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Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte -

Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte

Buch | Hardcover
321 Seiten
2005
De Gruyter (Verlag)
978-3-05-003836-0 (ISBN)
CHF 174,90 inkl. MwSt
Matthias Meinhardt, Andreas Ranft (Hrsg.)

Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte

Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Bd. 1

Aus dem Inhalt:

Die Autoren und ihre Beiträge:

I. Die Erforschung sozialer Strukturen und Gruppen

Jürgen Ellermeyer: Zur Sozialstruktur spätmittelalterlicher Städte. Ein Rückblick auf Ansätze, Erfolge und Probleme der Forschung in Deutschland

Stefan Kroll: Aufgaben und Perspektiven der Forschung zur Sozialstruktur frühneuzeitlicher Städte

Matthias Meinhardt: Stadtgesellschaft und Residenzbildung. Aspekte der quantitativen Entwicklung und sozialen Struktur Dresdens im Residenzbildungsprozeß des 15. und 16. Jahrhunderts

Christoph Heiermann: Die Spitze der Sozialstruktur: Organisation städtischer Eliten im Bodenseeraum des späten Mittelalters

Stephan Selzer: Geheimer Schoß und sichtbare Statussymbole - Konsum als Zeichen sozialer Zuordnung in spätmittelalterlichen Städten des Hanseraums

II. Gesellschaftliche Strukturen im städtischen Raum

Dietrich Denecke: Soziale Strukturen im städtischen Raum: Entwicklung und Stand der sozialtopographischen Stadtgeschichtsforschung

Rolf Hammel-Kiesow: Die Entstehung des sozialräumlichen Gefüges der mittelalterlichen Großstadt Lübeck. Grund und Boden, Baubestand und gesellschaftliche Struktur

Helge Steenweg: Probleme und Möglichkeiten bei der Erforschung mittelalterlicher Sozialstrukturen in Städten: Das Beispiel Göttingen um 1400

Karsten Igel: Zur Sozialtopographie Greifswalds um 1400. Der Greifswalder liber hereditatum (1351-1452)

Monika Lücke: Versuch einer Vermögenstopographie für die Stadt Wittenberg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Marc Kühlborn: Aspekte zum archäologischen Nachweis verschiedener sozialer Gruppen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Stadtarchäologie in Lüneburg

Anhang

Matthias Meinhardt: Auswahlbibliographie zur Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte

Pressestimmen

"Die angestrebte 'Ergebnis- und Erkenntnissicherung' ist mit dem vorliegenden Band in hervorragender Weise gelungen, darüber hinaus ein fundierter Forschungsüberblick gegeben. Für die untersuchten Städte werden neue Forschungsergebnisse, teils durchaus in einer gelungenen Verbindung von Strukturgeschichte und historischer Anthropologie, vorgelegt."

Beate-Christine Fiedler in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 78, 2006

"[Der Band wird] sich besonders für Lehrveranstaltungen und für Einführungen in die Probleme der Forschung rasch seine Verdienste erwerben."

Ekkehard Westermann in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Band 94, Heft 2 (2007)

Herausgegeben von Andreas Ranft und Monika Neugebauer-Wölk "Für die historische Forschung sind Wort, Schrift und materielle Kultur, deren Bild und Abbild nicht allein Quelle und Beleg. Sie sind im wissenschaftlichen Zugriff zugleich Element der Ergebnis- bzw. Erkenntnissicherung, sie sind Darstellungsmittel und auf diese Weise schließlich Medium wissenschaftlichen Austausches. So ist historische Forschung von Anfang bis Ende in diesen Wort-Bild-Zusammenhang gestellt. Die Reihe „Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ bietet der historischen Forschung am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und den mit ihr kooperierenden Einrichtungen einen unmittelbar zugänglichen Ort der Darstellung und des wissenschaftlichen Austausches. Sie spiegelt damit zugleich die Vielfalt der Themen und Fragestellungen, denen am Institut in Mittelalter und Frühneuzeit nachgegangen wird, und verweist zurück auf den Ort gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit." (Aus dem Vorwort der Herausgeber in Band 1 der Reihe, S. 5) Zum Lehrstuhl von Prof. Andreas Ranft: http://www.geschichte.uni-halle.de/mitarbeiter/ranft/ Zum Lehrstuhl von Prof. Monika Neugebauer-Wölk: http://www.geschichte.uni-halle.de/mitarbeiter/neugebauer-woelk/

Dr. Andreas Ranft ist Professor für Geschichte des Mittelalters an der Universität Halle.

