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Entwicklung optischer Sensoren für die Boden-, Grundwasser- und Gewässeranalytik

(Autor)

Buch | Softcover
202 Seiten
2010 | 1., Auflage
Rhombos-Verlag
978-3-941216-40-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Entwicklung optischer Sensoren für die Boden-, Grundwasser- und Gewässeranalytik - Stefanie Jäger
CHF 58,75 inkl. MwSt
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Stefanie Jäger
Entwicklung optischer Sensoren für die Boden-, Grundwasser- und Gewässeranalytik
202 Seiten. DIN A5. 104 Abbildungen, 50 davon farbig, 7 Tab.
Preis. 42,- Euro. ISBN 978-3-941216-40-2.
Rhombos-Verlag, Berlin 2010

Schlagworte: Umweltanalytik, optische Sensorik, Chemosensoren

Zugl. Dissertation der Fakultät für Chemie und Pharmazie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2009

Eberhard Karls Universität Tübingen:

Institut für Physikalische und Theoretische Chemie
Group Optical Spectroscopy (Professor Dr. Günter Gauglitz)
http://barolo.ipc.uni-tuebingen.de/impressum.php?lang=de
Verunreinigungen von Böden, Grundwasser und Gewässern mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen und deren Verteilung (Ausbreitung) stellen nach wie vor ein sehr aktuelles und schwer einzuschätzendes Problem dar.

Diese Arbeit stellt zwei optische Methoden vor, die – unterstützt von Feldversuchen – die Möglichkeit bieten, numerische Modelle zur Schadstoffverteilung in porösen Medien zu verbessern und zu erstellen. Mit Hilfe einer Imaging-Methode, basierend auf einer einfachen CCD-Kamera, können Farbtracer-Experimente in Labortankaufbauten quantitativ ausgewertet werden. Zusammen mit Polydimethylsiloxan-beschichteten Chemo-Sensoren in Verbindung mit der Reflektometrischen Interferenzspektroskopie – eingesetzt zur Detektion realer Schadstoffe wie Toluol in Sand – können auf diese Weise große Datenmengen geliefert werden, um numerische Modelle zu erstellen.

Neben nicht selektiven Polydimethylsiloxan-Polymeren werden zur Untersuchung von endokrin wirksamen Substanzen in der Umwelt molekular geprägte Polymere eingesetzt, die eigens für die optische Sensorik entwickelt wurden.

Ziel der vorgestellten Ansätze ist ein besseres Verständnis der Schadstoffverteilung im Boden/Grundwasser-System.

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG 15

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN 19
2.1. OPTIK 19
2.1.1. Reflexion und Beugung 19
2.1.2. Reflexion an dünnen Schichtsystemen 21
2.2. REFLEKTOMETRISCHE INTERFERENZSPEKTROSKOPIE 24
2.3. STREUUNG, ABSORPTION UND FARBE 26
2.3.1. Streuung 26
2.3.2. Absorption 27
2.3.3. Farbe 28
2.4. POLYMERE 29
2.4.1. Molekular geprägte Polymere 30
2.4.1.1. Allgemeine Darstellung 31
2.4.1.2. Physikalische Formen 38
2.4.1.3. Anwendungen von MIPs 42
2.4.1.4. MIPs in der optischen Sensorik 43
2.4.2. Unspezifisch messende Polymere 44
2.4.2.1. Allgemeines 44
2.4.2.2. Glastemperatur und freies Volumen 45
2.4.2.3. Verwendung in der Chemosensorik 46
2.4.3. Polysiloxane 49
2.5. UNTERSUCHTE ANALYTEN 51
2.5.1. Atrazin aus der Gruppe der EDCs 51
2.5.2. Toluol aus der Gruppe der VOCs 52
2.5.3. Aminosäurederivate 52
2.6. SCHADSTOFFDISPERSION IM BODEN 53
2.6.1. Allgemein 53
2.6.2. Stand der Forschung 56
2.6.3. Mathematische Lösungsansätze 58
2.6.3.1. Mathematische Beschreibung der Dispersion 59
2.6.3.2. Theoretische Grundlagen für den zweidimensionalen
Fall nicht-reaktiver Tracer 61
2.6.3.3. Numerische Modelle 64

