Jugendmedizin (eBook)
XVII, 559 Seiten
Springer Berlin (Verlag)
978-3-540-29718-5 (ISBN)
Jugendliche sind anders!
In der Phase zwischen Kindsein und Erwachsenwerden verändern sich Körper und Seele, aber auch soziale Bindungen. Der Jugendarzt betreut in seiner Praxis nicht nur akut und chronisch kranke Jugendliche, sondern muss auch Aufklärungsarbeit leisten.
Der Arzt steht vor vielfältigen Fragen, z.B.:
- Wie rede ich mit Jugendlichen?
- Wie gehe ich mit ausländischen Patienten um?
- Was bedeutet Aufklärung wirklich?
- Welche Probleme haben behinderte Jugendliche?
Das Buch unterstützt Sie im Praxisalltag u.a. bei:
- Chronischen Erkrankungen
- Pubertätsproblemen
- Gynäkologischen und urologischen Fragestellungen
- Essstörungen
- Psychosomatisch bedingten Erkrankungen
- Sucht und Suchtverhalten
- Gesundheitsvorsorge
Im Serviceteil hilfreich:
- Checklisten und Formularvordrucke
- Adressen von Netzwerken und Selbsthilfegruppen
... und vieles mehr!
Verständlich geschrieben, klar strukturiert, mit zahlreichen Übersichten, Tabellen und wertvollen Tipps erhalten Sie ein umfassendes Werk für Ihren Praxisalltag:
Mit Wissen kompetent beraten!
Geleitwort 7
Vorwort 9
Inhaltsverzeichnis 11
Autorenverzeichnis 23
Entwicklung von Jugendlichen 25
Sind Jugendliche anders? 26
Literatur 28
1 Körperliche Entwicklung 29
Hormonale Entwicklung 29
Körperliche Entwicklung bei Jungen 31
Pubertätsbedingte Veränderungen in Körpergewebszusammensetzung und Körperfunktion 36
Markante Unterschiede beider Geschlechter 37
Säkulare Akzeleration 37
Berechnung der Zielgröße 37
Literatur 38
2 Psychosoziale Entwicklung 39
Entwicklungsaufgaben 39
Phasen der Adoleszenz 40
Hirnorganische Veränderungen 41
Normabweichungen 42
Problempunkte und ihre Beziehung zum pubertären Entwicklungsstadium 43
Literatur 43
3 Identität und Körperbild: Bedeutung und Einfluss der Kategorie Geschlecht 44
Gesundheit und Geschlecht 44
Identität im gesellschaftlichen System der Zweigeschlechtlichkeit 44
Der Körper als kulturelles Zeichen 45
Die Macht der Ideale 45
Ausblick in die Praxis 48
Literatur 48
4 Sexualität 49
Sexualität heute 49
Jugendsexualität 49
Geschlechtsspezifische Identität – Mädchensexualität 50
Geschlechtspezifische Identität – Jungensexualität 51
Sexuelle Entwicklung und Sexualverhalten 52
Einfluss der Familie, Schule und Peergroup auf das Sexualverhalten 53
Entwicklungsaufgaben im Jugendalter 54
Literatur 54
Der Jugendliche in der Gesellschaft 56
5 Jugendliche in der Gesellschaft – Jugend und Politik 57
Literatur 59
6 Veränderungen der Lebensbedingungen 60
Die »Doppelrolle« der Familie 60
Der wachsende Stellenwert der Schule 60
Freizeit ist Konsumzeit 61
Partnerschaften als Schritt in das Erwachsenenalter 61
Die Jugendphase als Phase der Veränderungen 61
Literatur 62
7 Problemverhalten, Entwicklungsprobleme und Gesundheitsversorgung 63
Aufbau von Bewältigungsstrategien 63
Bedingungen für Problembelastungen 63
Prävention und Gesundheitsförderung im Jugendalter 65
Literatur 67
8 Medien 69
Medien und Mediennutzung 69
Medien und Risikoverhalten 72
Die Rolle der Medien bei Störungen 74
Werbung 76
Tipps und Hilfen 78
Beachtenswertes zum Internet 78
Lehrer und Medien 2003 – Nutzung, Einstellung und Perspektiven 78
Literatur 78
9 Jugend und Recht 80
Einwilligungsfähigkeit 80
Besondere Behandlungssituationen 81
10 Ausländische Jugendliche 82
Probleme der Integration 82
