Die Pflegeorientierte Verschrenkungstheorie (eBook)
134 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-3722-8 (ISBN)
Habe 15 Jahre in der Verkauf Brange gearbeitet! War 1 Jahr in Kalifornien! Habe vor 35 Jahren mit Kurzgeschichten zu Schreiben begonnen und in der Pflege meine Erfüllung gefunden.
Die Pflegeorientierte Verschrenkungstheorie
Meines Erachtens gibt es vier Säulen um mit einer Person, gemeinsam an ein Ziel zu gelangen:
- Sympathie
- Motorik
- Compliance
Sie werden sich fragen; „Wo ist die vierte Säule?“
Über die vierte, die wichtigste Säule möchte ich Ihnen später berichten, nachdem ich näher auf die bereits erwähnten Werkzeuge eingegangen bin.
Das Wort, „Sympathie“ gefällt mir überhaupt nicht! Denn wenn Sie in der Pflege an eine Person herantreten und sich darüber Gedanken machen, ob Ihnen ein(e) "illi curandum" sympathisch ist, haben Sie schon verloren. Sie müssen all ihr Wissen in diese zu pflegende Person einfließen lassen. Egal welches Krankheitsbild Ihnen entgegen tritt und welche Herkunft, Kultur, Hautfarbe diese Person vorweist.
Sie sollten völlig neutral, ohne Vorurteile arbeiten!
Mit der „Motorik“ meine ich das Tun. Welche Handlungen werden bei dieser Person unternommen? Wie interagiert die zu pflegende Person mit Ihnen? Ist es ein Zusammenarbeiten, oder richtet sich die Handlung nur von Ihnen ausgehend in eine Richtung, oder umgekehrt? Wenn Sie gut sind, spüren Sie, ob die Pflegehandlung harmonischer Natur ist oder nicht.
Denken Sie daran, es sollten beide einen Nutzen davon tragen! Ist dies der Fall, dann spricht man von „Compliance“.
Doch bis die Compliance erst einmal zustande kommt, bedarf es der vierten Säule! Das „Vertrauen“.
Wenn sich die/der zu Pflegende nicht in Ihre pflegenden Hände fallen lassen kann, wird die Compliance niemals zustande kommen. Erst wenn Sie das Vertrauen einer Person gewonnen haben, wird Sie Ihnen Ihr fachliches Wissen abkaufen. Sie will dann genau das tun, was Sie für richtig halten. Sie wird ihren Anweisungen folgen und mit Ihnen zusammen, die von Ihnen angeordneten Pflegehandlungen durchführen.
Vertrauen verbindet! Ist die/der zu Pflegende Ihnen gegenüber misstrauisch, weil Sie zu grob zupacken, zu laut sprechen, oder sogar schreien, dann resigniert die/der zu Pflegende und lässt die Pflegehandlung nicht zu. Folglich können Sie nicht mehr mit dieser Person weiter arbeiten, oder nur schwer. Die Kommunikation friert ein. Sie werden merken, dass die/der zu Pflegende sich von Ihnen abwendet, sich zurück zieht. Die Compliance wird nicht mehr funktionieren. Ein Geben und Nehmen steuert nicht mehr auf ein gemeinsames Ziel zu. Oft ist das der Fall bei Pflegepersonen, die zu lange in dem Job arbeiten. Sie werden berufsblind! Die/der "illi curandum" wird nicht mehr ernst genommen. Es zählt nur noch, dass der tägliche Pflegeplan durchgeführt wird. Und zwar die Pflegehandlung selbst, die durchgeführt werden muss, um jeden Preis! Egal, ob die zu pflegende Person will oder nicht! Um, das Vertrauen einer Person zu gewinnen, gehört natürlich die Sympathie, die von Ihnen ausgeht, dazu. Strahlen Sie diese einmal aus, werden Ihnen alle aus der Hand „fressen“!
Deswegen sollten Sie ein freundliches Lächeln ausstrahlen, sanfte Berührungen bei Ihrer Arbeit anwenden und Ihre Sprechweise immer berücksichtigen/anpassen.
Sie werden sehen, das „Feedback“ wird enorm sein!
Erst diese Woche hatte ich diesbezüglich ein Erlebnis mit einer Bewohnerin, das mich selbst verblüffte.
Sie ist erst vor wenigen Tagen im Pflegeheim eingezogen. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich sehr schwer tat, ihren letzten Lebensabschnitt hier zu verbringen. cAdipositas ist ihr Handikap und sie leidet an 9Linksherzinsuffizienz. Ihre Unterschenkel bis zu den Zehenspitzen sind 10ödematös. Schon nach leichter Anstrengung ist sie kurzatmig. Deshalb hat sie ein Sauerstoffgerät in ihrem Zimmer gleich hinter ihrem Bett platziert. Dass sie eigentlich immer nach der Abendpflege, beim zu Bett bringen, nicht missen möchte. Gestern sollte eine Kollegin die Abendpflege bei ihr übernehmen, da ich bei einem 11Wachkoma-Bewohner mit der Pflege beschäftigt war. Plötzlich rannte eine Kollegin in das Zimmer des Wachkoma-Bewohners. Ich war fast fertig mit der Positionierung des Bewohners, als sie mich schmunzelnd darum bat, ich solle sofort, nachdem ich hier fertig bin, zu der neuen Bewohnerin kommen, da sie sich von niemandem anderen anfassen lässt, außer von mir.
In der Pflege versteht man solche Wünsche der zu Pflegenden, weil es legitim ist. Nach längerer Zeit der Pflege fühlen sich zu Pflegende bei gewissen Pflegepersonen wohl.
Bei manchen lassen sie die Pflege zu, bei manchen nicht. Diese Erfahrung kenne ich eigentlich nur beim Duschen.
Es gibt weibliche Patientinnen/Bewohnerinnen/Kundinnen, die das Duschen von Pflegern ablehnen. Ist auch okay!
Ein letzter Kontrollblick zu dem Wachkomma-Bewohner. Sein Oberkörper dreißig Grad hoch positioniert, der Wasserbeutel am Ständer läuft, und der Katheter-Schlauch ist frei von jeglichen Abknickungen. Bevor ich diesen „Check“ nicht vollzogen habe, verlasse ich so ein Bewohnerzimmer nicht! Ich ließ die Tür einen Spalt offen und ging mit schnellen Schritten zu dieser Bewohnerin.
Sie saß im Rollstuhl beim Tisch in ihrem Zimmer. Schämte sich, weil sie auf die Pflege von anderen angewiesen war und meine Kolleginnen mich holen mussten. Ich tröstete sie und erklärte ihr, dass es keine Umstände gab. Weinerlich erklärte sie mir, warum sie mich holen ließ. Ich fühlte mich geschmeichelt, war jedoch sehr gespannt, warum gerade ich ihr bei der Abendpflege behilflich sein sollte. Mit seufzender Stimme fing sie an, es mir zu erklären.
„Wissen Sie, Sie sind der Einzige, der viel Kraft hat, und dadurch vertraue ich Ihnen. Ich habe so viel Angst zu stürzen, wegen meinen dicken Beinen, und nur Sie geben mir Sicherheit!“
Es war wie Balsam für mich! Denn ich liebe meine Arbeit sehr.
Ich versuche alles zu geben, wo andere Kolleginnen/Kollegen Grenzen setzten, wo es oft nicht notwendig ist.
Ich denke, dass dieses Denken der alten Schule angehört? Natürlich nicht in diesem Fall, aber Sie wissen, was ich meine.
Seien Sie offen für Neues, tun Sie einfach das, was die zu Pflegenden von Ihnen wollen( nicht verlangen!).
Verlangen wäre zu fordernd! Schließlich sind wir keine Dienerinnen/Diener!
