Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Für diesen Artikel ist leider kein Bild verfügbar.

Berührende Begegnungen (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2026 | 1. Auflage
328 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6957-0488-0 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Diese Klinikbiographie der Klinik Lahnhöhe in Lahnstein entstand aus Liebe zu einer außergewöhnlichen Klinik, die für die Mitarbeiter mit der Erfahrung von Zufriedenheit, Mitmenschlichkeit und persönlicher Weiterentwicklung verbunden ist. Anders als im hierarchischen Krankenhaussystem der "Halbgötter in Weiß" pflegten hier schon vor fast 50 Jahren die Chefärzte eine Kultur der wertschätzenden Begegnung mit Mitarbeitern und Patienten. Sie hatten den Mut, neue Wege in der Behandlung auszuprobieren, jenseits der Lehrmedizin, und den Menschen in seiner Ganzheit zu sehen und zu behandeln. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden haben sie eine einzigartige Synthese verschiedener Therapieformen entwickelt: Vollwerternährung nach Max Otto Bruker, klassische Naturheilverfahren, Homöopathie, anthroposophische Kunsttherapien, verschiedene psychotherapeutische Verfahren einschließlich einer spirituell orientierten Psychotherapie - und damit ein visionäres Krankenhaus der Zukunft aufgebaut. In dem Buch berichten Mitarbeiter und die Pioniere von dieser Entwicklung. Dies ermöglicht Heilungssuchenden allgemeinverständliche Einblicke in Theorie und Praxis besonderer Therapieverfahren und in das Werden einer Klinik. Es möchte nachfolgende Generationen von Therapeuten begeistern und ermutigen für neue Wege. Ein Ausblick der beiden aktuellen Chefärztinnen in die Zukunft rundet die Biografie dieser einzigartigen Klinik ab.

Bernhard Karcher fand in der Lahnhöhe seine erste Stelle nach der Approbation, lernte dort - noch bei Max Otto Bruker - eine neue Medizin kennen, die schnell seine innere Heimat wurde, der er lebenslang treu blieb. Mit großem Elan widmete er sich der Systemaufstellung und vertiefte seine Kenntnisse in Traumatherapie, die er in das Klinikkonzept integrierte.

2. Wunderbare Heilungsgeschichten


„Die Wunden, die du erhalten hast, sind die Hülle für das Gold, das du in dir trägst“

MALIDOMA SOMÉ

In diesem Kapitel haben wir besondere, unwahrscheinlich klingende Heilungsverläufe zusammengetragen wie den einer Migränepatientin, die mit rhythmischer Massage von ihrer Symptomatik befreit wurde, oder die Geschichte von einer Gemüsehändlerin, die mit Frischkost und Kohlmus vor einer Beinamputation bewahrt wurde.

Interviews


Helga Schmittinger, ehemalige Leiterin der Personalabteilung


„Einen speziellen Fall habe ich mit dem Senior Bruker erlebt. Zu uns kam eine Patientin mit einem offenen Bein, sie hatte sich an einer Obstkiste infiziert. Sie kam mit einer tiefen Wunde im Unterschenkel bis auf den Knochen. Vorher war sie schon in verschiedenen Kliniken und das Bein sollte amputiert werden. Der Senior hat die Patientin mit Weißkohlblättern behandelt, sie hat wohl anfangs furchtbar geschrien beim täglichen Verbandswechsel, aber die Wunde ist langsam nach und nach zugeheilt. Ich habe die Bilder in den verschiedenen Stadien gesehen, das hat mich schon sehr beeindruckt. Die Patientin war, schätze ich, ungefähr zwei Monate bei uns und ist dann ganz munter nach Hause gegangen. Seitdem habe ich Respekt vor Obstkisten und vor Weißkohlblättern.“

Ulf Schlickewei


„Ich erinnere mich vor allem an homöopathische Erfahrungen bei Folgen von Schreck, zum Beispiel mit den Mitteln Apis, Pulsatilla oder Opium. Eines Tages kam eine junge Frau mit Schwindel zu mir, die konnte genau sagen: ‚Vor einem Jahr, an dem und dem Tag hat es begonnen, da war ich Zeugin eines Verkehrsunfalls, und das war ganz dramatisch, und seitdem ist mir schwindlig.‘ Die hat von mir wegen ihrer Gesichtsfarbe, aber auch wegen der Folge von Schock homöopathisches Opium bekommen, und innerhalb einer Viertelstunde war der Schwindel weg und ist nie wieder aufgetreten.

