Lebensstrategien (eBook)
XVI, 211 Seiten
Deutscher Universitätsverlag
978-3-8350-5465-3 (ISBN)
Dr. Jörn Oldenburg promovierte bei Prof. Dr. Egbert Kahle am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Entscheidung und Organisation, der Universität Lüneburg. Er ist seit 1996 als Dozent und als Wirtschafts- und Unternehmensberater tätig.
Dr. Jörn Oldenburg promovierte bei Prof. Dr. Egbert Kahle am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Entscheidung und Organisation, der Universität Lüneburg. Er ist seit 1996 als Dozent und als Wirtschafts- und Unternehmensberater tätig.
Geleitwort 10
Geleitwort 12
Inhaltsverzeichnis 14
Abbildungsverzeichnis 16
1 Problemstellung 18
1.1 Ziel und Vorgehen 19
1.2 Methoden und Grenzen 23
2 Suizidalität 28
2.1 Begriffe 29
2.2 Erklärungsperspektiven 32
2.2.1 Epidemiologische und rechtsmedizinische Aspekte 32
2.2.2 Soziologische Aspekte 37
2.2.3 Psychodynamische Aspekte 39
2.2.4 Medizinisch-psychiatrische Aspekte 41
2.2.5 Life-event-Ansatz 45
2.3 Fazit: Suizidalität als multikausales Phänomen 46
3 Systemtheoretischer Bezugsrahmen 52
3.1 Ursprünge, Theorien und Hauptvertreter 52
3.2 Systemtheoretische Grundlagen für das Simulationsmodell 58
3.2.1 Komplexe Systeme 58
3.2.2 Konstruktion von Wirklichkeit 61
3.2.3 Lebensfähigkeit und Suizidalität 65
3.3 Fazit: Systemisches Denken zum Umgang mit dem multikausalen Suizid- Phänomen 76
4 Früherkennung in der Betriebswirtschaftslehre 80
4.1 Begriffe 81
4.2 Generationen von Früherkennungssystemen und deren Problembereiche 83
4.3 Das Sensitivitätsmodell Prof. Vester® als systemorientiertes Verfahren für die betriebliche Früherkennung 91
4.4 Fazit: Systemische Verfahren zur Handhabung multikausaler Phänomene 107
5 Ein System-Modell zur Früherkennung von Suizidalität 112
5.1 Systembeschreibung 112
5.2 Elemente 118
5.2.1 Variablensatz 118
5.2.2 Einflussmatrix und Rollenverteilung 132
5.3 Vernetzung 134
5.3.1 Wirkungsgefüge 134
5.3.2 Wirkungsfunktionen 136
5.4 Simulationen 152
5.4.1 Ausgangszustand 154
5.4.2 Ablauf der Wirkungsfunktionen 155
5.4.3 Viabilitätstest 1: ,Alltagstrott-Strategie‘ bei gewohntem Stress 156
5.4.4 Viabilitätstest 2: ,Alltagstrott-Strategie‘ bei erhöhtem Stress 159
5.4.5 Viabilitätstest 3: ,Coaching-Strategie‘ bei erhöhtem Stress 162
5.4.6 Viabilitätstest 4: ,Ego-Strategie‘ bei erhöhtem Stress 166
5.5 Fazit: Ergebnisse der Simulationen 169
6 Epilog: Entwicklungen spielen - spielend entwickeln 174
7 Verzeichnisse 180
7.1 Verzeichnis der Thesen 180
7.2 Literaturverzeichnis 182
Anhang: Wirkungsfunktionen des System-Modells 192
Danke 225
2 Suizidalität (S. 11)
„Der Selbstmord ist ein Ereignis der menschlichen Natur, welches, mag auch darüber schon soviel gesprochen und gehandelt sein als da will, doch jeden Menschen zur Teilnahme fordert und in jeder Zeitepoche wieder einmal verhandelt werden muß."
(Johann Wolfgang von Goethe)
Der Suizid berührt schon lange das Forschungsinteresse verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. So versuchten und versuchen vorwiegend Mediziner, Psychologen, Psychoanalytiker und Epidemiologen aber auch Soziologen, Philosophen, Theologen und Biologen Erklärungs- und Verstehensansätze für die Suizidalität aus ihrer jeweiligen Perspektive zu entwickeln. „Heute ist daher eine Übersicht über die Publikationen zum Suizid kaum noch möglich, da diese zu zahlreich sind und das Gebiet zu unübersichtlich geworden ist." (Gerisch et al. 2006).
