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Der Diskurs um § 218 StGB und Ursachen von Abtreibungen (eBook)

Eine Bilanz der Beratungsregelung 25 Jahre nach den Gesetzesreformen von 1995
eBook Download: PDF
2023 | 1. Aufl. 2023
288 Seiten
Springer Fachmedien Wiesbaden (Verlag)
978-3-658-42777-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Diskurs um § 218 StGB und Ursachen von Abtreibungen - Florian Michael Dienerowitz
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Der Schwangerschaftsabbruch ist ein vielschichtiges und kontrovers diskutiertes Thema. Relativ wenig Beachtung finden dabei jedoch die Ursachen von Abtreibungen. Dieses Buch stellt die Gründe für den Schwangerschaftskonflikt in den Kontext der Abtreibungsdebatte in Deutschland. Dazu wird in einem historisch-theoretischen Teil zunächst die Geschichte und der Diskurs um den Schwangerschaftsabbruch und § 218 StGB bis ins Jahr 2021 dargestellt. Thematisiert wird insbesondere die seit dem 1. Oktober 1995 bestehende Gesetzgebung mit der sogenannten Beratungsregelung im Zentrum und ihre medizinrechtlichen und -ethischen Folgen. Anschließend untersucht ein empirischer Teil die Gründe für den Schwangerschaftskonflikt. Dazu wird ein detaillierter Forschungsansatz auf Grundlage von über 1800 Konfliktfällen präsentiert. Die Ergebnisse werden mit den wenigen bereits existierenden Daten zu den Gründen des Schwangerschaftskonflikts abgeglichen. Es zeigt sich, dass Schwangerschaftskonflikte multikausal sind, wobei Partnerschaftsprobleme und die Einflussnahme Dritter, insbesondere die ablehnende Haltung des Kindesvaters, von besonderer Bedeutung sind. Diese Erkenntnisse sind eine wesentliche Ergänzung für den gesellschaftspolitischen Diskurs und beleuchten das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung der Frau und Lebensrecht des Kindes neu. Auch lassen sich daraus verbesserte Hilfen für Schwangere entwickeln. All dies wird abschließend vor dem Hintergrund etwaiger Reformbestrebungen diskutiert.



Florian Michael Dienerowitz, geb. 1990, arbeitet als Arzt in Ludwigshafen und schrieb im Fachgebiet Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg seine Promotionsarbeit. Dort forscht er weiterhin zu medizingeschichtlichen, medizinrechtlichen und medizinethischen Aspekten des Schwangerschaftsabbruchs mit dem Schwerpunkt auf den Hintergründen des Schwangerschaftskonfliktes und den Ursachen für Abtreibungen.

Inhaltsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 9
Abbildungsverzeichnis 11
Tabellenverzeichnis 14
Teil I Einleitung 16
1 Material und Methoden 18
1.1 Eingrenzung des Themengebiets 18
1.2 Begrifflichkeiten 19
1.3 Vorgehen bei der Literaturanalyse 24
2 Die Geschichte der Gesetzgebung des Schwangerschaftsabbruchs 26
2.1 Antike, Mittelalter und Frühe Neuzeit 26
2.2 Deutsches Kaiserreich (1871 bis 1918) 28
2.3 Weimarer Republik (1919 bis 1933) 30
2.4 Nationalsozialismus und Besatzungszeit (1933 bis 1949) 32
2.5 BRD, DDR und wiedervereinigtes Deutschland (1949 bis 2021) 35
3 Der Schwangerschaftsabbruch in Deutschland in Zahlen 42
3.1 Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes 42
3.2 Hinweise auf eine mögliche Untererfassung 48
Teil II Der Diskurs um den Schwangerschaftsabbruch in Deutschland von 1995 bis 2021 52
4 Der schwierige Weg zu einer einheitlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs 53
4.1 Das Schwangeren- und Familienhilfegesetz von 1992 54
4.2 Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Mai 1993 57
4.3 Das Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz von 1995 63
4.4 Der bayerische Sonderweg und das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1998 66
5 Widersprüche und Inkonsequenzen in Gesetzgebung und Rechtsprechung 71
5.1 Der Ausschluss von Unrechtsfolgen einer rechtswidrigen Tat 72
5.2 Die Aufgabe des individuellen Schutzanspruchs zugunsten des Selbstbestimmungsrechts der Frau 79
5.3 Widersprüchlichkeiten im Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum bayerischen Sonderweg 80
5.4 Der juristische Umgang mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung als Folgeschwierigkeit des geltenden Abtreibungsrechts 85
6 Das Beratungskonzept im Zentrum der gesetzlichen Regelung 88
6.1 Anforderungen an das Beratungskonzept und seine gesetzliche Umsetzung 88
6.2 Kritik am Beratungskonzept 92
6.3 Die Beratungsträger am Beispiel von Pro Familia und der katholischen Kirche 95
7 Die medizinische Indikation und ihre Folgen 103
7.1 Kritik an der weiten Fassung der medizinischen Indikation 104
7.2 Die Problematik der Spätabtreibungen 107
7.3 Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch als Mittel der Selektion 113
8 Der Arzt im Konfliktfeld des Schwangerschaftsabbruchs 117
8.1 Die Ärzteschaft und ihre Haltung zum Schwangerschaftsabbruch 117
8.2 Herausforderungen für das Selbstverständnis des Arztes und seine Kompetenzen beim Schwangerschaftsabbruch 119
8.3 Der Arzt im Mittelpunkt juristischer Auseinandersetzung um den Schwangerschaftsabbruch 125
9 Warnungen vor etwaigen Dammbrüchen in Recht und Medizinethik 133
9.1 Der Verfall des Rechtsstaates durch die Abtreibungsgesetzgebung 134
9.2 Die Gefährdung des gesellschaftlichen Rechtsverständnisses durch die Abtreibungsgesetzgebung 137
9.3 Die Aufgabe eines umfassenden Verständnisses von Menschenwürde zugunsten eines Menschenrechts auf Abtreibung und der Bevölkerungskontrolle 140
9.4 Demografische Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen als Wegbereiter der Sterbehilfe 151
9.5 Wissenschaftliche und wirtschaftliche Interessen hinter dem Schwangerschaftsabbruch 154
Teil III Untersuchung über die Gründe für den Schwangerschaftskonflikt 157
10 Material und Methoden der Untersuchung 159
10.1 Herkunft und Hintergründe der Datengrundlage 159
10.2 Vorausgehende Überlegungen zur Datengrundlage und Aussagekraft der Untersuchung 161
10.3 Erfassungs- und Auswertungsmethodik 167
11 Grundlegende Zahlen der Untersuchung 173
12 Quantitative Analyse der Schwangerschaftskonfliktgründe (alle Gründe) 177
12.1 Gründe für den Schwangerschaftskonflikt nach Hauptkategorien 178
12.2 Gründe für den Schwangerschaftskonflikt nach Subkategorien 183
12.3 Fazit der quantitativen Analyse 191
13 Qualitative Analyse der Schwangerschaftskonfliktgründe (Hauptgründe) 192
13.1 Hauptgründe für den Schwangerschaftskonflikt nach Hauptkategorien 194
13.2 Hauptgründe für den Schwangerschaftskonflikt nach Subkategorien 199
13.3 Fazit der qualitativen Analyse 205
14 Nebenaspekte der Untersuchung 208
14.1 Ressourcen, die das Austragen des Kindes ermöglichen können 208
14.2 Bewertung von vorherigen Schwangerschaftskonfliktberatungen 210
14.3 Vorherige Schwangerschaftsabbrüche und ihre Folgen 211
15 Vergleichbare Untersuchungen und Statistiken 213
15.1 Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 215
15.2 Statistiken der Bundesländer 218
15.3 Auswertungen von Pro Femina 226
15.4 Fazit vergleichbarer Daten 227
Teil IV Diskussion der Ergebnisse 231
16 Welche Schlussfolgerungen sind hinsichtlich der Untersuchungsergebnisse zu erwägen? 232
17 Werden etwaige Negativfolgen des Schwangerschaftsabbruchs adäquat beachtet? 237
18 Wird die Selbstbestimmung der Frau angemessen bewertet und hat sie Grenzen? 241
19 Ist eine Verankerung des Schwangerschaftsabbruchs im Strafgesetz notwendig? 246
20 Hat sich das Beratungssystem bewährt? 250
21 In welchem Maß ist die Frage nach dem Status des Ungeborenen notwendig? 254
22 Welche Lösungsansätze sind hinsichtlich des Schwangerschaftskonflikts abzuleiten? 258
23 Gibt es eine Auflösung des Diskurses um den Schwangerschaftsabbruch? 264
Teil V Zusammenfassung 267
24 Der Diskurs um § 218 StGB 268
25 Ursachen von Abtreibungen 270
Literaturverzeichnis 272

Erscheint lt. Verlag 18.10.2023
Reihe/Serie Medizin, Kultur, Gesellschaft
Medizin, Kultur, Gesellschaft
Zusatzinfo XVI, 288 S. 46 Abb., 28 Abb. in Farbe.
Sprache deutsch
Themenwelt Medizin / Pharmazie Medizinische Fachgebiete Gynäkologie / Geburtshilfe
Schlagworte § 218 StGB • § 219 StGB • Abtreibung • Beratungsregelung • Schwangerschaftsabbruch • Schwangerschaftskonflikt
ISBN-10 3-658-42777-9 / 3658427779
ISBN-13 978-3-658-42777-1 / 9783658427771
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