Der Grundsatz der Prospektverständlichkeit am Beispiel des Börsenzulassungsprospekts für den amtlichen Markt
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Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Problematik der Normdurchsetzung. Neben dem öffentlich-rechtlichen Billigungsverfahren weist der Autor der Prospekthaftung eine entscheidende Rolle zu und untersucht, inwiefern Defizite in der Prospektgestaltung eine zivilrechtliche Haftung auszulösen vermögen.Orientierungspunkt für diese Fragestellung ist das US-amerikanische Kapitalmarktrecht. Gerade für die hier behandelte Thematik erweist sich das hoch entwickelte Recht der Securities Regulation als wegweisend.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht Paragraph 5 I 3 Wertpapierprospektgesetz, wonach Prospekte in einer Form abgefaßt sein müssen, die ihr Verständnis und ihre Auswertung erleichtert. Diese gesetzgeberische Vorgabe ist unter Berücksichtigung der einschlägigen europarechtlichen Normen zu konkretisieren. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Problematik der Normdurchsetzung. Neben dem öffentlich-rechtlichen Billigungsverfahren weist der Autor der Prospekthaftung eine entscheidende Rolle zu und untersucht, inwiefern Defizite in der Prospektgestaltung eine zivilrechtliche Haftung auszulösen vermögen.Orientierungspunkt für diese Fragestellung ist das US-amerikanische Kapitalmarktrecht. Gerade für die hier behandelte Thematik erweist sich das hoch entwickelte Recht der Securities Regulation als wegweisend.
1;Vorwort;5
2;Inhaltsverzeichnis;7
3;Einleitung;11
4;1. Teil Grundlagen;15
4.1;A. Überlegungen zum Konzept der Verständlichkeit;15
4.1.1;I. Zur Verständlichkeitsforschung;15
4.1.2;II. Erkenntnisse der Verständlichkeitsforschung;17
4.1.2.1;1. Verständlichkeit als Leserangepaßtheit;17
4.1.2.2;2. Das Hamburger Verständlichkeitsmodell;18
4.1.2.3;3. Groebens Verständlichkeitskonzeption;19
4.1.3;III. Schlußfolgerungen;21
4.2;B. Informationsökonomische Aspekte zur Verständlichkeit;24
4.2.1;I. Grundsätzliche informationsökonomische Überlegungen;24
4.2.1.1;1. Markteffizienz als "Politik des Gesetzes";24
4.2.1.2;2. Der Markt als Kommunikationsprozeß;27
4.2.1.3;3. Zur Notwendigkeit eines gesetzlichen Publizitätsregimes;30
4.2.1.4;4. Pflichtpublizität als gesetzgeberische Grundentscheidung;35
4.2.2;II. Ökonomische Überlegungen zum Verständlichkeitspostulat;36
4.2.2.1;1. Die Bedeutung qualitativer Informationsdimensionen;36
4.2.2.2;2. Die informationsökonomische Funktion der Verständlichkeit;37
4.2.2.3;3. Überlegungen zur Reichweite des Verständlichkeitspostulats;41
4.3;C. Zusammenfassung;45
5;2. Teil Der Grundsatz der Prospektverständlichkeit im Recht der USA;47
5.1;A. Normativer Regelungszusammenhang;47
5.1.1;I. Allgemeines;47
5.1.1.1;1. Das Kapitalmarktrecht im Gefüge des Föderalismus;47
5.1.1.2;2. Die Rechtsquellen des Kapitalmarktrechts;49
5.1.2;II. Die Emissionspublizität nach dem Securities Act;51
5.1.2.1;1. Der Emissionsprozeß und seine gesetzliche Regulierung;51
5.1.2.2;2. Der Anwendungsbereich der Vertriebsregulierung;52