Dann gab es einen Fall von überschießender Reaktion auf Bienenstich, der zweimal zur stationären Behandlung geführt hatte. Beim ersten Mal schwollen Hand und Unterarm stark an, sodass der Patient in einem Krankenhaus Kortison i. v. bekam. Während seines Aufenthalts in der Lahnhöhe wurde er erneut von einer Biene gestochen. Ich gab ihm Apis-Globuli, und nach fünf Minuten waren alle Beschwerden verschwunden.“

Gottfried Spaleck

„Ich erinnere mich an einen jungen Mann mit psychotischen Schüben, der in einem symptomfreien Intervall für längere Zeit in der Lahnhöhe war und dessen weiteren Lebensweg ich nach seiner Entlassung eine Weile mitverfolgen konnte. Die Zeit in der Klinik Lahnhöhe hatte ihm in seiner eigenen Wahrnehmung eine wesentliche Festigkeit und Orientierung für den weiteren Weg geben können. Ich glaube, es waren der multimodale Ansatz im therapeutischen Konzept und die von ihm als offen erlebte therapeutische Beziehungsgestaltung (ich war nicht der Therapeut), die stark heilende Kräfte in ihm freisetzten. Auch die Gemeinschaft mit Mitpatientinnen und Mitpatienten während der gemeinsamen Zeit in der Klinik spielten wohl für ihn eine wesentliche positive Rolle.“

Hildegunde Georg


„Meine erstaunlichste Heilungsgeschichte erlebte ich mit einer Patientin, die zu Hause ihre Mutter pflegte und vor der Aufnahme mehrmals notärztlich versorgt werden musste, weil sie Allergien hatte und lebensbedrohliche anaphylaktische Schocks erlitt. Fast alle Getreidesorten, Nüsse und viele Lebensmittel waren bereits als Allergene bei ihr festgestellt worden, und sie traute sich kaum noch, etwas außer Kartoffeln und Reis zu essen, weil sie nicht wusste, welches Nahrungsmittel wieder einen anaphylaktischen Schock auslösen könnte.

Damals war es noch üblich, dass die Patienten mindestens vier Wochen stationär waren, weil wir davon ausgingen, dass der Organismus einen Mondzyklus lang braucht, um sich umzustellen. Ich glaube, dass die Patientin acht Wochen da war. Zunächst begann sie, die Vollwertkost ohne warme Mahlzeiten zu essen, also rohes Gemüse, dreimal am Tag. An Brot und Frischkornbrei traute sie sich nicht heran. Es stellte sich heraus, dass sie alles Gemüse essen konnte. Manchmal musste ich bei ihr sitzen, wenn das Essen aufs Zimmer gebracht wurde und sie ein ihr gefährlich erscheinendes Gemüse ausprobierte. Die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks war ständig präsent.

Parallel erarbeitete ich mit ihr die Hintergründe ihrer Symptomatik und es stellte sich heraus, dass ihre Allergie ein symbolischer Ausdruck einer vorwiegend unbewussten Abwehr sein könnte, die Pflege ihrer Mutter zu leisten. Sie wehrte sich zuerst gegen diese Sichtweise, näherte sich ihr dann aber doch vorsichtig und fand immer mehr Hinweise dafür, dass die Ursache ihrer Allergie mit der Dynamik ihrer Tochter-Mutter-Beziehung zusammenhängen könnte.

Nach etwa vier Wochen Umstellungszeit und Anwendung aller infrage kommenden Heilmaßnahmen, die die Klinik zu bieten hatte (zum Beispiel auch tägliche Dauerdusche), organisierte sie einen Besuch bei der Mutter und teilte ihr mit, dass sie die Pflege nicht weiter übernehmen werde. Die Mutter konnte in dem Heim bleiben, in dem sie gerade zur Pflege während des stationären Aufenthaltes der Tochter untergebracht war. Die Patientin war deutlich entlastet. Wir näherten uns beide der Annahme, dass die Allergien jetzt ‚nicht mehr nötig‘ seien. Die Patientin hatte gezeigt, dass sie selbstwirksam für ihr eigenes Wohl sorgen kann. In der Lahnhöhe führten wir keine Desensibilisierungen durch. Ich hatte ihr lediglich homöopathische Mittel gegeben und Gespräche mit ihr geführt.

