Der Eigenwert des Verfassungsrechts
Was bleibt von der Verfassung nach der Globalisierung?
2021
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-160628-1 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-160628-1 (ISBN)
Das klassische Verfassungsmodell ist auf politische Einheitsbildung im Rahmen des Nationalstaats bezogen. Dieses Modell wird gegenwärtig auf doppelte Weise herausgefordert: durch die Globalisierung auf der einen Seite und eine fortschreitende Ausdifferenzierung der Sozialsphären, die zur Ausbildung von sektoriell begrenzten "Teilverfassungen" führt, auf der anderen Seite. Zusammen provozieren sie die Frage, worin angesichts einer solchen Entwicklung noch der "Eigenwert" des Verfassungsrechts liegt.
Das Verfassungsrecht sieht sich gegenwärtig mit einer doppelten Entwicklung konfrontiert, die seine traditionelle Form herausfordert: Einerseits provoziert der Vorgang der Globalisierung die Frage, ob die Verfassung nicht ein auf den Nationalstaat fixiertes Konzept darstellt, das sich unter den Bedingungen der entstehenden Weltgesellschaft nicht mehr halten lässt. Andererseits wird die tradierte Funktion des Verfassungsmodells als Garant politischer Einheit auf der nationalen Ebene prekär. Als Reaktion auf eine weiterhin zunehmende Ausdifferenzierung und Verselbständigung gesellschaftlicher Teilbereiche formieren sich "Teilverfassungen", die für ihre jeweiligen Sektoren einen vergleichbaren Regelungsanspruch erheben wie das klassische Verfassungsmodell für die Ebene des Gesamtstaats. Vor diesem Hintergrund antworten die Beiträge des vorliegenden Bandes sowohl in grundsätzlicher Perspektive wie in sektorspezifischen Analysen auf die Frage, worin angesichts dieser doppelten Herausforderung noch der aktuelle "Eigenwert" des Verfassungsrechts gesehen werden kann und welche Modifikationen des klassischen Verständnisses unter den veränderten Bedingungen der gegenwärtigen Gesellschaft möglicherweise erforderlich sind. The classic constitutional model refers to the creation of political unity within the framework of a nation state. This model is facing two challenges at the moment: globalization and a progressive differentiation of the social spheres leading to the development of "partial constitutions" which are sectorially limited. Together and in view of this development, they give rise to the question of what the "intrinsic value" of constitutional law actually is.
Das Verfassungsrecht sieht sich gegenwärtig mit einer doppelten Entwicklung konfrontiert, die seine traditionelle Form herausfordert: Einerseits provoziert der Vorgang der Globalisierung die Frage, ob die Verfassung nicht ein auf den Nationalstaat fixiertes Konzept darstellt, das sich unter den Bedingungen der entstehenden Weltgesellschaft nicht mehr halten lässt. Andererseits wird die tradierte Funktion des Verfassungsmodells als Garant politischer Einheit auf der nationalen Ebene prekär. Als Reaktion auf eine weiterhin zunehmende Ausdifferenzierung und Verselbständigung gesellschaftlicher Teilbereiche formieren sich "Teilverfassungen", die für ihre jeweiligen Sektoren einen vergleichbaren Regelungsanspruch erheben wie das klassische Verfassungsmodell für die Ebene des Gesamtstaats. Vor diesem Hintergrund antworten die Beiträge des vorliegenden Bandes sowohl in grundsätzlicher Perspektive wie in sektorspezifischen Analysen auf die Frage, worin angesichts dieser doppelten Herausforderung noch der aktuelle "Eigenwert" des Verfassungsrechts gesehen werden kann und welche Modifikationen des klassischen Verständnisses unter den veränderten Bedingungen der gegenwärtigen Gesellschaft möglicherweise erforderlich sind. The classic constitutional model refers to the creation of political unity within the framework of a nation state. This model is facing two challenges at the moment: globalization and a progressive differentiation of the social spheres leading to the development of "partial constitutions" which are sectorially limited. Together and in view of this development, they give rise to the question of what the "intrinsic value" of constitutional law actually is.
Geboren 1960; Studium der Rechtswissenschaften in Mannheim, Heidelberg und Bonn; 1990 Zweites Juristisches Staatsexamen in Hamburg; 1990 Promotion und 1996 Habilitation in Bonn; 1996-2000 Inhaber des Lehrstuhls für öffentliches Recht und Verfassungsgeschichte in Greifswald; seit 2000 Inhaber des Lehrstuhls für öffentliches Recht und Kirchenrecht in München.
ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Recht und Theorie der Medien an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M.
| Erscheint lt. Verlag | 10.11.2021 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Recht - Wissenschaft - Theorie |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Allgemeines / Lexika |
| Recht / Steuern ► Öffentliches Recht | |
| Schlagworte | Globalisierung • Teilverfassungen • Verfassungsrecht |
| ISBN-10 | 3-16-160628-0 / 3161606280 |
| ISBN-13 | 978-3-16-160628-1 / 9783161606281 |
| Zustand | Neuware |
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