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Querschnittskohortenstudie zur motorischen und neurokognitiven Entwicklung von Kindern mit Schädeldeformitäten

Buch | Hardcover
140 Seiten
2025
VVB Laufersweiler Verlag
978-3-8359-7261-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Querschnittskohortenstudie zur motorischen und neurokognitiven Entwicklung von Kindern mit Schädeldeformitäten - Laura Maria Schwertel
CHF 55,70 inkl. MwSt
Im Rahmen dieser Querschnittskohortenstudie wurden 60 Kinder, die im Säuglingsalter aufgrund einer synostotischen oder nicht-synostotischen Schädeldeformität am Universi-tätsklinikum Gießen in der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie behandelt wurden, prospektiv im Alter von 5 Jahren und 6 Monaten bis 6 Jahren und 11 Monaten in Hinblick auf ihre motorischen und neurokognitiven Fähigkeiten untersucht. Mithilfe stan-dardisierter Tests konnten motorische Defizite in den Bereichen Handgeschicklichkeit, Ballfertigkeiten und Balance erfasst (Movement ABC-2) und ein Intelligenzquotient in verschiedenen Bereichen ermittelt werden (CFT1). Anhand des Elternfragebogens CBCL/4-18 wurden bestehende Verhaltensauffälligkeiten dieser Kinder dokumentiert. Die beiden Probandengruppen der Kinder mit erfolgter Helmtherapie und der Kinder mit chi-rurgisch therapierter Kraniosynostose umfassen jeweils 20 Jungen und 10 Mädchen.
Die Ergebnisse unserer Studie zeigen erstmals, dass Kinder mit Kraniosynostosen signifi-kant schlechtere motorische und neurokognitive Fähigkeiten aufweisen als gleichaltrige Kinder mit nicht-synostotischen Schädeldeformitäten.
Die Mädchen haben vor allem Schwierigkeiten bei den Ballfertigkeiten, die Jungen zeigen Defizite in allen drei Bereichen Handgeschicklichkeit, Ballfertigkeiten und Balance. Insge-samt zeigen häufiger Jungen Auffälligkeiten in den einzelnen Bereichen als Mädchen, was allerdings auch an der höheren Gesamtzahl der untersuchten Jungen (n=20) im Vergleich zu den Mädchen liegen kann (n=10).
Insgesamt erreichen Kinder mit synostotischer Schädeldeformität ein signifikant niedrige-res Intelligenzniveau als Kinder mit nicht-synostotischer Schädeldeformität. Probleme tre-ten meist bei Wahrnehmungsumfang und –geschwindigkeit auf, aber auch beim Erkennen von Regel- und Gesetzmäßigkeiten.
Kinder mit synostotischer Schädeldeformität zeigen tendenziell häufiger externalisierende Verhaltensauffälligkeiten, hauptsächlich aggressives und dissoziales Verhalten.
Andere Auffälligkeiten sind Aufmerksamkeits- und soziale Probleme, sowie körperliche Beschwerden. Aber auch Kinder mit nicht-synostotischer Schädeldeformität zeigen Ver-haltensauffälligkeiten wie aggressives Verhalten, wenn auch im geringeren Maße.
Bei Kindern mit lagebedingter Schädeldeformität konnten wir weder motorische Defizite noch Auffälligkeiten im Gesamtergebnis des kognitiven Tests feststellen. Unterdurch-schnittliche IQ Werte wurden von Kindern mit nicht-synostotischer Schädeldeformität lediglich im Bereich Wahrnehmungsumfang und -geschwindigkeit erreicht.
Die in der Literatur häufig im Zusammenhang mit lagebedingten Schädeldeformitäten be-schriebenen Entwicklungsverzögerungen konnten im Rahmen unserer Studie bei Kindern mit individueller Kopforthesentherapie im Schuleintrittsalter nicht mehr nachgewiesen werden.
Es bedarf einer ärztlichen Aufklärung der Eltern von Kindern mit Schädeldeformitäten, um langfristigen motorischen und neurokognitiven Defiziten mittels gezielter frühkindlicher Förderung entgegenwirken zu können.
Die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie wurden bei der 43. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI) im Juni 2017 in Dresden präsentiert und im zugehörigen Abstractband veröffentlicht.
As part of this cross-sectional cohort study, 60 children who were treated in infancy for a synostotic or non-synostotic skull deformity at the University Hospital Giessen in the De-partment of Oral and Maxillofacial Surgery were prospectively examined at the age of 5 years and 6 months to 6 years and 11 months regarding their motor and neurocognitive abilities. With the help of standardized tests, motor deficits in the areas of hand dexterity, ball skills and balance were recorded (Movement ABC-2) and an intelligence quotient was determined in various areas (CFT1). Existing behavioral problems in these children were documented using the parent questionnaire CBCL/4-18. The two test groups of children with helmet therapy and children with surgically treated craniosynostosis each include 20 boys and 10 girls. The results of our study show for the first time that children with cranio-synostosis have significantly poorer motor and neurocognitive skills than children of the same age with non-synostotic skull deformities.
The girls have difficulties with ball skills, while the boys show deficits in all three areas of manual dexterity, ball skills and balance. Overall, boys show abnormalities in the individual areas more often than girls, although this may also be due to the higher total number of boys examined (n=20) compared to girls (n=10).
Overall, children with synostotic skull deformities achieve a significantly lower level of intelligence than children with non-synostotic skull deformities. Problems usually occur with the extent and speed of perception, but also with the recognition of rules and patterns.
Children with synostotic skull deformities tend to show externalizing behavioral problems more often, mainly aggressive and antisocial behavior.
Other abnormalities include attention and social problems, as well as physical complaints.
But children with non-synostotic skull deformities also show behavioral abnormalities such as aggressive behavior, even though to a lesser extent.
In children with positional skull deformities, we did not find any motor deficits or abnor-malities in the overall result of the cognitive test. Children with non-synostotic skull de-formities only achieved below-average IQ scores in the areas of range and speed of percep-tion. The developmental delays frequently described in the literature in connection with position-related skull deformities could no longer be demonstrated in our study in children with individual head orthosis therapy at school age.
Parents of children with skull deformities need medical advice to counteract long-term mo-tor and neurocognitive deficits through targeted early childhood education.
The preliminary results of this study were presented at the 43rd Annual Meeting of the Society for Neonatology and Pediatric Intensive Care Medicine (GNPI) in Dresden in June 2017 and published in the associated abstract volume.
Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Edition Scientifique
Verlagsort Gießen
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Themenwelt Medizin / Pharmazie Zahnmedizin
Schlagworte Babies • Baby • Entwicklung • Helmtherapie • Kinder • Kopfdeformationen • Kopforthese • Kraniosynostose • Motorik • Neurokognitive Fähigkeiten • Schädeldeformation • Schädeldeformatität • Verhaltensauffälligkeiten
ISBN-10 3-8359-7261-8 / 3835972618
ISBN-13 978-3-8359-7261-2 / 9783835972612
Zustand Neuware
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