Gabriele Matschke, Jahrgang 1959 beendete 1979 ihre Ausbildung zur Krankenschwester an der Medizinischen Fachschule Bernburg. Nachdem die Autorin über mehrere Jahre in den verschiedensten Fachbereichen praktische Erfahrungen sammeln konnte, absolvierte sie im Jahre 2001 eine Weiterbildung zur Stationsleitung. Seit dem Jahr 2004 ist sie Pflegedienstleitung in einer neurologischen Klinik einer großen Unternehmensgruppe. Bereits vor der Übernahme der Funktion einer Pflegedienstleitung begann sie ein berufbegleitendes Fachhochschulstudium an der Hamburger Fern-Hochschule, welches sie im Jahre 2009 mit einem Diplom erfolgreich abschloss. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Pflegedienstleitung und als Mitglied der Klinikleitung begleitete sie mehrere Projekte. Dies führte sie zu dem Thema des Buches. Als Projektleiterin war sie maßgeblich an der Umsetzung des Entlassungsmanagements in der Klinik beteiligt.
Expertenstandard Entlassungsmanagement in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen -Anspruch und Wirklichkeit 1
Inhaltsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 4
1 Problemstellung 5
2 Theoretischer Kontext und Definitionen 9
2.1 Versorgungsmanagement 9
2.2 Qualitätsmanagement 10
2.2.1 Der Qualitätsbegriff und Qualitätsmanagementsysteme 10
2.2.2 Dimensionen von Qualität 17
2.2.3 Der Kundenbegriff im Gesundheitswesen 20
2.3 Entlassungsmanagement 21
2.3.1 Zusammenhang zwischen Case- und Entlassungsmanagement 21
2.3.2 Ziele und Aufgaben des Entlassungsmanagements 24
2.3.3 Bedeutung des Entlassungsmanagements für die Organisationsentwicklung 27
2.3.4 Bedeutung des Entlassungsmanagements innerhalb des Qualitätsmanagements 31
2.3.5 Bedeutung des Entlassungsmanagements im DRG-System 32
3 Konzepte des Entlassungsmanagements in deutschen Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen 35
3.1 Indirektes Entlassungsmanagement 36
3.2 Direktes Entlassungsmanagement 38
3.3 Externes Entlassungsmanagement 40
3.4 Entlassungsmanagement - ein multiprofessioneller Prozess 40
3.4.1 Rolle des Sozialdienstes 44
3.4.2 Rolle des Pflegedienstes 46
4 Entlassungsmanagement und neue Versorgungsformen 48
4.1 Indikationsspezifische Form der integrierten Versorgung 49
4.2 INTEGRA-Projekt 49
5 Expertenstandard „Entlassungsmanagement in der Pflege“ des DNQP als wissenschaftliche Grundlage 50
5.1 Die Standardkriterien des Expertenstandards im Kontext des Qualitätsmanagements 51
5.1.1 Standardkriterium 1 52
5.1.2 Standardkriterium 2 54
5.1.3 Standardkriterium 3 55
5.1.4 Standardkriterium 4 56
5.1.5 Standardkriterium 5 58
5.1.6 Standardkriterium 6 59
5.2 Umsetzung in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen 60
5.2.1 Brückenschwestern 63
5.2.2 Verket-Projekt 64
5.2.3 Case Management im Uniklinikum Köln 65
5.2.4 Entlassungsmanagement im Universitätsklinikum Münster 66
5.2.5 „Koordinierte Entlassung“ München Neuperlach 67
5.2.6 Pflegeberatung am Robert-Bosch-Krankenhaus 68
5.2.7 Kooperationsvereinbarung DEGEMED und BVMed 69
5.3 Kritische Betrachtung des Expertenstandards 69
6 Zusammenfassung und Ausblick 71
Literaturverzeichnis 75
Abbildungsverzeichnis 81
Tabellenverzeichnis 81
