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Wenn Karies das Knie blockiert (eBook)

und andere erstaunliche Zusammenhänge des Körpers mit den Zähnen
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
200 Seiten
Publishdrive (Verlag)
978-3-200-09841-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Wenn Karies das Knie blockiert -  Meinhard Vintler,  Karoline Vintler
Systemvoraussetzungen
19,90 inkl. MwSt
(CHF 19,40)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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Richard hat Magen-Darm-Beschwerden, Harry bekommt seit vielen Jahren Wadenkrämpfe beim Skifahren, Gabis Sehschwäche verschlimmert sich in einem rasanten Tempo. Diese und viele andere Leidensgeschichten verbindet die Tatsache, dass die behandelnden Ärzte keine Ursache finden konnten.


Karoline und Meinhard Vintler zeigen anhand spannender Fallbeispiele anschaulich auf, dass wir Erkrankungen besser verstehen und heilen können, wenn wir den ganzen Menschen betrachten. Die Zahnärztin und der Allgemeinmediziner sind überzeugt, dass ein zentraler Schlüssel zum Verständnis der Zusammenhänge im Körper über die Zähne führt.


Mit einer gehörigen Portion Humor und anregenden Illustrationen ermöglichen sie Medizinern wie Laien ein umfassenderes Verständnis vieler Krankheitsgeschehen. Verblüffend, wie sich die Heilungschancen verbessern, wenn sich Spezialisten auch für alternative Heilmethoden, für die Sichtweise der traditionellen chinesischen Medizin und neueste umweltmedizinische Techniken öffnen.


Ein Buch, das Leserinnen und Leser animiert, die Sorge für ihre Gesundheit stärker in die eigenen Hände zu nehmen. Das chronisch Kranken und denen, die bisher vergeblich nach den Ursachen für Ihre Leiden suchten, Mut macht. Ein Buch, das in keinem Haushalt fehlen sollte.

1.2 Das Mikrobiom – der Hauptbahnhof unseres Immunsystems


Im Darm befindet sich das Mikrobiom, genauer gesagt das fäkale Mikrobiom (manchmal auch Mikrobiota genannt), denn eigentlich ist das Mikrobiom fast überall, denn es umfasst alle Mikroorganismen auf der Haut, in den Schleimhäuten und Organen. Allein im fäkalen Mikrobiom befinden sich rund eine Billion bis eine Billiarde dieser mikrobiellen Mitbewohner, eine unvorstellbare Zahl.

Das Mikrobiom des Darms, auch Darmflora genannt, hat mehrere Aufgaben. Es muss unter anderem die aufgenommenen Ballaststoffe fermentieren, Umweltchemikalien unschädlich machen und Immunzellen stimulieren. Wir sollten also sehr darauf bedacht sein, die Darmflora gesund zu erhalten, denn ist sie gestört, sind auch unsere Immunkräfte geschwächt. Und nicht nur das. Weil das Mikrobiom seit einigen Jahren intensiv erforscht wird, wissen wir heute, dass auch Stoffwechselstörungen und Erkrankungen wie Diabetes, Depressionen und Autismus mit einem Ungleichgewicht der Mikroorganismen im Mikrobiom einhergehen. Wie können wir das Gleichgewicht erhalten oder wiederherstellen, wenn es gestört ist? Nun, der einfachste und einleuchtendste Weg führt natürlich über eine gesunde Ernährung. Alles, was seinen Weg in den Darm hineinfindet, hat dort Auswirkungen. Das gilt nicht nur für Brot, Fleisch, Gemüse, Zucker usw., sondern insbesondere für Medikamente, von denen manche wie ein Flächenbrand wirken. So sollen auch Antibiotika die Bakterien abtöten oder zumindest in Schach halten, die für eine bestimmte Infektionskrankheit wie beispielsweise eine Blasenentzündung verantwortlich sind. Aber wenn sie über längere Zeit eingenommen werden, können Antibiotika die komplette Darmflora zerstören, töten also die guten und nützlichen Bakterien gleich mit ab.

Die Ernährung stellt die Hauptversorgung für den Darm dar. Schon jedes kleine Kind weiß heute, wie wichtig es ist, sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren – ohne Junkfood, Fertiggerichte und Unmengen von Süßigkeiten. Wer zu viele schlechte Fette und Kohlenhydrate zu sich nimmt, fördert ein ungünstiges Verhältnis der guten und schlechten Darmbakterien. Solche Menschen leiden häufiger unter starkem Übergewicht.

Auf welch mannigfaltigen anderen Wegen sowohl Störfaktoren als auch positive Einflüsse auf den Darm und das Mikrobiom stattfinden, das können wir größtenteils nur erahnen. Unsere Sprache verrät jedoch viel über den besonderen Einfluss der Psyche. Wir müssen nur genau hinhören. So deutet der Ausdruck „Schiss haben“ darauf hin, wie sich Angst auf die Darmtätigkeit auswirkt. Wir „machen uns vor Angst in die Hose“ oder empfinden bei starker Verliebtheit „Schmetterlinge im Bauch“, bei Aufregung gleich ganz Flugzeuge. Wie treffend wir damit Verbindungen zum Darm aufzeigen, beweist schon die Tatsache, dass der Grundstoff, aus dem das Glückshormon Serotonin gebildet wird, aus der Darmschleimhaut kommt, wie wir gleich noch genauer sehen werden.

So viel, besser gesagt: so wenig zum Grundverständnis des Mikrobioms. Wer mag, sollte sich unbedingt näher damit befassen – es ist ein spannendes und wichtiges Thema, über das es viele Bücher gibt und das in der jüngeren Forschung viel Beachtung findet.

Das Wenige, was wir nun über die Darmflora wissen, reicht, um zu erkennen, dass die unverträglichen Metalle und Kunststoffe im Mundraum durch Abrieb in den Speichel und mit diesem in den Darm gelangen und dort viel Unruhe stiften können. Das gelingt ihnen umso leichter, je unausgewogener die Darmflora bereits ist. Hat sie bereits an anderer Stelle mit schädlichen Eindringlingen zu kämpfen, dann reichen ihre Kapazitäten nicht, um sich auch noch mit der Abwehr dieser Stoffe aus den Zähnen erfolgreich zu befassen.

Der Weg zwischen Mund und Darm ist aber nicht als Einbahnstraße von oben nach unten zu verstehen. Mund- und Darmmilieu beeinflussen sich gegenseitig. Also auch das, was im Darm passiert, wirkt sich oben im Mundraum aus. Das lässt sich ganz gut am Beispiel einer kleinen Entzündung im Mund zeigen, wie sie fast jeder schon einmal erlebt hat. Sie heilt in der Regel von alleine. Das liegt an den Immunzellen, die im Darm gebildet werden. Sie gelangen über die Schleimhäute in den Mund und bekämpfen dort die Entzündung. Ein anderes Beispiel ist der Mundgeruch, der auch trotz ordentlicher Zahnpflege und kariesfreier Zähne entstehen kann. Die Darmflora grüßt dann auf etwas peinliche Weise. Nicht nur auf peinliche, sondern sogar auf schädliche Weise wirkt sich eine gestörte Darmflora auch auf die Entwicklung von Karies aus. Wie wechselseitig der Verkehr schädlicher Stoffe zwischen Mund und Darm ist und sich in beide Richtungen gegenseitig beeinflusst, können wir am Beispiel von Zucker und Karies sehen. Zucker richtet nicht nur an den Zähnen Schaden an, er fördert auch im Darm das Wachstum von Pilzen, die den Darm schwächen. Die schlechten Bakterien nehmen überhand und schwächen das Immunsystem. Der schwache Darm produziert weniger Abwehrzellen, die dann an allen Schleimhäuten fehlen und das Milieu kippen lassen können. Es entstehen Fäulnisbakterien, die kräftig daran mitarbeiten, dass Karies an den Zähnen entsteht.

Das Ungleichgewicht unter den Mikroorganismen im Darm nennen wir Medizinerinnen Dysbiose. Wenn wir verstehen wollen, wie es entsteht, müssen wir einen genaueren Blick auf die Darmwand werfen.