3. MATERIAL UND METHODEN 67
3.1. VERWENDETE GERÄTE UND AUFBAUTEN 67
3.1.1. Portabler RIfS-Aufbau 67
3.1.2. Tankaufbau mit CCD-Kamera 68
3.1.3. Modifizierte RIfS-Anlage für Tankmessungen 70
3.1.4. Dummy-Tank-Flusszelle 72
3.1.5. Spin-Coater 73
3.1.6. Rasterkraftmikroskop 73
3.1.7. Isotherme Titrations-µ-Kalorimetrie (ITC) 73
3.1.8. Ellipsometer 74
3.2. CHEMIKALIEN 75
3.2.1. Molekular geprägte Polymere 75
3.2.1.1. Atrazin-geprägte MIPs/Polymerfilme via Spin-Coating 75
3.2.1.2. Atrazin-geprägte MIPs/Nanopartikel 76
3.2.1.3. L-BFA-MIPs bzw. NIPs 76
3.2.2. Polydimethylsiloxan 77
3.2.3. Farbstoffe 77
3.2.4. Verbrauchschemikalien 79
3.3. TRANSDUCER 79
3.4. PRÄPARATION DER SENSITIVEN SCHICHTEN 79
3.4.1. Präparation der gegen Atrazin geprägten MIP-Transducer 80
3.4.2. Immobilisierung der gegen die
Aminosäure L-BFA geprägten NanoMIPs 81
3.4.3. Präparation der PDMS-Transducer 84

4. ERGEBNISSE UND DISKUSSION 89
4.1. MOLEKULAR GEPRÄGTE POLYMERE ALS OPTISCHER SENSOR 89
4.1.1. Molekular geprägte Polymere gegen EDCs 89
4.1.1.1. Atrazin-geprägte MIP-Filme präpariert durch Spin-Coating 89
4.1.1.2. Atrazin-geprägte MIP-Nanopartikel 93
4.1.2. Molekular geprägte Polymere gegen Aminosäurederivate 98
4.1.3. Zusammenfassung 107
4.2. BESTIMMUNG DER SCHADSTOFFDISPERSION IN PORÖSEN MEDIEN 109
4.2.1. Fluorescein als konservativer Farbstoff-Tracer 109
4.2.1.1. Referenzierung und Kalibrierung 109
4.2.1.2. Homogenes poröses Medium 115
4.2.1.3. Schwankende Fahnen 125
4.2.1.4. Heterogenes poröses Medium 129
4.2.1.5. Zusammenfassung 134
4.2.2. New Coccine als nicht-fluoreszierender Farbstoff-Tracer 135
4.2.2.1. Kalibrierung für New Coccine 137
4.2.2.2. Homogenes poröses Medium 139
4.2.2.3. Heterogenes poröses Medium 145
4.2.2.4. Zusammenfassung 152
4.3. TOLUOL-DETEKTION IN PORÖSEM MEDIUM 153
4.3.1. Toluol in der flüssigen Phase 153
4.3.2. Toluol in porösem Medium (Glaskügelchen) 155
4.3.3. Toluol in Sand 164
4.3.4. Zusammenfassung 166

5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 169

6. LITERATUR 173

7. ANHANG 187
7.1. ABKÜRZUNGEN 187
7.2. VERÖFFENTLICHUNGEN 197
7.2.1. Publikationen 197
7.2.2. Vorträge 198
7.2.3. Poster 199
7.3. AKADEMISCHE LEHRER 201

