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Schöne neue Welt - Alexander Osang

Schöne neue Welt

50 Kolumnen aus Berlin und New York

Alexander Osang (Autor)

140 Seiten
2001
Links, Ch (Hersteller)
978-3-86153-250-7 (ISBN)
CHF 19,95 inkl. MwSt
  • Titel ist leider vergriffen;
    keine Neuauflage
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Ich lebe seit acht Monaten in New York. Es war ein alter Traum, und als ich das Angebot bekam, konnte ich einfach nicht Nein sagen. Aber ich habe fast ein Jahr gebraucht, um wirklich loszufahren. Ich traute mich nicht weg. Ein Freund von mir, der in
den letzten fünf Jahren in Bonn lebte, zog schließlich in meine Wohnung. Er sah mich bei der Schlüsselübergabe etwas mitleidig an: New York? Jetzt? Ich schien in die Provinz zu ziehen. In New York redeten dann viele Deutsche mit Ehrfurcht von Berlin.
Sie haben offensichtlich Angst, etwas zu verpassen. Die Deutschen in New York fragen sich, ob sie in der falschen Stadt leben. Viele Deutsche gingen nach New York, weil es die schärfste Stadt der Welt war. Weil man es hier schaffen kann, nur hier,
wirklich. Und weil es heißt, die Stadt treibe einen an wie keine andere. Aber wieso sollen sie die aberwitzigen New Yorker Mieten bezahlen, wenn man sich jetzt von Berlin viel besser antreiben lassen kann. Berlin ist eine Vision. Eine Folie für
Träume. Das macht es New York vielleicht ein bißchen ähnlich.
Autorenporträt:
Alexander Osang, Jahrgang 1962, studierte Journalistik in Leipzig, arbeitete zunächst als Wirtschaftsredakteur, nach der Wende als Chefreporter der Berliner Zeitung;
1993 und 1999 erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis, 1995 den Theodor-Wolff-Preis; seit November 1999 ist er Reporter für den Spiegel in New York; er wohnt mit Frau und zwei Kindern in Brooklyn und arbeitet in Manhattan; für die Berliner Zeitung
schreibt er jede Woche eine Kolumne unter dem Titel Schöne neue Welt. Bücher u.a. Aufsteiger / Absteiger. Karrieren in Deutschland, 1992; Die stumpfe Ecke. Alltag in Deutschland, 1994; Das Buch der Versuchungen. 20 Porträts und eine
Selbstbezichtigung, 1996; Tamara Danz. Legenden, 1997; Ankunft in der neuen Mitte. Reportagen und Porträts, 1999; Die Nachrichten, 2000

Alexander Osang, geboren 1962, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete nach der Wende als Chefreporter der "Berliner Zeitung". Für seine Reportagen erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Theodor-Wolff-Preis. Seit 1999 ist er Reporter für den "Spiegel" in New York.

"Ich lebe seit acht Monaten in New York. Es war ein alter Traum, und als ich das Angebot bekam, konnte ich einfach nicht Nein sagen. Aber ich habe fast ein Jahr gebraucht, um wirklich loszufahren. Ich traute mich nicht weg. Ein Freund von mir, der in den letzten fünf Jahren in Bonn lebte, zog schließlich in meine Wohnung. Er sah mich bei der Schlüsselübergabe etwas mitleidig an: New York? Jetzt? Ich schien in die Provinz zu ziehen. In New York redeten dann viele Deutsche mit Ehrfurcht von Berlin. Sie haben offensichtlich Angst, etwas zu verpassen. Die Deutschen in New York fragen sich, ob sie in der falschen Stadt leben. Viele Deutsche gingen nach New York, weil es die schärfste Stadt der Welt war. Weil man es hier schaffen kann, nur hier, wirklich. Und weil es heißt, die Stadt treibe einen an wie keine andere. Aber wieso sollen sie die aberwitzigen New Yorker Mieten bezahlen, wenn man sich jetzt von Berlin viel besser antreiben lassen kann. Berlin ist eine Vision. Eine Folie für Träu me. Das macht es New York vielleicht ein bißchen ähnlich."

Sprache deutsch
Maße 110 x 185 mm
Gewicht 225 g
Einbandart gebunden
Schlagworte Berlin; Berichte/Erinnerungen • New York; Berichte/Erinnerungen
ISBN-10 3-86153-250-6 / 3861532506
ISBN-13 978-3-86153-250-7 / 9783861532507
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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