Abbildung 1: gesunde (oben) und gestörte (unten) Darmschleimhaut

Sie besteht aus vier Schichten, deren innerste die Darmschleimhaut ist. Im gesunden, voll funktionsfähigen Zustand wirkt sie wie ein Schutzschild gegen Schadstoffe, damit diese nicht aus dem Darm in die Blutbahn gelangen. Dagegen lässt sie Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren, also alles, was gut ist und gebraucht wird, durch. Ist diese Schleimhaut aber angegriffen, zeigt sich das, indem die Kette aus dicht nebeneinander aufgereihten prallen Zellen plötzlich nicht mehr so geschlossen ist. Die Zellen sind erschlafft, die Proteine zwischen ihnen, die normalerweise dafür sorgen, dass die Zellen fest miteinander verbunden sind, fehlen oder machen ihre Arbeit nicht richtig. Es bilden sich Lücken, sogenannte Leaky Guts zwischen den Zellen, und schwups dringen die Schadstoffe, die nur darauf gewartet haben, endlich rauszukommen, in diese Zwischenräume und wandern weiter in die Blutbahn dahinter. Das Blut transportiert die Giftstoffe, Fremdkörper und unerwünschten Bakterien in die Leber, wo sie Entzündungen und Allergien verursachen – ein komplizierter chemischer Prozess. Da dies ja nun kein einmaliger Vorgang, sondern ein oft lang andauernder Zustand ist, wird der Prozess chronisch. Chronische Erkrankungen lassen das System in eine negative Spirale abdriften: Sie schädigen die Darmschleimhaut, was zu vermehrten Entzündungsprozessen führt, was wiederum zu weiteren chronischen Erkrankungen führt.

Eine Belastung der besonderen Art für das Mikrobiom sind Antibiotika. Sie töten nämlich nicht nur die krankheitserregenden Bakterien, sondern die nützlichen gleich mit. Dieser Kahlschlag im Darm macht sich bei vielen Menschen nach der Einnahme eines Antibiotikums durch Durchfall, Bauchschmerzen oder Übelkeit bemerkbar. Aber das sind noch die harmlosen Nebenwirkungen. Manche Wirkungen, die wir nicht sehen, sind mit weitaus langwierigeren Schäden verbunden. Ein Kind, das zum Beispiel im Alter von fünf Jahren mit einem Antibiotikum gegen seine Mittelohrentzündung und im Alter von acht Jahren mit einem weiteren Antibiotikum gegen eine Angina behandelt wird, entwickelt im Laufe seines Lebens ein völlig anderes Mikrobiom als ein Mensch, der nie ein Antibiotikum genommen hat. Eines, das weniger vielfältig ist. Na ja, könnte man denken, ist ja nicht so schlimm, es hat ja eh jeder eine ganz individuelle Zusammensetzung. Damit kann man doch gut leben. Stimmt! Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Bis zu diesem Punkt gleicht der Körper Fehl- oder Mangelzustände aus. Aber ab diesem Punkt kippt die Lage. Dieser Punkt kann viele Jahre später liegen. Bis dahin sind höchstwahrscheinlich noch etliche andere schädigende Dinge wie schlechte Ernährung, Erkrankungen oder Traumata hinzugekommen. Aber wer denkt schon daran, wenn er mit vierzig nur noch mit Abführmitteln einen einigermaßen geregelten Stuhlgang hat, dass dies mit dem Antibiotikum zusammenhängen könnte, das ihm als Kleinkind verabreicht wurde.

Und weil wir ja wissen, dass alles mit allem zusammenhängt, schauen wir uns noch den Zusammenhang zwischen Darm und Hirn an. Denn ein durchlässiger, gestresster Darm hat auch hier negative Auswirkungen. Hat sich durch die lückenhafte Darmschleimhaut, die eindringenden Schadstoffe und die unablässig abgefeuerte Abwehrmunition unserer Immunzellen eine stille Entzündung entwickelt, so werden über den Vagusnerv (ein Nerv, der Gehirn und Organe verbindet) die Signale, die der Darm ans Gehirn sendet, verändert. Dort, im Gehirn, wird einer dieser Stoffe, eine essentielle Aminosäure namens Tryptophan in das Glückshormon Serotonin umgewandelt. Allerdings nicht komplett, ein Teil wird umgewandelt in eine andere Aminosäure, das Kynurenin. Das brauchen wir zum Schutz des Immunsystems. Diese beiden Stoffwechselprozesse sind sehr fein aufeinander abgestimmt. Durch die stille Entzündung, die Immunreaktion des Körpers und die veränderten Signale verschieben sich die Anteile und es wird weniger Serotonin und mehr Kynurenin produziert. Die Folge ist: Wir werden depressiver und leiden zunehmend unter Schlafstörungen, denn das Serotonin sorgt auch für einen guten Schlaf. Ist dieser Prozess...

Erscheint lt. Verlag 1.6.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie
Medizin / Pharmazie Naturheilkunde
Schlagworte ganzheitliche Medizin • Umweltmedizin • Wurzelbehandlung • Zahngesundheit
ISBN-10 3-200-09841-4 / 3200098414
ISBN-13 978-3-200-09841-1 / 9783200098411
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