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Ein kleiner Skorpion im Bett bringt dich nicht um -  Gerda Greschke-Begemann

Ein kleiner Skorpion im Bett bringt dich nicht um (eBook)

Vom Reisen durch die Welt
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
280 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-8179-7 (ISBN)
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8,99 inkl. MwSt
(CHF 8,75)
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Wenn Leguane in Mexiko beim Duschen zuschauen, ein Orang-Utan in Borneo sein Schlafnest baut, wenn in Thailand unter der Toilette ein Elefant badet oder wenn auf den Färöer-Inseln Steine wackeln und Elfen sich zeigen - keine künstliche Intelligenz kann diese wahren Geschichten erzeugen. Hier werden authentische Erfahrungen und Begegnungen in unserer schönen Welt geschildert. Anderen Kulturen offen zugewandt, neugierig auf unbekannte Landschaften mit fremder Flora und Fauna, reist die Autorin auf alle Kontinente. Egal, ob in den Dschungeln von Peru und Borneo mit dem Boot unterwegs, in China auf Yangtse-Kreuzfahrt, mit dem Auto über die Inseln des hohen Nordens, durch kontrastreiches Israel oder durch das bunte Mexiko: Alles, was hier humorvoll erzählt wird, sind echte Erlebnisse. Die Freude am Unterwegs-Sein nimmt die Leser und Leserinnen mit auf Reisen. Ein etwas vergrößertes Schriftbild sorgt für leichtere Lesbarkeit, 40 Farbfotos unterstützen die Schilderungen. Als Reiseziele ausgewählt wurden für dieses Buch Ägypten, Australien, Borneo, China, Donau-Kreuzfahrt, Färöer-Inseln, Gambia, Island, Israel, Kaukasus, Lettland, Libyen, Mexiko, Norwegen-Hurtigruten, Peru, Russland, Sardinien, Schweden, Shetlandinseln, Sowjetunion, Südfrankreich, Südtirol, Thailand, Türkei, Tunesien, Ukraine.

Viel erleben und darüber schreiben: das ist der Autorin wichtig im Leben. Sie liebt die Natur und das Reisen, sammelt mit Leidenschaft neue Erfahrungen, kann genau beobachten und gut zuhören. Beruflich bedingt lebte sie früher an vielen Orten, auch im Ausland. Seit sie ihren Mann verlor, wohnt sie wieder an ihrem Heimatort am Teutoburger Wald und konzentriert sie sich auf das Schreiben von Büchern. Studiert hat sie Landespflege, Englisch, Publizistik und Psychologie. Eine Touristikausbildung folgte, als ihre beiden Kinder erwachsen waren. Heute ist sie mehrfache Großmutter, aber immer noch engagiert in Gesellschaft und Politik. So vielfältig wie ihr Leben sind ihre Veröffentlichungen in unterschiedliche Genres: Lyrik, Kurzgeschichten, Krimis, Märchen, Biografien, Tiergeschichten, aber auch Sachbücher.

Schweden 2022


Bullerbü-Land


Sind es wundersame blaue Seen oder hat das Meer in eisigen Vorzeiten mit langen Fingern ins Land gegriffen? Wasser leuchtet immer wieder durch die lockeren Wälder, in denen riesige grauweiße Steine zwischen ergrünenden Bäumen aus dem Waldboden ragen und unzählige Birken ihre hellgrünen Kleider über lichtes Gezweig breiten. Die Felsen sind rund geschliffen von der Erdgeschichte, doch in uralten Runzeln hat sich Humus gebildet, Samen sind gekeimt und es scheint, als ob mancher Baum geradewegs aus dem Felsen herauswächst.

In der offenen Landschaft sind rostrote Schwedenhäuser verteilt, mit Erkern und Baikonen ruhen sie gemütlich in frischen Wiesen. Hier leuchten die Frühlingsblumen noch, kleine Wasserläufe spenden Lebenssaft. All das Schöne badet in freundlichem Sonnenschein, tankt neue Wärme und schenkt Motive wie aus einem zauberhaften Bilderbuch. Man erkennt, wo die Fliederdolden und die Kastanienkerzen bald bunt aufgerichtet stehen werden; die Obstbäume aber strahlen bereits in voller Blütenpracht.

