Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Territorialfürst und Reichsjustiz - Wolfgang Friedrich

Territorialfürst und Reichsjustiz

Recht und Politik im Kontext der hessischen Reformationsprozesse am Reichskammergericht
Online Resource
2024
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-163101-6 (ISBN)
CHF 129,95 inkl. MwSt
  • Versand in 10-14 Tagen
  • Versandkostenfrei
  • Auch auf Rechnung
  • Artikel merken
Wolfgang Friedrich geht Kernfragen der hessischen und deutschen Reformation im 16. Jahrhundert im Hinblick auf die Auflösung der Klöster und der gemeinnützigen Verwendung des Kirchenguts nach. Das Buch leistet damit auch einen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des frühabsolutistischen protestantischen Territorialstaats, dessen sichtbare Nachwirkungen bis in die heutige Zeit reichen.
Wolfgang Friedrich behandelt Problemfragen der Säkularisation des Kirchenguts im Rahmen der hessischen Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. In Hessen klagten wie in anderen Territorien verschiedene geistliche Institutionen gegen den Landesherrn. Diese Prozesse besaßen aufgrund der herausgehobenen Stellung von Landgraf Philipp als einer Zentralfigur der deutschen Reformation eine besondere Bedeutung. Wegen des Versuchs, die evangelische Reformation formal mit Mitteln des Reichsrechts zu bekämpfen, läßt sich die religiöse und politische Kontroverse der Zeit nicht von den reichs- und kirchenrechtlichen Problemen trennen. Die Einziehung des Kirchenguts bedurfte nicht nur der theologischen, sondern auch der rechtlichen Legitimation. Neben die Protestation als Verwahrung gegen die Reichsgesetzgebung trat daher konsequenterweise die Nichtanerkennung der Reichsjustiz durch die Rekusation der altgläubigen Richter. Und der Schmalkaldische Bund diente formal als Schutz gegen die Vollstreckung belastender Urteile im Exekutionsverfahren. In diesen Fragen gewannen die Juristen und juristisch gelehrte Verwaltungsbeamten wie der hessische Kanzler Johann Feige an Bedeutung. Das Buch leistet damit zugleich einen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des frühabsolutistischen protestantischen Territorialstaats. Die Notwendigkeit der rechtlichen Absicherung wirkte sich positiv auf die Verwendung des Kirchenguts "zum gemeinen Nutzen" aus. Es stellte die Grundlage des hessischen Sozialstaats in der frühen Neuzeit dar, dessen sichtbare Nachwirkungen bis in die heutige Zeit reichen. Wolfgang Friedrich's book deals with problems arising from the dissolution of the monasteries during the Hessian reformation in the first half of the 16th century. As a result, several monasteries sued the Landgrave of Hesse, a predominant figure of his time. The "Reformation trials" in the Imperial Chamber Court were a major issue of the Reformation in Germany. Due to this, questions pertaining to imperial and ecclesiastical law and juridical argumentation became increasingly important. The use of those monasteries which had been dissolved for the public good was a key part of the foundation of the early absolute Protestant territorial state of Hesse. This book provides an important contribution to the history of the development of this territorial state, the consequences of which are still apparent today.

Geboren 1975; Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen; 2006 Promotion; Assistent am Lehrstuhl für deutsche Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht an der Universität Tübingen.

Erscheint lt. Verlag 23.1.2024
Reihe/Serie Jus Ecclesiasticum
Verlagsort Tübingen
Sprache deutsch
Themenwelt Recht / Steuern Allgemeines / Lexika
Schlagworte Rechtsgeschichte • Reformation • Reichsjustiz
ISBN-10 3-16-163101-3 / 3161631013
ISBN-13 978-3-16-163101-6 / 9783161631016
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?