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Nichts führt zurück

Flucht und Vertreibung 1944-1948 in Zeitzeugen-Erinnerungen. Eine Textauswahl aus Zeitgut-Bänden

Jürgen Kleindienst (Herausgeber)

208 Seiten
2001
Zeitgut Verlag (Hersteller)
978-3-933336-22-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Nichts führt zurück -
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ZUM BUCH
Die Heimat genommen
Kriegswinter 1944/45. Die Ostfront rückt immer näher. Die deutsche Bevölkerung wird aufgefordert, ihre Heimatorte zu verlassen. Das große Fluchtchaos beginnt.
Hertha Balduhn, eine junge Mutter mit drei kleinen Kindern, kämpft sich durch die Frontlinie und entflieht dem brennenden Danzig. Im Brief an ihre Schwester berichtet sie von der Flucht aus der Heimat: "Wochenlang befanden wir uns in ständiger Lebensgefahr. Doch der Tod wollte uns nicht."
Die Flüchtlinge erleben Unvorstellbares. Leichen liegen in den Straßengräben, um sie herum sind Dörfer und Städte zerstört. Die Flüchtlingstrecks und Züge sind schutzlos sowjetischen Luftangriffen ausgesetzt. Hunger und Kälte sind die schlimmsten Feinde. Tausende, vor allem Kleinstkinder und Alte, lassen ihr Leben. Der lange Weg nach Westen im eisigen Winter des Jahres 1945 wird zum Kampf ums nackte Überleben.
Für viele, die von der Roten Armee überrollt werden, geht es hingegen in Richtung Osten. Eingepfercht in Viehwaggons, werden arbeitsfähige Männer und Frauen nach Sibirien verschleppt. Eine von ihnen ist Hildegard Bolle aus Elbing. Mit 16 Jahren muß sie unter unmenschlichen Bedingungen Schwerstarbeit verrichten. Krank und arbeitsunfähig wird sie Ende 1945 nach Deutschland geschickt. Knapp überlebt sie den Transport nach Sachsen. Sie soll sich bei der russischen Militärverwaltung in Berlin melden. Hungernd und bettelnd schlägt sie sich mit anderen nach Berlin durch. Erst hier erfahren sie, daß sie nicht mehr in ihre ostpreußische Heimat zurückkehren dürfen.
Die wenigen Deutschen, die in ihrer Heimat geblieben sind, werden unter polnischer Herrschaft zu Fremden im eigenen Land. Gisela Bertl schildert die Demütigungen und Schikanen, die sie und ihre Eltern erleiden, bis auch sie 1948 mit wenig Gepäck, das immer wieder nach Wertvollem durchsucht wird, Ostpreußen verlassen müssen. Ende 1948 ist nahezu die gesamte deutsche Bevölkerung aus den deutschen Ostgebieten vertrieben.
Nur wenige haben Einfluss darauf, wo sie in Deutschland erst einmal notdürftig Unterkunft finden. Von den Einheimischen misstrauisch betrachtet, sind sie oft neuen Anfeindungen ausgesetzt. Selten finden sie Hilfe und Verständnis. Bis sie sich heimisch fühlen, vergehen für die Älteren Jahrzehnte. Viele bleiben fremd und entwurzelt bis zum Tod.
Die erschütternden Berichte des Buches stehen stellvertretend für viele Schicksale. Sie zeichnen das Grauen der riesigen Massenvertreibung nach. Die Texte sind mit zahlreichen Fotos und Dokumenten der Verfasser illustriert.

ZUR REIHE ZEITGUT

Lebendige Erinnerungen bewahren
Die Buchreihe ZEITGUT beweist, daß Geschichte kein trockener Schulstoff sein muß. Mit Zeitzeugen-Erinnerungen öffnet sie den Blick auf den Alltag der Menschen. Jeder Band stellt in 35 bis 45 lebendigen Erinnerungen einen markanten Abschnitt deutscher Geschichte vor. Die Buchreihe ist einzig in ihrer Art.
Die Texte der Sammelbände stammen von Menschen aus allen Gegenden Deutschlands und repräsentieren zugleich die soziale Bandbreite der Gesellschaft. Die Bücher sind ein Stück "oral history" im besten Sinne und sprechen damit ein breites Publikum an: diejenigen, die die Zeiten miterlebt haben, und ihre Kinder und Enkel, die mehr erfahren wollen, als in den Schulbüchern steht.
Junge Menschen haben mit den Texten der Reihe ZEITGUT die Möglichkeit, das Leben der Eltern- und Großeltern-Generation in großer Bandbreite kennen und verstehen zu lernen. So werden geschichtliche Vergangenheit und eigene Herkunft gut begreifbar.
Mit Hilfe eines Ortsregisters und einer chronologischen Übersicht der wichtigen Ereignisse der jeweiligen Zeit kann sich der Leser orientieren. Fotos und Dokumente, meist aus dem Besitz der Zeitzeugen, ergänzen die Texte.
Immer mehr Pädagogen setzen die Reihe ZEITGUT ein, um ihren Schülern Geschichte lebendig zu vermitteln. Die Bände sind auch für die politische Bildungsarbeit gut geeignet. Daher empfehlen viele Buchhändler und Bibliothekare ZEITGUT auch als Geschenk für Kinder und Jugendliche.
Einsendungen von eigenen episodenhaften Erinnerungen aus Deutschland im 20. Jahrhundert sind jederzeit erwünscht an Zeitgut Verlag GmbH, Lektorat, Klausenpaß 14, 12107 Berlin.
Reihe/Serie Zeitgut - Auswahl
Sprache deutsch
Maße 130 x 210 mm
Gewicht 345 g
Einbandart gebunden
Schlagworte Flucht • Flucht / Vertreibung (deutschspr. Geb. Osteuropas); Berichte/Erinnerungen • Vertreibung
ISBN-10 3-933336-22-8 / 3933336228
ISBN-13 978-3-933336-22-4 / 9783933336224
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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