Einleitung Die Verunreinigung von Böden, Grundwasser und Gewässern mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen wie Benzol und Toluol ist, entgegen der weitläufigen Meinung, nach wie vor ein sehr aktuelles Thema. Während man in Deutschland im Alltag höchstens mit kontaminierten, alten Industriestandorten, ehemaligen Tankstellengeländen oder bei Unfällen mit diesem Thema konfrontiert wird, tritt dieses Problem andernorts in sehr viel größerem Ausmaß auf. So wird im kanadischen Fort McMurray dank des steigenden Ölpreises im großen Maßstab sog. Ölsand abgebaut, dem das zähe Rohöl mit heißem Wasserdampf und Chemikalien entzogen werden muss [1]. Der Abraum und die Abwässer werden in künstlichen Seen (Tailing Ponds) gelagert, die neben Quecksilber, Arsen und Cadmium hauptsächlich krebserregende Kohlenwasserstoffe enthalten. Die Becken lecken und verseuchen dadurch das Grundwasser in der Umgebung, was sich in einer deutlich ansteigenden Anzahl der Krebserkrankungen in dieser Region bemerkbar macht. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie hilflos man solchen Ereignissen gegenübersteht, weil bis heute nur unzureichende Kenntnisse über die Verteilung eines Schadstoffes in unterschiedlichen Böden vorhanden sind. So ist, bei einer Entscheidung über eine mögliche Bodensanierung, die Kenntnis der Schadstoffquelle unbedingt von Nöten, aber oft nicht vorhanden. Dies liegt in erster Linie daran, dass man auf aufwendige Probenahmen in Form von Bohrungen angewiesen ist, die weder regelmäßig noch in ausreichender Anzahl angestellt werden können. Auf bereits bebautem Gelände ist eine Bohrung zumeist gar nicht möglich. Mit Hilfe numerischer Modelle, die zum Teil auf experimentellen Daten von Feldversuchen basieren, zum Teil aber auch auf Laborversuchen, soll diese Wissenslücke verkleinert werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit zwei unterschiedlichen Ansätzen, die es ermöglichen nicht-invasiv die Schadstoffverteilung in unterschiedlichen Böden zu bestimmen und Schadstoffkonzentrationen zu quantifizieren. Dabei handelt es sich zum einen um eine auf einer CCD-Kamera basierten Methode, mit der die Verteilung eines Farbstoffes in einem Modelltank beobachtet werden kann und anhand der Farbwerte die Konzentration des Farbstoffes an jeder beliebigen Stelle berechnet werden kann. Diesbezüglich ist diese Methode dem herkömmlichen Ansatz, der auf Absorptions- oder Fluoreszenzmessungen an den Auslässen des Tanks basiert, überlegen. Als zweite Methode bietet sich die Verwendung eines optischen Chemosensors an. Sensormaterialien wie Polydimethylsiloxane zeichnen sich durch ihre Langzeitstabilität und Robustheit aus, was sie für den Einsatz in porösen Medien wie z.B. Sand prädestiniert. Die Reflektometrische Interferenzspektroskopie (RIfS) ermöglicht das störungsfreie Messen der Konzentration flüchtiger Kohlenwasserstoffe wie Toluol, ohne in das „Boden/Grundwassersystem“ eingreifen zu müssen. Beide Methoden können eine herkömmliche Analytik diverser Bohrkerne nicht ersetzen, aber sie können helfen, große Datenmenge für die Erstellung numerischer Modelle, unter Berücksichtigung unterschiedlicher Bodenzusammensetzungen und unterschiedlicher Fließbedingungen des Grundwassers, zu sammeln und somit die Auswahl geeigneter Probenahmeplätze erheblich erleichtern. Chemosensoren, wie die hier aus Polydimethylsiloxan hergestellten, zeichnen sich zwar durch ihre enorme Stabilität und ihre kostengünstige Herstellung aus. Allerdings muss man gleichzeitig in ihrer Spezifität und Sensitivität Abstriche machen. Einen Kompromiss kann man u.U. aber mit molekular geprägten Polymeren (Molecularly Imprinted Polymers, MIPs) finden. Sie sind als Bindeglied zwischen den hochspezifischen, aber teuren und empfindlichen biologischen Erkennungsstrukturen und den günstigen, aber eben unspezifischen Chemosensoren gedacht. Sie werden schon lange erfolgreich in der Festphasenextraktion und HPLC eingesetzt, aber noch kaum in der optischen Sensorik. Auf Grund ihrer strukturellen Beschaffenheit und Größe ist die Anwendung der MIPs in der optischen Sensorik sehr komplex. In dieser Arbeit werden Ergebnisse mit MIPs vorgestellt, die jedoch extra für diese Anwendung hergestellt wurden und deren Partikeldurchmesser sich im nm-Bereich bewegen. RIfS eignet sich hervorragend, um Bindungsgeschehnisse an diesen Erkennungsstrukturen zu untersuchen und das Verhältnis zwischen spezifischer und unspezifischer Bindung zu bestimmen. Zur weiteren Charakterisierung werden die Rasterkraftmikroskopie und die Isotherme Titrations-Mikrokalorimetrie eingesetzt. Bei den NanoMIPs handelt es sich zum einen, um Polymere, die gegen Aminosäurederivate geprägt wurden, zum anderem um Polymere gegen das Pestizid Atrazin. Letztgenannte wurden im Rahmen des EU-Projektes MENDOS (QLK4-CT2002-02323) erarbeitet, dessen Ziel die Entwicklung eines biomimetischen optischen Sensors zur Überwachung endokrin wirksamer Substanzen (EDCs) in der Umwelt war. EDCs sind natürliche oder künstliche Substanzen, die mit dem hormonellen System wechselwirken und seine Funktionen nachahmen oder blockieren können. Sie können einen Einfluss auf die geschlechtliche Entwicklung von Tieren haben, beim Menschen zu Brust- bzw. Hodenkrebs führen und die Anzahl der Spermien beim Mann verringern. Die Entwicklung eines schnellen Tests zur Überwachung von EDCs in der Umwelt, basierend auf gegen unterschiedliche EDCs geprägte Polymere, lag im Fokus dieses Projekts.

Erscheint lt. Verlag 3.3.2010
Zusatzinfo 104 Abb., 50 davon farb., 7 Tab.
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 320 g
Einbandart kartoniert
Themenwelt Naturwissenschaften Chemie Technische Chemie
Schlagworte Chemosensoren • Hardcover, Softcover / Chemie/Sonstiges • Optische Sensorik • Umweltanalytik
ISBN-10 3-941216-40-6 / 3941216406
ISBN-13 978-3-941216-40-2 / 9783941216402
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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