Ich saß bei ihr im Zimmer, als sie ihren ersten Frischkornbrei aß. Sie schaute mich intensiv an mit einem Blick, den ich immer wieder erinnere, als ginge es um Leben und Tod. Als sie die Schüssel leergegessen hatte, begann sie zu weinen und sagte: ‚Wissen Sie, wie oft ich nach einem kleinen Bissen Brot zuletzt im Notarztwagen weggefahren wurde?‘ “

Henning Elsner


„Als mir die Frage nach ‚berührenden Heilungsgeschichten‘ gestellt wurde, hat mich das eine Weile beschäftigt. Die stillen, aber wesentlichen Heilungsgeschichten sind in der Regel nicht sensationell und keine Zauberei. Entsprechend ist mein Medizin- und Therapieverständnis geprägt davon, ein geduldiger Begleiter zu sein. Manchmal einer, der schon Gesundung im beschriebenen Sinne mit sehen und erleben durfte, der dabei war, wenn Menschen Gleichgewichte wiederfanden, zurückkehrten in einen heilsamen Wechselwirkungsrhythmus mit sich, mit der Welt und den zu ihnen gehörenden Menschen. Manchmal ertüchtigt das Erfahrungswissen davon dazu, den Klienten einen kleinen Vorsprung zur Verfügung zu stellen, als hätten wir einen Moment lang ein bisschen Ich-Stärke abzugeben. Dies ermöglicht es uns, die Klienten ‚durchzuglauben‘, wenn sie den Glauben an sich selbst entweder noch nie hatten oder durch belastende Kontextfaktoren verloren haben. In solchen ‚Passungskrisen‘ ist oft die ‚innere Navigation‘ in die Abdrift geraten. Die Wunde steht im Vordergrund, das Buch der Wunder scheint zugeschlagen. Gesundung will angebahnt werden, damit alltägliche Wunder unsere Wunden berühren. In solchen Berührungsmomenten erlebt der sich entwickelnde Mensch eine Art Wiederleuchten, als fiele Licht auf das unverbrüchliche, ureigene Seelenhemdchen.

Dabei zeichnen sich unterschiedliche Gesten oder Typologien ab, von denen ich exemplarisch berichte:

Das Wunder des Friedens und Loslassen der Erwartungen an Eltern

Ein Mann lebte in Unfrieden mit seinem verstorbenen Vater, zernagt von einem ausgeprägten Hass und der Erwartung auf Wiedergutmachung. Angereichert durch das Familienstellen und den Austausch in den Selbsterfahrungsgruppen erschien ihm das Bild des Vaters während der Heublumensackauflage zur Mittagsruhe. Offensichtlich hatte ihn eine kleine ‚Alltagstrance‘ erfasst und er konnte sich in einem imaginären Gespräch mit seinem Vater aussöhnen. Der Vater schaute freundlich, dem Sohn fehlte vom Vater nichts mehr. Der Sohn begann, sich seinen eigenen Möglichkeiten zuwenden, und sah seine Kraft.

Das Wunder der Erkenntnis

Eine 42-Jährige hatte 6-jährig mit ihrer Schwester auf der Straße gespielt, als diese von einem Auto tödlich erfasst wurde. Die Mutter erlebte diese grausame Situation ohnmächtig vom Küchenfenster mit. Die tote Schwester wurde zur Heiligen, die überlebende Klientin zum Schattenkind (Ersatzkind). Diese Frau kam zu uns in Behandlung mit jahrzehntelang unheilbaren, lebensgefährlichen allergischen Schüben und Asthmaanfällen sowie einer rezidivierenden unerklärlichen Nesselsucht. Als sie erkannte, dass der Ausgangspunkt aller allergischen Reaktionen der Modergeruch der verwelkten Friedhofsblumen auf dem Grab ihrer Schwester war, die sie bei den wöchentlichen Pflichtbesuchen mit ihrer Mutter aus der grünen Steckvase wechselte, verlor sie die generalisierte Allergie auf alles Schimmelige, Modrige und Verwesende und damit auch das Asthma. Sie erlaubte sich ihr Leben und ließ die...

Erscheint lt. Verlag 12.1.2026
Sprache deutsch
Themenwelt Medizin / Pharmazie Naturheilkunde
ISBN-10 3-6957-0488-8 / 3695704888
ISBN-13 978-3-6957-0488-0 / 9783695704880
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)
Größe: 5,1 MB

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Information • Energie • Materie

von Ori Wolff

eBook Download (2015)
Lehmanns (Verlag)
CHF 24,40
Grundlagen - Indikationen - Behandlung

von Cornelia Stern

eBook Download (2025)
Haug (Verlag)
CHF 69,95
Grundlagen - Indikationen - Behandlung

von Cornelia Stern

eBook Download (2025)
Haug (Verlag)
CHF 69,95