Einhegung des Rechts auf freie Arztwahl anhand des Wirtschaftlichkeitsgebotes
Gesetzlich Versicherten steht gemäß § 76 Abs. 1 S. 1 SGB V das Recht auf freie Arztwahl zu, welches verfassungsrechtlich durch die allgemeine Handlungsfreiheit und das allgemeine Persönlichkeitsrecht abgesichert wird. Die weitreichende Wahlfreiheit der Versicherten steht in einem Spannungsverhältnis zum Wirtschaftlichkeitsgebot, welches als Grundprinzip für das gesamte Krankenversicherungsrecht gilt. Dieses lässt sich insbesondere darauf zurückführen, dass Versicherte den haus- und den fachärztlichen Versorgungsbereich gleichermaßen direkt in Anspruch nehmen und behandelnde Leistungserbringer zudem jederzeit wechseln können. Im Rahmen der Regelversorgung hat der Gesetzgeber bislang keinen Weg gefunden, das bestehende Spannungsverhältnis aufzulösen. Vor diesem Hintergrund befasst sich die Arbeit mit Reformoptionen, insbesondere einer Steuerung des Zugangs gesetzlich Versicherter durch die Etablierung von (umfassenden) Überweisungsvorbehalten. »Containment of the Right to Choose a Doctor on the Basis of the Principle of Economic Efficiency«: The right to free choice of doctor is in tension with the economic efficiency requirement of SGB V. This can be attributed in particular to the fact that general practitioners and specialists can predominantly be consulted directly and treating service providers can always be changed. Against this background, the study examines reform options, in particular the introduction of (comprehensive) referral reservations to control access to care.
1. Grundlagen
Historischer Ursprung – Legitimation des Rechts auf freie Arztwahl – Die freie Arztwahl im System
2. Die freie Arztwahl im SGB V
Umfang des Rechts auf freie Arztwahl – Verfassungsrechtliche Beurteilung der Arztwahlfreiheit – Ausübung der freien Arztwahl
3. Überprüfung der Arztwahlfreiheit am Maßstab des Wirtschaftlichkeitsgebotes
Maßstabsbildung – Unwirtschaftlichkeit der Leistungserbringung – Ansätze zur Einhegung der arztwahlbedingten Unwirtschaftlichkeit – Konsequenzen der weitreichenden Arztwahlfreiheit
4. Entwicklungsperspektiven der Arztwahlfreiheit zur verbesserten Umsetzung des Wirtschaftlichkeitsgebotes
Vergleich zu weiteren leistungserbringerbezogenen Wahlrechten im SGB V – Entwicklungsperspektiven im Rahmen von § 76 SGB V – Verfassungsrechtliche Bewertung der Entwicklungsperspektiven – Ausblick
Zusammenfassung der Ergebnisse
»Mit ihrer fundierten Analyse und dem klaren Plädoyer für eine strukturelle Neuausrichtung der Patientensteuerung leistet Nadja Dussel einen wegweisenden Beitrag zur aktuellen Debatte um eine gerechtere und ressourcenschonendere Gesundheitsversorgung – und zeigt auf, dass Wirtschaftlichkeit und Patientenwohl keine Gegensätze sein müssen, sondern sich durch kluge Systemgestaltung sinnvoll vereinen lassen.« Michael Schanz, in: Rechtsdepesche, Jg. 22, 4/2025
| Erscheinungsdatum | 17.05.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Schriften zum Gesundheitsrecht ; 81 |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 157 x 233 mm |
| Gewicht | 340 g |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Öffentliches Recht |
| Recht / Steuern ► Privatrecht / Bürgerliches Recht ► Medizinrecht | |
| Schlagworte | Arztwechsel • Direktinanspruchnahme • Hausärztliche Koordinationsfunktion • Mehrfachinanspruchnahme • Überweisungsvorbehalt • Zugangssteuerung |
| ISBN-10 | 3-428-19490-X / 342819490X |
| ISBN-13 | 978-3-428-19490-2 / 9783428194902 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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