5.1.2.3;3. Die Ausgestaltung der Vertriebsregulierung;54
5.2;B. Verständlichkeit als Grundsatz ordnungsgemäßer Prospektierung;58
5.2.1;I. Die Verständlichkeits-Initiative der SEC;58
5.2.2;II. Die normative Ausformung des Verständlichkeitsgrundsatzes;60
5.2.2.1;1. Die "Plain English Rule";60
5.2.2.2;2. Das maßgebliche Anlegerleitbild;65
5.2.3;III. Die Durchsetzung des Verständlichkeitsgrundsatzes;69
5.3;C. Die zivilrechtliche Haftung für Prospektgestaltungsmängel;74
5.3.1;I. Die Prospekthaftungstatbestände;74
5.3.1.1;1. Schutzzweck und Funktionen der Prospekthaftung;74
5.3.1.2;2. Die Haftung nach sec. 11 SA 1933;75
5.3.1.3;3. Die Haftung nach sec. 12 (a) (2) SA 1933;81
5.3.1.4;4. Die Haftung nach sec. 10 (b) SEA 1934 i. V. m. Rule 10b-5;85
5.3.1.5;5. Die Haftung nach sec. 12 (a) (1) SA 1933;90
5.3.2;II. Die Haftung für Prospektgestaltungsmängel;91
5.3.2.1;1. Die haftungsrechtliche Relevanz der Prospektgestaltung;91
5.3.2.2;2. Fallgruppen defizitärer Prospektgestaltung;97
5.4;D. Zusammenfassung;107
6;3. Teil Der Grundsatz der Prospektverständlichkeit im deutschen Recht;110
6.1;A. Normativer Regelungszusammenhang;110
6.1.1;I. Die Schutzziele der Prospektpublizität;110
6.1.2;II. Die Pflicht zur Prospektierung am amtlichen Markt;114
6.1.3;III. Die qualitativen Anforderungen an den Börsenzulassungsprospekt;116
6.2;B. Verständlichkeit als Grundsatz ordnungsgemäßer Prospektierung;119
6.2.1;I. Europarechtliche Vorgaben;119
6.2.1.1;1. Der Verständlichkeitsbegriff der Prospektrichtlinie;119
6.2.1.2;2. Das Anlegerleitbild;121
6.2.2;II. Die normative Ausformung des Verständlichkeitsgrundsatzes;131
6.2.2.1;1. Der Verständlichkeitsbegriff des Wertpapierprospektgesetzes;131
6.2.2.2;2. Die Durchsetzung des Verständlichkeitsgrundsatzes;135
6.3;C. Die zivilrechtliche Haftung für Prospektgestaltungsmängel;139
6.3.1;I. Die europarechtliche Präformation des Haftungsrechts;139
6.3.2;II. Die Prospekthaftung nach
44, 45 BörsG;142
6.3.2.1;1. Allgemeines;142
6.3.2.2;2. Der Prospekthaftungstatbestand im Einzelnen;148
6.3.3;III. Der Prospektgestaltungsmangel;157
6.3.3.1;1. Die irreführende Prospektgestaltung als Pflichtverletzung;157
6.3.3.2;2. Das haftungsrechtliche Anlegerleitbild;164
6.3.3.3;3. Fallgruppen defizitärer Prospektgestaltung;176
6.4;D. Zusammenfassung;193
7;Schlußbetrachtung;199
8;Abkürzungsverz
1. Teil Grundlagen (S. 5-6)
A. Überlegungen zum Konzept der Verständlichkeit
Der Normbefehl in
5 I 3 WpPG, den Prospekt in einer verständlichen und leicht analysierbaren Form abzufassen, erscheint auf den ersten Blick klar. Bei näherer Betrachtung erweist sich die Forderung nach Verständlichkeit als höchst abstrakt. Soll sie mehr als eine Leerformel sein, ist eine Konkretisierung unabdingbar. Als richtungsweisend könnten sich die Einsichten der Verständlichkeitsforschung erweisen. Deswegen soll dieses Forschungsfeld in einem ersten Schritt vorgestellt werden (I.), bevor dann auf die Forschungsergebnisse im Einzelnen einzugehen ist (II.). Schließlich sind die Ergebnisse im Hinblick auf die Prospektpublizität zu diskutieren (III.).