Die Autoren und ihre Beiträge: I. Die Erforschung sozialer Strukturen und Gruppen Jürgen Ellermeyer: Zur Sozialstruktur spätmittelalterlicher Städte. Ein Rückblick auf Ansätze, Erfolge und Probleme der Forschung in Deutschland Stefan Kroll: Aufgaben und Perspektiven der Forschung zur Sozialstruktur frühneuzeitlicher Städte Matthias Meinhardt: Stadtgesellschaft und Residenzbildung. Aspekte der quantitativen Entwicklung und sozialen Struktur Dresdens im Residenzbildungsprozeß des 15. und 16. Jahrhunderts Christoph Heiermann: Die Spitze der Sozialstruktur: Organisation städtischer Eliten im Bodenseeraum des späten Mittelalters Stephan Selzer: Geheimer Schoß und sichtbare Statussymbole - Konsum als Zeichen sozialer Zuordnung in spätmittelalterlichen Städten des Hanseraums II. Gesellschaftliche Strukturen im städtischen Raum Dietrich Denecke: Soziale Strukturen im städtischen Raum: Entwicklung und Stand der sozialtopographischen Stadtgeschichtsforschung Rolf Hammel-Kiesow: Die Entstehung des sozialräumlichen Gefüges der mittelalterlichen Großstadt Lübeck. Grund und Boden, Baubestand und gesellschaftliche Struktur Helge Steenweg: Probleme und Möglichkeiten bei der Erforschung mittelalterlicher Sozialstrukturen in Städten: Das Beispiel Göttingen um 1400 Karsten Igel: Zur Sozialtopographie Greifswalds um 1400. Der Greifswalder liber hereditatum (1351-1452) Monika Lücke: Versuch einer Vermögenstopographie für die Stadt Wittenberg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Marc Kühlborn: Aspekte zum archäologischen Nachweis verschiedener sozialer Gruppen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Stadtarchäologie in Lüneburg Anhang Matthias Meinhardt: Auswahlbibliographie zur Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte

"Die angestrebte 'Ergebnis- und Erkenntnissicherung' ist mit dem vorliegenden Band in hervorragender Weise gelungen, darüber hinaus ein fundierter Forschungsüberblick gegeben. Für die untersuchten Städte werden neue Forschungsergebnisse, teils durchaus in einer gelungenen Verbindung von Strukturgeschichte und historischer Anthropologie, vorgelegt." Beate-Christine Fiedler in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 78, 2006 "[Der Band wird] sich besonders für Lehrveranstaltungen und für Einführungen in die Probleme der Forschung rasch seine Verdienste erwerben." Ekkehard Westermann in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Band 94, Heft 2 (2007) "Der Band ist gerade durch den interdisziplinären Perspektivenwechsel forschungsgeschichtlich informativ, wissenschaftlich anregend und daher wichtig für die Gemeinde der Stadthistorikerinnen und Stadthistoriker." Gabriel Zeilinger in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, Band 55 (Neue Folge 116) 2007 "[Der Band] überzeugt durch konzeptionelle Geschlossenheit und drucktechnische wie auch verlegerische Professionalität, so daß man den nächsten Bänden der neuen Reihe mit Interesse entgegensehen kann." Peer Frieß in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Bd. 63,1 (2007)

Geheimer Schoß und sichtbare Statussymbole

Konsum als Zeichen sozialer Zuordnung in spätmittelalterlichen Städten des Hanseraums (S. 89-90)

Eine Problemskizze

Stephan Selzer, Halle (Saale)

Ausgangspunkte

Ob der Ratsherr Hinrik Lange eine schwarze Kasse geführt hat, läßt sich nicht mehr feststellen. Daß er in den Verdacht geraten war, öffentliche Mittel in dunkle Kanäle umgeleitet zu haben, wissen wir aus seinen eigenen Aufzeichnungen. Es war im Jahre 1455, als die in Lüneburg neu an die Macht gelangten Politiker sich das Loch in den städtischen Kassen1 nur damit zu erklären vermochten, daß die alten Politiker auf Kosten der Allgemeinheit gelebt haben müßten. In seinem Haus interniert und wie seine Parteifreunde energisch zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse gedrängt, reagierte Hinrik Lange jedoch nicht reuig, sondern unwirsch. Die ihm abgeforderte Erklärung über sein privates und geschäftliches Vermögen kommentierte er noch in der Rückschau entrüstet mit dem Satz: "Unde is wol unghehored dingh, dat wy en mosten vnse gudere so berekenen vnde in schrift geuen, dat ze scholden weten malkes rikedom vnde armoed".