Psychosoziale Probleme 85
Medizinische Probleme 91
Sexualität am Beispiel muslimischer Jugendlicher 98
11 Behinderte Jugendliche 103
Probleme der Integration 103
Psychosoziale Probleme 106
Medizinische Probleme am Beispiel Körperbehinderung 108
Der behinderte Jugendliche – Medizinische Probleme am Beispiel des Down- Syndroms 117
Sexualität 122
Der Jugendliche in der Praxis 126
12 Grundlagen jugendmedizinischer Tätigkeit in der Praxis 127
Zugangsbarrieren für den Jugendlichen 127
Fachliche Voraussetzungen 128
Anmeldung/Terminvergabe 129
Jugendsprechstunde 129
Praxisausstattung/Praxisräume 130
Der akut kranke Jugendliche 131
Der chronisch kranke Jugendliche 131
Der jugendliche Patient kommt mit oder ohne Erziehungsberechtigten 131
Die Untersuchung 132
Der Faktor »Zeit« 133
Beiwerk 133
Tipps zur Kommunikation 133
Problempunkte in der Betreuung 135
Literatur 135
13 Kommunikation 136
Gesprächsführung mit Jugendlichen als originäre Aufgabe des Kinder- und Jugendarztes 136
Grundlagen der Gesprächsführung mit Jugendlichen 136
Zielgruppe: Jugendliche 137
Kurzanleitung für den Jugendarzt zur Selbstreflexion 137
Kurzanleitung für die Gesprächsführung mit Jugendlichen 137
Rahmenbedingungen für die Gesprächsführung 139
Literatur 139
14 Psychosoziale Einfühlung und Begleitung 140
Der Jugendliche: Veränderung auf allen Ebenen 140
Normalität und Krankheit 140
Das Symptom und die Vielfalt seiner Bedeutungen 141
Die Rolle der Gleichaltrigen 142
Umgang mit der Ablösungsdynamik in der Familie 142
Schwierigkeiten im Zugang zum Jugendlichen 143
Literatur 144
15 Der »kranke« Jugendliche 145
Fragestellungen in der Arztpraxis 145
Der Untersuchungsgang 147
Abschließende Bemerkungen 150
Literatur 151
16 Jugendgesundheitsuntersuchung J1 152
Medienthemen bei der J1 157
Literatur 158
17 Jugendarbeitsschutz 159
Die Bedeutung von Jugendarbeitsschutzuntersuchungen 159
Das Jugendarbeitsschutzgesetz 159
Die Jugendarbeitsschutzuntersuchung 160
Ergebnisse 161
Literatur 163
Spezielle Jugendmedizin 164
18 Asthma bronchiale 165
Empfehlungen zum therapeutischen Management 165
Compliance? 165
Empowerment und Selbständigkeit 169
Berufsfindung und Berufswahl 171
Beziehungen und Partnerschaft 172
Sport 172
Jugendtypische Risikofaktoren 172
Literatur 172
19 Diabetologie und Schilddrüse 173
Typ 1-Diabetes mellitus 173
Serologie 174
Adipositas als Auslöser von Stoffwechselstörungen bei Jugendlichen 179
Diabetes als Polyendokrinopathie 179
Pubertätsstruma (Adoleszentenstruma, Struma juvenilis) 180
Unterfunktion der Schilddrüse und Hashimoto- Thyreoiditis 180
Überfunktion der Schilddrüse (Basedow- Hyperthyreose) 181
Schlussbemerkung 182
Literatur 182
20 Wachstumsstörungen 183
Welche Faktoren bestimmen die Körpergröße? 183
Normales Wachstum und Körpergröße bei Adoleszenten 183
Methoden zur Evaluierung des Wachstums bei Adoleszenten 184
Normvarianten des Wachstums 185
Adipositas, Adiposogigantismus 187
Adipositas, Kleinwuchs 187
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit anhaltenden oder drohenden kardialen Problemen 189
Anhaltende Probleme durch angeborene Herzfehler 189
Anhaltende Probleme durch angeborene Herzfehler 191
Anhaltende Probleme durch Herzfehler mit Sonderstellung 192
Anhaltende Probleme durch erworbene Herzfehler und andere Herzerkrankungen 192
Spiralen, Schirmchen, Stents 194
Vorprogrammierte Spätschäden durch Adipositas, Inaktivität und arterielle Hypertonie 194
