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Germaine Dulac (1922-1928), DVD-Video

Drei Filme der französischen Stummfilm-Pionierin. SW-Filme. 117 Min.

Germaine Dulac (Autor)

2007
absolut (Hersteller)
402-130888865-3 (EAN)
CHF 27,85 inkl. MwSt
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Germaine Dulac (1882-1942) ist die erste Grande Dame des französischen Kinos. Als vielseitige,wagemutige Filmemacherin arbeitete sie im Kontext des französischen Impressionismusund Surrealismus. Auf dieser DVD finden sich drei zentrale Werke Dulacs in restaurierterFassung mit neu eingespielter Musik:Madame Beudets sonniges Lächeln (La souriante Madame Beudet), 1922, 38 Min. / Die Einladung zur Reise (L invitation au voyage), 1927, 39 Min. nach einem Gedicht von Charles Baudelaire/ Die Muschel und der Kleriker (La Coquille et le clergyman), 1928, 40 Min. nach der Vorlage von Antonin Artaud.Bewegung ist zentrales Element in Dulacs Filmtheorie, zur Avantgarde gehört sie gerade deshalb, weil sie ihr Leben lang in Bewegung bleibt. Ihrer Filmtheorie, mit der sie das Kino vom Ballast der kulturellen Tradition befreien will, entspricht ihr Lebensstil. Als Tochter aus großbürgerlichem Hause bricht sie mit den Konventionen ihrer Herkunft. Mit 23 heiratet sie einen radikalen Sozialisten. Siebzehn Jahre später läßt sie sich scheiden um mit ihrer Freundin zusammenzuleben. Ihre Karriere als Regisseurin war mit der Stummfilmzeit zu Ende gegangen. Anfang der 30er Jahre wird sie künstlerische Leiterin der Filmproduktionsfirma Gaumont. Für die Filmwochenschau dieser Firma realisiert sie noch einige Dokumentarfilme. Im aufkommenden Faschismus hat die Avantgarde keinen Platz mehr. Germaine Dulac stirbt 59jährig im besetzten Paris. - Catherine Silberschmidt: Germaine Dulac-Filmpionierin der 20er Jahre, Argument Sonderband 144
Germaine Dulac (1882-1942) ist die erste Grande Dame des französischen Kinos. Als vielseitige, wagemutige Filmemacherin arbeitete sie im Kontext des französischen Impressionismus und Surrealismus. Auf dieser DVD finden sich drei zentrale Werke Dulacs in restaurierter Fassung mit neu eingespielter Musik: Madame Beudets sonniges Lächeln (La souriante Madame Beudet), 1922, 38 Min. Madame Beudet lebt ein stilles Leben in einer französischen Provinzstadt, zurückgezogen in die Welt ihrer Gedanken. Ihre Ehe lässt kaum Raum für eigene Wünsche und Bedürfnisse. Germaine Dulac hat einen der ersten feministischen Filme der Filmgeschichte geschaffen, subjektiv aus der Perspektive der introvertierten Madame Beudet erzählt. Die Einladung zur Reise (Linvitation au voyage), 1927, 39 Min. Inspiriert von einem Gedicht Baudelaires versucht Dulac, die dort evozierte Stimmung filmisch zu übersetzen. Eine verheiratete Frau bricht aus ihrem unerfüllten Ehe-Alltag aus und trifft auf der Suche nach einem Abenteuer einen jungen Schiffskapitän. Die Muschel und der Kleriker (La Coquille et le Clergyman), 1928, 40 Min.Nach der Vorlage von Antonin Artaud erzählt Dulac das erste surrealistische Werk der Filmgeschichte, die Geschichte eines jungen Geistlichen, der sich unverkennbar im ödipalen Dreieck zwischen einer unerreichbaren Frau und einem jovial-dominanten älteren Mann bewegt. Traumatisch gefangen in seiner unerfüllten Sehnsucht, schwankt er zwischen Zerstörungswut und Kastrationsangst.Dulac zeichnet sich durch einen höchst einfallsreichen, eigenständigen Filmstil aus, der in präzise komponierten Einstellungen, Überblendungen und assoziativen Montagen die subjektive Welt ihrer Protagonisten erschließt und sich dabei bisweilen ausgefeilter filmischer Tricks bedient. Die neuen Fassungen wurden vom Niederländischen Filmmuseum nach umfassenden Recherche- und Restaurationsarbeiten aufwändig hergestellt, die um neu komponierte Musik angereichert wurden.