Der Gesellschafter und seine GmbH
dbv-Verlag (Österreich)
978-3-7041-0615-5 (ISBN)
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Die Rechtsbeziehungen zwischen einer GmbH und ihren Gesellschaftern verhalten sich trotz bestehenden Trennungsprinzips bei weitem nicht reibungslos. Die neue Broschüre räumt mit der Mär einer generellen Nichthaftung der Gesellschafter auf und bietet einen praxistauglichen Überblick darüber, was erlaubt ist und was nicht, welche Gestaltungen zweckmäßig sind und welche nicht.
Anhand von Beispielen werden darüber hinaus Fehlentwicklungen dargestellt, insbesondere auch im Zusammenhang mit Gesellschafter-Verrechnungskonten und Geschäften mit der Familie bzw nahen Angehörigen.
Der Autor ist ein profunder Kenner des Gesellschaftsrechts und meistert den Spagat zwischen erforderlicher fachlicher Tiefe, leichter Lesbarkeit und praktischer Anwendbarkeit.
Aus dem Inhalt:
• Haftungssystem: Wer haftet in einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wirklich beschränkt?
• Trennungsprinzip: Warum einem Gesellschafter seine GmbH nicht gehört
• Rechtsbeziehungen zwischen Gesellschaftern und Gesellschaft
• Grundsätze: Fremdüblichkeit, Angemessenheit der Leistungsbeziehung, Schriftlichkeit, tatsächliche Durchführung des vertraglich Vereinbarten
• Einzahlungen der Gesellschafter und Darlehen an ihre GmbH
• Verdeckte (Gewinn-)Ausschüttung
• Unzulässige Einlagenrückgewähr
• Praktische Empfehlungen
Vorwort
Kap 1 Wichtige Klarstellungen: Wer haftet in einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wirklich beschränkt?
1.1 Das Haftungssystem
1.1.1 Einführung
1.1.2 Denkbare Haftungsgefahren für GmbH-Gesellschafter
1.1.3 Notwendige Maßnahmen, damit es bei der gesetzlichen Nichthaftung von Gesellschaftern bleibt
1.2 Erfolgshaftung versus Nichthaftung bzw verschuldensabhängige Haftung
Kap 2 Das Trennungsprinzip: Warum einem Gesellschafter seine GmbH nicht gehört
2.1 Grundlagen
2.2 Von den Rechten und Pflichten eines GmbH-Gesellschafters
2.3 Zwischenresümee
2.4 Die außerbetriebliche Sphäre einer GmbH – eine Durchbrechung des Trennungsprinzips?
Kap 3 Im GmbH-Gesetz geregelte Rechtsbeziehungen zwischen Gesellschaftern und Gesellschaft
3.1 Kapitalausstattung anlässlich der Gesellschaftsgründung
3.2 Sonderrechte einzelner Gesellschafter
3.3 Verpflichtung zu wiederkehrenden Leistungen
3.4 Einforderung von Einzahlungen auf die Stammeinlagen
3.5 Einforderung und Rückzahlung von Nachschüssen
3.6 Ein Gesellschafter kann in seiner GmbH etwas werden: Die Bestellung zum Geschäftsführer, Aufsichtsrats- oder Beiratsmitglied sowie Liquidator 45
3.7 Widerruf der Bestellung
3.8 Geschäfte mit sich selber …
3.9 Gewinnausschüttungen
3.9.1 Vergütungsquellen von GmbH-Gesellschaftern im weiteren Sinne
3.9.2 Gestaltungsmöglichkeiten
3.9.3 Ausschüttungsbeschluss und trotzdem keine Gewinnverteilung?
3.10 Veränderungen des Stammkapitals
3.11 Durchführung des Kaduzierungsverfahrens
Kap 4 Die Grundsätze für alles, was zwischen der GmbH und ihren Gesellschaftern läuft
4.1 Systematische Einführung
4.2 Fremdüblichkeit
4.3 Angemessenheit der Leistungsbeziehung
4.4 Schriftlichkeit
4.5 Tatsächliche Durchführung des vertraglich Vereinbarten
Kap 5 Nicht im Gesetz geregelte Einzahlungen der Gesellschafter (verdeckte Einlagen) und Darlehen an ihre GmbH
