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Das goldene Zeitalter der tschechischen Selbstverwaltung 1848–1918

(Autor)

Buch | Softcover
382 Seiten
2025
Duncker & Humblot (Verlag)
978-3-428-19477-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das goldene Zeitalter der tschechischen Selbstverwaltung 1848–1918 - Milan Hlavačka
CHF 139,85 inkl. MwSt
Das Buch beschreibt die Entstehung und Aktivitäten der tschechischen Selbstverwaltung während des »goldenen Zeitalters« von 1848 bis 1918 auf drei Ebenen: Gemeinde, Bezirk und Land. Darüber hinaus werden auch die Beziehungen zum tschechischen Staatsrecht, zur nationalen Bildung, zum bürokratischen Sprachgebrauch, zum Heimatsrecht, zur ländlichen Verkehrsinfrastruktur, zum Krankenwesen, aber auch zur Unterschlagung und zum Verschwinden kommunalen Eigentums behandelt.
Die Selbstverwaltung füllte für die Tschechen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein staatsrechtliches Vakuum, denn sie war einer der Träger des staatsrechtlichen und nationalen Bewusstseins, was gerade durch die Zweigleisigkeit des österreichischen administrativen Systems ermöglicht wurde. Die böhmische Staatlichkeit war für sie zwar ein sehr lockendes, aber unerreichbares Ideal, das vorläufig nur an das Königreich Böhmen und den österreichischen Staat gebunden war. Die Selbstverwaltung konnte so dem tschechischen Homo Politicus die natürliche Beziehung zur Staatsmacht ersetzen und schuf ein Gefühl der staatsbürgerlichen Verantwortung wenigstens im Rahmen der lokalen politischen Verhältnisse. Die tschechische Selbstverwaltung schuf von 1848 bis 1918 eine selbstständige politische Mikrowelt mit eigenen Formen des zivilrechtlichen, administrativen und ökonomischen Handelns, die die Grenzen des monarchistisch und konservativ angelegten Staates zu überschreiten und sich auf ihre eigenen geistigen und materiellen Kräfte zu verlassen begann. »The Golden Age of Czech Self-Government 1849–1918«: The book describes the emergence and activities of Czech self-government during the »golden age« from 1848 to 1918 at three levels: municipal, district, and land/country. It also addresses the relationship to Bohemian state law, national education, bureaucratic language usage, homeland law, rural transport infrastructure, healthcare, and the embezzlement and disappearance of municipal property. Self-government was a highly developed civil-administrative instrument in Bohemia and was considered a school of liberal and later democratic attitudes, playing a key role in the development of Czech society into a modern and literate nation.

I. Einleitend: Selbstverwaltung im Königreich Böhmen als historiographisches Problem

II. Selbstverwaltung und Staatsrecht im Königreich Böhmen
Selbstverwaltung des Königreichs Böhmen in den Jahren 1861-1918 – Das böhmische Staatsrecht und seine Gebietskomponente – Der große Krieg und Vorstellungen vom National- und Staatsgebiet – Mit Befürchtungen beobachteter Aufstieg der Tschechen – Exkurs 1

III. Nationalisierung und Politisierung der Selbstverwaltung
Selbstverwaltung und die alten Eliten – Nationalisierung und Politisierung der tschechischen Selbstverwaltung – Selbstverwaltung als Schule der politischen Repräsentation – Selbstverwaltung und nationale Feste. Die Volksversammlung auf dem Georgsberg als Schauspiel – Das Ende der »Königsstadt« Znaim. Die Entstehung der politischen Öffentlichkeit in einer mährischen deutschen Stadt – Exkurs 2 – Die Entstehung des Nationalrates und die Selbstfinanzierung der Nation am Rande der Gesetzlichkeit – Selbstverwaltungen und ihre Tätigkeit während des Weltkriegs

IV. Formierung der Selbstverwaltung
Die Anfänge der Bezirksselbstverwaltung in Mělnik – Selbstverwaltung in industrialisierten Bezirken – Schule und Selbstverwaltung – Das Heiligtum der Gemeindeschule und ihre Entweihung – Exkurs 3 – Über das Gemeindevermögen auf dem Lande und sein Verschwinden

V. Selbstpräsentation der Selbstverwaltung
Die Wirtschaftsausstellung in Písek im Jahre 1867 – Die Altersversicherung der Selbstverwaltungsbeamten - Selbstverwaltung und Katastrophe. Das Hochwasser in Beroun von 1872 – Verbrechen und Strafe im Bereich Selbstverwaltung – Der Sprachengebrauch in der bürokratisierten Kommunikation und die Selbstverwaltung – Die Selbstverwaltungsgurus – Exkurs 4

VI. Selbstverwaltung, Infrastruktur und Heimatrecht
Landesselbstverwaltung und öffentliches Krankenwesen – Die Landesbahnaktion – Heimatrecht, Schub und Selbstverwaltung – Exkurs 5 – Erfolge und Unvollkommenheiten der tschechischen Selbstverwaltung 1848–1913

VII. Abschließend: Selbstverwaltung und Entstehung der liberalen Zivilgesellschaft in Böhmen im 19. Jahrhundert
Das Verwaltungsgericht und seine Aufgabe in der liberalen Gesellschaft oder die legale Möglichkeit zur institutionellen Kanalisierung des Konfliktpotenzials in der bürokratischen Praxis – Parameter der neuen liberalen Zivilgesellschaft – Der Zerfall der Habsburgermonarchie und die Selbstverwaltung – Exkurs 6

Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Historische Forschungen ; 125
Zusatzinfo 1 farb. Abb.; 382 S., 1 farb. Abb.
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Maße 157 x 233 mm
Gewicht 520 g
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Neuzeit (bis 1918)
Geschichte Teilgebiete der Geschichte Militärgeschichte
Recht / Steuern Rechtsgeschichte
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung Staat / Verwaltung
Schlagworte Autonome Verwaltung • Böhmen • Bürgerliche Prinzipien • Selbstverwaltungskörperschaften • Staatsbürgerliche Verantwortung • Tschechien • Zivilrechtliches Handeln
ISBN-10 3-428-19477-2 / 3428194772
ISBN-13 978-3-428-19477-3 / 9783428194773
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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