Grundrechtswandel
Zum Verhältnis von Recht und Gesellschaft
Seiten
2026
Mohr Siebeck (Verlag)
978-3-16-200296-9 (ISBN)
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Welche Bedeutung hat gesellschaftlicher Wandel für Verständnis und Interpretation der Grundrechte? Markus Gaßner vertritt die These, dass die normative Quelle der Grundrechte in der Gesellschaft selbst liegt und nicht bei staatlichen Institutionen. Sozialer Wandel bildet daher die Grundlage eines fortlaufenden Grundrechtswandels.
Während sich eine offene Gesellschaft fortlaufend wandelt, stehen Grundrechte für rechtliche Kontinuität und Beständigkeit. Mit zunehmendem Alter des Grundgesetzes rückt die Frage nach der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit eines Wandels im Bereich der Grundrechte stärker in den Fokus. Die Auseinandersetzung um die gleichgeschlechtliche Ehe hat dies jüngst verdeutlicht. Der Verfassungs- bzw. Grundrechtswandel wird herkömmlich oftmals als Problem der Gewaltenteilung oder Frage der Interpretationsmethoden diskutiert. Markus Gaßner hingegen setzt auf der Ebene der Grundrechtstheorie an, um unproduktive Dualismen zu vermeiden. Dazu stellt er einem verbreiteten etatistisch-positivistischen Verständnis der Grundrechte die grundrechtstheoretische These einer gesellschaftlichen Mittelbarkeit der Grundrechte entgegen. Grundrechte schützen demnach die Eigennormativität und Eigendynamik gesellschaftlicher Institutionen und Praxisfelder. Grundrechtswandel bringt sodann eine Inhaltsänderung der Grundrechte durch die evolutionären Effekte ihrer Ausübung auf die geschützten gesellschaftlichen Institutionen mit sich. Auf dieser Grundlage werden Rolle und Funktion von Verfassungsgesetzgebung und Verfassungsgerichtsbarkeit sowie methodische Fragen neu rekonstruiert. Der Verfassungsgesetzgeber gibt den Text der Grundrechte vor, aber nicht deren Bedeutung. An die Stelle einer politischen Festschreibung rückt aber auch nicht einfach eine verfassungsgerichtliche Fortschreibung - vielmehr erfolgt die Interpretation der Grundrechte primär durch soziale Praxis, an die die rechtliche Interpretation responsiv anschließen muss.
Während sich eine offene Gesellschaft fortlaufend wandelt, stehen Grundrechte für rechtliche Kontinuität und Beständigkeit. Mit zunehmendem Alter des Grundgesetzes rückt die Frage nach der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit eines Wandels im Bereich der Grundrechte stärker in den Fokus. Die Auseinandersetzung um die gleichgeschlechtliche Ehe hat dies jüngst verdeutlicht. Der Verfassungs- bzw. Grundrechtswandel wird herkömmlich oftmals als Problem der Gewaltenteilung oder Frage der Interpretationsmethoden diskutiert. Markus Gaßner hingegen setzt auf der Ebene der Grundrechtstheorie an, um unproduktive Dualismen zu vermeiden. Dazu stellt er einem verbreiteten etatistisch-positivistischen Verständnis der Grundrechte die grundrechtstheoretische These einer gesellschaftlichen Mittelbarkeit der Grundrechte entgegen. Grundrechte schützen demnach die Eigennormativität und Eigendynamik gesellschaftlicher Institutionen und Praxisfelder. Grundrechtswandel bringt sodann eine Inhaltsänderung der Grundrechte durch die evolutionären Effekte ihrer Ausübung auf die geschützten gesellschaftlichen Institutionen mit sich. Auf dieser Grundlage werden Rolle und Funktion von Verfassungsgesetzgebung und Verfassungsgerichtsbarkeit sowie methodische Fragen neu rekonstruiert. Der Verfassungsgesetzgeber gibt den Text der Grundrechte vor, aber nicht deren Bedeutung. An die Stelle einer politischen Festschreibung rückt aber auch nicht einfach eine verfassungsgerichtliche Fortschreibung - vielmehr erfolgt die Interpretation der Grundrechte primär durch soziale Praxis, an die die rechtliche Interpretation responsiv anschließen muss.
Born 1990; studied law in Frankfurt am Main; research assistant at the Chair of Civil Law and Legal Philosophy at the University of Giessen; legal clerkship (Referendariat) at the Higher Regional Court of Frankfurt; civil servant in the state administration.
| Erscheint lt. Verlag | 30.6.2026 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Grundlagen der Rechtswissenschaft |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 155 x 232 mm |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Allgemeines / Lexika |
| Recht / Steuern ► Öffentliches Recht ► Verfassungsrecht | |
| Schlagworte | Autopoiesis • Digitalisierung • Gesellschaftlicher Wandel • Gewaltenteilung • Gleichgeschlechtliche Ehe • Grundrechte • Grundrechtstheorie • Grundrechtswandel • informationelle Selbstbestimmung • institutionelle Ausdifferenzierung • Ko-Evolution • Mittelbarkeit • Soziale Praxis • Verfassungsauslegung • Verfassungsgerichtsbarkeit • Verfassungsrecht |
| ISBN-10 | 3-16-200296-6 / 3162002966 |
| ISBN-13 | 978-3-16-200296-9 / 9783162002969 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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