Textprobe: Kapitel 3.3.2, Ziele und Aufgaben des Entlassungsmanagements: Oft liegt nach einem Krankenhausaufenthalt bei den Patienten erstmals ein Versorgungsbedarf vor oder ein vorher schon vorhandener Bedarf verändert sich. Die frühzeitige Sicherstellung der nachstationären Versorgung trägt zur Verkürzung der Verweildauer und somit zur Kostensenkung für das gesamte Gesundheitssystem bei. Entlassungsmanagement ermöglicht die Überwindung von Schnittstellen zwischen den einzelnen Sektoren des Gesundheitswesens, vermeidet Versorgungseinbrüche und sichert eine Kontinuität im Versorgungsprozess des Patienten. Der sogenannte 'Drehtüreffekt', die wiederholte stationäre Aufnahme eines Patienten ist ein Indiz für ein ineffektives Entlassungsmanagement. In einigen Studien wird von Rehospitalisierungsraten von bis zu 20 % innerhalb des ersten Monats nach der Entlassung, bei einigen Patientengruppen in höherem Alter sogar von 50 % innerhalb eines Jahres berichtet. Gründe für Rehospitalisierungen sind u.a. die ungenügende Vorbereitung des Patienten und deren Angehörige auf Krisensituationen. Solche Krisensituationen können z. B. misslungenes Schmerzmanagement, Überforderung bei der Arzneimitteltherapie, Überlastung des sozialen Umfelds, ungeeignete häusliche Umgebung, Wissensdefizite, soziale Benachteiligung und Armut sein. Hier wird deutlich, wie immanent wichtig die Beratung, Edukation und Information sind. Darin liegen die Aufgabenfelder des Entlassungsmanagements. Patienten und Angehörige erlangen die Kompetenz zu einem adäquaten Krankheitsmanagement durch die Vermittlung von Wissen, manuellen Fertigkeiten und Pflegetechniken. Bei systematischer Erhebung eines zu erwartenden Versorgungsbedarfs bei Aufnahme eines Patienten und rechtzeitiger Organisation und Koordination der weiteren Versorgung kann eine Kostensteigerung durch Überschreiten der Verweildauer vermieden werden und einer Über-, Unter- oder Fehlversorgung vorgebeugt werden. Entlassungsmanagement auf der Systemebene benötigt ein Netzwerk verschiedener Professionen, Dienstleistungsanbieter und informeller Hilfen vor Ort. Dazu gehören ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen, Sanitätshäuser, Home-Care-Unternehmen, niedergelassene Ärzte, Selbsthilfegruppen und nicht zuletzt pflegende Angehörige. Voraussetzung für ein funktionierendes Entlassungsmanagement sind Veränderungen im Denken der Akteure auf allen Ebenen des Systems. In den einzelnen Organisationen und auch in der Politik sind Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein berufsgruppen- und institutionsübergreifendes Handeln ermöglichen. Die Politik sollte durch Gesetzgebung eine sektorenübergreifende Verfahrensweise unterstützen. Die Überschneidungen der einzelnen Leistungsbereiche nehmen zu. Entlassungsmanagement ist ein multi- und interprofessioneller Prozeß. Bereitschaft zur Kooperation verschiedener Professionen ist Grundvoraussetzung für die Effektivität und Qualität des Versorgungsmanagements. Für Patienten und Angehörige ist das Angebot von Leistungen unüberschaubar. Case- oder Entlassungsmanager informieren Patienten und deren Angehörigen zu den Angeboten und Möglichkeiten des Sozialsystems und helfen ihnen den Zugang zu den Angeboten zu erlangen. Dabei gilt das Prinzip Selbsthilfe vor Fremdhilfe. Entlassungsmanagement fördert bei den Patienten die Selbsthilfekompetenz und nur wo dies nicht mehr ausreicht, wird fremde Hilfe in Anspruch genommen. Im Prozess des Schnittstellenmanagements haben Angehörige einen hohen Stellenwert. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie z.B. Schlaganfall, Demenz u.ä. bleiben die Auswirkungen der Krankheit nicht auf den Betroffenen alleine begrenzt, sondern haben Einfluss auf das weitere Leben der gesamten Familie. Der Informationsaustausch zwischen den Sektoren ist unzureichend. Entlassungsmanagement bietet in dieser Situation Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. Patienten und ihre Angehörigen erhalten Hilfe und Beratung bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für ihre Gesundheitsprobleme. Dazu gehört die Edukation der Patienten insbesondere in präventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen, um so die Kompetenz der Patienten zur Bewältigung einer kritischen Situation zu fördern. Der Versorgungsbedarf der Patienten umfaßt körperliche, psychische und soziale Aspekte und benötigt die Mitarbeit des Patienten, der Angehörigen, Betreuer, Ärzte, Sozialarbeit, Therapeuten und Pflegekräften. Ziele des Entlassungsmanagements: (1) Sicherstellung der Versorgungskontinuität zwischen stationärem und ambulantem Bereich. (2) Verbesserung der Patienten/Angehörigenzufriedenheit. (3) Beschränkung des Krankenhausaufenthaltes auf das erforderliche Mindestmaß. (4) Vermeidung unnötiger Wiedereinweisungen. (5) Entlastung des stationären Personals. Das Qualitätsmanagement einer Klinik hat die Aufgabe, die Verantwortlichkeiten über Verfahrensanweisungen regeln, um die Arbeitsabläufe für alle Mitarbeiter und Kunden transparent darstellen zu können. Dabei sind folgende Aufgaben zu realisieren: (1) Information und Beratung der Patienten und deren Angehörigen (insbesondere zu Versorgungsmöglichkeiten und Versicherungsleistungen). (2) Abstimmung mit Kranken- und Pflegekassen und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen. (3) Vermittlung ambulanter Pflegedienste und anderer Leistungsangebote. (4) Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung. (5) Dokumentation (Überleitungsbogen). (6) Information des Hausarztes. (7) Kommunikation zwischen einzelnen Versorgungsinstanzen. (8) Netzwerkpflege zur hausinternen Zusammenarbeit und Kooperation mit Pflegeeinrichtungen. Nach einer Studie der Arbeitsgemeinschaft der Pflegeüberleitung in NRW in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld zeigt sich der größte Teil der Befragten mit dem Entlassungsmanagement zufrieden. Dies betrifft organisatorische Aspekte ebenso wie Information und Beratung. Dabei liegen nach deutschsprachigen pflegewissenschaftlichen Veröffentlichungen die Schwerpunkte in der: - Beratung zu Hilfsmittelbeschaffung und Hilfsmittelgebrauch. - Beratung in sozialrechtlichen Fragen und zu finanziellen Hilfen. - Beratung zu Entlastungsmöglichkeiten pflegender Angehöriger. - Beratung zu pflegerischen Methoden und Techniken. - Beratung zu präventiven Maßnahmen und Prophylaxen. Entlassungsmanagement umfasst Aufgaben aus dem Kompetenzbereich des Sozialdienstes und des Pflegebereiches. Das Entlassungsmanagement verläuft in Phasen, ähnlich der des Pflegeprozesses. Zuerst wird ein Assessment durchgeführt d. h. der Bedarf des Klienten wird durch eine Problemanalyse erhoben. Danach erfolgt die Planung der Hilfeleistung und deren Durchführung. Eine anschließende Kontrolle wird die Effektivität der Maßnahmen verdeutlichen.
| Erscheint lt. Verlag | 1.4.2010 |
|---|---|
| Zusatzinfo | 13 Abb. |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Medizin / Pharmazie ► Pflege |
| Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Unternehmensführung / Management | |
| Schlagworte | Case-Management • DRG-System • Entlassungsmanagement • Gesundheitssystem • Gesundheitswesen • Krankenhaus • Qualitätsmanagement |
| ISBN-10 | 3-8428-1630-8 / 3842816308 |
| ISBN-13 | 978-3-8428-1630-5 / 9783842816305 |
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