Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Cavendon Hall – Jahre des Schicksals (eBook)

eBook Download: EPUB
2020 | 1. Aufl. 2020
642 Seiten
beHEARTBEAT (Verlag)
978-3-7325-7649-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Cavendon Hall – Jahre des Schicksals - Barbara Taylor Bradford
Systemvoraussetzungen
3,99 inkl. MwSt
(CHF 3,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Es ist 1938 in England, Miles und Cecily haben die Familie sicher durch eine tiefe Krise geführt und Cavendon Hall knapp vor der Katastrophe bewahrt. Aber der Zweite Weltkrieg steht bevor und die Bewohner des Herrenhauses damit vor ihrer größten Herausforderung. Die Inghams und Swanns müssen ihre wahre Überlebensfähigkeit zeigen. Können sie sich und die Dorfbewohner retten?

Auch im dritten Teil der fesselnden Saga der New-York-Times-Bestsellerautorin Barbara Taylor Bradford dreht sich alles um Loyalität, Mut und Ehre. Was hält das Schicksal diesmal für die aristokratischen Inghams und die treue Familie Swann bereit?

Die stimmungsvolle Erzählweise und bekannte und beliebte Charaktere machen Cavendon Hall zu einer Geschichte über Intrigen, Romanzen, Trauer und Freude, die die Leserinnen nicht so schnell vergessen werden.



<p>Barbara Taylor Bradford verbrachte ihre Kindheit und Jugend in England. Sie arbeitete als Journalistin, bevor sie im Alter von achtzehn Jahren begann, Kinderbücher zu schreiben. Schon bald folgten Romane, der Durchbruch gelang ihr mit »Des Lebens bittere Süße«. Seitdem hat sie fünfundzwanzig Bücher geschrieben, die allesamt Bestseller wurden. Sie widmet alle Werke ihrem Mann, mit dem sie in New York lebt.</p>

Kapitel 3


Als die Haustür plötzlich aufflog, fuhr Alice erschreckt hoch und sprang sofort auf die Füße, als ihre Tochter mit einem breiten Lächeln hereinkam. Cecily eilte auf ihre Mutter zu, küsste sie und drückte sie an sich.

»Entschuldige, dass ich so spät bin, Mam«, sagte sie, dann drehte sie sich um und schloss die Tür hinter sich.

»Macht nichts, Ceci, ich habe nur Papierkram erledigt«, erwiderte Alice. Mutter und Tochter traten zusammen in den Raum und nahmen auf zwei einander gegenüberstehenden Sesseln Platz. Alice bemerkte: »Du siehst heute hübsch aus, Liebes, aber Hellrosa stand dir schon immer gut.«

»Ich weiß, danke. Du siehst selbst auch ziemlich gut aus, Mam.«

»Natürlich, schließlich trage ich ein Kleid, das meine Tochter für mich entworfen und genäht hat. Es ist schön bequem und angenehm kühl an einem heißen Tag wie diesem.«

»Ich habe noch eine andere Version davon gefertigt, auch aus Baumwolle«, vertraute Cecily ihr an. »Es ist ein Wickelkleid, ähnlich wie ein Morgenrock, das an der Seite zugeknotet wird. Für die Winterkollektion nähe ich Modelle im selben Stil aus leichtem Kaschmir. Wenn sie fertig sind, bringe ich dir welche mit.«

»Vielen Dank, Liebes, du bist immer so aufmerksam.«

»Sei nicht albern, du bist meine Mutter. Du kannst von mir haben, was du willst. Aber zu etwas anderem: Als wir gestern telefoniert haben, erwähntest du einen Plan, den du schmiedest. Aber wofür?«

»Ich hatte die Idee, einen Gemeinschaftsgarten für das Dorf anzulegen. Ich bin direkt zu Charlotte gegangen und habe sie um ein Feld gebeten. Sie hat den Earl gefragt, und er fand auch, dass es eine wunderbare und sehr praktische Idee sei, und überließ mir sofort ein Feld.« Alice nickte, als sie den Satz beendete, und wirkte dabei ein wenig selbstzufrieden. »So ist es dazu gekommen. Ich brauchte einfach nur zu fragen.« Sie stand auf und bedeutete Cecily, es ihr nachzutun. »Komm mit zu meinem Schreibtisch und nimm dir einen Stuhl. Ich möchte dir meinen Plan zeigen.«

Binnen Sekunden saßen die beiden Seite an Seite an Alices Schreibtisch, auf dem ihre Unterlagen vom Women’s Institute ausgebreitet lagen. Daneben befand sich der detaillierte Plan des Feldes, das in den Gemeinschaftsgarten umgewandelt werden sollte. Die Bepflanzung und die Pflege würden von Frauen übernommen werden, die sich freiwillig dazu gemeldet hatten.