So erlebe ich dieses Jahr einen zweiten Frühling, er ist aufregend und liebevoll. Ich fahre durch ein wunderschönes Bullerbü-Land, das freundlich und sauber aufgeräumt aussieht. Man mag sich nicht vorstellen, dass hier Böses entstehen könnte. Die Rapsfelder beginnen zu blühen, doch ein noch satteres Gelb spenden Blütenmeere aus Löwenzahn und Hahnenfuß in den üppigen Wiesen. Dies ist das Land von Pippi Langstrumpf, kraftvoll, doch zugleich zart, warmherzig und mutig. Die Türen des kunterbunten Hauses, in dem ich ein Zimmer gemietet habe, stehen offen, man schließt nicht ab.

An Tucholsky denken


Schloss Gripsholm – ja natürlich muss ich auch dort hin. Vor etlichen Jahrzehnten, als Teenager, habe ich Tucholskys Geschichte gelesen, eine heitere Grundstimmung ist mir in Erinnerung geblieben. Das Schloss mit seinen vier dicken Rundtürmen liegt am See, weite Rasenflächen mit alten Bäumen umgeben das prächtige Gebäude, im Hof stehen die üblichen mittelalterlichen Kanonen.

Drinnen befindet sich eine riesige Sammlung monarchischer und sonstiger adeliger Portraits, die genauso rundköpfig faltenfrei aus ihren Rahmen blicken, wie sie es überall tun, auch bei mir zu Hause im Detmolder Schloss. Schönheiten entdecke ich nicht, denn die gefühlt 1000 Kopfbilder langweilen mich. Doch einige kostbare Möbelstücke, kunstvolle Öfen und hinreißend schöne Tapeten begeistern mich.

Von der ursprünglichen Burg, die hier im 14. Jahrhundert stand, ist nichts mehr zu sehen, aber der Name des Erbauers der ehemaligen Burg blieb in der Bezeichnung erhalten, es war ein Bo Jonsson Grip. Der heutige Ziegelbau wurde ab 1537 von König Gustav Wasa beauftragt. Einerseits sollte die Schlossburg der Verteidigung dienen, aber gleichzeitig auch repräsentative Residenz sein. Reichlich Dramen haben sich hier abgespielt, bevorzugt wurden Leute aus der königlichen Familie eingesperrt, die gerade einem Herrscher im Weg waren. Ansonsten wurde ausschweifend gefeiert, Theater gespielt, und was immer sich die Reichen an Vergnügungen einfallen ließen und sich leisten konnten. Ein damals renovierter Gebäudeflügel wurde genaugenommen sogar zum Bordell, aber natürlich nur für die adeligen „Kavaliere".

Als ich durch das Gebäude wandere, fallen mir die zahlreichen kleinen Treppenhäuser, Winkel und Gänge auf, die wiederum zu anderen miteinander verbundenen Gemächern führen – Versteckspielen muss für die jungen Leute ein Heidenspaß gewesen sein, denke ich und male mir aus, wie sich Tucholskys Lydia, Karlchen und Peter dabei amüsiert haben. Übrigens: Tucholsky war nie in dem Schloss; er hat aber auf seiner Flucht vor dem Nationalsozialismus einige Jahre in der Nähe gelebt.

Durch dieses Land zu fahren, tut meiner Seele gut. Land und Wasser scheinen in Harmonie verschränkt, nicht nur an der Küste, sondern auch an den unzähligen Seen innerhalb des Landes. Die Wälder sind licht, sie erlauben einen grünen Teppich am Boden. Mir gefällt sehr, dass die Wälder keine Holzplantagen sind wie bei uns zuhause, sondern vielfältige Mischwälder, durchsetzt mit Birken und Kiefern. Sie scheinen recht jung zu sein, ich frage mich amüsiert, ob hier schon die zweite oder dritte Generation Ikea-Möbel wächst. Doch immer wieder gibt es auch Wäldchen mit erhaltenem uraltem Baumbestand.

Menschen, Tiere, Trolle: Man nimmt Rücksicht


Beim Autofahren freue ich mich über gepflegte Straßen, die man bei uns fast nur im renovierten Ostdeutschland findet oder allenfalls in Bayern, wofür ein ewig bayrischer Verkehrsminister sorgt. Manchmal scheint es mir, als ob ich einen Elch im Wald neben der Straße entdecke, doch dürfte es nur wieder einer der vielen Felsen gewesen sein.

Übrigens sind die Schweden sehr höflich zu uns Autofahrern: Vor jeder Radarfalle wird rechtzeitig gewarnt, während bei uns die Blitzer heimtückisch aufgestellt sind und weniger der Sicherheit als der Abzocke dienen. Sogar ein möglicher Wildwechsel wird genau beschrieben, die entsprechenden Warnschilder zeigen Elche, Rehe, Hirsche und Wildschweine. Füchse und Hasen entdecke ich auf den Schildern nicht, auch die Trolle sind bestimmt zu klug, vor ein Auto zu laufen.

