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Im Land der Elefanten - Mit dem Dachzelt durch Botswana (eBook)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
194 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-59933-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Im Land der Elefanten - Mit dem Dachzelt durch Botswana -  Helen Sonntag
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'Unmittelbarer kann man Natur nicht erleben und von ihr auf immer eingefangen werden.' In der Morgendämmerung linst Helen Sonntag durch den Spalt ihres Dachzeltes, um die Tierspuren der Nacht zu begutachten. War der Leopard wieder da? Oder Hyänen? Wie weit sind die Löwen entfernt, deren Augen in der Dunkelheit leuchten? Auf dem Autodach zu schlafen, ist nicht die einzige Herausforderung, der sie sich in der Wildnis Botswanas stellen muss. Als aber ihr Mann Jack den letzten Reservereifen aufzieht, wird ihr mulmig

Helen Sonntag wurde 1961 im Münsterland geboren und lebt dort mit ihrem Ehemann. Schon in der frühen Jugend hat sie Bücher eher verschlungen als gelesen. Den Mut, selbst zu schreiben, fasste sie deutlich später. Zunächst waren es Berichte für die Familie über besondere Reisen, so sind die Erlebnisse mit Jeep und Dachzelt in Botswana als Taschenbuch erschienen. Später wurden es dann eigene Geschichten. Heute füllen kreative Hobbies wie Kochen, Singen, Malen und natürlich das Schreiben die Freizeit aus.

Helen Sonntag wurde 1961 im Münsterland geboren und lebt dort mit ihrem Ehemann. Schon in der frühen Jugend hat sie Bücher eher verschlungen als gelesen. Den Mut, selbst zu schreiben, fasste sie deutlich später. Zunächst waren es Berichte für die Familie über besondere Reisen, so sind die Erlebnisse mit Jeep und Dachzelt in Botswana als Taschenbuch erschienen. Später wurden es dann eigene Geschichten. Heute füllen kreative Hobbies wie Kochen, Singen, Malen und natürlich das Schreiben die Freizeit aus.

Nata

Um halb elf geht es los Richtung Nata. Die Strecke umfasst etwa 450 km, wir rechnen, dass wir am späten Nachmittag ankommen. An der ersten Tankstelle tanken wir die Autos voll. Die Tankrechnung bezahle ich mit meiner Kreditkarte und tausche in der Wechselstube 100 Euro in Pula um. Nun verfügen wir über Bargeld. Wir fahren auf der A1 Richtung Palapye. Auch wenn die Abkürzung „A“ im deutschen auf eine Autobahn hindeutet, ist dies nicht der Fall. In Deutschland wäre diese Strecke in ihrer Beschaffenheit nicht mal eine Bundesstraße. Ziegen, Rinder und Esel sind unsere ständigen Begleiter. Heute Morgen können wir bei Tageslicht sehen, was gestern im Dunkeln verborgen war. Der gesamte Grünstreifen, jeweils so breit wie die einzelne Fahrbahn, wird offensichtlich als Weide benutzt. Mal stehen die Tiere mitten im Weg oder schicken sich an, die Straße zu überqueren. Etwas unberechenbar, aber bei Tageslicht viel besser zu ertragen als in der Dunkelheit. Die rote Kalahari schimmert unter dem meist hellgelben Gras hervor. Büsche und Bäume zeigen sich weitgehend ohne Laub. Einige grünen bereits, andere sind schon gelb. Die Natur hier verabschiedet gerade den Winter und der afrikanische Frühling hält Einzug.

Außer normalen Autos treffen wir immer wieder Eselskarren. Auch manche Auto-Anhänger sind einfallsreich konstruiert – mit ein paar dicken Ästen und Seilen lässt sich auch eine Anhängerkupplung nachstellen. Da stehen schon mal Ziegen auf der niedrigen Ladefläche. Hat so eine Konstruktion eine Straßenzulassung? Ob es überhaupt in der Nähe eine Verkehrsbehörde mit einer Zulassungsstelle gibt? Einen TÜV?

Kurz vor Francistown befindet sich am Straßenrand ein Imbiss. Es ist zwei Uhr mittags. Ein Feuer kokelt, eine schwarze Plane umspannt einen Platz und ein weißes Schild mit einem schwarzen Potjie drauf weist die Fahrenden auf das Angebot hin. Ein Potjie ist ein gusseiserner Topf mit drei Beinen, der üblicherweise einfach in ein Feuer gestellt wird – man bereitet darin Schmorgerichte zu. Wir können jedoch im Vorbeifahren nicht erkennen, was dort angeboten wird. Jeden dieser Eindrücke sauge ich auf. Ich bin hellwach, ausgeschlafen und bereit für Abenteuer.

Eine Pinkelpause in Francistown nutzen wir, um im dortigen Supermarkt die letzten fehlenden Dinge einzukaufen. Francistown ist mit rund 100 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Botswanas. In dieser Region wurde in den 1860er Jahren Gold gefunden. Heute leben viele Menschen hier von der Rinderzucht. Der Großteil des in den Schlachthäusern verarbeiteten Fleisches wird exportiert. Deshalb begegnen uns hier viele Viehanhänger und auf den LKW-Ladeflächen stehen Rinder. Diesem Industriezweig müssen auch die vielen umstrittenen Veterinärzäune und die Kontrollen an den Hauptverkehrsstraßen zugeordnet werden. Beides dient der Sicherung vor der gefürchteten Maul- und Klauenseuche. Damit diese nach einem Ausbruch in den Wildgebieten nicht auf die großen Rinder- und Ziegenherden übergreift, dürfen kein Fleisch und andere tierische Erzeugnisse wie Milch und Käse transportiert werden. Aus wirtschaftlicher Sicht völlig nachvollziehbar, stellt doch der Export des Fleisches einen deutlichen Einnahmefaktor dar. Aber aus der Sicht des Naturschutzes sind diese Zäune eine Katastrophe. Sie behindern die natürlichen Wanderwege der Tierherden, hauptsächlich Zebras und Gnus, die sich vom Okavango-Delta bis zur Makgadigadi-Pfanne begeben, um sich mit Salz zu versorgen. Einer der größten Abnehmer für das botswanische Rindfleisch ist die Europäische Union. Mich stimmt das nachdenklich, da ich darauf achte, Lebensmittel nach Möglichkeit regional einzukaufen und mir wieder einmal bewusst wird, welche Folgen Globalisierung hat.

In einem Wimpy essen wir am frühen Nachmittag ein paar Sandwiches mit Pommes. Voller Staunen erfahren wir, dass diese ursprünglich amerikanische Fast-Food-Kette mittlerweile südafrikanische Eigentümer hat. Es sind noch gut 180 km bis zu unserem heutigen Ziel. Unser Navi rechnet mit einer Ankunft um halb sechs in Nata. Unterwegs durchqueren wir ein paar Trockenflüsse. Zunächst hatte ich diese Senken gar nicht als Flüsse wahrgenommen, sondern gedacht, die Landschaft sei so, bis ich kleine Schilder mit Namen darauf entdeckte und ich auf der Straßenkarte sah, dass es sich um Flussläufe handelte. Im südlichen Afrika fallen aufgrund der Trockenheit viele Flüsse immer wieder für längere Zeit trocken. Dieses Flussbett ohne Wasser kann sich aber beim nächsten starken Regen schnell in einen reißenden Fluss wandeln.

Wir fahren schon eine Weile auf der A3. Etwa 43 km vor Nata ist das Dukwe-Gate, unsere erste Veterinärkontrolle auf der Strecke. Es ist im Prinzip ein hoher Zaun mit einem Tor, durch das auch LKW fahren können. Vor uns bildet sich eine kleine Schlange, da die Kontrolleure mit den Fahrzeuginsassen sprechen und dann in die Kofferräume der Autos schauen. Wir müssen zunächst durch eine Senke rollen, in der eine braune Flüssigkeit steht. Es soll die Reifen desinfizieren. Wir müssen aussteigen und mit den Schuhen in ein Loch mit einem feuchten Lappen treten. Jack muss sogar noch seine Trekkingschuhe, die sichtbar im Fahrzeug stehen, auf den Lappen drücken. Sally und ich stehen feixend am Straßenrand, weil wir nicht glauben können, dass diese braune Flüssigkeit tatsächlich irgendeine desinfizierende Wirkung haben soll.

„Meat?“

„No!“

„Ah, you know the rules.“ Trotzdem schaut die freundliche Dame in unsere Kühlschränke.

Schnell erreichen wir die Nata Lodge. Auf der Homepage lesen wir:

An oasis set among the Mokolwane palms on the edge of the pans close to the entrance to the Bird Sanctuary.

Leider haben wir keine Zeit für das Bird Sanctuary eingeplant.

Rezeption, Lobby, Bar und Restaurant der Lodge sind mit Reet gedeckt, aber weitgehend offen. Im Dach über der Rezeption ist der Name der Lodge als Relief eingeritzt. Die Bauten umrunden einen mit grobporigen Klinkersteinen gepflasterten Platz, auf dem die Tische des Restaurants stehen und der Pool mit türkisfarbenem Wasser lockt. Verschiedene Bäume sorgen für eine naturnahe Atmosphäre. Kunstvoll aus einer Art Cortenstahl gefertigte Strauß-Statuen komplettieren die Anlage. Auch der Campingplatz liegt sehr malerisch; es gibt viele Schatten spendende Bäume, der Boden besteht aus Sand. Jede Menge Reifenspuren und Fußabdrücke – viele unterschiedliche Muster von Treckingsohlen – zeugen von intensiver Nutzung. Unser Platz hat eine Feuerstelle. Zu den Sanitäranlagen müssen wir nicht weit laufen. Sie sind ausgesprochen sauber und die Dusche ist richtig gut. Sehr heiß und mit einem ordentlichen Strahl, aber die Kabine ist nach oben offen. Fortschritt für mich: Es gibt eine Ablage, mehrere Haken und einen großen Spiegel.

Jack hantiert im Auto mit dem 12-Volt-Verteiler und den Ladegeräten für Kameras und Handys. Ich sehe, wie er die Kabel mit den Kabelbindern so zusammenbindet, dass sie im Fußraum des Autos nicht wild durcheinanderliegen.

„Schau mal, ich deponiere hier den 12-Volt-Verteiler, an dem die Ladegeräte angeschlossen sind. Zum Aufladen muss das Gerät in den Zigarettenanzünder und zwar so. Siehst Du das?“

„Ja. Das ist gut. Dann kann ich ja gleich unser Handy aufladen.“

„Nein, bloß nicht. Bitte nur laden, während wir fahren, sonst verbrauchen wir die Autobatterie und können am Ende nicht mehr starten.“

Einer der freundlichen Security-Leute fragt, ob wir ein Bund Feuerholz benötigen. Na klar. Das wird die Grundlage für unser erstes Lagerfeuer. Er begrüßt uns mit dem Wort „Pula“, was wir erst nicht verstehen. Doch er erklärt uns, dass dies eine feierliche Begrüßung ist und übersetzt in etwa „Es möge Regen kommen“ bedeutet. Das sei auch das Staatsmotto und die Währung heiße so. Regen sei sehr wichtig für die Menschen und die Region. Ich lese es dann noch im Reiseführer nach und tatsächlich haben auch Flagge und Staatswappen eine hohe Symbolkraft.

Die hellblauen Streifen der Flagge symbolisieren Wasser. Im dürregefährdeten Land ist das von zentraler Bedeutung. Die weißen und der schwarze Streifen symbolisieren das friedvolle Miteinander weißer und schwarzer Menschen. Das Staatswappen besteht aus einem Schild, welches von zwei Zebras flankiert und von einem Elefantenstoßzahn und einem Getreidehalm eingerahmt wird. Der Schild trägt als Symbole drei Zahnräder für Industrie, drei blaue wellenförmige Bänder für Wasser und Regen und einen Rinderkopf für Landwirtschaft – hauptsächlich in Form von Viehwirtschaft. Die Zebras und der Elefantenstoßzahn symbolisieren den natürlichen Reichtum des Landes und das als Getreidehalm abgebildete Sorghum die Bedeutung des Getreides als Nahrungsgrundlage.

Zum Abendessen lassen wir uns einen Tisch im Restaurant reservieren. Wir sitzen auf der Terrasse mit Blick auf den Swimmingpool, umgeben von hohen Palmen. Nachdem die Sonne untergegangen ist, färbt sich der Himmel in ein unvorstellbares dunkles, aber leuchtendes Blau. Auf den mit weißen Tüchern gedeckten Tischen flackern stimmungsvoll die Windlichter und die Bäume werden mit Strahlern von unten angeleuchtet.

Hier stellt sich dann wieder einmal heraus, warum wir vier so gut gemeinsam verreisen: jeder bestellt Beef Curry, serviert in einem kleinen afrikanischen Potjie – mmm. Lecker und scharf.

Gegen den Durst trinken wir zunächst Rock Shandie – ein Getränk aus Zitronenlimonade, Mineralwasser und ein paar Tropfen Angostura – garniert mit Zitronenscheiben und gekühlt mit Eiswürfeln. Später gibt es einen Cabernet Sauvignon, natürlich aus Südafrika. Beim Abendessen...

Erscheint lt. Verlag 21.4.2022
Mitarbeit Cover Design: OOOGRAFIK - Corina Witte-Pflanz
Sonstige Mitarbeit: Büchermacherei - Gabi Schmid, Deborah Emrath
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber
Reisen Reiseberichte
Schlagworte Abenteuer • Afrika • Botswana • Chobe River • Dachzelt • Der Limpopo River • Elefanten • Helen Sonntag • Hunters Road • Im Land der Elefanten • Jeep • Kapstadt • Khwai Flood Plains • Lagerfeuerromatik • Linyanti • Mit dem Dachzelt durch Botswana • Moremi Wildlife Reserve • Nata • Okavango Delta • Pauschalreisen • Reise • Safari • Savuti • Victoria Falls • Wildnis
ISBN-10 3-347-59933-0 / 3347599330
ISBN-13 978-3-347-59933-8 / 9783347599338
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