Cecily drehte sich zu Alice um und bemerkte: »Das ist wirklich eine praktische Idee. Falls es zum Krieg kommt, werden Nahrungsmittel knapp werden.«

»Wenn es zum Krieg kommt«, korrigierte Alice sie.

»Ja, wenn«, pflichtete Cecily ihr bei und fügte dann in einem etwas seltsamen Ton hinzu: »Du hättest genauso gut Miles oder Harry um ein Feld bitten können, schließlich verwalten die beiden den Besitz.«

»Du hast recht, Ceci, das hätte ich. Aber ich denke nicht, dass das korrekt gewesen wäre. Der Sechste Earl ist immer noch der Sechste Earl; er ist noch nicht tot, und es ist sein Land. Ich fand es nur angemessen, mich über Charlotte an ihn zu wenden.«

»Ich verstehe jetzt, Mam«, antwortete Cecily und schenkte Alice ein warmes Lächeln.

Als sie den großen Bogen Papier betrachtete, sah sie, wie klug das Feld unterteilt worden war, um als Gemüsegarten zu dienen. Jede quadratische Parzelle war mit dem Namen der Gemüsesorte versehen, die darin angebaut werden sollte.

»Kartoffeln, Möhren, Pastinaken«, las Cecily laut vor. »Zwiebeln, Rosenkohl, Weißkohl, Blumenkohl …« Sie brach ab und schüttelte plötzlich lachend den Kopf. »Du bist eine Meisterplanerin, Mutter! Harry muss sein Gärtnertalent von dir geerbt haben.«

»Ach was, er ist viel besser als ich«, wehrte Alice ab und drehte sich auf dem Stuhl zu ihr um. Sie bedachte ihre Tochter mit einem wissenden Blick. »Ist es dir gelungen, mit Harry zu sprechen? Du weißt schon … über diese … Person.«

Cecily schüttelte den Kopf und antwortete leise: »Nein, noch nicht. Eigentlich wären wir heute Nachmittag verabredet gewesen.«

»Seine Affäre mit dieser skandalösen Frau wird allmählich öffentlich!«, rief Alice, und ihr Ton wurde plötzlich zornig. »Er denkt, es sei ein großes Geheimnis, aber das ist es nicht, und dein Vater weiß inzwischen davon. Er ist fuchsteufelswild. Du weißt, wie sehr Seine Lordschaft Skandale hasst. Und dein Bruder ist gerade dabei, für einen handfesten Skandal zu sorgen.«

»Du hast völlig recht mit dem, was du sagst, Mutter, doch er ist ein erwachsener Mann von vierzig Jahren. Er wird mir sagen, dass es mich nichts angeht.«

»Aber du wirst doch mit ihm sprechen?« Alice klang ängstlich, und in ihren Augen stand ein besorgter Ausdruck.

»Das werde ich, versprochen. Gleich morgen früh«, versicherte Cecily ihrer Mutter.

Alice nickte und schürzte die Lippen. Mit festerer Stimme sagte sie: »Er sollte wissen, dass er sich nicht mit ihr hätte einlassen sollen. Pauline Mallard ist eine verheiratete Frau, eine amerikanische Erbin und Dame der Gesellschaft, die in London und New York auf großem Fuß lebt. Und jetzt ist sie in Harrogate. Aber ich nehme an, das ist dir alles bekannt.«

»Ja, Mam.«

»Am Ende wird sie einen Narren aus ihm machen, du wirst schon sehen. Und nicht nur das, sie ist viel älter als er.«

»Aber ich habe gehört, dass sie recht schön sein soll, eine atemberaubende Rothaarige«, hielt Cecily dagegen.

»Und ziemlich mannstoll … das habe ich gehört«, gab Alice prompt zurück, um das letzte Wort zu haben.

»Nachdem Genevra mir die Nachricht überbracht hatte, sagte sie plötzlich etwas ziemlich Seltsames. Sie meinte, ich sollte zu Harry auf keinen Fall etwas über die Frau sagen. Ich war wirklich verblüfft. Dann hat Genevra hinzugefügt, dass sie ihn fallen lassen würde und dass nicht sie sein Schicksal sei, sondern eine andere Frau.«

Alice starrte sie an. »Wie konnte Genevra von Pauline Mallard wissen? Denkst du, dass er sie hierher in sein Haus gebracht und Genevra sie zusammen gesehen hat?«

»Nein, sicher nicht. Aber ich fand die Art, wie sie es sagte, bemerkenswert. Sie war sich ihres Zweiten Gesichts, wie sie es nennt, ihrer Visionen der Zukunft so sicher. Und dann war da ihre Verwendung des Wortes ›Schicksal‹.« Cecily klang verwirrt.

Sie räusperte sich und fuhr langsam fort: »Genevra hat eine ganz eigene Art zu sprechen, Mam. Sie spricht in einem abgehackten Stakkato und bildet Sätze aus kurzen Wörtern. Deshalb fand ich es merkwürdig, dass sie einen Ausdruck wie ›Schicksal‹ überhaupt kannte, da sie ja auch nicht lesen kann.«

»Doch, natürlich kann sie das!«, rief Alice.

