaissance, zu erfassen versuchen. Der Name wurde unterschiedlich geschrieben. „Anna Margaretha“ war wohl die offizielle Fassung, im Alltagsgebrauch war der zweite Name eher „Margarethe“ oder „Margrethe“. Heute verzichtet das gleichnamige Seniorenheim in Diepholz modernisierend auf das h.

Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Veröffentlichungen des Stadtarchivs Diepholz ; 19
Zusatzinfo 39 überwiegend farbige Abbildungen
Verlagsort Diepholz
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Regional- / Landesgeschichte
Schlagworte Anna Margaretha von Diepholz (1580-1629) • Butzbach • Diepholz • Philipp III. • Regionalgeschichte
ISBN-10 3-89728-127-9 / 3897281279
ISBN-13 978-3-89728-127-1 / 9783897281271
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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