Landwirtschaftliches Sondererbrecht in Zeiten agrarstrukturellen Wandels
Rechtfertigung und Reformbedarf
Seiten
2026
Mohr Siebeck (Verlag)
978-3-16-200214-3 (ISBN)
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- Noch nicht erschienen (ca. Februar 2026)
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Landwirtschaftliche Familienbetriebe sind von tiefgreifenden Strukturveränderungen betroffen - ihre Zukunft ist gesamtgesellschaftliches Anliegen. Elna Wesener zeigt, warum das landwirtschaftliche Sondererbrecht den Bedürfnissen moderner landwirtschaftlicher Familienbetriebe nicht mehr gerecht wird, und entwickelt eine zukunftsweisende Neuordnung.
Die zersplitterte Rechtsmaterie des landwirtschaftlichen Sondererbrechts zeichnet sich durch eine ausgeprägte Reformträgheit aus. Während die besonderen landwirtschaftlichen Vererbungsregelungen ursprünglich eine Zerschlagung der landwirtschaftlichen Betriebe in kleinere, unwirtschaftliche Parzellen verhindern sowie die „Volksernährung" sicherstellen sollten, können diese Zielsetzungen heute angesichts tiefgreifender agrarstruktureller Veränderungen nicht mehr vollends überzeugen. Im Zentrum steht nun vielmehr der Erhalt einer multifunktionalen Landwirtschaft, die dadurch charakterisiert ist, dass neben der klassischen Nahrungsmittelproduktion in besonderem Maße regionalpolitische, gesellschaftliche, ökologische, kulturelle und soziale Funktionen übernommen werden. Außerdem kann die geltende Rechtslage den modernen Realitäten landwirtschaftlicher Betriebe nicht hinreichend Rechnung tragen. So hat etwa die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes zunehmend an Komplexität gewonnen, Familienstrukturen sind diverser geworden und es ist eine forciertere Nachlassplanung zu beobachten. Angesichts dramatischer Umbrüche in der Landwirtschaft besteht gleichwohl ein gesteigertes Bedürfnis nach einem besonders ausgestalteten Erbrecht. Elna Wesener entwickelt einen Reformvorschlag, der auf einen gerechten Interessenausgleich zwischen den weichenden Erben und Pflichtteilsberechtigten einerseits und dem Betriebsnachfolger andererseits bedacht ist. The fragmented body of law governing the special rules of agricultural inheritance is characterized by a pronounced resistance to reform. Whereas the special inheritance regulations for agricultural holdings once pursued the aim of preventing farms from being broken up into smaller, economically unviable parcels and of "ensuring the nourishment of the population," these objectives can no longer be fully justified in light of profound structural changes in agriculture. The focus has now shifted to preserving a multifunctional agricultural sector, characterized by the fact that, alongside traditional food production, it increasingly fulfills regional, social, ecological, cultural, and societal functions. Moreover, the current legal framework is unable to adequately reflect the modern realities of agricultural enterprises. For example, the management of an agricultural operation has become increasingly complex, family structures have become more diverse, and more active estate planning is now common. In view of the dramatic upheavals occurring in agriculture, however, there remains a heightened need for a specially designed framework of inheritance law. The newly developed regulatory proposal aims to create a fair balance of interests between the heirs who do not take over the farm and those entitled to compulsory portions on the one hand, and the successor to the agricultural holding on the other. Its objective is to mitigate, at least in the area of inheritance law, the challenges faced by family-run agricultural enterprises.
Die zersplitterte Rechtsmaterie des landwirtschaftlichen Sondererbrechts zeichnet sich durch eine ausgeprägte Reformträgheit aus. Während die besonderen landwirtschaftlichen Vererbungsregelungen ursprünglich eine Zerschlagung der landwirtschaftlichen Betriebe in kleinere, unwirtschaftliche Parzellen verhindern sowie die „Volksernährung" sicherstellen sollten, können diese Zielsetzungen heute angesichts tiefgreifender agrarstruktureller Veränderungen nicht mehr vollends überzeugen. Im Zentrum steht nun vielmehr der Erhalt einer multifunktionalen Landwirtschaft, die dadurch charakterisiert ist, dass neben der klassischen Nahrungsmittelproduktion in besonderem Maße regionalpolitische, gesellschaftliche, ökologische, kulturelle und soziale Funktionen übernommen werden. Außerdem kann die geltende Rechtslage den modernen Realitäten landwirtschaftlicher Betriebe nicht hinreichend Rechnung tragen. So hat etwa die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes zunehmend an Komplexität gewonnen, Familienstrukturen sind diverser geworden und es ist eine forciertere Nachlassplanung zu beobachten. Angesichts dramatischer Umbrüche in der Landwirtschaft besteht gleichwohl ein gesteigertes Bedürfnis nach einem besonders ausgestalteten Erbrecht. Elna Wesener entwickelt einen Reformvorschlag, der auf einen gerechten Interessenausgleich zwischen den weichenden Erben und Pflichtteilsberechtigten einerseits und dem Betriebsnachfolger andererseits bedacht ist. The fragmented body of law governing the special rules of agricultural inheritance is characterized by a pronounced resistance to reform. Whereas the special inheritance regulations for agricultural holdings once pursued the aim of preventing farms from being broken up into smaller, economically unviable parcels and of "ensuring the nourishment of the population," these objectives can no longer be fully justified in light of profound structural changes in agriculture. The focus has now shifted to preserving a multifunctional agricultural sector, characterized by the fact that, alongside traditional food production, it increasingly fulfills regional, social, ecological, cultural, and societal functions. Moreover, the current legal framework is unable to adequately reflect the modern realities of agricultural enterprises. For example, the management of an agricultural operation has become increasingly complex, family structures have become more diverse, and more active estate planning is now common. In view of the dramatic upheavals occurring in agriculture, however, there remains a heightened need for a specially designed framework of inheritance law. The newly developed regulatory proposal aims to create a fair balance of interests between the heirs who do not take over the farm and those entitled to compulsory portions on the one hand, and the successor to the agricultural holding on the other. Its objective is to mitigate, at least in the area of inheritance law, the challenges faced by family-run agricultural enterprises.
Born 1998; studied law at the University of Münster; PhD in 2025; legal clerkship at the Higher Regional Court of Celle.
| Erscheint lt. Verlag | 28.2.2026 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Studien zum Privatrecht |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 155 x 232 mm |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Öffentliches Recht ► Umweltrecht |
| Recht / Steuern ► Privatrecht / Bürgerliches Recht ► Besonderes Schuldrecht | |
| Schlagworte | Agrarpolitik • agrarstruktureller Wandel • Anerbenrecht • Art. 14 GG • Betriebsnachfolge • Eigentumsgarantie • Erbrecht • Familienbetriebe • Gleichheitssatz Art. 3 GG • Höfeordnung • Landwirtschaftliches Erbrecht • Landwirtschaftliches Sondererbrecht • Multifunktionale Landwirtschaft • Nachlassplanung • Pflichtteilsrecht • Reformbedarf |
| ISBN-10 | 3-16-200214-1 / 3162002141 |
| ISBN-13 | 978-3-16-200214-3 / 9783162002143 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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