Landschaftsformen (eBook)
VII, 248 Seiten
Springer Berlin (Verlag)
978-3-540-26874-1 (ISBN)
Wie entstehen Gebirge, Wüsten, Gletscher oder Vulkane? Welche Naturkräfte haben den beeindruckenden Grand Canyon geschaffen? So vielfältig wie das Gesicht der Erde sind die Antworten in diesem großartig illustrierten Buch. Von der Stellung der Erde im Sonnensystem bis hin zum Einwirken des Menschen auf das Landschaftsbild erklärt es die Entstehung der Oberflächenformen. Einzelbildfolgen veranschaulichen zahlreiche Prozesse wie z. B. die Entstehung eines Erdbebens. Neben präzisen, verständlichen Texten sorgen viele Fotos, Graphiken und Karten für faszinierenden Lesestoff. Ein ausführliches Glossar rundet das Buch ab.
Inhalt 5
1 Die Erde - Ein dynamischer Planet 10
1.1 Formen, Falten, Feuerberge 11
1.2 Von der Wolke zum Erdball - Die Erde entsteht 21
1.3 Das Zwiebelprinzip - Der Aufbau der Erde 23
1.3.1 Erdkern 24
1.3.2 Erdmantel 26
1.3.3 Erdkruste 28
2 Partner im All - Die Erde im Sonnensystem 30
2.1. Ein Planet in Bewegung 31
2.2. Nachbarn im All 33
2.2.1 Der Mond – irdischen Ursprungs? 33
2.2.2 Die Venus – heiß und tödlich 35
2.2.3 Der Mars – „kleiner Bruder" der Erde 36
2.3 Die Milchstraße 39
3 Zeitzeugen - Das Alter der Gesteine 42
3.1 Eine Frage des Alters 44
3.1.1 Altersbestimmung 44
3.1.2 Die geologische Zeitskala 48
3.2 Die Zeugen 51
3.2.1 Lebendig begraben? – Fossilien 51
3.2.2 Sprechende Steine 53
3.2.3 Böden: Die Haut der Erde 57
4 Formen gebend - Wer was bewirkt 60
4.1 Plattentektonik - die Theorie der Theorien 63
4.1.1 Der Beweis – die Erde als Magnet 67
4.1.2 Sea.oor- Spreading 70
4.1.3 Verschluckt - Subduktion 72
4.1.4 Karambolage - Kollidiert 73
4.1.5 Geschrammt - Transformstörungen 75
4.1.6 Hot Spots 75
4.2 Wasser, Eis und Wind 77
4.3 Verwitterung und Erosion 78
4.3.1 Physikalische Verwitterung 78
4.3.2 Chemische Verwitterung 79
4.3.3 Biogene Verwitterung 80
4.4 Gravitation und Massenbewegung 81
4.5 Klima als Landschaftsgestalter 83
4.5.1 Tropen 83
4.5.2 Subtropen 87
4.5.3 Gemäßigte Zone 87
4.5.4 Kalte Zone 88
4.5.5 Klimatische Höhenstufen 88
5 Aus dem Inneren - Vulkanismus und Erdbeben 90
5.1 Vulkanismus 91
5.1.1 Vulkanformen 93
5.1.2 Ausbruchstypen 98
5.1.3 Lava, Asche und Co. 99
5.1.4 Vulkanische Erscheinungen 103
5.2 Bebende Erde 107
5.2.1 Ursachen der Bodenbewegung 108
5.2.2 Auswirkungen 112
6 Faltenreich - Gebirgsbildung und Tektonik 114
6.1. Die Entstehung von Gebirgen 115
6.2 Faltung 120
6.3 Bruchtektonik 123
7 Kraft des Wassers - Flüsse und Talbildung 128
7.1 Eingebettet - Die Talbildung 129
7.2 Flüsse und ihre Mäander 131
7.3 Flussmündungen und Deltas 133
7.4 Sedimentation 135
7.5 Von Kalk und Karst 137
7.6 Wasserfälle 145
8 Kraft des Meeres - Inseln und Küstenformen 148
8.1 Vielfalt der Küstenformen 150
8.2 Gezeitenküsten 155
8.3 Riffe und Atolle 158
8.4 Glaziale Küstenformen 159
9 Kraft des Eises - Gletscher und Inlandeis 162
9.1 Der Gletscher und seine Ablagerungen 164
9.2 Formen aus den „Eiszeiten" 171
10 Kraft des Windes - Wüsten und der letzte Schliff 176
10.1 Vom Winde verweht - Windabtragung 179
10.2 Dünen und andere Windablagerungen 181
10.3 Wüsten der Erde 184
11 Meteoriten - Gefahr aus dem All 188
11.1 Das Risiko eines Meteoriteneinschlags 189
11.2 Deep Impact – Die Folgen eines Einschlags 193
12 Ressourcen - Was der Mensch draus macht 200
12.1 Gewässerregulierung 203
12.1.1 Begradigung von Flüssen 203
12.1.2 Stauseen 205
12.2 Rohstoffe aus der Tiefe 207
12.3 Landwirtschaft 209
Glossar 212
Index 250
Bildnachweis 254
6.1. Die Entstehung von Gebirgen (S.108)
Die großen Gebirgszüge sind nicht willkürlich auf der Erde verteilt. Dies war bereits dem Forschungsreisenden und Universalgelehrten Alexander von Humboldt aufgefallen. Auf seiner Südamerikareise im Jahr 1801 erforschte er nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt dieses Kontinents, er erkundete auch die Lage und Ausrichtung von Gebirgsketten.