5.1 Verdeckte Einlagen
5.2 Gesellschafterdarlehen
Kap 6 Verdeckte (Gewinn-)Ausschüttung
6.1 Grundlagen
6.2 Wann liegt eine verdeckte Ausschüttung vor?
6.3 Kleines ABC der verdeckten Ausschüttung
6.4 Zurechnung einer verdeckten Ausschüttung
6.5 Wann liegt keine verdeckte Ausschüttung vor?
6.6 Geschäftsführervergütungen
6.7 Darlehensgewährungen an Gesellschafter
6.8 Sicherheiten der Gesellschaft für einen Kredit des Gesellschafters
6.9 Geschäfte mit nahen Angehörigen
6.10 Firmenwagen
6.11 Sozialversicherung und Steuern
6.12 Steuerliche Rechtsfolgen einer verdeckten Ausschüttung
Kap 7 Unzulässige Einlagenrückgewähr
7.1 Systematische Einführung
7.2 Rechtsfolgen einer Verletzung
7.3 GmbH & Co KG
7.4 Was ist der Unterschied zwischen einer verdeckten Ausschüttung und einer unzulässigen Einlagenrückgewähr?
Kap 8 Über den (Un-)Sinn von Gesellschafter-Verrechnungskonten
Kap 9 Praktische Empfehlungen für sorgenfreie Rechtsbeziehungen zwischen Gesellschaftern und GmbH
Kap 1 Einführung 1.1 Geschäftsführer ist nicht gleich Geschäftsführer Es gibt verschiedene Arten von GmbH-Geschäftsführern, die im Falle von Pflichtverletzungen alle zur Haftung herangezogen werden können: a) Der Fremdgeschäftsführer ist eine Person, die nicht an der Gesellschaft mit einer bestimmten Stammeinlage beteiligt ist. b) Als Gesellschafter-Geschäftsführer wird derjenige bezeichnet, der sowohl Gesellschafter als auch Geschäftsführer ist und am Stammkapital, dem Gewinnbezugsrecht und anderen Vermögensrechten sowie bei der Ausübung seines Stimmrechtes mit einer Quote zwischen 0,1% und 100% (in diesem Fall als Alleingesellschafter) beteiligt ist. c) Die Bestellung eines Notgeschäftsführers durch das für den Sitz der GmbH zuständige Firmenbuchgericht erfolgt auf Antrag vor allem ? im Falle eines Vertretungsmangels der Gesellschaft ? bei Fehlen von Geschäftsführern durch Abberufung, Rücktritt, Unmöglichkeit der Amtsausübung oder Tod in folgenden Fällen: – Wegfall des einzigen Geschäftsführers/aller Geschäftsführer; – Wegfall so vieler Geschäftsführer, dass die gesellschaftsvertraglich vereinbarte Kollektivvertretung unmöglich ist. ? bei Vorliegen einer tatsächlichen oder rechtlichen Behinderung d) Faktischer Geschäftsführer ist eine physische Person, welche die GmbH tatsächlich leitet, ohne in formaler Hinsicht wirksam zum Mitglied des Vertretungsorgans bestellt worden zu sein. e) Der Proforma Geschäftsführer ist das für das Wirken eines faktischen Geschäftsführers notwendige Gegenüber. Es handelt sich um eine physische Person, die ? durch die Generalversammlung oder (seltener) kraft Gesellschaftsvertrag zum Geschäftsführer bestellt wurde; ? die Bestellung angenommen hat; ? im Firmenbuch als Geschäftsführer eingetragen ist; ? sich bereit erklärt hat, nur formell als Mitglied des Vertretungsorgans der GmbH tätig zu sein und damit keinen Einfluss auf die tatsächliche Geschäftsführung nehmen zu wollen. f) Der gewerberechtliche Geschäftsführer ist eine natürliche Person, ? die von der GmbH als Gewerbeinhaberin bestellt wird; ? welche die für den Gewerbeantritt erforderlichen persönlichen und – bei reglementierten Gewerben – fachlichen Voraussetzungen (Befähigungsnachweis) erfüllt; ? die sich in dem von der Gesellschaft geführten Gewerbebetrieb tatsächlich betätigt; ? der eine selbständige Anordnungsbefugnis eingeräumt ist; ? die der Gewerbeinhaberin gegenüber für die fachlich einwandfreie Gewerbeausübung und ? der Behörde gegenüber für die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften verantwortlich ist. 1.2 Das Haftungskonzept Die theoretisch möglichen Haftungsgruppen zulasten von Geschäftsführern lassen sich strukturieren in eine (1) Organhaftung gegenüber der Gesellschaft (2) Haftung gegenüber der Gesellschaft (3) Haftung gegenüber Gesellschaftsgläubigern (4) Deliktische Haftung gegenüber sonstigen