Ohne Ufer, keine See (eBook)
302 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-8482-6 (ISBN)
In Berlin 1941 geboren, lebt seit Jahren mit seiner Frau in Linz am Rhein im Ruhestand. Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg, danach Studium zum Wirtschaftsingenieur an der TU Berlin. Promotion zum Dr.-Ing. Fachveröffentlichungen. Ist seit 20 Jahren regelmäßig auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs, meistens auf dem Meer, gelegentlich auf einem Fluss. Fährt mit Schiffen amerikascher Reedereien, aber nicht nur. Die westliche Welt hat das Ehepaar bereist. Jetzt ist Asien und Australien dran. einige Kreuzfahrten sind literarisch beschrieben, dass zeigt sich in seiner soeben erschienenen Novelle "Geteilt haben wir uns eine mal geteilte Stadt". Es ist die Geschichte einer Berliner Freundschaft, unidted-Verlag p.c.
So fing alles an – unsere erste Kreuzfahrt
Wer kennt es nicht, das bekannte Lied der Bläck Fööss, das meist im Karneval stimmungsvoll gesungen wird: Unser Stammbaum. Die 1. Strophe endet mit ...su fing alles aan und dann heißt es im Refrain ... do sin mer all he hinjekumme... Verlassen wir das Kölsch und auch Kölle, aber bleiben wir beim Text.
Nun, wie hat das mit dem Kreuzfahren angefangen? Aufmerksam wurden wir durch ein Reiseangebot in der Fachzeitschrift meiner Frau. Dort bot ein bekanntes Bonner Reisebüro eine Gruppenreise zum Indian Summer in den Neuenglandstaaten an, inklusive einer Atlantikkreuzfahrt und zu einem moderaten Preis. Da dachten wir uns, das wäre doch was für uns und haben gebucht: Kreuzfahrt, Busrundreise, Hin- und Rückflug.
Was uns jetzt noch fehlte, war die passende Ausstattung, festliche Kleidung und Koffer, in die alles hineinpasst. Im Kopf hatten wir die schicken Herrschaften auf den Ozeanriesen. Gegen die heutigen Kreuzfahrtschiffe würden sie wie kleine Zubringerschiffe wirken. Selbst der Schnelldampfer Deutschland war nur 200 Meter lang, erreichte aber 45 km/h, wie unser Schiff, die Jewel of the Seas der Reederei Royal Carribian mit ihren 300 Metern. Und das war vor 100 Jahren.
Zurück zur Kleidung. Meine Frau ließ sich ein Abendkleid schneidern, ich kaufte mir einen Smoking und ein Dinnerjacket von der Stange. Das war, wie sich später herausstellte, etwas übertrieben, brachte aber meiner Frau Eleonore Komplimente und mir Verwechslungen mit dem Personal ein, Stichwort Oberkellner.
Nun zur Kreuzfahrt: Das Schiff kam von einer Ostseereise und legte in Harwich an, einem kleinen Nest an der Nordseeküste von Kent. Über Le Havre, Plymouth und Cork ging es in den Atlantik, dann fünf Tage über den großen Teich. Über Portland in Main erreichte es die Neue Welt und machte in Boston endgültig fest. Von dort ging es in den Indian Summer.
Von unserer Kreuzfahrt berichte ich meist in Form von Tagebuchnotizen, die ich an unsere Töchter gerichtet habe. Von der Rundreise im Indian Summer streife ich kurz die Highlights.
Bis Harwich, England
Liebe Töchter,
um 4.30 Uhr ging es los, der Taxifahrer war pünktlich. Beim Einchecken in Köln- Bonn gab es Stau, eine Gruppe Osteuropäer hielt uns auf, die Formalitäten dauerten. Vor dem Abflug nach Frankfurt haben wir unseren Reiseleiter Herrn H. abgeholt. Netter Mann, war noch etwas müde. In Frankfurt sind wir durch tausend Gänge zum Abflug nach London gekommen. Am schönsten war der Sonnenaufgang auf dem Rollfeld.
Weiter nach London mit Blick auf die Eifelmare, Brüssel, die Küstenlinie um Ostende, alles schön von oben zu sehen, also gutes Wetter. Über London-Heathrow wurde gewartet, in Schleifen, war eigentlich gut so, man konnte den Tower of London und die Themse sehen. Endlich gelandet, haben wir auf den zweiten Teil der Gruppe gewartet. Die kam dann nach 2 Stunden. Endlich waren alle im Bus und es ging nach Harwich, wieder 2 Stunden, einmal um London herum.
Das Schiff war schon von weitem zu sehen, sozusagen das einzige Hochhaus in dem kleinen Städtchen an der Nordsee. An Bord eine schöne Außenkabine bekommen, groß, Doppelbett. Dann gleich die Rettungsübung, Modellstation V17, na super. Um 18 Uhr gab es Abendessen, alle strömten ins Hauptrestaurant. Die Stimmung am Tisch war gedämpft, einige hatten ihre Koffer noch nicht.
Danach gab es eine Begrüßungsshow. Es waren viele Amerikaner da. Der folgende Witz war auch für sie bestimmt. Die Leute aus Harwich wunderten sich: „Seht mal die Reichen auf dem Schiff, die stehen da mit ihren Schwimmwesten und müssen noch schwimmen üben.“ Was haben die Amerikaner gelacht. Na ja, die Jewel of the Seas ist riesig.
| Euer Papa | Harwich,den 01.09.2004 |
Le Havre, Frankreich
Liebe Kinder,
am Morgen in Le Havre angekommen, sieht nach schönem Wetter aus. Also ist Landausflug angesagt. In Le Havre waren wir alle schon mal, mit der Fähre nach Irland.
Also mit dem Shuttle-Bus in die Stadt, Mama will nach Rouen. Das ist eine Stunde mit dem Zug. Wir sind zum Bahnhof gelaufen und haben den Zug verpasst, der nächste kam in einer Stunde.
Um 12 Uhr waren wir dann in Rouen, ist eine schöne Stadt (alles aus dem 15. Jahrhundert und älter), altes Fachwerk und eine sehr große Kathedrale, vergleichbar mit dem Kölner Dom. Aber zuerst haben wir zu Mittag gegessen. Elsässisches Restaurant, komplettes Menü im Freien, war gut, dazu Bier aus Belgien, Gremberger.
Dann den Dom besichtigt, riesige Gotik. Hier liegt Richard Löwenherz begraben, allerdings ohne Herz, und all die anderen Herzöge der Normandie. Auf dem Rückweg zum Bahnhof sind wir über den alten Markt gelaufen. Mama kaufte ein Kilo Renekloden, so hatten wir drei Tage lang frisches Obst.
Zurück zum Schiff. Abends Film, 4 Hochzeiten und ein Todesfall. Immer wieder schön anzusehen. Danach auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen noch ein paar Leute aus der Reisegruppe getroffen. Plaudern über den Tag. Noch ein Bierchen, nach dem Gremberger, schreckliches Zeug, dann ab ins Bett, es war schon Mitternacht.
| Euer Papa | Le Havre,den 02.09.2004 |
Plymouth, England
Liebe Töchter,
von Frankreich ging es zurück nach England, nach Plymouth in der Grafschaft Devon. Das große Schiff musste vor der Stadt ankern, also erst ins Tenderboot und dann mit dem Doppeldeckerbus in die Stadt.
Wir alle waren schon einmal in Plymouth, wisst ihr noch? Das ist die Stadt mit Sir Francis Drake, den Pilgervätern und dem Blitz (Luftangriff der deutschen Luftwaffe).
Mama will ins Museum, untergebracht in alten Kaufmannshäusern aus dem 16. Jahrhundert, also ins Heimatmuseum mit einem schönen elisabethanischen Garten. Jetzt das Highlight: Plymouth Gin, Brennereibesichtigung mit Führung und Verkostung. Anschließend Happy Hour (ein Drink gratis). Im Hafenviertel gab es dann Fish & Chips, eine große Portion für uns beide, fettig, aber gut.
Über die Zitadelle und The Hoe (Hügel mit schönem Aussicht auf den Hafen) zurück zum Schiff, Bus-Shuttle, Tenderboot, es hat gedauert.
Der Kapitän gab einen Empfang, Mama im langen Kleid, ich im Dinnerjacket. Haben Capt. James MacDonald die Hand geschüttelt und es wurde fotografiert. War alles ganz locker. Dann zum Dinner, diesmal kannten wir uns schon besser. Beim Plaudern mit Gin-Tonic habe ich viel über die Destillerie erzählt. So ging der Tag mit mehr zu Ende. Morgen sind wir in Irland.
| Euer Papa | Plymouth, den 03.09.2004 |
Cork, Irland
Liebe Solveig, liebe Louise,
wir sind heute in Cork, Irland angekommen, naja, nicht ganz, denn wir müssen noch 20 km in die Stadt hineinfahren. Cork ist nichts Besonderes, erinnert ihr euch noch an Dublin? Alles ziemlich laut, aber das Telefonieren nach Deutschland hat doch geklappt, oder?
Wir sind durch die Stadt gelaufen. Mama musste in eine katholische Kirche, evangelische gab's eh keine. Also mit allem Drum und Dran: Weihwasser, Bekreuzigung, Kniefall vor dem Altar und eine Kerze für die Oma mütterlicherseits.
Danach sind wir in eine Teestube gegangen. Dort gab es frische Scones, sehr lecker. Dann sind wir rechtzeitig mit dem Shuttlebus zurück zum Schiff gefahren, haben uns auf die Liegestühle gelegt und ein Nickerchen gemacht. Um 16 Uhr gab es ein kleines Konzert von den Studenten der Musikhochschule: The Irish Fiddlers - 8 Leute mit Klavierbegleitung. Das war sehr schön, Mama hat verschlafen.
Nach dem Abendessen sind wir mit ein paar Leuten vom Tisch ins Theater gegangen. Es gab The Best of Broadway, eine Tanzshow. Danach ein paar Gin Tonic, da lernt man sich besser kennen, Lehrer, Juristen, Geographen, trotzdem alle nett. Mama blieb bis zum Mitternachtsbuffet.
Jetzt geht's über den großen Teich.
| Euer Papa | Cork, den 04.09.2004 |
Fünf Tage Atlantik, westwärts
Sonntag, 05.09.2004 - auf See...
In der Nacht war einiges los, das Schiff hatte gewendet, um einen Notfall zu versorgen. Das Boot der Küstenwache hatten wir von der Kajüte aus gesehen. Um 6 Uhr morgens hatte sich ein Besatzungsmitglied das Genick gebrochen, ein Todesfall. Der Kapitän hat uns später darüber informiert.
Am Vormittag sind wir beide spazieren gegangen, haben uns das Sonntagskonzert angehört und waren im Restaurant essen. Nachmittags war ich in der Muckibude, Programm durchgezogen. Frau Eleonore ist später ins Kino gegangen. Um 18 Uhr Abendessen. Die Stimmung war locker, sogar unser Neurotiker taute etwas auf. Italienischer Abend war angesagt, Pasta mit Scampi plus Tiramisu. Alle Kellner mussten „O sole mio“ singen, das konnten sie gut.
Montag, 06.09.2004 - auf See...
Es wurde spät. Wir sind erst um 9 Uhr aufgestanden, haben gefrühstückt und sind dann drei Runden auf dem Oberdeck gelaufen. Jetzt sind wir auf halber...
| Erscheint lt. Verlag | 27.1.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| ISBN-10 | 3-7693-8482-2 / 3769384822 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-8482-6 / 9783769384826 |
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