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Alleine unterwegs auf Island -  Anette Höhnke

Alleine unterwegs auf Island (eBook)

Eine Rundreise in sieben Tagen
eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
220 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-9143-5 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
7,49 inkl. MwSt
(CHF 7,30)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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Island. Die Insel im Nordatlantik, geprägt von Feuer und Wasser in allen Aggregatszuständen, hat unfassbar viel zu bieten: in erster Linie grandiose Landschaften und gewaltige Naturgewalten. Warum dann ein Buch ohne Fotos? Weil es einfach eine großartige Idee ist, diese Insel selbst zu entdecken. Und weil ich Mut machen möchte, Island zu besuchen, auch, wenn dich eben niemand begleiten möchte und wenn es nur kurz sein kann. Ich war in nur sieben Tagen einmal rund um die Insel unterwegs: eine Rundreise über die Ringstraße mit dem Mietwagen. Ganz alleine. Mein Reisebericht, meine Eindrücke, einige Empfehlungen und auch meine Fehler bei der Planung und Umsetzung unterstützen dich möglicherweise bei der Verwirklichung deiner eigenen Reise. Träume solltest du dir erfüllen.

Anette Höhnke lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Köln und wurde bereits seit früher Kindheit von Dackeln erzogen. Ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte sie, als ihr Herzensdackel Motte im Alter von nur fünf Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitt und trotz Operation und Physiotherapie gelähmt blieb. Um die immer wiederkehrenden Fragen zum Leben mit einem Dackel mit Handicap zu beantworten, begann sie, die Erlebnisse dieses besonderen Hundes aus der Dackelperspektive aufzuschreiben. Die Leidenschaft zum Schreiben wird jetzt durch den ersten Reisebericht über eine Rundreise alleine in Island fortgeführt.

Viel zu wenig Zeit, aber besser als gar nicht reisen


Island. Die Insel, die für Feuer und Eis bekannt ist. Ich hatte früher selbst Islandpferde. Unter Islandpferdehaltern in Deutschland ist es ein ungeschriebenes Gesetz, mindestens einmal im Leben selbst nach Island zu fahren.

Damals, als ich mein Pferd noch hatte, setzte ich aber noch komplett andere Prioritäten, was meinen Jahresurlaub anging: Sonne und warm, viele Menschen, gerne Party, bloß nicht zu häufig das Hotelgelände verlassen müssen. Am liebsten wollte ich damals den ganzen Tag am Pool oder am Strand verbringen, auf jeden Fall nicht selbst kochen müssen (oder mir Gedanken über das Essen machen müssen) und, ehrlich gesagt, wollte ich auch meist nicht viel von meinem Urlaubsland außerhalb des Hotelgeländes sehen.

Wandern (oder nur länger spazieren gehen) musste ich als Kind häufig mit meinen Eltern –und ich habe es damals gehasst: Die Landschaft interessierte mich als Teenager nur marginal; ich sollte mich bewegen – und dann hatte ich ja auch noch meine Eltern im Schlepptau: uncool.

Im Laufe meines Lebens änderten sich meine Prioritäten, was den Jahresurlaub anging, doch recht deutlich. Für eine recht lange Zeit musste ich immer in den Ferienzeiten Urlaub nehmen. In der Hochsaison ist es, zumindest in den klassischen Ferienregionen in Europa, nahezu überall voll und teuer.

Ich begann, auf Ferienhäuser auszuweichen. Denn All-in-Hotels in der Hauptsaison konnte ich mir als zwischenzeitlich Alleinerziehende mit zwei Kindern nicht mehr leisten.

Und mittlerweile hatten wir auch einen Hund, der natürlich mit urlauben sollte. Alles war im Wandel, auch meine Vorstellungen von einem gelungenen Urlaub. Sogar das lange verpönte Wandern fand ich mittlerweile wirklich gut – auch, wenn sich manchmal ganz leise die Erkenntnis einschlich: Jetzt wirst du so wie deine Eltern...

Denn meine Kinder fanden Wandern (oder, wie sie es nannten: „langes, anstrengendes und langweiliges Spazierengehen mit Mama“) damals ebenfalls überraschenderweise absolut uncool.

Je älter und selbstständiger meine Kinder wurden, desto weiter rückte Island als mein eigenes Traumurlaubsziel langsam, aber sicher, immer weiter in den Vordergrund: Wandern in ursprünglicher Natur, raues Klima – denn warm oder gar heiß definierte mittlerweile überhaupt nicht mehr mein Wunschwetter.

Von zuviel Sonnenstrahlung bekam ich mittlerweile häufig und schnell Ausschlag – und braune Hautfarbe rückte für mich als Merkmal für einen gelungenen Urlaub immer weiter in den Hintergrund (und nein, über die Bedeutung und meine damaligen Urlaubsprioritäten müssen wir uns nicht unterhalten – manchmal dauert es eben länger, bis man – ich – vernünftig wird).

Ich beschäftigte mich eingehender mit Island, las Blogs und Reiseführer, informierte mich in sozialen Medien. Und stellte fest: Diese Insel vereinte tatsächlich alles das, was ich mir mittlerweile von einem Urlaub wünschte: Eine überschaubare Anzahl anderer Touristen, die man in größerer Anzahl höchstens mal an den Hotspots trifft (leider gilt das mittlerweile auch nicht mehr so ganz, denn Island ist zum gehypten Geheimtipp aufgestiegen) und eine unfassbar beeindruckende, einmalige Landschaft.

Meine Kinder waren mittlerweile groß und selbstständig – und ich konnte zum ersten Mal seit sehr langer Zeit über einen Urlaub nur für mich selbst nachdenken.

Abgesehen davon, dass Island (nicht nur im Vergleich zu klassischen Urlaubsländern wie Spanien oder Türkei, sondern auch im Vergleich zu Deutschland) teuer ist, verunsicherte mich ein wenig die Vorstellung, dieses Land alleine zu erkunden.

Denn weder meine Familie noch den Freundeskreis konnte ich für eine Reise auf die Insel begeistern: zu kalt, zu ungemütlich und außerdem viel zu teuer. Ihren Jahresurlaub wollten alle lieber in vergleichbar günstigen Gegenden mit All-you-can-eat-Buffets, bei sommerlichen Temperaturen mit Schönwettergarantie und mit Pool- oder Partymöglichkeiten verbringen.

Ich war seit vielen Jahren alleinerziehend – mein Traum von Island blieb deshalb auch in späteren Jahren (vor allem finanziell) immer ein Traum – bis jetzt.

Island ist teuer. Wie ich jetzt weiß: Island ist definitiv sogar sehr teuer. In Europa liegt Island an dritter Stelle im Ranking der teuersten Länder (lt. den Zahlen des europäischen Amtes für Statistik, Eurostat). In der Rangliste der teuersten Länder liegen nur noch Norwegen und die Schweiz vor der Insel im Nordatlantik.

Ein Beispiel? Eine Pizza und ein Bier kosteten mich (alleine!) mal eben knapp 30,- Euro; für einen Burger und ein Getränk zahlte ich etwa 35,-Euro. Und das war noch kein Essen in einem guten Restaurant, hier kostet ein durchschnittliches Abendessen schnell mal umgerechnet 70,- Euro pro Person.

Mangels Mitreisender musste ich also alleine fahren. Für mich, weiblich, Ü50, durchaus ein wenig beängstigend, obwohl ich an sich ein sehr selbstständiger Mensch bin. Aber: Manche Dinge muss man einfach tun – Wünsche und Träume sollte man sich erfüllen, wenn es geht.

Ich selbst habe in den letzten Jahren einige Schicksalsschläge erleben müssen und deshalb stand für mich fest: Diesen Traum erfüllst du dir. Jetzt. Sonst wird das mühsam gesparte Geld doch wieder für andere Dinge ausgegeben. Und ein Urlaub in Island bliebe weiterhin das, was es bis jetzt war: ein unerfüllter Traum.

Anfang des Jahres 2023 fragte ich sicherheitshalber doch noch einmal im Freundeskreis herum - aber niemand hatte Zeit, niemand wollte ins teure, raue Island. Okay, vielleicht wollte auch einfach nur niemand mit mir in den Urlaub fahren – das habe ich nicht näher hinterfragt.

Meine (mittlerweile erwachsenen) Kinder hätten tatsächlich durchaus Interesse an einer durch mich finanzierten Reise gehabt – dann hätte ich ja allerdings die Kosten für uns alle selbst tragen müssen. Auch, wenn ich gespart hatte: Das hätte meinen finanziellen Rahmen dann doch weit gesprengt (ich fand Reiseberichte, die für vergleichbare Reisen mit drei Personen Beträge von 10.000,- Euro und mehr aufriefen!).

Dann eben nicht: Ich plante nur für eine Person. Für mich. Alleine. So sehr mich die Aussicht triggerte, nach den vielen Jahren, in denen ich immer für andere verantwortlich war und meine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt hatte, eine gewisse Zeit nur Rücksicht auf mich und meine Wünsche nehmen zu können, so sehr schreckte es mich auch: Es würde halt niemand da sein, mit dem ich mich unmittelbar über das Erlebte austauschen könnte. Es würde niemanden geben, der weiterfahren könnte, wenn ich müde würde. Und: Es würde auch niemanden geben, der im Falle einer Panne einen Reifen wechseln könnte. Sicherheitshalber beantragte ich noch schnell eine Mitgliedschaft in einem großen, internationalen Automobilclub.

An irgendeinem Punkt meiner Überlegungen und Planungen dachte ich dann: Hey, egal! Dein Leben, dein Traum. Ein bisschen Risiko macht das Leben doch erst spannend. Und du warst bisher auch immer mit den wirklich wichtigen Entscheidungen alleine – und hast es doch immer ganz gut hingekriegt. Vielleicht ist es auch okay, wenn du diesen Traum für dich und nach deinen Bedürfnissen verwirklichst und eben mal nicht auf die Wünsche anderer Rücksicht nehmen musst (Alleinerziehende und pflegende Angehörige werden diesen Punkt und dessen Relevanz möglicherweise nachvollziehen können).

Meine Kinder sind jetzt erwachsen. Und meine anderen Verpflichtungen ließen sich mit etwas Vorlauf organisieren.

Nach den ersten positiven Rückmeldungen der Familie („Mensch Mama, super, mach doch endlich mal was nur für dich!") stieg ich also in die konkrete Planung des Abenteuers Island für mich alleine ein. Recht kurzfristig. Ich bin kein Mensch, der aus lang im Voraus geplanten Dingen viel Freude ziehen kann: Ich brauche einen für mich überschaubaren Zeitraum. Und der ist selten länger als ein paar Monate.

Kurz zusammengefasst: Ich habs getan, ich war 2023 zum ersten Mal auf Island. Als Frau, Ü50 (wobei mein Alter für den Genuss dieser Reise wirklich keine Rolle spielte!), mit einem Mietwagen auf einer selbst geplanten Rundreise auf der Ringstraße und: ganz alleine. Und ich möchte denen Mut machen, die vielleicht noch zögern.

Es war ein Traumurlaub – trotz vieler Sorgen und Bedenken meinerseits und fremdbestimmten Problemen im Vorfeld. Ganz anders als alles, was ich bisher in meinen Urlauben unternommen hatte. Rückblickend sage ich: Für mich selbst war dieser Urlaub eher nicht optimal – aber ich bin lernfähig und werde kommende Reisen an diese Erfahrungen anpassen. Dann wird es eben weitere Traumurlaube geben: Es gibt Schlimmeres, oder?

Meine Dackeldame konnte ich nicht mitnehmen; Island hat strenge Einreisebestimmungen für Tiere, um erfolgreich Krankheiten von der isolierten Insel fernzuhalten: Touristenhunde dürfen nicht einreisen.

Und es...

Erscheint lt. Verlag 26.11.2024
Sprache deutsch
ISBN-10 3-7693-9143-8 / 3769391438
ISBN-13 978-3-7693-9143-5 / 9783769391435
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