Aspekte hinsichtlich Schule, Sport, Beruf, Schwangerschaft 194
Literatur 196
22 Epilepsie 197
Definition 197
Epidemiologie 197
Klinik – spezielle Krankheitsbilder 197
Diagnostik 198
Therapie 199
Langzeitprognose 200
Soziale Beratung und Betreuung 200
Literatur 201
23 Onkologie 203
Epidemiologie 203
Klinik der bösartigen Erkrankungen 203
Einzelne Krankheitsbilder 205
Allgemeine Aspekte bei Tumorerkrankungen 207
Begleitende psychosoziale Maßnahmen 207
Literatur 208
24 Bewegungsapparat 210
Allgemeiner Untersuchungsgang 210
Einzelne Krankheitsbilder 211
Literatur 215
25 Rehabilitation 216
Wo stehe ich? 216
Eine Reha muss Spaß machen – und ernsthaft sein! 216
Wo steht der Anspruch auf eine Rehabilitation? 216
Welche übergeordneten Ziele verfolgt eine Rehabilitation? 217
Was sind die Voraussetzungen für eine Rehabilitation? 217
Was ist die Rehabilitationsprognose? 217
Wie lange dauert eine Rehabilitation? 217
Was ist mit Schule? 218
Gibt es Berufsberatung? 218
Wie werden Rehabilitationsdiagnosen beschrieben? 218
Vernetzung ist wichtig! 218
Infos – wo? 219
Wie und wo muss der Antrag eingereicht werden? 219
Leitlinien für Experten 219
Rückblick und Kick für »Neue«! 219
Literatur 219
Jugendspezifische medizinische Probleme 220
26 Störungen in der Pubertät 221
Psychische Veränderungen 221
Körperliche Veränderungen 222
Literatur 226
27 Haut und Haare 227
Akne 227
Atopisches Ekzem 228
Alopecia areata 230
Dekorativer Körperschmuck 230
Herpes simplex 231
Hyperhidrosis 232
Keratosis pilaris 232
Nävi 232
Striae distensae 233
Warzen, Verrucae planes iuveniles 233
Warzen, Verrucae vulgares 233
Literatur 234
28 Essstörungen 235
Anorexia nervosa 235
Bulimia nervosa 241
Therapiekonzept des TCE 243
Literatur 244
29 Adipositas 246
Definitionen 246
Adipositas als Krankheit 246
Einschränkungen der Teilhabe am sozialen Leben 248
Epidemiologie 248
Ätiologie und Genese 249
Diagnostik 251
Therapie 253
Ausblick 257
Literatur 258
30 Somatisierungsstörungen 259
Somatisierungsstörungen und Pubertät 259
Von der individuum- und organorientierten zur biopsychosozialen, beziehungs- und familienorientierten Medizin 260
Integration medizinischer, psychotherapeutischer und familientherapeutischer Erfahrungen 262
Stellenwert der Familiendiagnostik und Familientherapie 265
Familiäre Dynamik 266
Klinik der Somatisierungsstörungen im Jugendalter 267
Leitlinien für Diagnostik und Therapie 268
Von der medizinischen zur familiendynamischen Struktur des Erstgesprächs 269
Spezifische Themen bei Somatisierungsstörungen in der Pubertät 269
Zusammenfassung 272
Literatur 272
31 Jugendgynäkologie 273
Die Brust 273
Die Behaarung 275
Das Genitale 276
Der Zyklus 278
Unterbauchschmerzen 282
Literatur 285
32 Jungenmedizin 286
Jungen 286
Urologie 291
33 Jugend und Gewalt 297
Gewalt und Misshandlung 297
Mobbing – Gruppenaggression im Klassenzimmer und seine Wirkung auf Kinder und Jugendliche 300
Gewaltprävention – Gewalt gegen und durch Jugendliche 306
34 Verhaltensauffällige Jugendliche 311
Jugendliche mit ADHS 311
Akute adoleszente Entwicklungskrisen – Psychosen im Jugendalter 318
Suizidalität: zur Beratung und Begleitung von suizidalen Kindern, Jugendlichen und deren Eltern 322
Dissozialität 328
Problemorientierte Jugendmedizin 334
35 Unfälle 335
Unfälle sind keine Zufälle 335
Epidemiologie 336
Heim- und Freizeitunfälle 337
