Patente und Produktmarktwettbewerb
Der strategische Einsatz von Patenten im Wettbewerb jenseits der Innovationsförderung - eine Untersuchung wettbewerbspolitisch relevanter Patentstrategien
2024
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-163123-8 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-163123-8 (ISBN)
Zahlreiche Gerichtsverfahren und empirische Studien belegen, dass Patente häufig strategisch zur Sicherung von Marktmacht statt zum Innovationsschutz verwendet werden. Christoph Reiß untersucht mit spieltheoretischen Modellen die Auswirkungen solcher "strategischer" Patente auf den Produktmarktwettbewerb und zeigt, dass sie unter bestimmten Bedingungen auch positive Wettbewerbseffekte haben können.
Patent- und Wettbewerbsrecht werden heute meist als komplementäre, auf den Schutz dynamischen und statischen Wettbewerbs zielende Rechtsbereiche betrachtet. Die konkrete Grenzziehung zwischen beiden ist jedoch sehr umstritten. Ursache hierfür sind Patente, die statt zum Innovationsschutz als strategische Instrumente im statischen Wettbewerb verwendet werden.Sofern derartige Patente aufgrund der Konstruktion realer Patentsysteme unvermeidbar sind, müssen strategische Patente als eigenständige Wettbewerbsparameter losgelöst von Innovationsaspekten analysiert werden. Christoph Reiß untersucht die Wettbewerbswirkungen strategischer Patente in verschiedenen spieltheoretischen Modellen, die insbesondere Abschreckungsstrategien und endogenen Zutritt in asymmetrischen Marktstrukturen und kumulativ-komplementäre Patente thematisieren. Es zeigt sich, dass strategische Patente unter bestimmten Bedingungen positive Wohlfahrtswirkungen haben und deswegen ihre umstandslose Reduzierung in einer zweitbesten Welt normativ nicht angezeigt ist. Patent and competition law are widely considered to be complementary branches of law aimed at protecting dynamic and static competition. Nevertheless, the boundary between both areas is still very controversial, as patents are increasingly being used as purely strategic instruments in static competition. If such patents are unavoidable due to the structure of real patent systems, Christoph Reiß suggests that these strategic patents must be analyzed as competition parameters on their own without any reference to the innovation protection aspect of patent law. He considers the effects of strategic patents on competition in a number of game-theoretic models. He focuses on deterrence strategies and endogenous entry in asymmetric markets and on cumulative complementary patents, showing that strategic patents can - under certain conditions - have positive effects on welfare. Thus, in a second-best world, from a normative perspective it is hardly sensible to aim purely at their elimination.
Patent- und Wettbewerbsrecht werden heute meist als komplementäre, auf den Schutz dynamischen und statischen Wettbewerbs zielende Rechtsbereiche betrachtet. Die konkrete Grenzziehung zwischen beiden ist jedoch sehr umstritten. Ursache hierfür sind Patente, die statt zum Innovationsschutz als strategische Instrumente im statischen Wettbewerb verwendet werden.Sofern derartige Patente aufgrund der Konstruktion realer Patentsysteme unvermeidbar sind, müssen strategische Patente als eigenständige Wettbewerbsparameter losgelöst von Innovationsaspekten analysiert werden. Christoph Reiß untersucht die Wettbewerbswirkungen strategischer Patente in verschiedenen spieltheoretischen Modellen, die insbesondere Abschreckungsstrategien und endogenen Zutritt in asymmetrischen Marktstrukturen und kumulativ-komplementäre Patente thematisieren. Es zeigt sich, dass strategische Patente unter bestimmten Bedingungen positive Wohlfahrtswirkungen haben und deswegen ihre umstandslose Reduzierung in einer zweitbesten Welt normativ nicht angezeigt ist. Patent and competition law are widely considered to be complementary branches of law aimed at protecting dynamic and static competition. Nevertheless, the boundary between both areas is still very controversial, as patents are increasingly being used as purely strategic instruments in static competition. If such patents are unavoidable due to the structure of real patent systems, Christoph Reiß suggests that these strategic patents must be analyzed as competition parameters on their own without any reference to the innovation protection aspect of patent law. He considers the effects of strategic patents on competition in a number of game-theoretic models. He focuses on deterrence strategies and endogenous entry in asymmetric markets and on cumulative complementary patents, showing that strategic patents can - under certain conditions - have positive effects on welfare. Thus, in a second-best world, from a normative perspective it is hardly sensible to aim purely at their elimination.
Geboren 1979; Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth; Wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Universität Bayreuth; Promotionsstipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung; 2010 Promotion; seit Mai 2010 Konjunkturanalyst im Industrie-Sektor der Siemens AG (Nürnberg).
| Erscheint lt. Verlag | 23.1.2024 |
|---|---|
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Wirtschaftsrecht |
| Wirtschaft ► Volkswirtschaftslehre | |
| Schlagworte | Geistiges Eigentum • Industrieökonomik • Patentökonomik • Wettbewerbspolitik |
| ISBN-10 | 3-16-163123-4 / 3161631234 |
| ISBN-13 | 978-3-16-163123-8 / 9783161631238 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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