Wertordnung und Verfassung
Das Grundgesetz im Kontext grenzüberschreitender Konstitutionalisierung
2007
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-151237-7 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-151237-7 (ISBN)
Thilo Rensmann schlüsselt den Zusammenhang zwischen dem Grundrechtsverständnis des Bundesverfassungsgerichts und dem menschenrechtlichen Wertsystem der internationalen Gemeinschaft auf. Die Grundthese der Untersuchung lautet, daß das Verständnis der Verfassung und der Grundrechte als 'Wertordnung' seine rationale Begründung aus dem Zusammenhang mit den auf völkerrechtlicher Ebene normierten Menschenrechten findet.
Das wertorientierte Grundrechts- und Verfassungsverständnis des Bundesverfassungsgerichts bleibt als prätorische Rechtsschöpfung in seiner Rationalität und Legitimität prekär. Thilo Rensmann legt mit der Einbeziehung des grenzüberschreitenden Kontexts eine 'Rationalitätsreserve' frei, die bislang noch nicht hinreichend gewürdigt worden ist. Die Grundthese seiner Untersuchung lautet, daß das Grundgesetz und die Wertordnungsjudikatur des Bundesverfassungsgerichts von Anfang an in den Kontext des nach dem Zweiten Weltkrieg aufkeimenden transnationalen Menschenrechtskonstitutionalismus eingebunden waren und daher nur aus diesem Zusammenhang vollständig verstanden werden können. Ein wesentliches Anliegen des Autors liegt in der Aufschlüsselung dieses genetischen Zusammenhangs zwischen den Grundrechten des Grundgesetzes und dem menschenrechtlichen Wertsystem der internationalen Gemeinschaft, wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte seinen authentischen Ausdruck gefunden hat. Rationalität und Legitimität der Wertordnungsjudikatur des Bundesverfassungsgerichts werden aber auch in ihrem aktuellen grenzüberschreitenden Kontext überprüft. Dabei werden nicht nur die 'Wertordnungsverfassungen' anderer Staaten, sondern auch die Verfassung der Vereinigten Staaten als der wirkmächtige liberal-rechtsstaatliche Gegenentwurf ('Verfassung ohne Wertordnung') in das Untersuchungsspektrum einbezogen. Schließlich zieht der Autor die Linien des Wertordnungsdenkens in den übernationalen Raum aus, indem er die Transformation der Europäischen Union von einer supranationalen Wirtschaftsgemeinschaft zu einer konstitutionalisierten Wertegemeinschaft sowie die allmähliche Wandlung des Völkerrechts von einer staatenorientierten Konsensordnung zu einer anthropozentrischen Wertordnung nachzeichnet. Since the Second World War the classical liberal model of constitutionalism has been increasingly challenged by a competing conception which perceives the constitution and the bill of rights as a "normative order of values"". This new approach to constitutionalism probably found its first expression in the early jurisprudence of the German Federal Constitutional Court. Thilo Rensmann retraces the development of this new paradigm of modern constitutionalism from the seminal "Lüth" decision to the current challenges posed by transnational constitutionalism.
Das wertorientierte Grundrechts- und Verfassungsverständnis des Bundesverfassungsgerichts bleibt als prätorische Rechtsschöpfung in seiner Rationalität und Legitimität prekär. Thilo Rensmann legt mit der Einbeziehung des grenzüberschreitenden Kontexts eine 'Rationalitätsreserve' frei, die bislang noch nicht hinreichend gewürdigt worden ist. Die Grundthese seiner Untersuchung lautet, daß das Grundgesetz und die Wertordnungsjudikatur des Bundesverfassungsgerichts von Anfang an in den Kontext des nach dem Zweiten Weltkrieg aufkeimenden transnationalen Menschenrechtskonstitutionalismus eingebunden waren und daher nur aus diesem Zusammenhang vollständig verstanden werden können. Ein wesentliches Anliegen des Autors liegt in der Aufschlüsselung dieses genetischen Zusammenhangs zwischen den Grundrechten des Grundgesetzes und dem menschenrechtlichen Wertsystem der internationalen Gemeinschaft, wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte seinen authentischen Ausdruck gefunden hat. Rationalität und Legitimität der Wertordnungsjudikatur des Bundesverfassungsgerichts werden aber auch in ihrem aktuellen grenzüberschreitenden Kontext überprüft. Dabei werden nicht nur die 'Wertordnungsverfassungen' anderer Staaten, sondern auch die Verfassung der Vereinigten Staaten als der wirkmächtige liberal-rechtsstaatliche Gegenentwurf ('Verfassung ohne Wertordnung') in das Untersuchungsspektrum einbezogen. Schließlich zieht der Autor die Linien des Wertordnungsdenkens in den übernationalen Raum aus, indem er die Transformation der Europäischen Union von einer supranationalen Wirtschaftsgemeinschaft zu einer konstitutionalisierten Wertegemeinschaft sowie die allmähliche Wandlung des Völkerrechts von einer staatenorientierten Konsensordnung zu einer anthropozentrischen Wertordnung nachzeichnet. Since the Second World War the classical liberal model of constitutionalism has been increasingly challenged by a competing conception which perceives the constitution and the bill of rights as a "normative order of values"". This new approach to constitutionalism probably found its first expression in the early jurisprudence of the German Federal Constitutional Court. Thilo Rensmann retraces the development of this new paradigm of modern constitutionalism from the seminal "Lüth" decision to the current challenges posed by transnational constitutionalism.
Geboren 1963; Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Charlottesville, Va. (LL.M. 1990); 1996 Promotion; 2006 Habilitation; Privatdozent an der Universität Bonn.
| Erscheint lt. Verlag | 5.1.2007 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Jus Publicum |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► EU / Internationales Recht |
| Recht / Steuern ► Öffentliches Recht ► Verfassungsrecht | |
| Schlagworte | Grundgesetz • Verfassung • Wertordnung |
| ISBN-10 | 3-16-151237-5 / 3161512375 |
| ISBN-13 | 978-3-16-151237-7 / 9783161512377 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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