»Bist du dir sicher?«

»Aber ja. Ich habe es ihr beigebracht.«

Cecily war so überrascht, dass sie Alice mit offenem Mund anstarrte. »Wann hast du das denn gemacht? Und warum hast du mir nie davon erzählt?«

»Daran habe ich gar nicht gedacht. Es war im Grunde auch nur Zufall. Nachdem du zu Tante Dorothy und Onkel Howard nach London gezogen warst, habe ich einige deiner alten Kleider für sie abgegeben. Sie kam zu mir, um sich zu bedanken, und hat sich nach dir erkundigt. Sie war sehr eindringlich, und da wurde mir klar, dass sie eine starke Verbindung zu dir hat, Ceci, und dass sie sich Sorgen um dich und dein Wohlergehen macht. Ich habe ihr einige der ersten kurzen Berichte über deine Modelle in den Modezeitschriften gezeigt. Da hat sie mir gestanden, dass sie nicht lesen kann. Also habe ich es ihr beigebracht.«

»Wie nett von dir, das zu tun!« Cecily war sichtlich beeindruckt.

»Sie war sehr dankbar.« Alice zögerte kurz, bevor sie schließlich fragte: »Hast du jemals gespürt, dass da diese … Verbindung zwischen euch ist, Cecily?«

»Ja, und ich spüre es immer noch. Sie hat mir vor fünfundzwanzig Jahren gesagt, dass die Swanns herrschen werden. Es gibt tatsächlich eine Verbindung zwischen uns.«

»Was genau hat sie vor fünfundzwanzig Jahren gesagt?«, fragte Alice voller Neugier.

»Es war eigentlich nicht das, was sie gesagt hat … ich bin ihr eines Tages auf dem Weg begegnet. Sie hat einen langen Zweig genommen und ein Quadrat in die Erde gezeichnet, mit einem Vogel darauf. Ich habe sie gefragt, was es bedeutet, aber sie wollte es mir nicht verraten. Dann meinte sie, es sei nichts, und lief weg.«

»Und heute hat sie es dir erklärt?«

»Nein. Ich bin vor Jahren selbst dahintergekommen. Das Quadrat stellt Cavendon Hall dar und der Vogel einen Schwan. Sie hat mit der Zeichnung ausgedrückt, dass die Swanns und die Inghams sich miteinander verbinden würden.«

Alice antwortete nicht gleich, dann sagte sie leise: »Sie kann damals nicht gewusst haben, wie dein Leben sich entwickeln würde und dass du, eine Swann, den Sohn eines Earls heiraten würdest. Also muss etwas dran sein an ihrer Behauptung, sie habe das Zweite Gesicht, die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen. Du glaubst an ihre Prophezeiungen, nicht wahr?«

»Ja. Ich habe immer daran geglaubt.« Cecily griff nach der Hand ihrer Mutter. »Sie hat es mir bewiesen. Bei unserer Hochzeit hat sie mir ein Blatt Papier gegeben. Swann regiert, stand darauf, und daneben war wieder die Zeichnung.«

Als Cecily fort war, ging Alice mit der Gießkanne in den Garten. Während sie den Blumen in den Beeten Wasser gab, blieben ihre Gedanken bei den Swanns und den...

Erscheint lt. Verlag 1.2.2020
Reihe/Serie Die Yorkshire-Saga
Die Yorkshire-Saga
Die Yorkshire-Saga
Übersetzer Michaela Link
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel The Cavendon Luck
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Reisen Reiseführer Europa
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Bestseller • Beziehung • blaue Augen • Bridgerton • Das fremde Mädchen • Das geheime Vermächtnis • Das Haus der vergessenen Träume • das mohnblütenjahr • Das Seehaus • Der Lavendelgarten • Der Mondscheingarte • Der verborgene Garten • Des Lebens bittere Süße • Die Jasminschwestern • Die Mitternachtsrose • Die Nachtigall • Die Schmetterlingsinsel • Die Sieben Schwestern • Die Sturmrose • Die Tuchvilla • Die verlorenen Spuren • Drama • Emma Harte Saga • England / Großbritannien • Erbe • Familie • Familiendynastie • Familienerbe • Familiengeheimnis • Familiengeheimnisse Roman • Familiengeschichte • Familiengeschichten Romane • Familiensaga • Frauenroman • Freundschaft • Gefühle • Historische Liebesromane • Jugenderinnerungen • Kate Morton • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesleben • Liebesroman • Liebesromane • Liebesromane für Frauen • Liebhaber • Nähe • Roman • Romance • Romantik • Romanze • Saga • Schicksal • Trennung • Vorfahren • Zwischenmenschliche Beziehung
ISBN-10 3-7325-7649-3 / 3732576493
ISBN-13 978-3-7325-7649-4 / 9783732576494
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich