Methoden der Naturheilkunde und Alternativmedizin (eBook)
95 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-59567-5 (ISBN)
Hon.Prof.Dr.André Heruth an der Euregio Universität
Hon.Prof.Dr.André Heruth an der Euregio Universität
Die Eigenbluttherapie
Grundlegendes
Die Eigenbluttherapie zählt zu den unspezifischen Reiztherapien, die die Kräfte der Selbstheilung des Körpers aktivieren und fördern sollen. Bei diesen unspezifischen Reiztherapien wird der Körper externen Reizen ausgesetzt, um seine Selbstregulation zu stimulieren. Diese Therapie geht auf August Bier zurück, der das Blut als eines der natürlichsten und gleichzeitig auch wirksamsten Reizmittel erachtete.
Die Eigenbluttherapie kommt in der Naturheilkunde vor allem zur Allergiebehandlung, zur Stärkung der Abwehrkräfte und zur Verbesserung des Allgemeinbefindens zur Anwendung.
Externe Reize lassen sich auch durch das eigene Blut auslösen. Hierzu wird es dem Körper über die Vene entnommen und dem Körper wieder zugeführt. Der externe Reiz entsteht, indem es nicht wieder in die Blutbahn, sondern unter die Haut oder in die Muskulatur reinjiziert wird. So nimmt der Körper das Blut an diesen Stellen als fremd wahr und durch die notwendige Reaktion darauf werden die Selbstheilungskräfte aktiviert. Dabei bestehen die Optionen, das Blut entweder unbehandelt zu reinjizieren oder es vorher zu modifizieren, worauf später noch genauer eingegangen wird.
Der durch Eigenblut herbeigeführte externe Reiz dient einer Umstimmungstherapie (die auch durch andere Arten von Reizen ausgelöst werden kann). Deshalb bezeichnet man Umstimmungstherapien auch als Reiztherapien. Eine solche Therapie beabsichtigt, im Körper eine Umstellung der Reaktionslage des Organismus anzuregen. Einem erkrankten oder gestörten Organismus soll so die Möglichkeit gegeben werden, sich neu einzustimmen. So lässt sich ein chronischer Prozess wieder in einen akuten überführen, der eine Heilung ermöglicht, indem die Abwehrkräfte erneut entfacht werden.
Die Folgen der Reizauslösung
Zunächst sei genauer auf die Wirkungen des externen Reizes eingegangen. Der Austritt von Blutbestandteilen aus den Blutgefäßen hat unmittelbar zur Folge, dass damit Krankheiten im Sinne von Entzündungen ausgelöst werden. Mit der Reinjektion unter die Haut oder in den Muskel wird also ein lokaler Entzündungsreiz ausgelöst. In diesem Injektionsbereich werden dann die Zellmembranen zerstört, ihr Energiehaushalt bricht durch Versagen der Natriumpumpe zusammen, der pH-Wert steigt und das Gewebe übersäuert. Um das Injektionsmaterial herum bilden sich drei Zonen: Eine Resorbtionszone, eine Faserzone und eine lymphoplasmozelluläre Zone.
Die Immunisierung beginnt in der letztgenannten Zone. Die Übersäuerung des Gewebes an der Injektionsstelle führt zu einem Spüleffekt durch den Einstrom des Plasmas und dem anschließenden lymphatischen Abtransport.
Als weitere Folgen werden zahlreiche spezifische und unspezifische Abwehrreaktionen ausgelöst: So wird eine Beschleunigung der Blutgerinnung und Blutsenkung ereicht. Auf der glatten Muskulatur entsteht eine anfangs sedierende, später tonisierende Wirkung. Es kommt zu einer Vermehrung der Antikörper und Globuline, sowie einer erhöhten Aktivierung der Drüsentätigkeit sowie der Erweiterung des Kapillarsystems im Bereich um die Injektionsstelle. Weiterhin treten eine Vermehrung der proteolytischen Fermente und Effekte auf das erythroplastischen und myeloischen Systems auf. Es ist ein Anstieg der Erythrozyten für 1 bis 2 Tage zu beobachten, der bei sekundären Anämien auch länger anhalten kann. Die Injektion unter die Haut bewirkt eine Verminderung der Eosinophilen, lange eine Reaktion auf die Krankheit selbst einsetzt.
Die Indikationen
Die Eigenbluttherapie kann als Reiz- oder Umstimmungstherapie beifolgenden Krankheiten oder Störungen zum Einsatz gelangen:
• Akuten, hochfieberhaften Erkrankungen;
• akuten Entzündungen, wie Angina, Bursitis oder Periarthritis humeroscapularis;
• rezidivierende Erkrankungen der Harn- und Atemwege, verschleppter Grippe, Ischias, Fisteln oder zur Schleimhautpflege bei Steinleiden;
• allergischen Erkrankungen, wie Asthma oder Asthma;
• Hauterkrankungen wie Ekzeme, Akne, Psoriasis, Pruritus oder Karbunkel;
• Geriatrie;
• zur Gefäßpflege bei Diabetes mellitus und
• bei Reaktionsarmut.
Die „Nebenwirkungen“ der Reizauslösung
Zunächst sind lokale Reaktionen zu beobachten, wie Rötungen oder ödematöse Schwellungen. Darüber hinaus sind Herdreaktionen zu verzeichnen, die sich durch eine Verschlimmerung des Zustandes bemerkbar machen können. Bei Verabreichung zu großer Eigenblutmengen sind Hämoglobinausscheidungen im Urin eine mögliche Folge. Auch können Krankheiten wie Asthma oder endogene Ekzeme durch den Reiz ausgelöst werden.
Zu Beginn der Behandlung einer chronischen Krankheit können deren Symptome also noch einmal akut aufflackern. Es kommt zu einer Erstverschlimmerung, nach der es dem Körper dann schafft, seine eigenen Abwehrkräfte zu mobilisieren, die dann die Krankheit abklingen lassen. Hinzu kommen die allgemeinen Reaktionen, die sich in Fieber, gelegentlich sogar durch Schüttelfrost begleitet äußern. In Extremfällen ist sogar ein Kreislaufkollaps möglich.
Die aufgezählten Erst- oder Anfangsverschlimmerungen zeigen sich in der Regel nach 6 bis 8 Stunden. weitere Reaktionen zeigen sich am zweiten, vierten, sechsten und neunten Tage.
Anwendungsarten und Indikationen
Zur Applikation
Augrund der gerade genannten Wirkungen sollte bei der Eigenbluttherapie mit kleinen Mengen begonnen werden. Der Einstieg in eine Therapie kann mit einer 0,1 ml Injektion unter die Haut vorgenommen werden. Kommt es zu keiner Reaktion oder sind diese bereits wieder abgeklungen, kann die Menge jeden zweiten Tag um 0,1 bis 0,5 ml erhöht werden. Anschließend wird in den Muskel injiziert, wieder mit geringen Mengen von 0,1 ml bis 1 ml beginnend, die dann mit jeder Injektion um 1 ml erhöht wird, bis eine Höchstmenge von 10 ml erreicht ist. Bei hyperergische reaktionslage sind die ersten Hautinjektionen mit physiologischer Kochsalzlösung zu verdünnen.
Zur Einleitung einer Umstimmungsbehandlung wird Ameisensäure D4 oder Gold D8, eventuell auch in Kombination empfohlen. Zur Vermeidung von unangenehmen Reaktionen werden dabei die ersten drei Injektionen ohne Eigenblut verabreicht. In den anschließenden Sitzungen wird dann die Eigenblutmenge von 0,3 über 0,6 auf 1,0 ml erhöht. Größere Mengen sind meist nicht notwendig, die Kur umfasst dann ca. 12 bis 15 solcher Injektionen, wobei sich ein wöchentlicher Injektionsrhythmus bewährt hat. Diese Basismedikation wird dann um ein eine für die Erkrankung passende Arznei ergänzt.
Anwendungsarten und ihre besonderen Indikationen
Die folgend aufgezählten, modifizierten Anwendungen weisen die Gemeinsamkeit auf, dass das Eigenblut einer Physikalischen oder chemischen Veränderung unterzogen wird. Auf diese Art und Weise wird es dann zu einer körperfremden Substanz. In Abhängigkeit von der Art der Modifikation sind die folgend kurz aufgeführten Therapien möglich:
Hämolysiertes Eigenblut
Hierbei werden die roten und weißen Blutkörperchen durch Zugabe von Aqua dest. in Freiheit gesetzt, in der sie dann ihre Wirkungen entfalten können. Dazu wird dem entnommenen Blut - meist genügen hierzu 1,5 ml - 0,5 ml Wasser hinzugesetzt. Diese Mischung wird dann für etwa 1 bis 2 Minuten vermengt, bis eine Mischung eine sehr dunkle Farbe annimmt. Dieses modifizierte Blut wird dann 2-mal wöchentlich injiziert.
Indikationen für diese Therapie sind chronische Urtikaria, Furunkulose, Follikulitiden, Schweißdrüsenabszesse, Akne vulgaris und pruriginöse Hauterkrankungen.
Eine andere Art dieser Modifikation besteht darin, die Blut-Wasserlösung zu potenzieren. Dies kann entweder dadurch geschehen, dass von Stufe zu Stufe 1:10 mit physiologischer Kochsalzlösung verdünnt und geschüttelt wird, bis Dosierungen von D6 bis D12 erreicht sind. Als Zusätze bei allergischen Hauterkrankungen haben sich Acirufan oder Ameisensäure D12 bewährt. Injiziert wird segmental oder um den Krankheitsherd herum.
Als Indikationen für diese potenzierte Therapie sind Ekzeme,
chronische Prurigo Simplex, Urtikaria oder Purutius Simplex zu nennen.
Eigenserumsbehandlung
Zur Gewinnung des Serums werden 40 bis 60 ml Eigenblut trocken, steril und kühl gelagert. Nach dem Absetzen der Blutkörperchen kann das Serum in ein steriles Gefäß abgegossen und gekühlt einige Tage gelagert werden. Zur Injektion werden davon zu Beginn der Behandlung 0,01 ml in 1 ml physiologischer Kochsalzlösung verdünnt, später wird die Konzentration auf 0,2 bis 0,3 ml je ml Kochsalzlösung gesteigert. Die Injektionen können intravenös, intramuskulär oder unter die Haut...
| Erscheint lt. Verlag | 16.9.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Homöopathie | Homöopathie |
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Medizin / Pharmazie ► Pflege |
| Schlagworte | Alter • Anschließend • ART • Behandlung • davon • Ende • Erfolgt • folgenden • führt • Heilung • Indem • Inneren • Körper • Medizin • Minuten • möglichst • Nbsp • Praxis • Regel • Richtung • Risiko • Schmerzen • stark • Tage • Therapie • Verbindung • Wasser • Weitere • Wirkung • Zeit |
| ISBN-10 | 3-347-59567-X / 334759567X |
| ISBN-13 | 978-3-347-59567-5 / 9783347595675 |
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