Die Leute vom kleinen Volk hier in Schweden sind viel unbefangener als die Trolle in Norwegen, sie fürchten das Tageslicht nicht. Ihre Nasen sind nicht so groß und knollig wir bei den kleinen Leuten im hohen Norden, sondern es sind putzige Stupsnasen. In diesem Land haben die meisten Trolle blonde Haare und die Mädchen erkennt man an ihren Zöpfen. Alle Kinder vom kleinen Volk müssen zur Schule gehen. Neulich sah ich einen Trolljungen mit einem niedlichen, altmodischen Lederranzen auf dem Rücken zur Schule rennen, er war wohl etwas verspätet und huschte eilig durch die Tür unter einem Felsen. Ich habe mich auf den Boden gelegt und vorsichtig nachgeschaut. Es führt ein langer Gang hinein, ich sah zwei Türen auf jeder Seite, bestimmt liegen dahinter die Klassenzimmer, ich konnte nämlich helles Lachen und fröhliches Schwatzen hören. Von oben fällt Licht in den Gang, was mich nicht wundert, denn die schwedischen Trolle sind berühmt für ihre kunstvolle Stein-Bauweise.

In meiner Neugierde hatte ich nicht bedacht, wie mühsam es für eine alte Frau sein kann, sich wieder vom Waldboden aufzurichten, doch natürlich habe ich es geschafft.

Bemerkenswert ist, dass dieses kleine Volk unbehelligt von den Menschen lebt, man weiß zwar voneinander, aber man stört einander nicht. Die Trolle gehören zum Wald wie die Bäume, Tiere und Pflanzen. Ins Gespräch gekommen bin ich mit ihnen leider noch nicht. Aber ihre Gebäude bewundere ich, manche sind richtige kleine Schlösser. Fein gemeißelte Treppen und Terrassen führen in mehrere Stockwerke hinauf, über Holzrinnen wird Wasser in die Häuser geleitet. Mich würde es nicht wundern, wenn die kleinen Leute sogar Wasserrad-getriebene Waschmaschinen besitzen, denn die Wäsche, die eine Trollfrau zum Trocknen aufhing, sah gründlich sauber aus. Winzige Höschen, blaue Bettwäsche, gestrickte Ringelpullover und bunte Socken baumelten fröhlich nebeneinander auf einer Leine aus festem Garn.

Ich vermute ja, dass sich das kleine Volk in Schweden als Borgmännchen betätigt und sich alles Notwendige bei den Menschen „borgt". Warum auch nicht? Es sind ja nur winzige Mengen, die die Trolle brauchen. So ist ein friedliches Zusammenleben verschiedener Volker eben doch möglich – und das kleine Volk bedankt sich, indem es den schwedischen Kindern Geschichten und Bilder für ihre Fantasie liefert.

Die Stadt der Wallander Krimis


Es überrascht mich, dass Himmelfahrt auch in Schweden ein offizieller Feiertag ist, allerdings beobachte ich nirgendwo, dass er als Männer-Besäufnis-Tag begangen wird. Ich sehe nur friedliche Familien und Paare beim Spaziergang. Es ist feiertäglich ruhig, also eine gute Gelegenheit, stressfrei die Altstadt von Ystad zu besichtigen. Kommissar Wallander soll dort ja tätig sein ...

Da auch meine Heimatstadt Detmold einen uralten Stadtkern hat, beeindrucken mich die verbliebenen Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter nicht allzu sehr. Jedoch bietet Ystad einiges mehr, weil es schon seit dem 14. Jahrhundert eine wichtige Handels- und Hafenstadt der Hanse war; der riesige Marktplatz mit beachtlichem Rathaus sowie einige Bürgerhäuser bezeugen das noch.

Meine Vermieterin ist emeritierte Professorin aus Malmö; sie meint, ich müsse mir die St. Marien Kirche anschauen und das befolge ich nun brav. Das ursprüngliche Gebäude, von dem aber nicht sehr viel erhalten ist, wurde bereits 1200 als katholische Basilika im romanischen Stil errichtet – und zwar aus mühsam handgefertigten Ziegelsteinen! Über die Jahrhunderte wurde noch reichlich hinzugebaut und erweitert. Um 1400 wurde das bisherige flache, romanische Dach durch ein gotisches Gewölbedach ersetzt....

Erscheint lt. Verlag 11.11.2025
Sprache deutsch
ISBN-10 3-6951-8179-6 / 3695181796
ISBN-13 978-3-6951-8179-7 / 9783695181797
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