Entwicklungspsychologische, psychische und soziale Aspekte 339
Unfallprävention 341
Literatur 342
36 Impfungen 344
Grundlagen 344
Allgemein empfohlene Impfungen (Standardimpfungen) 344
Indikationsimpfungen 346
Reiseimpfungen 347
Was bringt die Zukunft? 347
Literatur 348
37 Konsum, Missbrauch und Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen 349
Mit einem Exkurs zu nichtstofflichem Suchtverhalten 349
Allgemeines und Definitionen 349
Eine Gratwanderung zwischen Genuss und Abhängigkeit. Oder: Wie wird man süchtig? Und was schützt davor? 350
Alkohol 351
Tabak 352
Illegale Drogen, insbesondere Cannabis, und sonstige Drogen 354
Medikamente, Doping, Koffein 356
Wie erkennt der Kinder- und Jugendmediziner problematischen Substanzgebrauch? 357
Umgang mit Substanzproblemen in der Praxis 359
Exkurs: Spielsucht als Beispiel für nichtstoffliche Süchte 362
Ausblick: Ein paar Gedanken zur Prävention 363
Literatur 364
38 Kontrazeption 366
Kontrazeption bei Jugendlichen 366
Kontrazeption bei behinderten und chronisch kranken Jugendlichen 373
Literatur 376
39 Sexuell übertragbare Infektionen bei Jugendlichen 378
Bakterielle Infektionen 379
Virale Infektionen 381
Vulvovaginalcandidose 382
Parasiten 382
Zusammenfassung und Ausblick 383
Literatur 383
40 Konzepte der Gesundheitsvorsorge bei Jugendlichen 385
Entwicklung der Jugendmedizin in Deutschland 385
Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen für Jugendliche 385
Warum Gesundheitsvorsorge bei Jugendlichen? 385
Was ist zu tun? 386
Wo beginnt Gesundheitsvorsorge Jugendlicher? 386
Was müssen Kinder- und Jugendärzte tun? 386
Was muss die Politik tun? 387
Literatur 387
41 Konzepte der Gesundheitsvorsorge – Sport 388
Gesundheit und Sport 388
Die sportlichen Fertigkeiten 390
Sportartspezifisches Training 392
Ernährung 396
Sport bei Erkrankungen (Beispiele) 396
Die sportmedizinische Untersuchung und Beratung 397
Zusammenfassung 397
Literatur 397
Netzwerk, Beratung und Unterstützung 399
42 Interdisziplinäre Zusammenarbeit 400
Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen: Schritte hin zu vernetzten Visionen in der Zukunft 400
Netzwerk 402
Gesundheitsförderung an der Schule – Modell » Gesunde Schule « 404
Beratungsangebote für jugendliche Migranten 409
43 Der öffentliche Gesundheitsdienst als Partner im Netzwerk Jugendmedizin 414
Aufgaben des öffentlichen Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes 414
Gesetzliche Grundlagen für die öffentliche Kinder- und Jugendgesundheit 415
Spektrum der Jugendmedizin im ÖGD 416
Besondere Initiativen des KJGD und Möglichkeiten der Kooperation 419
Versorgungsstrukturen in den Regionen 419
Literatur 419
Internationale Jugendmedizin 420
44 WHO-Ressourcen bei der Jugendgesundheit und Jugendentwicklung 421
Jugendgesundheit und Jugendentwicklung 421
Ressourcen 421
45 Blick über die Grenzen 425
Europäische Modelle der gesundheitlichen Versorgung Jugendlicher, IAAH- Aktivitäten, EuTEACH, MAGAM 425
Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung Jugendlicher in den USA 428
Anhang 431
A Jugendmedizinische Praxis 432
B Wachstum und Entwicklung 448
C Jugendspezifische Erkrankungen und Probleme 475
D Rehabilitation und Nachsorge 493
E Jugendliche in der Gesellschaft 507
F Netzwerk – Aufbau und Pflege 524
G Literatur 537
H Kontaktadressen 539
I Internetadressen und CD-ROMs 541
Sachverzeichnis 546