Doch Langes empörte Zurückweisung einer Forderung nach dem ‚gläsernen Politiker' und das Bestehen auf der Geheimhaltung seiner Vermögensverhältnisse waren keineswegs die Reaktionen eines ertappten Sünders, sondern immer dann gängige Argumentations.guren, wenn in spätmittelalterlichen Städten über Steuerfragen beraten wurde. Denn jeder Kaufmann sah es für seine Kreditfähigkeit als schädlich an, wenn andere Einblick in seine Vermögensverhältnisse nehmen konnten.3 Aus dieser Denk.gur resultierte die penible Geheimhaltung kaufmännischer Rechnungsbücher ebenso, wie sie in der städtischen Steuerpraxis zur geheimen Steuerzahlung aufgrund der Selbsteinschätzung des Vermögens führte. So kam es gerade in den Hansestädten zu Steuerlisten, die alle Forscherhoffnungen enttäuschen, weil hinter allen oder zumindest hinter den Namen der städtischen Oberschicht nicht der so heißbegehrte Steuerbetrag, sondern beispielsweise ein einfaches iuravit steht.

Denn eben durch das Schwören und damit die Gefahr, sich eines Meineides schuldig zu machen, wollte man sicherstellen, daß der selbst errechnete und oft mittels Trichter und Tuch verdeckt in eine Truhe eingeworfene Steuerbetrag der angemessene war. 5 Wobei die geheime Schoßzahlung nicht nur die kaufmännische Kreditwürdigkeit zu sichern half, sondern nebenbei den zumindest nicht unerfreulichen Nebeneffekt besaß, murrenden Neidern keinerlei Anhaltspunkte für den Reichtum der Oberschicht zu liefern.

Doch noch einmal zurück zu Hinrik Lange. Denn daß man ihn, den einst mächtigen Politiker und vermögenden Bürger, zwar nicht an seiner Vermögenshöhe, aber eben doch als das erkennen sollte, was er war, hätte auch er wohl kaum geleugnet. Doch woran erkannte man ein Mitglied der städtischen Oberschicht, wenn nicht an seiner Steuerleistung? Für eine erste Antwort wechseln wir Ort und Zeit, bleiben aber in einer Situation des politischen Kon.ikts. In Braunschweig nämlich beschrieb ein Chronist, zwar ganz auf seiten der alten Ordnung, aber dadurch die Ereignisse um so deutlicher wertend, die Aufrührer des Jahres 1487 und ihre Motive, die er allein in der Sucht nach persönlichen Vorteilen zu .nden meinte. Sie wollten reich sein und wie Herren leben und blieben dabei doch Knechte, brachte der Chronist seine Einschätzung auf den Punkt, und zählte auch auf, was d

Erscheint lt. Verlag 7.12.2005
Reihe/Serie Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit ; 1
Zusatzinfo 67 b/w ill.
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Maße 170 x 240 mm
Gewicht 860 g
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Mittelalter
Naturwissenschaften Geowissenschaften Geografie / Kartografie
Schlagworte Arbeit • Beiträge • Berndt • Bild • Cities and towns • Cities and towns, Europe, History • Cities and towns, Medieval • CV-I/1 • Darstellungsmittel • Deutschland • Deutschland, Geschichte; Sozial-/Wirtschafts-Geschichte • Erkenntnis • Europe • Forschung • Fragestellung • Frühe Neuzeit / Frühneuzeit; Sozial-/Wirtschafts-Geschichte • Frühneuzeit; Sozial-/Wirtschafts-Geschichte • Geschichte • Geschichte 500-1500 • Gesellschaft • Gestellung • Halle <Saale, 2000> • History • Industrie • Kongress • Kultur • Lehrstuhl • Lohnsteuer • Materielle Kultur • Medieval • Medieval History • Medium • Mitarbeiter • Mittelalter • Mittelalter/Mediävistik • Mittelalter; Sozial-/Wirtschafts-G. • Neuzeit • Politik • Politik, Gesellschaft, Arbeit • Rind • Schrift • Sociology • Sociology, Urban • Sociology, Urban, Europe, History • Sozialstruktur • Sozialtopografie • Sozialtopographie • Soziologie • Stadt • Städte • Struktur • Tausch • Themen • Unive • Universität • Urban • Victor • Vielfalt • Vorindustrielle Zeit • Wissenschaft • Wort • Zeitschrift
ISBN-10 3-05-003836-5 / 3050038365
ISBN-13 978-3-05-003836-0 / 9783050038360
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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