Zurück zu der netten Dame. Sie war so froh, dass ich ihr beim Aufstehen aus dem Rollstuhl im Badezimmer half. Ich gab ihr genug Zeit, sich zur Toilette zu drehen und sich hin zu setzen.
Sie wiederholte es mehrmals, dass ich ihr Sicherheit gebe und sie sich auf mich verlassen kann. Ich spürte, wie wichtig es ihr war, das ICH ihr half. Mein Kollege war gestern bei ihr. Doch er war völlig überfordert! Ich habe ihm gesagt, dass die neue Bewohnerin, viel Zeit für ihre Beine beansprucht, die man ihr geben muss. Das dies der Schlüssel für die Compliance bei ihr sei. Er war neidisch… ☺
Das gilt auch, wenn Sie mit ihren Kolleginnen/Kollegen zusammen arbeiten.
Egal welchen Rang diese haben, egal wie autoritär sie sind, es wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als den richtigen Schlüssel zu finden um Ihren beruflichen Alltag, so angenehm wie möglich zu gestalten. Schließlich arbeiten Sie alle zusammen! Und wieder muss ich das „Miteinander“ hervorheben. Miteinander, nicht gegeneinander arbeiten! Geduldig sein. Der/dem genug Zeit geben. Nicht drängeln.
Es nützt niemandem etwas, wenn ständig gestritten wird, Zänkereien im Umlauf sind, und letztendlich, die "illi curandum" darunter leiden müssen, nur weil das Team nicht funktionieren will. Gelingt es Ihnen nicht, sich in das Pflegeteam zu integrieren, dann sollten Sie die Station, oder das Haus schleunigst wechseln!
Auf keinen Fall, Jahre vergeuden und so tun als wäre es normal, mit solchen unangenehmen Kolleginnen/Kollegen, die Ihnen Bauchweh bereiten, weiter zu arbeiten! Geben Sie bei Ihrer Suche nicht auf, den richtigen Platz zu finden! Irgendwann erkennen Sie, dass Sie in ein Team passen, das Ihnen zusagt. Sie werden Spaß haben, Anerkennung erfahren und Ihren Weg gehen.
dAnerkennung, Vertrauen und Respekt eines jeden Einzelnen setzten richtungsweisende Maßstäbe für ein gemeinsames Fundament des Zusammenhalts, damit dieser Wirklichkeit werden kann.
Vergessen Sie bei der pflegeorientierten Verschrenkungstheorie die Angehörigen nicht!
Werden diese nicht in die ganzheitliche Pflege miteinbezogen, erkennen Sie schnell, dass die Compliance nicht einwandfrei funktionieren wird. Schließen Sie oder die Heimleitung die/den Angehörigen von der Pflege aus, fehlt ein Glied in der Ganzheitlichen Pflege.
Damit meine ich, dass die Angehörigen eine wesentliche Rolle für die „illi curandum“ spielen. Wie der Bezug zu den Pflegenden mit den Angehörigen ist, werden Sie selbst erkennen. Ich habe aus meiner persönlichen Erfahrung erkannt, wie wichtig Bezugspersonen sind. Sie sind der Rückzugsort, an dem sich die "illi curandum" beraten, aber auch ihr Herz ausschütten können.
Jeder braucht jemanden, um seine persönlichen Gedanken auszutauschen. Jemanden, mit dem man reden kann! Sich einen Rat holt, einfach nur das...
| Erscheint lt. Verlag | 24.3.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Medizin / Pharmazie ► Pflege |
| Schlagworte | Die Pflegeorientierte Verschrenkungstheorie • Interdisziplinär • Kollegialität • Kollegialität in der Pflege • Miteinander Arbeiten • Miteinander Pflegen • Pflege • zusammen arbeiten • Zusammenarbeit Pflege |
| ISBN-10 | 3-7693-3722-0 / 3769337220 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-3722-8 / 9783769337228 |
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