Sind neu eingeführte Fissurenversiegler für die prophylaktische Versiegelung von Fissuren und Grübchen geeignet?
Seiten
2017
VVB Laufersweiler Verlag
978-3-8359-6524-9 (ISBN)
VVB Laufersweiler Verlag
978-3-8359-6524-9 (ISBN)
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Hintergrund: Die prophylaktische Fissurenversiegelung wird zur Verhinderung von Okklusalkaries gezielt eingesetzt und ist eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen in der modernen Zahnheilkunde. Oftmals ist eine dichte adhäsive Versiegelung, durch den verzögerten Zahndurchbruch, problematisch. Vor diesem Hintergrund werden stetig Neuentwicklungen auf dem dentalen Markt vorgestellt.
Ziel: Das Ziel dieser In-vitro-Studie war die Eignung unterschiedlicher Fissurenversiegler (hochgefüllt, ionenaktiv und konventionell), die mit Phosphorsäure (Schmelzätztechnik = SÄT), einem Self-Etch Produkt oder durch einen Primer konditioniert wurden, zu überprüfen. Als Nullhypothese wurde postuliert, dass kein Unterschied zwischen den klinisch-bewährten Versieglern und Testmaterialien besteht.
Methoden: Vor Studienbeginn wurde die notwendige Genehmigung der Ethikkommission für das Promotionsvorhaben eingeholt (AZ 143/09 vom 04.04.2011). Es wurden extrahierte Zähne, vorzugsweise Weisheitszähne, gesammelt. Um die Indikation zur prophylaktischen Fissurenversiegelung zu erfüllen, mussten die Zähne kariesfrei, ungefüllt und frisch extrahiert sein. Es wurden 110 Zähne randomisiert auf 11 Versuchsgruppen aufgeteilt. Diese erste Testgruppe diente außerdem zur Kalibrierung. Die Überprüfung erfolgte durch den Farbstoffpenetrationstest mit Methylenblau anhand der Parameter Dichtigkeit, Blasenfreiheit und Eindringtiefe.
Jede Testgruppe wurde nach Herstellerangaben versiegelt und für 4 Wochen in Aqua dest. bei 37°C gelagert. Hierbei wurden folgende Materialien getestet: HS: Helioseal®, DS: Dyract Seal®, GS: Grandio Seal®, FF: Fissurit F®, Exp. FV: Experimenteller Fissurenversiegler, CS, 2. Charge des Exp. FV: Control Seal®, BS: BeautiSealant®, CLS: Clinpro Sealant®, WB: Embrace WetBond®, PLP: Adper Prompt L-Pop® und P: BeautiSealant Primer®.
Im Anschluss daran erfolgte eine Thermowechsellast in Aqua dest. (5°C; 55°C) für 2000 Zyklen. Der Farbstoffpenetrationstest wurde mit 5 %iger Methylenblaulösung unter Anwendung einer Zentrifuge (Labofuge I, Heraeus Christ, Hanau) bei 30 g durchgeführt. Zur Beurteilung wurden die Zähne in vestibulo-oraler Richtung in ca. 1 mm dicke Serienschnitte gesägt (Isomed 1000, Buehler, Lake Bluff, IL, USA) und anschließend makroskopisch bei 40facher Vergrößerung untersucht und fotografiert (Makroskop, Nikon AZ 100, Tokio, Japan). Ausgewertet wurde nach den Kriterien von Schoch et al. [103]. Die statistische Überprüfung der Daten erfolgte mit dem Programm SPSS 15.0 (IBM, Ehningen).
Ergebnisse: Die Gruppen HS (93 % ± 21), CLS (93 % ± 16), GS (95 % ± 11) und CS (91 % ± 14) erzielten die höchsten Werte innerhalb des Parameters Dichtigkeit (p < 0,05 MWU-Test). Insbesondere die Gruppe HS zeigte signifikante Unterschiede. Die statistisch signifikant höchste Anzahl an Blasen zeigte die Gruppe exp. FV (54 % ± 20 Blasenfreiheit; p < 0,05 MW-U-Test). Die Gruppen CLS+PLP (90 % ± 11), HS (82 % ± 20), CLS (82 % ± 13) und FF (80 % ± 14) erreichten die höchsten Werte des Parameters Eindringtiefe (letztere Gruppen mit Phosphorsäure; p < 0,05 MW-U-Test). Statistisch signifikante Unterschiede konnten nur bei der Gruppe BS (60 % ± 21) gegenüber den Gruppen HS, FF, CLS+PLP, CLS und GS berechnet werden.
Schlussfolgerungen: Grundsätzlich zeigten die hochgefüllten Fissurenversiegler vergleichbar gute Ergebnisse (Dichtigkeit und geringe Blasenbildung), ähnlich der niedriggefüllten Fissurenversiegler. Bedingt durch Unterschiede hinsichtlich des Parameters Eindringtiefe, zwischen dem ionenaktiven Versiegler und den bewährten Testgruppen, sollte diese Materialgruppe näher untersucht werden.
Die SÄT ist, aufgrund der höheren Dichtigkeit, der Self-Etch Technik nach wie vor überlegen. Sie sollte in der alltäglichen Praxis im Zusammenhang mit Fissurenversiegelungen weiterhin angewendet werden.
Aufgrund der Ergebnisse kann eine positive Empfehlung für hochgefüllte ebenso wie für niedriggefüllte Fissurenversiegler ausgesprochen werden. Sofern die SÄT für die Schmelzkonditionierung in Anspruch genommen wird. Grundsätzlich zeigten hochgefüllte Versiegler vergleichbare Ergebnisse wie die konventionellen Fissurenversiegler, so dass auch hochgefüllte Fissurenversiegler zur prophylaktischen Fissuren- und Grübchenversiegelung als geeignet erscheinen.
Ziel: Das Ziel dieser In-vitro-Studie war die Eignung unterschiedlicher Fissurenversiegler (hochgefüllt, ionenaktiv und konventionell), die mit Phosphorsäure (Schmelzätztechnik = SÄT), einem Self-Etch Produkt oder durch einen Primer konditioniert wurden, zu überprüfen. Als Nullhypothese wurde postuliert, dass kein Unterschied zwischen den klinisch-bewährten Versieglern und Testmaterialien besteht.
Methoden: Vor Studienbeginn wurde die notwendige Genehmigung der Ethikkommission für das Promotionsvorhaben eingeholt (AZ 143/09 vom 04.04.2011). Es wurden extrahierte Zähne, vorzugsweise Weisheitszähne, gesammelt. Um die Indikation zur prophylaktischen Fissurenversiegelung zu erfüllen, mussten die Zähne kariesfrei, ungefüllt und frisch extrahiert sein. Es wurden 110 Zähne randomisiert auf 11 Versuchsgruppen aufgeteilt. Diese erste Testgruppe diente außerdem zur Kalibrierung. Die Überprüfung erfolgte durch den Farbstoffpenetrationstest mit Methylenblau anhand der Parameter Dichtigkeit, Blasenfreiheit und Eindringtiefe.
Jede Testgruppe wurde nach Herstellerangaben versiegelt und für 4 Wochen in Aqua dest. bei 37°C gelagert. Hierbei wurden folgende Materialien getestet: HS: Helioseal®, DS: Dyract Seal®, GS: Grandio Seal®, FF: Fissurit F®, Exp. FV: Experimenteller Fissurenversiegler, CS, 2. Charge des Exp. FV: Control Seal®, BS: BeautiSealant®, CLS: Clinpro Sealant®, WB: Embrace WetBond®, PLP: Adper Prompt L-Pop® und P: BeautiSealant Primer®.
Im Anschluss daran erfolgte eine Thermowechsellast in Aqua dest. (5°C; 55°C) für 2000 Zyklen. Der Farbstoffpenetrationstest wurde mit 5 %iger Methylenblaulösung unter Anwendung einer Zentrifuge (Labofuge I, Heraeus Christ, Hanau) bei 30 g durchgeführt. Zur Beurteilung wurden die Zähne in vestibulo-oraler Richtung in ca. 1 mm dicke Serienschnitte gesägt (Isomed 1000, Buehler, Lake Bluff, IL, USA) und anschließend makroskopisch bei 40facher Vergrößerung untersucht und fotografiert (Makroskop, Nikon AZ 100, Tokio, Japan). Ausgewertet wurde nach den Kriterien von Schoch et al. [103]. Die statistische Überprüfung der Daten erfolgte mit dem Programm SPSS 15.0 (IBM, Ehningen).
Ergebnisse: Die Gruppen HS (93 % ± 21), CLS (93 % ± 16), GS (95 % ± 11) und CS (91 % ± 14) erzielten die höchsten Werte innerhalb des Parameters Dichtigkeit (p < 0,05 MWU-Test). Insbesondere die Gruppe HS zeigte signifikante Unterschiede. Die statistisch signifikant höchste Anzahl an Blasen zeigte die Gruppe exp. FV (54 % ± 20 Blasenfreiheit; p < 0,05 MW-U-Test). Die Gruppen CLS+PLP (90 % ± 11), HS (82 % ± 20), CLS (82 % ± 13) und FF (80 % ± 14) erreichten die höchsten Werte des Parameters Eindringtiefe (letztere Gruppen mit Phosphorsäure; p < 0,05 MW-U-Test). Statistisch signifikante Unterschiede konnten nur bei der Gruppe BS (60 % ± 21) gegenüber den Gruppen HS, FF, CLS+PLP, CLS und GS berechnet werden.
Schlussfolgerungen: Grundsätzlich zeigten die hochgefüllten Fissurenversiegler vergleichbar gute Ergebnisse (Dichtigkeit und geringe Blasenbildung), ähnlich der niedriggefüllten Fissurenversiegler. Bedingt durch Unterschiede hinsichtlich des Parameters Eindringtiefe, zwischen dem ionenaktiven Versiegler und den bewährten Testgruppen, sollte diese Materialgruppe näher untersucht werden.
Die SÄT ist, aufgrund der höheren Dichtigkeit, der Self-Etch Technik nach wie vor überlegen. Sie sollte in der alltäglichen Praxis im Zusammenhang mit Fissurenversiegelungen weiterhin angewendet werden.
Aufgrund der Ergebnisse kann eine positive Empfehlung für hochgefüllte ebenso wie für niedriggefüllte Fissurenversiegler ausgesprochen werden. Sofern die SÄT für die Schmelzkonditionierung in Anspruch genommen wird. Grundsätzlich zeigten hochgefüllte Versiegler vergleichbare Ergebnisse wie die konventionellen Fissurenversiegler, so dass auch hochgefüllte Fissurenversiegler zur prophylaktischen Fissuren- und Grübchenversiegelung als geeignet erscheinen.
| Erscheinungsdatum | 12.01.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Edition Scientifique |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 146 x 210 mm |
| Gewicht | 265 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Medizin / Pharmazie ► Zahnmedizin |
| Schlagworte | Doktorarbeit • Uni • Wissenschaft |
| ISBN-10 | 3-8359-6524-7 / 3835965247 |
| ISBN-13 | 978-3-8359-6524-9 / 9783835965249 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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