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Ich lerne leben, weil du sterben musst. Ein Krankenhaustagebuch (eBook)

eBook Download: PDF
2001 | 1. Auflage
157 Seiten
Allitera Verlag
978-3-935284-97-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ich lerne leben, weil du sterben musst. Ein Krankenhaustagebuch -  Cordula Zickgraf
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Zwanzig lange Tage verbringt die Autorin in einem Krankenhaus. Allerdings nicht, wie sie es gewohnt ist, als angehende Krankenschwester, sondern als Patientin. Nicht aktiv und tätig, sondern zu deprimierender Passivität gezwungen, nicht im Kreis von bekannten Berufskollegen, sondern in Gesellschaft zunächst fremder, bettlägeriger Mitpatientinnen, insbesondere aber in unmittelbarer Nähe zu einer dem Tode nahen krebskranken Siebzehnjährigen.

Das hier vorgelegte Tagebuch eines klinischen Aufenthalts geht jeden an, der auch nur einmal ein Krankenhaus von innen gesehen hat. Es beschönigt nichts, aber es übt auch keine unbegründete Pauschalkritik. Gerade deshalb macht es Schwächen, Mängel und Unzulänglichkeiten unseres Krankenhaussystems beispielhaft deutlich. Zugleich erzählt dieses Tagebuch aber auch die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, der zu ihrer Entfaltung nur wenige Tage bleiben. Denn Aranka, das krebskranke Mädchen, ist dem Tode nahe. Sie spürt es, sie ahnt es, aber ihr unbefangenes Zutrauen zu Menschen und ihre jugendliche Heiterkeit verlassen sie fast nie. So lässt sich von ihr, die sterben muss, lernen, was Leben heißt.

Die Autorin

Cordula Zickgraf entschloss sich nach der mittleren Reife, Krankenschwester zu werden. Während ihrer Ausbildung erkrankte sie und musste in eine Uniklinik zur stationären Behandlung. Dort lernte sie die 17-jährige krebskranke Aranka kennen. Diese intensive Freundschaft hat sie später in einem Tagebuch niedergeschrieben, das unter dem Titel „Aranka" vom Südwestfunk verfilmt wurde. Nach ihrem Krankenpflegeexamen arbeitete sie in verschiedenen Krankenhäusern, in der ambulanten Krankenpflege und mehrere Jahre bei einem niedergelassenem Internisten. Heute ist sie freiberuflich tätig.

 

Inhalt 6
Vorwort 8
Erster Tag Angst vor dem Ungewissen 10
Zweiter Tag Ein heimlicher Ausfl ug 30
Dritter Tag Beginn einer Freundschaft 46
Vierter Tag Ein neues Gesicht 54
Fünfter Tag Spüren, was der andere fühlt 60
Sechster Tag Krebs – das unheimliche Wort 64
Siebenter Tag Kartoffelpuffer 67
Achter Tag Ambulant in der Frauenklinik 72
Neunter Tag Gänseblümchen und Rosen 74
Zehnter Tag Tommy und der Hase 79
Elfter Tag Wer sagt die Wahrheit? 85
Zwölfter Tag Erlaubter Stadtbummel 89
Dreizehnter Tag Gespräch mit Studenten 92
Vierzehnter Tag Nächtlicher Schrecken 100
Fünfzehnter Tag Wenn es weh tut … 104
Sechzehnter Tag Die Frage nach dem „Warum?“ 114
Siebzehnter Tag Wie geht es weiter? 125
Achtzehnter Tag Wut und Widerstand 130
Neunzehnter Tag Ein einsamer Kampf 142
Zwanzigster Tag Abschied 149
Nachwort 155
Erklärung von Fachausdrücken 156

Siebenter Tag (S. 66)

Kartoffelpuffer

Heute morgen muss ich wieder Urin abliefern, wahrscheinlich vermuten sie wegen meiner Temperaturen einen Harnwegsinfekt. Außerdem nimmt mir Doktor Schneider Blut ab. Der hat riesige dicke und breite Hände. Ich wundere mich, wie der mit diesen Pranken noch so eine kleine Spritze halten kann. Aber wider Erwarten sticht er gut.

Z: Wozu brauchen Sie das Blut?
X: Nochmal eine Blutbildkontrolle. Sie hatten etwas wenig Leukos.
Z: Aha, und wissen Sie, wie meine Schilddrüsenwerte ausgefallen sind?
X: Die Befunde sind noch nicht da.
Z: Das dauert ja ganz schön lange, ich wollte ja eigentlich heim.
X: Na, nun haben Sie etwas Geduld.
Z: Ja, wissen Sie, ich bin in der Ausbildung, da kann ich mir so viele Krankheitstage nicht leisten, ich versäume eine Menge Unterricht!
X: Sicher, aber Ihre Gesundheit geht vor!
Z: Wenn ich mir das nicht hundertmal gesagt hätte, dann läge ich jetzt nicht hier.

Das fand ich nett von Doktor Schneider, dass er mal etwas mit mir gesprochen hatte – dadurch bekomme ich viel mehr Vertrauen zu ihm. Es war zwar mehr oder weniger belangloses Geschwätz, aber immerhin hat’s länger als fünf Minuten gedauert. Ich weiß es zu schätzen, dass Doktor Schneider sich mal die Zeit genommen hat. Aranka ließ heute morgen gleich ihre Mutter anrufen, damit sie ihr die notwendigen Sachen für die Kartoffelpuffer mitbringt. Über so was freut sich Mama, sagt Aranka. Aranka macht überhaupt alles viel lieber, wenn sie weiß, dass sich die anderen darüber freuen. Gegen zehn Uhr bringt die Mutter alles mit.

X: Soll ich sie dir machen?
A: Nein, die machen Cordula und ich. Der Cordula muss ich zeigen, wie das geht, damit sie ihrem Mann welche backen kann. Macht dir das was aus, Cordula, dass ich das meiner Mutter gesagt habe?

Erscheint lt. Verlag 1.1.2001
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber
ISBN-10 3-935284-97-7 / 3935284977
ISBN-13 978-3-935284-97-4 / 9783935284974
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