5 Jugendliche in der Gesellschaft – Jugend und Politik (S. 35)
R. Schmidt (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Jede Gesellschaft tragt für Kinder und Jugendliche besondere Verantwortung im ureigenen Interesse. Die Gesellschaft braucht die Kreativität, den Ideenreichtum, die Unbefangenheit und die Handlungsfähigkeit der Jugend. Hier sind die Politik und alle gesellschaftlichen Gruppen, aber insbesondere auch die Berufsgruppen gefragt, die täglich mit Kindern, mit Jugendlichen und den Eltern in Berührung kommen und die Weichen für das Aufwachsen stellen. Sie entscheiden auch darüber, welche Innovationskraft die Jugend in der Gesellschaft entfalten kann. Jugendpolitik ist damit unverzichtbarer Bestandteil der Modernisierungspolitik. Kinder- und Jugendstudien werden in Politik, Wissenschaft, Medien und Praxis als wichtiger Seismograph gesellschaftlichen Wandels gewertet. Ich mochte wichtige Trends der Studien aufgreifen und diese Befunde politisch bewerten.
Eine Generation »selbstbewusster Macher« und »pragmatischer Idealisten«: Bestätigung für eine aktivierende Jugendpolitik
Die Ergebnisse aller Jugendstudien machen deutlich (Shell, IPOS, DJI Jugendsurvey): Die Jugend ist besser als ihr Ruf. Die Mehrzahl der Jugendlichen verfugt über eine optimistische und leistungsorientierte Zukunftseinstellung. Die jungen Frauen und Männer zeigen eine hohe Leistungsbereitschaft nach dem Motto Aufsteigen statt aussteigen. Die Gruppen der selbstbewussten Macher und pragmatischen Idealisten prägen das Bild und wirken als gesellschaftliche Trendsetter aus der Mitte der Gesellschaft (Shell). Die Jugendlichen wollen praktische Probleme in Angriff nehmen, die mit persönlichen Chancen verbunden sind. Sie verlassen sich nicht auf Dritte, sondern nehmen ihre Zukunftsplanung selbst in die Hand.
Ich werte diese Ergebnisse sehr positiv. Eindeutig ist: Die Bundesregierung liegt richtig mit ihrem Leitbild einer aktivierenden Jugendpolitik, die die Fahrigkeiten der Jugendlichen fordert aber auch dazu auffordert, die entwickelten Talente und Ideen aktiv wieder in die Gesellschaft einzubringen.
Mädchen und junge Frauen haben die Nase vorn
Madchen und junge Frauen haben im Bereich der Schulbildung die Jungen langst uberholt. Madchen und junge Frauen sind ehrgeiziger geworden und nicht mehr bereit, das Feld den jungen Männern zu überlassen. Macht, Einfluss und Karriere sind erstrebenswerte Ziele auch für Madchen und junge Frauen. Erfolgreiche Schul- und Ausbildungsabschlusse geben ihnen das nötige Rustzeug. Hier ernten wir die Fruchte unserer Gleichstellungs- und Frauenforderung. So hat eines der strategischen Ziele der Bundesregierung die gleichberechtigte Teilhabe von Madchen und Frauen an der Entwicklung der Informationsgesellschaft einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Das Regierungsprogramm Innovation und Arbeitsplatze für die Informationsgesellschaft zeigt ebenso deutlich Erfolge wie Kooperationsprojekte mit der deutschen Wirtschaft. Wir müssen und werden durch unsere politische Arbeit alles daran setzen, dass die guten Ausgangsvoraussetzungen und die erklärten beruflichen Ziele der Madchen auch im weiteren beruflichen Weg umgesetzt werden. Ich arbeite auf eine Gesellschaft hin, in der Frauen ihre hervorragenden Ausbildungsvoraussetzungen umsetzen und gleichermaßen wie Männer Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einnehmen.
