Markenzeichen Ethik! Führung durch Ethik und Identität (eBook)
350 Seiten
medhochzwei Verlag
978-3-86216-254-3 (ISBN)
Prof. Dr. Georg Hellmann, Diplom-Kaufmann, Master of Health Management, Professor für Betriebswirtschaft und Management im Gesundheitswesen an der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften, Berlin. 15 Jahre Managementerfahrung, Autor, Trainer und Coach.
Prof. Dr. Georg Hellmann, Diplom-Kaufmann, Master of Health Management, Professor für Betriebswirtschaft und Management im Gesundheitswesen an der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften, Berlin. 15 Jahre Managementerfahrung, Autor, Trainer und Coach.
1 Markenzeichen und Ethik in konfessionellen Krankenhäusern
Georg Hellmann
1 Konfessionelle Krankenhäuser
1.1 Identität konfessioneller Krankenhäuser
1.2 Markt und Entwicklungen konfessioneller Krankenhäuser
1.3 Wettbewerbssituation konfessioneller Krankenhäuser
2 Markenzeichen, Ethik und der Nutzen für das Krankenhaus
2.2 Markenzeichen Ethik: „Da will ich hin, wenn ich krank bin.“
3 Eine unternehmerisch-kulturelle Aufgabe
3.1 Ethik – Eine Managementaufgabe
3.2 Ethik – Was sollen wir tun?
4 Inhalte und Struktur des Buches
Abstract:
Die Entwicklungen mit auffälligen Umbrüchen in Medizin und Pflege erhalten eine neue Dimension. Die Reduzierung der Krankenhäuser ist dabei keine Frage mehr. Vielmehr geht es immer stärker darum, ob nur ökonomische Ergebnisse in Form von Skaleneffekten den Wettbewerb bestimmen oder ob die grundlegende Orientierung an Werten und eine Grundstimmung für ethische Aufmerksamkeit und Sich-Einlassen zu einem Erfolgsfaktor werden kann. Konfessionelle Krankenhäuser stehen hier in einer besonderen Verpflichtung, die einerseits mit einer speziellen Erwartungshaltung bei den Patienten, andererseits gerade deswegen mit besonderer Verantwortung für das Management verbunden ist. Ethik als Markenzeichen ist eine unternehmerische Aufgabe, die konfessionelle Krankenhäuser zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit nutzen sollten.
1 Konfessionelle Krankenhäuser
1.1 Identität konfessioneller Krankenhäuser
| Der zweckgebundene Auftrag, Not zu lindern, ist der Gründungsgedanke von allen konfessionellen Krankenhäusern. Konfessionelle Krankenhäuser kommen eher aus der lokalen Grund- und Regelversorgung, seltener aus der Maximalversorgung und haben eine lange Tradition, die mit „kirchlichen Mehrwerten“ verbunden ist. Neben dem direkten zweckgebundenen Mehrwert und dem nicht vorhandenen Shareholder-Value-Prinzip bestehen einige kirchliche Besonderheiten, die aus Sicht der Träger die Pflege- und Dienstleistungsqualität auf einem hohen Niveau sichern. Obwohl die Qualität der Versorgung ein Gütekriterium unabhängig von der Krankenhausträgerschaft darstellt und entsprechend dokumentiert wird,5 haben konfessionelle Häuser zur Schärfung ihres Qualitätsprofils zusätzliche spezielle Qualitätssicherungs- und Zertifizierungssysteme geschaffen,6 die christliche Werte und Resultate besonders abbilden. | 1 |
| Konfessionelle Krankenhäuser befassen sich aus historischer Verpflichtung7 und konstitutiver Überzeugung heraus in besonderer Weise mit Werten im Krankenhausalltag. Die Identität und Position der Krankenhäuser gründen sich auf ihre Werteorientierung mit besonderer Qualität der menschlichen Zugewandtheit. Sie gründen ihr Handeln auf Grundhaltungen der Caritas (Achtung, Nächstenliebe, Wohltätigkeit) und der Diakonie (Dienst am Nächsten, tätige Nächstenliebe), woraus sich eine besondere Verantwortung gegenüber Patienten und Mitarbeitern ableitet. | 2 |
| Letztlich kann konstatiert werden, dass der besondere Stellenwert (Mehrwert) der konfessionellen Krankenhäuser als Teil der Trägergemeinschaft des deutschen Krankenhaussystems in der Werteorientierung bei der Behandlung und Heilung der Patienten und Fürsorge für Mitarbeiter liegt – ohne das „der Nächste“ einen statischen Wert hat. | 3 |
| Aktuelle Entwicklungen könnten allerdings dazu führen, dass zunehmende Konflikte zwischen kirchlichem Auftrag und ökonomischen Marktforderungen Ängste der Mitarbeiter um ihre Existenzgrundlage fördern und die identitätsstiftende Stellung der konfessionellen Krankenhäuser gefährden. Zu den aktuellen Entwicklungen zählen vor allem der zunehmende Kostendruck, der steigende Wettbewerb um Patienten, die wachsende Kapitalausstattung durch privater Träger, die bröckelnde Finanzierung durch den Staat und die öffentliche Diskussion um das Verhältnis von Ökonomie und Ethik, die die Angebotsstrukturen weiter verschärfen. | 4 |
| Trotz aller ökonomischen Herausforderungen kann nicht davon ausgegangen werden, dass ein Krankenhaus aus einem ökonomischen Impuls heraus betrieben wird – auch wenn die hohen Renditeerwartungen einiger privater Träger diese Feststellung angreifbar machen. Warum ein Krankenhausträger ein Krankenhaus betreibt, ist eine ethische Frage. Die Antworten darauf müssen vor allen Dingen konfessionelle Häuser geben. | 5 |
1.2 Markt und Entwicklungen konfessioneller Krankenhäuser
| Die Zahl der Krankenhäuser hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verringert, hält sich aber noch beharrlich auf einem hohen Niveau. Das DRG-System (Diagnosis Related Groups) als ökonomische Antwort auf die Kostensteigerung im Gesundheitswesen hat bisher nicht zu einer Balance zwischen einem notwendigen Angebot von Krankenhausleistungen und der Finanzierbarkeit der Angebote geführt. Vielmehr haben sich die Krankenhäuser gegen den zunehmenden wirtschaftlichen Druck mit vielfältigen betriebswirtschaftlichen Instrumenten und Mitteln gewehrt. Der politisch gewünschten Austrittsbewegung konnten sich bisher mit wenigen Ausnahmen auch unwirtschaftliche Krankenhäuser widersetzen. In der Folge gerieten ärztliche und pflegerische Mitarbeiter der Krankenhäuser immer stärker unter Druck. Das Gespür für den Sinn ihrer Arbeit ging vielmals verloren. Sinnvolle – medizinische und pflegerische – Arbeit droht weiterhin unmöglich zu sein. Die Konsequenzen spüren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Patienten. Die Existenzfrage der Krankenhäuser scheint nur noch über Größe und Skaleneffekte beantwortbar zu sein. | 6 |
| Kirchliche Krankenhäuser sind werteorientiert, innovativ und wettbewerbsstark, so lautete der Titel der Prognos-Studie aus dem Herbst 2009.8 Damals gab es 769 Krankenhäuser in freigemeinnütziger Trägerschaft. Noch heute ist der größte Teil der Krankenhäuser in Deutschland nach wie vor in freigemeinnütziger Trägerschaft. Hierbei stellen die konfessionellen Krankenhäuser9 den überwiegenden Anteil der freigemeinnützigen Einrichtungen dar.10 Und obwohl das Urteil vor sechs Jahren mit den Kriterien „werteorientiert“, „innovativ“ und „wettbewerbsstark“ auf eine starke Zukunft mit existenzieller Stärkung im Krankenhausmarkt hinwies, zeigt die Statistik der Folgejahre eine negative Tendenz. Der prozentuale Anteil der konfessionellen Häuser an der Gesamtzahl der Krankenhäuser hat in den letzten Jahren überproportional abgenommen. Von 2009 bis 2013 sank die Zahl der Krankenhäuser in freigemeinnütziger Trägerschaft um 63, die der Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft nur um 52 während die Anzahl der privaten Krankenhäuser um 27 stieg. Die konfessionellen Träger innerhalb der Gruppe der freigemeinnützigen Krankenhäuser konnten ihren Anteil von rund 86 Prozent in diesem Zeitraum zwar halten.11 Dennoch reduzierte sich die Zahl absolut um 72 (vgl. Tab. 1).12 | 7 |
| Noch deutlicher würde die Veränderung im Zeitvergleich innerhalb der Gruppe der freigemeinnützigen Trägern sein, wenn von einem Anteil von nur 76 Prozent der konfessionellen Häuser an den freigemeinnützigen Trägern ausgegangen würde. Im Ergebnis würde sich die Anzahl der konfessionellen Häuser aus der Gruppe der freigemeinnützigen Häuser, in diesem Fall von 2006 bis 2012, um 144 reduziert haben (Zahlen in Klammern). | 8 |
Tab. 1:
Krankenhausstatistik
| 2006 | 2009 | 2012 | 2013 | 2009/2013 | 2006/2012 |
| Krankenhäuser insgesamt | 2104 ... |
| Erscheint lt. Verlag | 22.10.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Gesundheitswesen in der Praxis |
| Verlagsort | Heidelberg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Medizin / Pharmazie ► Allgemeines / Lexika |
| Schlagworte | Christliche Krankenhäuser • Ethik • Krankenhausführung • Krankenhausmanagement • Pflegemanagement |
| ISBN-10 | 3-86216-254-0 / 3862162540 |
| ISBN-13 | 978-3-86216-254-3 / 9783862162543 |
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