Die Personengesellschaft im Konzern
Privatautonomie zwischen Vertrag und Organisation
2020
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-157956-1 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-157956-1 (ISBN)
Was kann der Konzern besser als der Austauschvertrag? Das Zusammenspiel von vertraglichen und organisationsrechtlichen Regelungen erweist sich als Schlüssel für die rechtliche Würdigung der Personengesellschaft im Konzern. Brigitte Haar untersucht vor allem die Reichweite der Gestaltungsfreiheit der Gesellschafter im Lichte von Minderheiten- und Gläubigerschutz.
Was kann die Organisation des Konzerns besser als der Schuldvertrag? Grundsätzlich stehen Marktteilnehmer bei der Entscheidung, bestimmte Produkte oder sonstige Leistungen hervorzubringen, vor der Frage, ob sie die hierfür erforderlichen Transaktionen durch schuldrechtlichen Austausch oder innerhalb einer gesellschaftsrechtlichen Organisation abwickeln wollen. Diese Frage wird insbesondere im Lichte innovativer Kooperationsformen sowie moderner betriebswirtschaftlicher Führungs- und Organisationskonzepte für die Unternehmenspraxis zunehmend dringlich. Zur Konzerneinbindung einer Personengesellschaft als abhängiger Gesellschaft kann es vor allem kommen, wenn ein Unternehmensgesellschafter maßgeblichen Einfluß auf deren Geschäftsführung erlangt. Brigitte Haar berücksichtigt bei deren rechtlicher Würdigung erstmals ökonomische Grundlagen und Tatsachenmaterial und erschließt hierdurch die entscheidenden Anreizstrukturen. Die Konzerneinbindung einer Gesellschaft setzt bei dieser eine Instrumentalisierbarkeit im Konzerninteresse und daher eine rechtliche Verselbständigung von den Personengesellschaftern voraus. Dem stehen das Schutzbedürfnis der Minderheitsgesellschafter bei Willensbildung, Finanzierung, Unternehmensleitung und der Abfindung sowie der Gläubigerschutz entgegen. Die Autorin setzt die zugrundeliegenden Anreizstrukturen zur juristischen Dogmatik des Personengesellschaftsrechts in Bezug. Im Verhältnis zu den Gläubigern zieht deren Außerkraftsetzung die Risikotragung des herrschenden Gesellschafters nach sich. Die Haftungsbeschränkung zu seinen Gunsten entfällt; Vermögenstrennung und Verselbständigung der Gesellschaft werden hinfällig. Die Personengesellschaft im Konzern erweist sich als Testfall für die grundlegende allgemeinere Frage nach dem Spannungsverhältnis zwischen den Grenzen einer organisationsrechtlichen Verselbständigung und der Privatautonomie der Personengesellschafter. Is there anything that the organization of a corporate group can do better than a market exchange? In a subsidiary partnership a corporate partner gains a dominant influence on the business management of the partnership. Such an integration requires a universal subordination of the subsidiary in the group interest, leaving aside the individual partners' interests. However, minority and creditor protection may present an obstacle to such an alignment of interests. Brigitte Haar studies the structures which provide incentives for this protection and shows how they relate to the legal foundationss of partnership law. She demonstrates that a partnership in a group is a test case for the more general question of the strained relationship between the boundaries of the legal independence and personality of an organization and its reification on the one hand and the freedom of contract of its partners on the other hand.
Was kann die Organisation des Konzerns besser als der Schuldvertrag? Grundsätzlich stehen Marktteilnehmer bei der Entscheidung, bestimmte Produkte oder sonstige Leistungen hervorzubringen, vor der Frage, ob sie die hierfür erforderlichen Transaktionen durch schuldrechtlichen Austausch oder innerhalb einer gesellschaftsrechtlichen Organisation abwickeln wollen. Diese Frage wird insbesondere im Lichte innovativer Kooperationsformen sowie moderner betriebswirtschaftlicher Führungs- und Organisationskonzepte für die Unternehmenspraxis zunehmend dringlich. Zur Konzerneinbindung einer Personengesellschaft als abhängiger Gesellschaft kann es vor allem kommen, wenn ein Unternehmensgesellschafter maßgeblichen Einfluß auf deren Geschäftsführung erlangt. Brigitte Haar berücksichtigt bei deren rechtlicher Würdigung erstmals ökonomische Grundlagen und Tatsachenmaterial und erschließt hierdurch die entscheidenden Anreizstrukturen. Die Konzerneinbindung einer Gesellschaft setzt bei dieser eine Instrumentalisierbarkeit im Konzerninteresse und daher eine rechtliche Verselbständigung von den Personengesellschaftern voraus. Dem stehen das Schutzbedürfnis der Minderheitsgesellschafter bei Willensbildung, Finanzierung, Unternehmensleitung und der Abfindung sowie der Gläubigerschutz entgegen. Die Autorin setzt die zugrundeliegenden Anreizstrukturen zur juristischen Dogmatik des Personengesellschaftsrechts in Bezug. Im Verhältnis zu den Gläubigern zieht deren Außerkraftsetzung die Risikotragung des herrschenden Gesellschafters nach sich. Die Haftungsbeschränkung zu seinen Gunsten entfällt; Vermögenstrennung und Verselbständigung der Gesellschaft werden hinfällig. Die Personengesellschaft im Konzern erweist sich als Testfall für die grundlegende allgemeinere Frage nach dem Spannungsverhältnis zwischen den Grenzen einer organisationsrechtlichen Verselbständigung und der Privatautonomie der Personengesellschafter. Is there anything that the organization of a corporate group can do better than a market exchange? In a subsidiary partnership a corporate partner gains a dominant influence on the business management of the partnership. Such an integration requires a universal subordination of the subsidiary in the group interest, leaving aside the individual partners' interests. However, minority and creditor protection may present an obstacle to such an alignment of interests. Brigitte Haar studies the structures which provide incentives for this protection and shows how they relate to the legal foundationss of partnership law. She demonstrates that a partnership in a group is a test case for the more general question of the strained relationship between the boundaries of the legal independence and personality of an organization and its reification on the one hand and the freedom of contract of its partners on the other hand.
Geboren 1965; Studium der Rechtswissenschaften in Passau, Genf und an der University of Chicago (LL.M.); 1995 Promotion; 2004 Habilitation; Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, deutsches, europäisches und internationales Wirtschaftsrecht, Law and Finance sowie Rechtsvergleichung an der Universität Frankfurt am Main.
| Erscheint lt. Verlag | 31.8.2020 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Jus Privatum |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Privatrecht / Bürgerliches Recht |
| Recht / Steuern ► Wirtschaftsrecht ► Gesellschaftsrecht | |
| Schlagworte | Gesellschaftsrecht • Konzernrecht • Personengesellschaft |
| ISBN-10 | 3-16-157956-9 / 3161579569 |
| ISBN-13 | 978-3-16-157956-1 / 9783161579561 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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