Die Ergebnisse der Jugendstudien räumen auch auf mit dem Vorurteil, wonach die Berufs- und Erfolgsorientierung zulasten von Toleranz, Emotionalität und sozialem Engagement geht. Vielmehr wird deutlich: Auch bei Jungen und jungen Männern wird die Vereinbarkeit dieser Werte zunehmend gelebt.
Familie und Karriere: Die Synthese von alten und neuen Werten
Mehr Jugendliche als jemals zuvor verknüpfen sog. moderne mit alten Werten und Lebensorientierungen. Fleiß und Ehrgeiz, Macht und Einfluss, Kreativität und Toleranz, Familie und Beruf fugen sich zu einem neuen Leitbild und Lebensmuster zusammen. Dieser Wertemix ist kennzeichnend für die junge Generation. Dass diese Ziele auch gleichzeitig gelebt werden können, dazu tragen unsere Reformen zur Forderung der Balance von Beruf und Familie sowie zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten deutlich bei. Wir ermöglichen jungen Eltern die Balance von Familie und Beruf durch gleichzeitige Inanspruchnahme der Elternzeit. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, beruflich aktiv zu bleiben und damit persönliche Karrierewege weiter auszubauen.
Aktivierung und Integration bleiben wichtige politische Ziele
Politisch setzt sich die Bundesregierung aber natürlich nicht nur mit den Gewinnern der gesellschaftlichen Entwicklung auseinander. Wir stehen für Chancengerechtigkeit und setzen alles daran, benachteiligten Jugendlichen Qualifizierungsmöglichkeiten zu eröffnen, sie zu aktivieren und sozial besser zu integrieren. Mit der Programmplattform Entwicklung & Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten (E&C) haben wir auf einen der großen gesellschaftlichen Missstande regiert: Immer noch sind es die sozialen und familiären Rahmenbedingungen, die über individuelle Lebenschancen, Zugange zu Bildung, Ausbildung sowie persönlicher und beruflicher Entwicklung junger Menschen entscheiden. Dieser Befund, der für den formellen Bildungsbereich in jüngster Zeit eindrucksvoll und erschreckend durch die PISA-Studie bestätigt wurde und nun auch unter dem Stichwort der Vererblichkeit von Bildungszugängen in der 14. Shell-Studie wieder auftaucht, betrifft in besonderer Weise Jugendliche, die in sog. sozialen Brennpunkten aufwachsen. Dies sind Gebiete, in denen sich Arbeitslosigkeit, Armut und Gewalt häufen und Herausforderungen auf diese Jugendlichen zukommen, die insbesondere bei der Integration von Migrantinnen und Migranten entstehen. Ziel unserer Programmplattform E&C ist es, Mittel und Aktivitäten zu bündeln, um die Lebensbedingungen und Chancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, die in diesen Stadtteilen aufwachsen. Es geht uns einerseits darum, sie in berufsvorbereitende Maßnahmen bzw. in Arbeit zu bringen und so gesellschaftlich und sozial zu integrieren. Andererseits wollen wir durch diese Investitionen den Niedergang der betroffenen Quartiere und Regionen aufhalten und nachhaltige Entwicklungen anstoßen.
| Erscheint lt. Verlag | 10.2.2006 |
|---|---|
| Zusatzinfo | XVII, 559 S. |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Medizin / Pharmazie ► Medizinische Fachgebiete ► Gynäkologie / Geburtshilfe |
| Medizin / Pharmazie ► Medizinische Fachgebiete ► Innere Medizin | |
| Schlagworte | Adressen • Bewegungsapparat • Diabetologie • Gesundheit • Gesundheitsversorgung • Gesundheitsvorsorge • Gynäkologie • Impfungen • Jugendmedizin • Öffentliche Gesundheit • Praxisalltag • Rehabilitation • Selbsthilfe • Untersuchung • Weltgesundheitsorganisation |
| ISBN-10 | 3-540-29718-9 / 3540297189 |
| ISBN-13 | 978-3-540-29718-5 / 9783540297185 |
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