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Yoga Bitch (eBook)

Wie Yoga nicht nur meinen Hintern, sondern auch mein Leben veränderte
eBook Download: EPUB
2010 | 1. Auflage
252 Seiten
mvg Verlag
978-3-86415-002-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Yoga Bitch -  Danijela Pilic
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Carrie Bradshaw aus 'Sex and the City' ist eine. Ihre durchgeknallten Freundinnen auch. Ob in New York, London, Hamburg oder München, jeder kennt diese neue Spezies Frau: Behängt mit Umhängetasche oder It-Bag, ist sie ständig auf der Suche nach sich und der perfekten Ausgabe ihrer selbst. Dabei nimmt sie so gut wie alles in Kauf und lässt nichts unversucht. Yoga Bitch nennt man heutzutage dieses Exemplar Frau, das besonders jenseits der 30 häufig auftritt . Kein Wunder. Die Versprechen, schöner, jünger, schlanker und vitaler zu werden, sind einfach zu verführerisch. Ständig kommt etwas Neues auf den Markt: Double-Dipping, Goldfäden-Lifting, Mesotherapie, Goji-Beeren-Shakes, Yogalates, Ölziehen . . .

Danijela Pilic ist Journalistin und war unter anderem Editor at Large bei Vanity Fair. Sie schreibt ein erfolgreiches Style-Blog bei glamour.de.

Danijela Pilic ist Journalistin und war unter anderem Editor at Large bei Vanity Fair. Sie schreibt ein erfolgreiches Style-Blog bei glamour.de.

2


»Ab dreißig bekommt der Körper
seinen eigenen Kopf.«

Bette Midler

Wie gesagt: Ich war nicht immer so. Ich wurde erst ziemlich spät zur Yoga Bitch. Es begann vor etwas über einem Jahr. Was meine Figur anging, hatte ich bis dahin auf meine Gene und mein im genau richtigen Maße neurotisches Verhältnis zum Essen vertraut, doch innerhalb weniger Wochen hatte ich ein paar Pfund hier und ein paar mehr Pfund dort angesetzt. Insgesamt 17 Pfund, die sich mir aufgedrängt hatten und die ich nicht schnell genug abgewimmelt hatte und die mich nun dauerhaft belästigten. Das verschlechterte meine Laune im Sommer 2009 erheblich. Die Laune war ohnehin schon im Keller, denn mit 34 fand ich mich plötzlich als Single wieder, nach einer desaströsen On/Off-Beziehung mit einem jungen Mann. (Nennen wir ihn Herrn Arschloch.) Nach dem endgültigen Ende unserer Beziehung, das eigentlich schon bei einem der früheren Offs hätte stattfinden sollen, entdeckte ich zum wiederholten Mal und zum Leidwesen meiner Waage, dass ich nicht zu den Frauen gehöre, denen Liebeskummer auf den Magen schlägt. Im Gegenteil: Ich gehöre zu denjenigen, die als Neu-Single Pizza mit Chicken Wings und Pommes bestellen, zu viele Cocktails trinken und Eiscreme direkt aus der Literdose löffeln, denn wenn man etwas aus RomComs gelernt hat, dann ist es, dass man Eiscreme eben so essen darf, wenn das Herz schmerzt. (Wobei gar nicht wirklich das Herz schmerzte, sondern eher die Enttäuschung, dass eine weitere Beziehung nicht geklappt hatte und ich so dumm war, das mangelnde Potenzial nicht gleich am Anfang erkannt zu haben, um so schnell wie möglich »Weiter, der Nächste« sagen zu können. Das Gefühl der verlorenen Zeit schmerzt ab 30 besonders, und die Kalorien, die zur Liebeskummerlinderung aufgenommen werden, lassen sich immer schwieriger verbrennen. Verdammt.)

Ich löffelte also Eiscreme und bestellte Familienpizzen und freute mich über die wallenden Maxikleider und die Hosen mit Stretch-anteil, die ich immer öfter unter dem Deckmantel der Hipness aus dem Schrank zog. In dieser Zeit stieg ich nicht auf die Waage; das tat ich auch sonst höchstens zweimal im Jahr, auf einer alten Waage mit Zeiger. Die Digitaldinger waren mir unheimlich. Was, wenn die klemmen? Jedenfalls erschien mir Wiegen irgendwie altmodisch und immer unnötig stressig. (Eine Devise übrigens, die nur Menschen haben, die zufrieden mit ihrer Figur sind. »Hach, keine Ahnung, wie viel ich wiege!« Das hört sich so lässig an, fast schon zu lässig. Und deshalb bin ich immer auf der Hut, wenn ich es höre. In jahrzehntelanger Forschungsarbeit mit meinem weiblichen Umfeld habe ich Folgendes herausgefunden: Nur weil eine Frau diesen Satz sagt, muss er noch lange nicht stimmen. Wenn er aber tatsächlich der Wahrheit entspricht, hat man ein Exemplar vor sich, das einen gesunden Menschenverstand, ein nicht neurotisches Körperbewusstsein und ein ziemlich ideales Gewicht vorweisen kann – eine Kombination, die so gut wie nie vorkommt.)

Der plötzliche Schreck über meine Figur überkam mich in einer Sekunde, die nichts mit einer Waage oder einem Spiegel zu tun hatte, sondern mit einem Foto. Solch ein Erlebnis ist gar nicht so selten: Die ganzen Erfahrungsberichte von Menschen, die unfassbar viel abgenommen haben, beginnen meist mit der Horrorstory eines hundsgemeinen Fotos, auf dem sie den Wal, der darauf zu sehen war, als sich selbst erkannten. Das ist nicht weiter überraschend im Zeitalter des Foto-und Dokumentier-Terrorismus, in dem jeder Idiot eine Digitalkamera oder ein Fotohandy hat und zu viel Speicherplatz, auf dem er unvorteilhafte Bilder anderer Menschen sammelt. Klick: Es war eine Kamera, die mir die Konsequenzen meiner Löffelei mit der Wucht eines Tornados um die Ohren haute. Das Foto war ein paar Wochen zuvor auf einer Hochzeit aufgenommen worden, und ich wurde auf einem der sozialen Netzwerke getagged [1]: ein moderner Albtraum.

Ich sah schrecklich aus: eindeutig zu dick (die 10-Kamera-Kilos schon abgezogen). Irgendwie aufgedunsen. Meine Arme waren untrainiert, und zwischen meinem Arm und dem Ansatz meiner Brust quoll eine Fleischwurst hervor, von deren Existenz ich ebenso überrascht wie erschrocken war. Meine Zähne wirkten gelblich, und ein Zahn saß schiefer als der Hut der Brautmutter. Außerdem waren da, wenn man zoomte, einige Mimikfältchen (um genauer zu sein: Krähenfüße) sowie Nasolabialfalten zu sehen. Gut, ich lachte auf dem Foto, und ohne Zoom waren die Falten kaum zu erkennen, aber ich zoome eben gern. Der Anblick wäre erschreckend gewesen, selbst wenn ich in einer guten Grundverfassung gewesen wäre. Weil die Brautleute entzückende Personen mit vielen Freunden waren, sahen dieses Foto, auch nachdem ich mich enttagged hatte, wahrscheinlich ein paar hundert Menschen. Im Jahr 2010 stehen nicht nur Supermodels unter Druck, auf Fotos gut auszusehen.

Meine Grundverfassung war aber nicht nur wegen Herrn Arschloch, der 17 Pfund und des Fotos schlecht. Die Wahrheit war, dass ich seit geraumer Zeit nachts in kaltem Schweiß gebadet aufwachte mit nur einem präzisen Gedanken: Du wirst alt. Oh Gott!

»Ganz normal, das passiert mir schon länger«, sagte Polly, als ich ihr davon erzählte. »Im ersten Augenblick denke ich dann: Puh! Du hast nur geträumt, dass du alt bist. Und dann, wenn ich ein paar Sekunden wach bin und nachrechnet habe, packt es mich erst recht: Ich bin alt.« Polly war 36. Das machte mir Hoffnung, denn sie sah für ihr Alter unverschämt gut aus. (Natürlich tat sie viel mehr dafür als ich.) Außerdem heiterte mich ihr Alter allein schon deshalb auf, weil ich jünger war als sie – ein klares Zeichen fürs Älterwerden.

Woran man merkt, dass man älter wird

– Man kann sich lebhaft an Dinge erinnern, die vor 20 Jahren passiert sind.

– Man hebt Artikel über das Einfrieren von Eizellen und Fruchtbarkeit über 40 auf.

– Man findet im Radio immer öfter nur noch den Golden-Oldies-Kanal oder den Klassiksender erträglich.

– Man sagt zu Kindern Dinge wie »Als ich klein war, hatten wir noch keine Handys«.

– Man findet, dass Kinder wahnsinnig schnell wachsen.

– Man erwägt eine Möbelanschaffung auf Raten.

– Man nimmt Tante Helgas Teeservice, das die eigene Mutter einem seit zehn Jahren andrehen will, endlich an.

– Man räumt auf, bevor die Putzfrau kommt.

– Man überlegt sich jetzt schon, wohin man sich was ins Gesicht spritzen lassen würde, wenn es denn so weit wäre.

– Man hat den 80er-Trend schon einmal mitgemacht, nämlich in den 80ern.

– Man sagt nicht mehr: »Dafür bin ich zu alt.« Das hört sich höchstens mit 33 noch ironisch an.

– Man bemerkt seltsame Veränderungen an seinem Körper.

Der letzte Punkt in dieser Liste beinhaltet – und das ist der erschreckende Teil, auf den einen niemand vorbereitet – nicht nur zu erwartende Anzeichen wie Falten und welkeres Fleisch. Nein, es gibt schockierende, sonderbare Entwicklungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte: zum Beispiel drei lange Haare auf der Rückseite meines Oberschenkels. Ein Haar, das einem Muttermal entwuchs und mich als alte Hexe abstempelte. Drei volle Tage, um mich von einem Kater zu erholen. Ein Zahn, der sich auf seine alten Tage in eine andere Richtung entwickeln wollte als seine Nachbarn. Und überhaupt, die Zähne: Bei so viel Kaffee, Rotwein und Zigaretten kann niemand eine weiße Weste behalten. Und auch der ganze zu erwartende Rest, von dem man trotzdem überrascht wird: Pigmentflecken. (Ich bestand letztes Jahr auf der Biopsie eines Muttermals, bis der Hautarzt mir milde lächelnd entgegnete: »Das ist ein Altersfleck.«) Lider, die schlupfiger werden. Haut, die schon Falten hat, aber leider immer noch zu Akne neigt. Der leichte Ansatz eines Doppelkinns. Bindegewebe, das nicht mehr bindet. Und das Schlimmste: Es ist klar, dass es mit der Zeit nur noch ärger wird.

»Ach, und noch was«, sagte Polly. »Ich sage ab sofort nicht mehr, wie alt ich bin. Scheiß auf meine Grundsätze von vorgestern. Ges-tern sprach mich auf dieser Party ein Typ an...

Erscheint lt. Verlag 15.11.2010
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Schönheit / Kosmetik
Schlagworte lifestyle • Ü30 • Yoga
ISBN-10 3-86415-002-7 / 3864150027
ISBN-13 978-3-86415-002-9 / 9783864150029
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