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Arthrose – ganz anders

Warum Arthrose nicht Schicksal ist – Künstliches Gelenk oder gibt es Alternativen?
Buch | Hardcover
289 Seiten
2018
DEUTSCHE LITERATURGESELLSCHAFT (Verlag)
978-3-03831-188-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Arthrose – ganz anders - Tassilo König, Claudine König
CHF 41,70 inkl. MwSt
  • Titel ist leider vergriffen;
    keine Neuauflage
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Haben Sie Gelenkschmerzen? Fühlen Sie sich müde und abgeschlagen oder sind Sie wetterfühlig? Leiden Sie an unterschiedlichen Krankheitsbildern wie Arthrose, Übergewicht, Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit und haben Sie sich schon einmal gefragt, ob da nicht vielleicht ein Zusammenhang bestehen könnte, den bisher nur noch keiner erkannt hat? Der Gelenkverschleiß, die Arthrose, spielt in einer immer älter werdenden Gesellschaft eine große Rolle, denn alt werden ist nur bei entsprechend erhaltener Lebensqualität schön. Die Wissenschaft hat bisher keine befriedigenden Antworten auf die Frage nach den wirklichen Ursachen vieler Krankheitsbilder gefunden. Die Suche nach immer kleineren Molekülen, Rezeptoren und neuen Botenstoffen wird nicht zum Erfolg führen, denn die Wahrheit ist letztendlich durch Messungen nicht ergründbar sondern nur erfahrbar. Die Autoren beschreiten auf dem Weg nach Antworten einen neuen Weg. In einer Synthese aus altem, überliefertem mit hoch modernem Wissen sowie abendländischen mit asiatischen Medizinsystemen gelingt ein Brückenschlag, der mehr liefert, als neue Theorien. Die Ergebnisse zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie selbst, aktiv handelnd, die Verantwortung für Ihre Gesundheit übernehmen können. Also - bleiben Sie gesund!

Der im Jahr 1962 geborene Autor studierte Humanmedizin und promovierte 26jährig an der Universität Leipzig. Neben und nach der Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie erfolgten Ausbildungen in Akupunktur, Neuraltherapie, Qigong, Chirotherapie und Manueller Medizin, Schmerztherapie, medizinischer Heilhypnose und Sportmedizin. Arbeitsschwerpunkte des Autors sind der Knochenstoffwechsel und die Arthrose. Prof. König gründete das erste osteologische Schwerpunktzentrum in Ost-Westfalen-Lippe. Neben der schulmedizinischen Tätigkeit studierte er Tibetische Medizin bei Prof. Dr. Arya T. Sherpa, dem ehemaligen Direktor des Men Tsee Khang Tibetan Medical & Astroscience Institute Dharamsala. Dadurch öffnete sich dem Autor eine vollkommen neue Sicht auf medizinische und philosophische Sachverhalte. Die intensive Beschäftigung mit der buddhistischen Religion und Philosophie einerseits und die Erkenntnisse einer modernen Interpretation der Quantentheorie andererseits inspirierten den Autor zu einem tiefgreifenden Wandel seiner naturwissenschaftlichen Anschauungen. Er ist Autor verschiedener Artikel in Fachzeitschriften und Medien. So schrieb der den Leitartikel der Festschrift zur Einweihung des Wat Buddhametta in Warburg zum Thema „Warum wir leiden“.

Fürwort der Erfahrungsheilkunde Weltweit ist die Arthrose die am weitesten verbreitete und häufigste Gelenkerkrankung. Derzeit leiden in Deutschland etwa 8 bis 10 Millionen Patienten an Arthrose. Aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklung wird sich die Zahl der behandlungsbedürftigen Patienten mit Arthrose in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Die Prognose geht von einer Verdopplung der Zahl der Betroffenen in den nächsten 20 Jahren aus. Der wirtschaftliche Schaden beträgt derzeit für Deutschland 20-25 Mrd. Euro und ist weltwirtschaftlich gar nicht abzusehen. Hinzu kommen die beeinträchtigte Lebensqualität und die Schmerzen der Betroffenen. Unter diesen Aspekten scheint neben der adäquaten Therapie, z. B. durch künstlichen Gelenkersatz, das Hauptaugenmerk auf einer sinnvollen Vorbeugung (Prävention) zu liegen. Obwohl der künstliche Gelenkersatz heute zu den Routineoperationen in der Orthopädie/Unfallchirurgie zählt, stellt uns die Arthrose besonders in ihren Frühstadien, vor allem auch bei jüngeren Patienten und mit ihrem gehäuften Auftreten in Verbindung mit anderen Erkrankungen (Komorbidität), vor bisher ungelöste Probleme, gilt es doch, einen Operationszeitpunkt soweit wie möglich in das höhere Lebensalter zu verlagern. Soll aber die Prophylaxe oder Frühtherapie einer Krankheit wirksam sein, so muss vorher deren Krankheitsmechanismus entschlüsselt und verstanden worden sein. In der wissenschaftlichen Schulmedizin liegt nach meinem Verständnis der Lösungsansatz nach wie vor zu stark auf den mechanischen Aspekten. So findet sich auch in den derzeitigen Publikationen der neu gegründeten „Deutschen Initiative für Arthroseforschung“ unter der Schirmherrschaft der Bundespräsidentin a. D. R. Süßmuth eine deutliche Dominanz des mechanistischen Ansatzes. Der Präsident des Berufsverbandes der Orthopäden und Unfallchirurgen, Dr. J. Flechtenmacher, schreibt: „Zwei Lebensstilfaktoren haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Gelenke: Sport und das Körpergewicht.“ Durch Verletzungen beim Sport erhöhe sich die statistische Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Arthrose. Moderater Sport helfe, eine Arthrose zu verhindern. „Wir brauchen ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass ein erhöhtes Körpergewicht nicht nur den Gefäßen und dem Herzen schadet, sondern auch den Gelenken“, so Flechtenmacher. Dabei liegt die Betonung auf der Gewichtsbelastung der Gelenke bei der Bewegung. Unerwähnt bleiben die systemischen Risikofaktoren oder mögliche Zusammenhänge von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Ernährung und Arthrose. Wenn gefordert wird, die Ernährung umzustellen, gilt dies heute unter den Schulmedizinern noch ausschließlich dem Aspekt der Kalorienzufuhr, der reinen Gewichtsreduktion und nicht dem Ziel der Entzündungshemmung! Zuvorderst gilt es zu klären, dass es die Arthrose gar nicht gibt. Der Begriff Arthrose umfasst vielmehr ein prozesshaftes Krankheitsgeschehen unterschiedlichster Ursachen, Lokalisationen und Krankheitsphasen. Diese Phasen können mit einer höheren entzündlichen Krankheitsaktivität (Arthritis) oder einem eher stummen Verlauf (Arthrose) einhergehen, einander abwechseln und ineinander übergehen. Dabei ist vollkommen ungeklärt, wodurch akute entzündliche Phasen genau ausgelöst werden. Im englischen Sprachraum wird darum anstelle des deutschen Arthrose-Begriffes der treffendere Terminus Osteoarthritis für eine Knochen-Gelenk-Erkrankung benutzt. Die Ursachen der primären Arthrose, die im Gegensatz zur sekundären Arthrose, einer meist mechanisch induzierten Fehlbelastung, von einer normalen und geregelten Lastübertragung zwischen den Gelenkpartnern ausgeht, sind weiterhin nicht hinreichend geklärt. So kommen nach heutiger Kenntnis genetische, hormonelle oder altersabhängige, also biologische Faktoren in Betracht, die bei normaler Belastung und erhaltener Gelenkfunktion die Integrität des Gelenkknorpels insoweit schädigen, dass er seiner physiologischen Rolle der Kraft- und Gewichtsaufnahme und -übertragung nicht mehr gerecht werden kann. Die daraufhin einsetzenden intra- und interzellulären Prozesse führen zur Knorpeldestruktion, die nicht mehr zwischen primärer und sekundärer Arthrose unterscheiden lässt. Deshalb wird hier auch nicht weiter auf die sekundären Arthrosen, also die Formen nach einem auslösenden Ereignis, wie nach einem Knochenbruch mit Gelenkbeteiligung, eingegangen. Das gehäufte Auftreten der Arthrose in Kombination mit anderen systemischen Krankheiten (Komorbidität), die häufig sich gleichende Chronologie der Symptomatik sowie die Abhängigkeit der Erkrankungshäufigkeit und Krankheitsaktivität von äußeren Einflüssen wie dem Wetter und der Ernährung, insbesondere auch dem Phänotyp der Patientinnen und Patienten, ließ in mir die Frage keimen, ob die primäre Arthrose weniger als bisher angenommen eine mechanische Abnutzung, als vielmehr die Folge einer chronisch systemischen Entzündung, einer silent inflammation sein könne? Immer mehr geraten bei der Ursachenforschung für chronische Erkrankungen endogene Faktoren, wie die Verdauung und die Besiedlung des menschlichen Darmes, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das Wissen um das Darmmikrobiom und dessen Bedeutung für einen gesunden menschlichen Organismus hat sich in der jüngsten Zeit um wesentliche Aspekte erweitert. So sind interessante Erkenntnisse über den Zusammenhang von Darmmikrobiom und Multipler Sklerose, Hemmung der Wirksamkeit oder Verstärkung der Toxizität und der Nebenwirkungen von Medikamenten aber auch Zusammenhänge zwischen der Darmbesiedlung mit Bakterien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zur Prognose nach einem Herzinfarkt gewonnen worden. Heute wissen wir, dass systemisch entzündliche Vorgänge ganz wesentlich an der Ausbildung von Herzinfarkten beteiligt sind. So scheint die Wirkung der weltweit am häufigsten verschriebenen Medikamentengruppe zur Senkung des Risikos der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Cholesterinsenker (Statine), gar nicht auf der Senkung des Cholesterinspiegels zu beruhen, sondern auf einer effektiven Entzündungshemmung. Alles menschliche Wissen, auch und insbesondere das medizinische, unterliegt permanentem Wandel. Dieser Wandel ist nur zum Teil der menschlichen Erkenntnisfähigkeit geschuldet, zum anderen auch gesellschaftlich, religiös und philosophisch sowie ethisch-moralisch geprägt. Man darf niemals der Annahme verfallen, nun endlich selbst im Besitz der endgültigen, absoluten Wahrheit zu sein. Gerade in unserer heutigen Zeit befällt mich immer wieder das Gefühl der wissenschaftlichen Arroganz. Nichts, was nicht „wissenschaftlich“ belegt und bewiesen sei, könne als wahr angesehen werden und müsse darum in das Reich des Fiktiven, Spirituellen oder Magischen verwiesen werden. Erkenntnis ist immer ein Prozess, in dem auch wir heute nur einen kleinen, zeitlich und räumlich sehr bescheidenen Platz einnehmen. Hätte ein Medizinstudent in den 90er-Jahren in seinem Staatsexamen auf die Frage der Prüfer nach den Ursachen des Magengeschwüres die Antwort gegeben, das Magengeschwür sei eine Infektionskrankheit oder Arteriosklerose sei eine Entzündung, wäre er mit Sicherheit durch die Prüfung gefallen, wenn nicht noch schlimmer. Heute wird das Magenulkus mit Antibiotika behandelt und das Herzinfarktrisiko kann mit Medikamenten zur Entzündungshemmung reduziert werden. Die Ursachenforschung für andere wichtige Krankheiten wie Arteriosklerose, chronisch entzündliche Krankheiten, Allergien, Demenz, Multiple Sklerose, Polyarthritis u. v. a. steht heute auf dem Prüfstand und vor einem Paradigmenwechsel. Bemerkenswert scheint mir dabei die zunehmende Akzeptanz eines Mind-Body-Konzeptes mit der Anerkennung der Rolle des Bewusstseins in der Krankheitsgenese. Wie lange hatten wir darauf verzichtet! Was aber ist Wissenschaftlichkeit? Jahrelang beschäftigte mich die Frage, warum bestimmte Krankheitsbilder regelhaft und gehäuft zu bestimmten Jahreszeiten und bei bestimmten phänotypisch sich gleichenden Gruppen von Patientinnen und Patienten auftreten. Die anerkannte, weil evidenzbasierte Schulmedizin lieferte mir hierzu keinerlei Erkenntnis. Auf der Suche nach Antworten fing ich zwangsläufig an, die Rolle der „Wissenschaft“ zu hinterfragen. Wissenschaft nennt sich ein nach neuen Erkenntnissen forschendes und von methodischen Regeln bestimmtes Fachgebiet (Duden). Wissenschaft als „das jeweils historisch, sozial oder sonstwie kollektiv bezogene System menschlichen Wissens, das nach spezifischen Kriterien erhoben, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird; eine Gesamtheit von Erkenntnissen, die sich auf einen Gegenstandsbereich (Medizin, Naturwissenschaften, Gesellschaft u. a.) beziehen, nach bestimmten Regeln erworben und nach bestimmten Mustern, ggf. institutionell organisiert bzw. geordnet werden und in einem intersubjektiv nachvollziehbaren Begründungszusammenhang stehen“ (Brockhaus). Für den abendländisch-christlichen Wissenschaftsbereich war die, unter dem Einfluss von Descartes vollzogene Trennung von Leib und Seele und die daraus resultierende Trennung in Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften verheerend und ist bis heute noch nicht überwunden. Dass eine solche Trennung die Erkenntnisfähigkeit gerade auf dem Gebiet der Medizin (unter der Annahme einer Körper-Seele-Geist-Einheit) in enormem Maß begrenzen musste, ist wohl unbestritten. Descartes machte aus allen lebenden, beseelten Geschöpfen unbeseelte Maschinen und legte den Grundstein der modernen Biologie und Medizin. Im Gegensatz zu den asiatischen, seit Jahrtausenden ganzheitlich arbeitenden Medizinsystemen, die die menschliche Existenz eingebunden sehen in einen Kosmos gegenseitiger allumfassender Abhängigkeiten (Yin/Yang im Daoismus; Abhängiges Entstehen im Mahayana-Buddhismus), wirkt die westliche Schulmedizin mit ihrem mechanistischen Weltbild heute geradezu antiquiert! Die moderne Wissenschaft nach Descartes basiert auf einer materialistischen Weltanschauung, die nur ein sehr begrenztes Bild der Wirklichkeit liefert. Die Aufgabe der Wissenschaften besteht aber darin, „im Blick auf bestimmte Fragestellungen mithilfe rational begründ- und nachvollziehbarer Methoden empirisch prüf- und handhabbares Wissen zur Verfügung zu stellen“ (Brockhaus). Dabei stellt sich unvermittelt die Frage, inwieweit Beweisbarkeit und Evidenz als Synonyma für Wahrheit gelten können. Ob einhundert Jahre nach der Relativitätstheorie in der Naturwissenschaft noch von einer absoluten Wahrheit gesprochen werden kann, bleibt den Wissenschaftstheoretikern vorbehalten zu diskutieren. Vielmehr ist es so, dass wissenschaftliche Erkenntnis immer subjektiv (durch den Beobachter), technisch determiniert (mit begrenzten technischen Möglichkeiten und Messgeräten, die ja schon wissen müssen, was sie messen und wonach sie suchen sollen), soziokulturell diktiert (Fragestellung, Interpretation) sowie zeitlich-räumlich limitiert möglich ist. Wenn Wissenschaftlichkeit zum alleinigen Kriterium gesellschaftlicher Akzeptanz und Wahrheit stilisiert wird, wirft das die Frage nach einer modernen Inquisition auf. Da die moderne Naturwissenschaft (Schulmedizin) inzwischen eine universelle Allgemeingültigkeit für sich beansprucht, wirkt sie zunehmend intolerant. Neben „wahr“ und „falsch“ gibt es eben auch noch „wahrscheinlich“ oder „eher unwahrscheinlich“, „möglich“ oder „unmöglich“. Gerade in einer individualisierenden modernen, personalisierten Medizin, in der jede Patientin und jeder Patient seine individuelle Krankheitsgeschichte, seinen eigenen sozioökonomischen, familiären und religiösen Kontext aufweist, kann ein medizinischer Sachverhalt eben nicht nur „so und nicht anders“ (Wahrheitsbegriff) begründet sein. Besonders in der Medizin mit ihrer hohen Verantwortung, in der im Laufe der Zeit so viele Revisionen tradierter Lehrmeinungen erfolgen mussten, sollten alle Beteiligten mit möglichster Sorgfalt im Erkenntnisprozess agieren. Es ist längst an der Zeit, das Gedankengebäude der linearen Wirkungsbeziehungen der Newton’schen Mechanik (Apfel – Gravitation – Freier Fall – Beule am Kopf) zugunsten eines nichtlinearen Denkens in Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten im Sinne der Quantenphysik eines W. Heisenberg oder H. P. Dürr (Potenzialität) zu verlassen. Mit meinen Gedanken und Aussagen über die Osteoarthrose gehe ich in diesem Buch über den Rahmen gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis bewusst hinaus. Vielleicht wird Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, am Ende des Buches klarer, warum das unvermeidlich ist und wieso es dem möglichen Wahrheitsgehalt meiner Ausführungen nicht abträglich sein muss. Wissenschaftliche Untersuchungen, Beobachtungen und Messungen können nur einen Teilaspekt der tatsächlichen Realität erfassen. Durch unser Denken und unser Messen legen wir quasi ein Koordinatensystem über die Realität in Zeit und Raum, um uns darin besser orientieren und bewegen zu können. Aber wir können derart eingeschränkt eben nicht die Realität in ihrer Gänze erfassen. „Welches spezielle Einzelereignis bei einer Beobachtung unter einer Vielzahl von möglichen Ereignissen auftreten wird, lässt sich nicht mehr voraussagen, nur noch die relative Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieses Ereignisses“ (Dürr). Nur die Ganzheit, die buddhistisch als die „Leerheit“, also die Abwesenheit von Trennung bezeichnet wird, ist real. Alles ist mit allem verbunden. Wenn ich denke, messe, analysiere und spreche, dann zerlege ich die Welt aber in Teilsysteme, deren Summe am Ende weniger ergibt, als das Ganze. Nur so, indem die Realität als Teilsystem (Mensch, Gesundheit, Knorpel, Enzym, Rezeptor) gesehen wird, kann sie menschlich begriffen werden. Es muss dabei aber immer klar sein, dass diese Art des Denkens fragmentarisch bleibt und nicht dem Wahrheitsbegriff genügt! „Jede Objektivierung bedeutet Trennung, das heißt Zerstörung der nicht objekthaften Einheit, in der Beobachter und beobachtetes System miteinander verschmolzen sind“ (Dürr). Die Medizin des 21. Jahrhunderts steht vor einem großen Umbruch, aus dem im Ergebnis eine personalisierte Medizin, eine persönlich zugewandte und individualisierte Medizin erscheinen wird. Mit Kenntnis der persönlichen, familiären und sozialen Lebensumstände, des individuellen Verhaltens, der Ernährungsgewohnheiten und der gegebenen Risikofaktoren wird ein individuelles Behandlungskonzept entwickelt werden, ähnlich wie wir es heute in der Tumortherapie erleben. Besser aber als jedes Behandlungskonzept ist ein individuelles Präventionskonzept, in dem der Arzt als Gesundheitskoordinator oder Präventions-Manager fungiert. Die Grenzen zwischen Gesundheit und Krankheit sind schon immer fließend gewesen. Für die Patientin/den Patienten ausschlaggebend ist dabei stets ihre/seine Lebensqualität. Die bemisst sich an der persönlichen Gesundheitswahrnehmung (Achtsamkeit gegen sich selbst), der Vitalität bis ins hohe Alter und der Fähigkeit, den eigenen Alltag selbstbestimmt zu gestalten. Ziel unseres neuen Gesundheitskonzeptes wird die Erhaltung des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens sein. Eine moderne Individualmedizin wird nicht mehr vom Patienten oder der Patientin sprechen müssen, sondern vom eigenverantwortlich handelnden Gesundheitskunden/-kundin, der sich souverän informiert, beraten lässt und handelt. Der Arzt wird dabei zum Gesundheitscoach in einem Experten-Netzwerk aus Fachärzten, Physiotherapeuten, Apothekern, Ernährungsberatern, Fitnesstrainern und Pflegekräften. Die Fülle an Personendaten, an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten und an Aufgaben macht eine funktionstüchtige Netzwerkstruktur unabdingbar. Übernehmen Sie selbst die Verantwortung für Ihr Leben! Wir werden Sie dabei unterstützen. Und vor allem – bleiben Sie gesund! Tassilo König

Erscheinungsdatum
Verlagsort Zug
Sprache deutsch
Maße 1480 x 2100 mm
Themenwelt Medizin / Pharmazie Gesundheitswesen
Schlagworte Arthrose • König • Ratgeber
ISBN-10 3-03831-188-X / 303831188X
ISBN-13 978-3-03831-188-1 / 9783038311881
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