Personelle Strafgewalt
Ein Plädoyer für das Domizilprinzip im Lichte grenzüberschreitender Migration
2020
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-159542-4 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-159542-4 (ISBN)
Auf der Grundlage des Staatsangehörigkeitsprinzips beansprucht der deutsche Gesetzgeber Strafgewalt über Auslandstaten durch und gegen eigene Staatsangehörige. Nicola Beyer kontrastiert die Staatsangehörigkeitsanknüpfung mit dem Phänomen grenzüberschreitender Migration und plädiert dafür, dem bisher wenig beachteten Domizilprinzip den Vorzug zu geben.
Das Staatsangehörigkeitsprinzip stellt nach dem Territorialitätsprinzip das bedeutendste völkerrechtliche Geltungsprinzip dar. In Anwendung dieses Prinzips und unter Berufung auf eine besondere tatsächliche Nähebeziehung beansprucht der deutsche Gesetzgeber traditionell Strafgewalt über Auslandstaten durch und gegen eigene Staatsangehörige. Angesichts weitreichender Migrationsbewegungen wird der Annahme einer besonderen Nähebeziehung aber zunehmend der Boden entzogen und es drängt sich die Frage auf, ob die Anknüpfung an die Staatsangehörigkeit heute noch zeitgemäß ist. Nicola Beyer plädiert für die Aufgabe des Staatsangehörigkeitsprinzips unter Hinwendung zu einem eng konzipierten Domizilprinzip. Dazu betrachtet sie eingehend das Völkerrecht und wendet sich anschließend verfassungs- und unionsrechtlichen Fragestellungen zu, wobei sie weder rechtsgeschichtliche Entwicklungen noch intra- und interdisziplinäre Bezüge aus dem Blick lässt. Pursuant to the nationality principle, the German legislator claims extraterritorial jurisdiction over offences committed abroad by and against its own nationals. Nicola Beyer contrasts the nationality connection with the phenomenon of cross-border migration and argues for giving preference to the as yet little-observed domicile principle.
Das Staatsangehörigkeitsprinzip stellt nach dem Territorialitätsprinzip das bedeutendste völkerrechtliche Geltungsprinzip dar. In Anwendung dieses Prinzips und unter Berufung auf eine besondere tatsächliche Nähebeziehung beansprucht der deutsche Gesetzgeber traditionell Strafgewalt über Auslandstaten durch und gegen eigene Staatsangehörige. Angesichts weitreichender Migrationsbewegungen wird der Annahme einer besonderen Nähebeziehung aber zunehmend der Boden entzogen und es drängt sich die Frage auf, ob die Anknüpfung an die Staatsangehörigkeit heute noch zeitgemäß ist. Nicola Beyer plädiert für die Aufgabe des Staatsangehörigkeitsprinzips unter Hinwendung zu einem eng konzipierten Domizilprinzip. Dazu betrachtet sie eingehend das Völkerrecht und wendet sich anschließend verfassungs- und unionsrechtlichen Fragestellungen zu, wobei sie weder rechtsgeschichtliche Entwicklungen noch intra- und interdisziplinäre Bezüge aus dem Blick lässt. Pursuant to the nationality principle, the German legislator claims extraterritorial jurisdiction over offences committed abroad by and against its own nationals. Nicola Beyer contrasts the nationality connection with the phenomenon of cross-border migration and argues for giving preference to the as yet little-observed domicile principle.
Geboren 1989; Studium der Rechtswissenschaften und Fachspezifische Fremdsprachenausbildung im Common Law an der Universität Münster; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am dortigen Institut für Kriminalwissenschaften; 2019 Promotion; seit 2019 Rechtsreferendarin im OLG-Bezirk Hamm, u. a. mit einer Station an der Deutschen Botschaft in Seoul (Südkorea).
| Erscheint lt. Verlag | 27.11.2020 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Studien und Beiträge zum Strafrecht |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► EU / Internationales Recht |
| Recht / Steuern ► Strafrecht ► Kriminologie | |
| Schlagworte | Gewöhnlicher Aufenthalt • Personalitätsprinzip • Staatsangehörigkeit • Strafanwendungsrecht • Strafrechtsvergleichung |
| ISBN-10 | 3-16-159542-4 / 3161595424 |
| ISBN-13 | 978-3-16-159542-4 / 9783161595424 |
| Zustand | Neuware |
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