Dritten (5) Haftung aus Anstellungsfunktion (6) Abgabenhaftung (subsidiäre Haftung) (7) sozialversicherungsrechtliche Haftung (8) strafrechtliche Verantwortlichkeit (9) verwaltungsstrafrechtliche Haftung (10) gewerberechtliche Haftung Die Haftungen aus (1), (2), (3), (6), (7) und (10) sind spezielle Geschäftsführerhaftungen, die nur deshalb schlagend werden können, weil jemand zum Geschäftsführer bestellt wird und diese Bestellung auch angenommen hat. ------------------ Kap 6 Empfohlene Absicherungsstrategien 6.1 Information über die gesetzlichen und vertraglichen Pflichten Wenn Sie an dieser Stelle der Broschüre angelangt sind, dann wissen Sie im Hinblick auf die mit der Organfunktion verbundenen Pflichten (viel) mehr, als ein durchschnittlicher österreichischer GmbH-Geschäftsführer. Im Hinblick auf die Kenntnis der (anstellungs-) vertraglichen Pflichten ist eine Einsichtnahme in die nachfolgenden Dokumente bzw Vertragswerke erforderlich: - aktuelle Fassung des Gesellschaftsvertrages; - Anstellungsvertrag des Geschäftsführers; - allfällige Geschäftsordnung; - Ressortverteilung für die Geschäftsordnung; - Gesellschafterbeschlüsse der letzten Jahre (etwa in Hinblick auf von der Generalversammlung festgelegte Beschränkungen der Geschäftsführung); - Verträge zwischen der GmbH und ihren Gesellschaftern; - Bestands- und Dauerschuldverhältnisse, sog wichtige Verträge. Tipp: Seien Sie anlässlich der Übernahme der Organfunktion im Rahmen Ihrer Holschuld hartnäckig: Ein sorgfältig handelnder Geschäftsführer benötigt die vorangeführten Informationen … ohne wenn und aber. Und wenn Sie das Gefühl haben, nach Studium der gegenständlichen Broschüre wissen Sie noch nicht genug, dann besuchen Sie eine speziell auf die Zielgruppe GmbH-Geschäftsführer ausgerichtete Fortbildungsveranstaltung. 6.2 Sorgfältige Geschäftsführung Über die Sorgfalt eines Geschäftsführers wurde schon viel geschrieben (vgl Tz 4.1). Es werden jene Sorgfalt, Fähigkeiten und Kenntnisse geschuldet, die von einem Geschäftsführer in dem betreffenden Geschäftszweig, nach der Größe und Situation des Unternehmens, üblicherweise erwartet werden können. Die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsführers ist gekennzeichnet durch branchen-, situations- und größenadäquate Bemühungen. Diese Bemühungen schlagen freilich fehl, wenn zwingende gesetzliche Pflichten verletzt werden. 6.3 Verfügbarkeit betriebswirtschaftlich maßgeblicher Daten Es geht bei dieser Absicherungsstrategie weder um das Produzieren von Kennzahlenfriedhöfen noch ist ein autistischer Controllertyp gefragt. Sie benötigen „nur“ eine aktuelle Saldenliste, Soll-Ist-Abweichungen und ihre Ursachen(er)forschung. Zu den Aufgaben des Geschäftsführers gehört es auch, einen Finanzplan für die Steuerung der Liquidität aufzustellen sowie Kenntnis über die Entwicklung der einzigen im Unternehmensrecht geregelten Kennzahlen Eigenmittelquote und fiktive Schuldentilgungsdauer zu verfügen. Die rasche Verfügbarkeit betriebswirtschaftlich maßgeblicher Daten setzt aber auch ein entsprechend organisiertes Rechnungswesen voraus: Machen Sie doch selbst einmal eine Probe aufs Exempel, indem Sie versuchen, einen bestimmten Geschäftsfall – zum Beispiel eine Lieferung – vom Anfang bis zum Ende nachzuvollziehen.
| Erscheint lt. Verlag | 2.3.2015 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 105 x 210 mm |
| Gewicht | 119 g |
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Wirtschaftsrecht ► Gesellschaftsrecht |
| Schlagworte | Ausschüttung • Einlage • Einlagenrückgewähr • Gesellschaft • Gesellschafter • GmbH • Haftung • Österreich • Pflichten • Rechte • Rechtsbeziehung • Trennungsprinzip • Verdeckte |
| ISBN-10 | 3-7041-0615-1 / 3704106151 |
| ISBN-13 | 978-3-7041-0615-5 / 9783704106155 |
| Zustand | Neuware |
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