Im Rahmen und unter der Zielsetzung dieser Arbeit kann es nicht darum gehen, eine vollständige Übersicht über den aktuellen Stand der Suizidforschung zu liefern. Hier sollen die etablierten Forschungsbereiche mit ihrer historischen Entwicklung und ihren aktuellen Hauptvertretern kurz beschrieben werden. Um den aktuellen Stand der Forschung zu gewährleisten, war die Dokumentation der Frühjahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention im März 1999 hilfreich.
Zum Thema ,Entstehungsbedingungen für Suizidalität‘ wurden Referenten aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen eingeladen, die „aufgrund ihrer jahre- bis jahrzehntelangen klinischen und wissenschaftlichen Erfahrungen kompetent über ihr Thema Auskunft geben konnten" (Bronisch et al. 2002, V). Die Referenten sollten hierbei den auf empirischen Studien basierenden aktuellen Forschungsstand mit einer persönlichen Wertung vortragen.
Die Aktualität konnte am 27. 2. 2007 auf einer weiteren Fachtagung zum Thema Suizidalität und Suizidprävention überprüft werden, zu der das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf führende Experten in die Ärztekammer Hamburg eingeladen hatte. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Tagungen und der Auswertung aktueller wissenschaftlicher Arbeiten werden im folgenden die wichtigsten Begriffe und Erklärungsansätze für Suizidalität skizziert.
2.1 Begriffe
Während sich Motive und Anlässe für Suizidalität im Zeitablauf kaum gewandelt haben, wurde die Beurteilung einer Suizidhandlung immer wieder geändert, was sich auch in unterschiedlichen Begriffen widerspiegelt.
Suizid
Der aus dem Lateinischen stammende Begriff ,sui caedere‘ [sich selbst töten] wird heute im englischen [suicide] und deutschen [Suizid] wissenschaftlichen Sprachgebrauch als wertfreier Begriff verwendet. Suizid beschreibt eine Handlung, mit der ein Mensch willentlich durch eigenes Tun seinen Tod herbeiführt.
Selbstmord
Der im Einflussbereich der christlichen Kirche entstandene Begriff ,Selbstmord‘ drückt ein moralisches Werturteil aus, das die Selbsttötung als Mord ablehnt und verurteilt. In Deutschland waren Selbsttötungsversuche bis zum Ende des 18. Jahrhunderts strafbar, in Großbritannien noch bis in die 1960er Jahre. Heute werden in Deutschland die Begriffe Suizid und Selbstmord weitgehend synonym verwendet, wie die wertfreie Definition von Durkheim unterstreicht:
„Man nennt Selbstmord jeden Todesfall, der direkt oder indirekt auf eine Handlung oder Unterlassung zurückzuführen ist, die vom Opfer selbst begangen wurde, wobei es das Ergebnis seines Verhaltens im voraus kannte. Der Selbstmordversuch fällt unter dieselbe Definition, bricht die Handlung aber ab, ehe der Tod eintritt." (Durkheim 1999, 27).
Freitod
Der Begriff Freitod stellt die eigene Freiheit und Möglichkeit des Menschen heraus: Jedem ist es erlaubt, sein Leben frei zu gestalten und zwar soweit, dass auch der Tod als Ziel gewählt werden kann. Der Philosoph Amery (1976) definiert den Freitod „als letzte und höchste Möglichkeit des Menschen, seine individuelle Freiheit zu erleben und zu verwirklichen".
| Erscheint lt. Verlag | 20.11.2007 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Entscheidungs- und Organisationstheorie | Entscheidungs- und Organisationstheorie |
| Vorwort | Prof. Dr. Egbert Kahle, Prof. Dr. Ute Lockemann |
| Zusatzinfo | XVI, 211 S. |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Psychologie |
| Medizin / Pharmazie | |
| Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Unternehmensführung / Management | |
| Schlagworte | Betriebswirtschaft • Krisenforschung • Sensitivitätsmodell • Strategie • Suizidhandlung • Systemtheorie • Therapieerfolg • Überlebensstrategien |
| ISBN-10 | 3-8350-5465-1 / 3835054651 |
| ISBN-13 | 978-3-8350-5465-3 / 9783835054653 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: PDF (Portable Document Format)
Mit einem festen Seitenlayout eignet sich die PDF besonders für Fachbücher mit Spalten, Tabellen und Abbildungen. Eine PDF kann auf fast allen Geräten angezeigt werden, ist aber für kleine Displays (Smartphone, eReader) nur eingeschränkt geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. den Adobe Reader oder Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. die kostenlose Adobe Digital Editions-App.
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich