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Gewaltenteilung im digitalen Staat

Verfassungsrechtliche Maßgaben an die Digitalisierung der Dritten Gewalt
Buch | Softcover
320 Seiten
2026
Mohr Siebeck (Verlag)
978-3-16-200390-4 (ISBN)
CHF 118,95 inkl. MwSt
  • Noch nicht erschienen (ca. März 2026)
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Welche verfassungsrechtliche Maßgaben sind bei der Digitalisierung im Bereich der rechtsprechenden Gewalt in Deutschland zu beachten? Frederik Thomsen erarbeitet grundlegende Maßnahmen zur Absicherung der organisatorischen Selbstständigkeit der Gerichte sowie zum Schutz der richterlichen Unabhängigkeit.
Die Digitalisierung führt im Bereich der Rechtsprechung zu tiefgreifenden Veränderungen. Die richterliche Tätigkeit ist durch den Einsatz von Fachanwendungen und die flächendeckende Einführung der eAkte an allen Gerichten bis spätestens 1. Januar 2026 zunehmend technisch durchdrungen. Für die Organisation der Digitalisierung sind zentrale IT-Dienstleister erforderlich, die Aufgaben im Bereich der Datenhaltung und des Rechenzentrumsbetriebs erfüllen. In den meisten Ländern sind hierfür auch im Bereich der Gerichte die zentralen IT-Dienstleister der allgemeinen Verwaltung verantwortlich. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, inwiefern derartige Organisationsmodelle mit dem Gewaltenteilungsprinzip vereinbar sind. Von zentraler Bedeutung ist der Grundsatz der organisatorischen Selbstständigkeit der Gerichte aus Art. 20 Abs. 2 S. 2 i.V.m. Art. 92 GG. Um eine unzulässige Verflechtung zwischen Gerichten und Verwaltungen zu vermeiden, legt Frederik Thomasen Mindestanforderungen für die Trennung ihrer IT-Infrastrukturen fest. Daneben birgt die Digitalisierung neue Gefahren für die nach Art. 97 GG geschützte richterliche Unabhängigkeit. Eine Gefährdung droht einerseits durch den Einsatz von Software als digitales Arbeitsmittel, insbesondere durch den Einsatz automatisierender Software sowie Anwendungen, die Methoden der künstlichen Intelligenz zur Unterstützung der richterlichen Entscheidungsfindung nutzen. Andererseits folgt eine Gefahr aus neuen Möglichkeiten des Zugriffes auf richterliche Daten. Im Anschluss entwickelt der Autor grundlegende Maßnahmen, um die richterliche Unabhängigkeit vor diesen Gefahren zu schützen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kontrolle der Datenverarbeitung durch mit Richtern besetzte IT-Kontrollkommissionen. Digitalization is leading to far-reaching changes in the area of jurisdiction. The use of specialist applications and the nationwide introduction of eFiles in all courts by January 1, 2026 means that judicial activities are increasingly permeated by technology. Central IT service providers are required to organize digitization and perform tasks in the area of data storage and data center operation. In most countries, the central IT service providers of the general administration are also responsible for this in the courts. Against this background, it is questionable to what extent such organizational models are compatible with the principle of separation of powers. The principle of the organizational independence of the courts under Art. 20 para. 2 sentence 2 in conjunction with Art. 92 Basic Lawis of central importance. Frederik Thomasen sets out minimum requirements for the separation of their IT infrastructures in order to avoid inadmissible interdependence between courts and administrations. In addition, digitalization poses new risks to judicial independence, which is protected under Article 97 of the Basic Law. On the one hand, there is a threat from the use of software as a digital tool, in particular the use of automated software and applications that use artificial intelligence methods to support judicial decision-making. On the other hand, new possibilities for accessing judicial data pose a threat. The author then develops basic measures to protect judicial independence from these dangers. Of particular importance here is the control of data processing by IT control commissions made up of judges.

Born 1998; studied law at Kiel University; 2022 First State Examination in Law; research assistant at the Institute for Public Economic Law at Kiel University; 2025 Doctorate; legal clerkship (Referendariat) at the Hanseatic Higher Regional Court in Hamburg.

Erscheint lt. Verlag 31.3.2026
Reihe/Serie Schriften zum Recht der Digitalisierung
Verlagsort Tübingen
Sprache deutsch
Maße 155 x 232 mm
Themenwelt Recht / Steuern Allgemeines / Lexika
Recht / Steuern Öffentliches Recht Verfassungsrecht
Schlagworte Art. 92 GG • Datenverarbeitung • Digitalisierung der Justiz • Dritte Gewalt • eAkte • Gerichtsorganisation • Gewaltenteilung • IT-Dienstleister • IT-Organisation • Justiz-IT • Künstliche Intelligenz • Organisatorische Selbstständigkeit • Recht der Digitalisierung • Richterliche Unabhängigkeit
ISBN-10 3-16-200390-3 / 3162003903
ISBN-13 978-3-16-200390-4 / 9783162003904
Zustand Neuware
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