I. Zur Verständlichkeitsforschung
Bei der Verständlichkeitsforschung handelt es sich um ein interdisziplinäres Forschungsfeld, welches bisher vor allem von der Linguistik und der Psychologie bearbeitet wurde. Der Kern des Forschungsprogramms "Textverständlichkeit" besteht darin, diejenigen Textmerkmale zu identifizieren, die den Verstehensprozeß nachhaltig beeinflussen.
Am Anfang der Verständlichkeitsforschung stand die klassische Lesbarkeitsforschung, welche sich Mitte der 30er Jahre im anglo-amerikanischen Sprachraum etablierte. In der Folgezeit wurden vor allem in den USA Formeln zur Berechnung der Lesbarkeit entwickelt, die seitdem im Mittelpunkt der Lesbarkeitsforschung stehen. Diese sog. Lesbarkeitsformeln beruhen auf der quantitativen Auswertung objektiv feststellbarer Textmerkmale wie zum Beispiel die Wort- und Satzlänge, die zu Kriterien wie der Lesegeschwindigkeit in Beziehung gesetzt werden. Die bekannteste Lesbarkeitsformel ist die von Flesch entwickelte Reading-Ease-Formel. Zur Ermittlung der Lesbarkeit zieht Flesch die Anzahl der Silben pro 100 Wörter (wl) und die durchschnittliche Anzahl von Wörtern pro Satz (sl) erstellt von ciando heran.
Díe Formel RE = 206,835 – 0,846 wl – 1,015 sl ergibt dann einen Wert zwischen 0 und 100. 0 kennzeichnet danach einen nahezu unlesbaren, 100 einen sehr gut lesbaren Text. Tatsächlich wird im US-Bundesstaat Massachusetts die Reading-Ease-Formel als ein Kriterium herangezogen, um die Verständlichkeit von Versicherungspolicen zu gewährleisten. Dem Vorteil solcher Lesbarkeitsformeln, der zweifellos in deren einfachen Handhabung liegt, steht der gewichtige Nachteil gegenüber, daß die Satzund Textstruktur gänzlich unberücksichtigt und dadurch qualitative Aspekte wie die gedankliche Ordnung eines Textes nicht in die Beurteilung der Verständlichkeit eingehen. Damit lassen sich mit Lesbarkeitsformeln nur Aussagen über die Komplexität der sprachlichen Oberflächenstruktur treffen.
Wie empirische Untersuchungen außerdem ergeben haben, hängt die Lesbarkeit auch von drucktechnischen Mitteln wie etwa Drucktyp, Zeilenlänge, Zeilenabstand oder Druckanordnung ab.19 Die verschiedenen Drucktypen sind in der Regel gleich gut leserlich. Die ausschließliche Verwendung von Großbuchstaben vermindert die Lesegeschwindigkeit genauso wie kursive Druckzeichen. Auch Fett- und Halbfettdruck verbessern lediglich die Erkennbarkeit von einzelnen isolierten Zeichen, nicht aber die Lesbarkeit insgesamt. Was die Buchstabengröße angeht, so beeinflußt sie die Lesegeschwindigkeit bei Schriftgrößen unter 10 und über 12 Punkt negativ.
Ein ausreichender Zeilenabstand verbessert merklich die Lesbarkeit. Hinsichtlich der Zeilenlänge ist ein Mittelmaß förderlich. Zu lange Zeilen sind abträglich, weil sie die Anzahl der Blickregressionen erhöhe
| Erscheint lt. Verlag | 19.3.2008 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Rechtswissenschaften ; 57 |
| Maße | 145 x 205 mm |
| Gewicht | 320 g |
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Wirtschaftsrecht |
| Schlagworte | Anlegerschutz • Börsenrecht • Irreführung • Kapitalmarktrecht • Kapitalmarktrecht (KapMR) • Prospekthaftung • Prospektklarheit • securities regulation • Verständlichkeit |
| ISBN-10 | 3-8316-0742-7 / 3831607427 |
| ISBN-13 | 978-3-8316-0742-6 / 9783831607426 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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