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Vertrauensgedanke und Rechtsfortbildung - Christine Beneke

Vertrauensgedanke und Rechtsfortbildung

Eine Studie zum kapitalmarktrechtlichen Anwendungsbereich von § 826 BGB
Online Resource
2018
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-156216-7 (ISBN)
CHF 149,95 inkl. MwSt
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Die Begründung eines Schadenersatzanspruchs z.B. für Fehlinformationen über Anlageprodukte auf dem Kapitalmarkt wirft die Frage auf, inwieweit Marktteilnehmer die Freiheit haben, sich im Rahmen ihres Renditestrebens gegenseitig Vermögensnachteile zuzufügen. Die deutsche Rechtsprechung wendet hierzu oft § 826 BGB an, der bei einem gegen die "guten Sitten" verstoßenden, vorsätzlichen Schädigungsverhalten dem Opfer einen Ersatzanspruch zugesteht. Dabei spielt der Rechtsgedanke des berechtigten Vertrauens als rechtsökonomischer Steuerungsmechanismus eine wichtige Rolle.
Spätestens seit § 826 BGB den Zivilgerichten als Grundlage für die haftungsrechtliche Aufarbeitung des Niedergangs des Neuen Marktes gedient hat, kommt dem Sittenwidrigkeitsurteil eine wichtige Rolle der Haftungsbegründung im Kapitalmarktdeliktsrecht zu. Die Investition berechtigten Vertrauens stellt nach u.a. auch von Christine Beneke vertretener Auffassung die Grundwertung für die Konkretisierung des Begriffs der "Guten Sitten" dar. Die damit einhergehende Objektivierung des Tatbestands von § 826 BGB fördert die richterliche Rechtsfortbildung. Die Autorin plädiert dafür, sich hierbei auf die subjektivrechtliche Grundlegung des Deliktsrechts zu besinnen und Schadensersatzansprüche hinreichend mit dem im Zweipersonenverhältnis zwischen Schuldner und Gläubiger realisierten Verhaltensunrecht zu rechtfertigen, statt sie als Mittel zum Zweck des Marktfunktionsschutzes auszugestalten. Claims for damages due to misrepresentations about investment products on the capital market give rise to one fundamental question: To what extent are market actors free to willingly cause damages to each other while seeking their own profit? In this context, German courts often apply Sec. 826 of the German Civil Code, which allows damages to be awarded to victims of intentional misconduct that is contrary to "moral conventions". Based on the economic analysis of law, it can be shown that the principle of reasonable trust in others is an important control mechanism in this specific context.

Geboren 1985; Studium der Rechtswissenschaft in Mainz und Paris; Aufbaustudium an der Ecole Nationale d'Administration in Strasbourg; Referendariat im Bezirk des OLG Koblenz; 2017 Promotion; seit 2017 Rechtsanwältin in einer Deutsch-Französischen Rechtsanwaltskanzlei, zunächst in Köln, derzeit in Paris.

Erscheint lt. Verlag 28.11.2018
Reihe/Serie Schriften zum Unternehmens- und Kapitalmarktrecht
Verlagsort Tübingen
Sprache deutsch
Themenwelt Recht / Steuern Wirtschaftsrecht
Schlagworte Bewegliches System • Deliktsrecht • neue Institutionenökonomik • Rechtsprechungsrecht • Subjektives Recht
ISBN-10 3-16-156216-X / 316156216X
ISBN-13 978-3-16-156216-7 / 9783161562167
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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