Dabei suchte er nach einem übergeordneten Muster, einer Analogie zwischen dem Verlauf von Küstenlinien und den Gebirgszügen in verschiedenen Ländern. Er entdeckte Anzeichen dafür, dass Gebirgszüge bevorzugt in bestimmte Richtungen verliefen und schloss daraus, dass sie offenbar durch gewaltige, aus dem Inneren der Erde heraus wirkende Kräfte entstanden sein mussten. Welcher Art diese Kräfte aber waren, wusste er nicht.
Heute weiß man, dass die Gebirgsbildung eng mit der Plattentektonik zusammenhängt und daher die meisten Gebirgszüge an aktiven Plattengrenzen liegen. Dort, wo sich durch die Kräfte der Plattentektonik verschiedene kontinentale oder ozeanische Platten aufeinander zu bewegen, wölbt und faltet sich unter dem wachsenden Kompressionsdruck die Erdoberfläche auf – ein Gebirge entsteht.
Geologisch gesehen kann man dabei drei Entstehungsarten von Gebirgen unterscheiden. Gebirge des Inselbogentyps entstehen, wenn zwei ozeanische Platten miteinander kollidieren und dabei die eine Platte von der anderen in die Tiefe gedrückt wird. Die aufliegenden Sedimente der abtauchenden Platte werden dabei abgeschürft.
In einer Tiefe von etwa 100 Kilometern beginnt die abtauchende Platte aufgrund steigender Temperaturen zu schmelzen. Dieser Prozess, er wird Subduktion genannt, führt zur Bildung von Magmen mit geringer Dichte. Das heiße, flüssige Gesteinsmaterial steigt entlang von Klüften und Störungszonen auf, tritt an der Erdoberfläche als Lava aus und bildet so Vulkane - ein Inselbogen entsteht. Beispiele hierfür sind Japan, die Alëuten oder die Philippinen.
Eine Gebirgsbildung vom Andentyp spielt sich dagegen dort ab, wo eine ozeanische und eine kontinentale Platte aufeinander stoßen. Die dichtere ozeanische Platte taucht bei diesem Prozess unter die kontinentale Platte ab, schmilzt auf und vermischt sich mit dem heißen Mantelmaterial. Auch hier entsteht Magma mit geringer Dichte. Wegen der größeren Mächtigkeit der aufliegenden kontinentalen Platte kann das Magma jedoch nicht ungehindert an die Oberfläche aufsteigen.
Das vulkanische Material dringt daher zwar in die Kruste ein, tritt aber an der Oberfläche nicht immer als Vulkan zu Tage. Gemeinsam mit den Stauchungsvorgängen an der Plattengrenze führt dieser Zustrom flüssigen Gesteinsmaterials von unten dazu, dass die kontinentale Kruste angehoben und aufgeworfen wird – ein Gebirge entsteht.
Der Rand der kontinentalen Platte besteht dabei hauptsächlich aus Abtragungsmaterial vom Kontinent, die an der Plattengrenze mit Bruchstücken der ozeanischen Kruste vermischt werden. Es entsteht ein kompliziertes Gemisch aus verschiedenen Gesteinen, das auch Mélange genannt wird. Beispiele für diesen Gebirgsbildungstyp sind die nordamerikanischen Kordilleren und die Anden, die sich vor rund 60 Millionen Jahren zu heben begannen.
Stoßen zwei kontinentale Platten aufeinander, sind beide meist gleich dicht und mächtig. Die Gesteinsmassen prallen deshalb aufeinander, ohne dass eine der beiden Platten abtaucht, also subduziert wird. Die kontinentale Kruste zerbricht bei diesem Zusammenstoß in Späne, die sich verkeilen und als Decken übereinander geschoben werden.
Bei diesem tektonischen Prozess verdickt sich die kontinentale Kruste und es bilden sich meist komplexe Falten- und Bruchstrukturen. Die enormen Stauchungskräfte erzeugen im oberen Krustenmaterial hohe Drücke, die die Gesteine in ihrer Struktur verändern können.
| Erscheint lt. Verlag | 9.8.2005 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Phänomene der Erde | Phänomene der Erde |
| Zusatzinfo | VII, 248 S. 355 Abb., 349 Abb. in Farbe. |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Naturwissenschaften ► Geowissenschaften ► Geografie / Kartografie |
| Naturwissenschaften ► Geowissenschaften ► Geologie | |
| Technik | |
| Schlagworte | Endogene Kräfte • Exogene Kräfte • Flüsse • Fluviale Formen • Gebirge • Gebirgsbildung • Geographie • Geomorphologie • Gestein • Glaziale Formen • Gletscher • Insel • Küste • Landschaftsbild • Meere • Oberflächenformen • Ressourcen • Sedimentologie • Talbildung • Tektonik • Wasser • Wüste |
| ISBN-10 | 3-540-26874-X / 354026874X |
| ISBN-13 | 978-3-540-26874-1 / 9783540268741 |
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