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Umdenken und Handeln -  Ulrich Börngen Stuttgart

Umdenken und Handeln (eBook)

Die Maxime lokal und global zu jeder Zeit
eBook Download: EPUB
2026 | 1. Auflage
288 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-6885-9 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
4,99 inkl. MwSt
(CHF 4,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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Nach einer Zeit tiefgreifender Enttäuschung und ernster Bedrohung wurde ein nachhaltiges Luftholen in den Höhen des Nordschwarzwaldes über drei Jahre ermöglicht. Dabei konnte auch ein wertvoller Blick auf 4.133 Menschen im deutschen Kurwesen mit seinem Für und Wider wissenschaftlich aufgearbeitet werden. In Lebenserinnerungen zwischen 1979 und 2024 werden in zunehmender Vergeßlichkeit wichtige Ereignisse ins Gedächtnis zurückgerufen. Dabei lag uns besonders am Herzen, Umdenken und Handeln, im Sinn für eine bessere Welt, "Ehrfurcht vor dem Leben" und auf dem Weg zu einem "Reich Gottes". Berichtet wird ab 1983 über wunderbare Erfahrungen in gemeinsamem Zusammensein als Leben in Schwaben und in ärztlicher Verantwortung. Daneben blieb genügend Zeit, sich ehrenamtlich für ein zivilgesellschaftliches Engagement einzusetzen. So haben wir uns bei den Internationalen Ärzten gegen Atomkrieg, Ärzte in sozialer Verantwortung - IPPNW, und in der Friedensbewegung einbringen können. Ausführlich wird auf unseren Einsatz für den christlichen Konziliaren Prozeß und dabei für die existentiellen Überlebensaufgaben Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung im kirchlichen und weltlichen Raum eingegangen. Von 1987 bis 2011 konnte ich mich konstruktiv-kritisch im Evangelischen Kirchentag engagieren. Ein weiteres jahrzehntelanges Anliegen galt der religionsverbindenden Vision Dialog und Zusammenarbeit mit Weltreligionen im Sinne einer Ökumene der Weltreligionen. Dies konnte zuletzt eigenständig ab 2006 mit der Interreligiösen Gemeinschaft für Frieden - www.igfstuttgart.de erfolgen. Zur Erhaltung unserer geistiger und körperlicher Ertüchtigung werden großartige Bergerlebnisse und Seeaufenthalte beschrieben. Ein besonderes Kapitel sind unserer Hoffnung und den Lernorten, unterwegs zu Menschen, Kulturen und Religionen, gewidmet. Abschließend wird eine 20jährige Praxistätigkeit in Stuttgart und eine jahrzehntelange Zugehörigkeit zu einer Sportgruppe mit großartigen Bergfahrten dargestellt.

2 Grosse Gemeinsamkeiten ab 1982


Im Frühjahr 1982 sind wir also in Stuttgart gelandet. Ursula war mit ihrer amtsärztlichen Tätigkeit am Städtischen Gesundheitsamt unter Prof. Neumann praktisch schon eingearbeitet. Ohne größere Aufregung oder Probleme konnte ich mich dem Aufbau meiner Praxistätigkeit am Olgaeck widmen. Letztlich hatten wir auch in Stuttgart erfreulich viel freie Zeit für uns und für gemeinsam wichtige Interessen und Aufgaben unserer Zeit. Der Kauf eines gelben VW-Wohnmobils, Joker 1, mit aufklappbarem Hochdach im Mai ermöglichte uns ungeahnte und großartige reise-, orts- und zeitunabhängige Übernachtungsmöglichkeiten. So konnte ich z.B. schon Mitte September zu einem medizinischen Vortrag nach Salzburg fahren. Die freie Übernachtung am Vorabend auf der Roßfeldstraße bei Berchtesgaden unmittelbar vor dem Hohen Göll mit einmaligem Blick auf den Sonnenaufgang über dem Dachstein und Tennengebirge bleibt mir bis heute im Gedächtnis. In der Nacht hatte sich eine große Herde Schafe auf der angewärmten Asphaltstraße gelagert, sodaß ich früh nur sehr vorsichtig wegfahren konnte. Und Anfang Oktober konnten wir beide so unmittelbar an einer Schauübung der Bergwacht auf dem Schwarzen Grat bei Isny teilnehmen. Dabei war besonders beeindruckend eine evangelische Iberg-Messe mit Beteiligung von Alphörnern. Und, daß thematisch Christsein hervorgehoben wurde, beachtlich, ohne es bewußt zu sein im Sinne von unbewusstem Beten beim Wandern.

Am 24.9.1982 sind wir offiziell vom Schwarzwald nach Stuttgart Sonnenberg in die Kremmlerstraße 49 umgezogen. Sonnenberg lag günstig zwischen Möhringen und Degerloch an der geographischen Kante der Filderhochfläche. In nur wenigen Schritten waren wir auf der breiten landwirtschaftlich genutzten unbebauten Freifläche Richtung Parksiedlung. Dort hat auch Jörg Zink gewohnt und steht die katholische Kirche von Pfr. Hermann Benz. Erfolgreich konnten wir alle uns später gegen die Bebauung auch dieses Erholungsgebietes wehren.

Ursula fühlte sich doch vielfach und zeitweise deutlich „angeschlagen“, daneben konnte sie aber auch erstaunlich leistungs- und durchsetzungsfähig sein. Sie litt unter z.T. heftigen und tagelang anhaltenden Meniere-Anfällen, wechselnden Hals-Kopfschmerzen, Schlafstörungen und multiplen diffusen Beschwerden mit freilich auch speziellen persönlichen Interpretationen. Sie waren internistisch, rheumatologisch und neurologisch schwer einzuschätzen, auf jeden Fall auch nicht z.B. im Sinne einer Fibromyalgie. Rezidivierende unklare Beschwerden am rechten Ohr und in der Mundhöhle am harten Gaumen rechts, das hatte Ursula herausbekommen, reagierten auf ein Virostatikum auffallend günstig schon nach 1-2 Tagen, sodaß von einem atypischen Herpes zoster-Äquivalent auszugehen war. Dies war auch HNO-Kollegen unbekannt und für sie hoch interessant. Bei allem hatte alles später ein Tübinger Gutachter von der Renten-Ärzteversorgung mir gegenüber telefonisch und auch die Chefin von Ursula, nach Pensionierung von Prof. Neumann – so könnte gesagt sein – unbedarft und fehlgeleitet als psychogene Erkrankung scheinbar bagatellisiert. So wurde Ursula vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse zweimal zur Kur geschickt, 1982 nach Seeshaupt südlich vom Starnberger See und 1987 in die Nachbarschaft von Oberstdorf am Eingang vom Kleinen Walsertal.

In unseren nachfolgenden Lebenserinnerungen wollen wir besonders für uns und in einer Zeit fortschreitender Vergeßlichkeit wichtige Ereignisse ab 1982/1983 ins Gedächtnis zurückrufen. Dies wird erleichtert durch mancherlei Aufzeichnungen und noch vorhandene Kompass-Wanderkarten und Bergführer, in denen wir uns z.B. von allen erreichten Unterkünften Hüttenstempel besorgen konnten. Dabei lag uns stets besonders am Herzen, Umdenken und Handeln letztlich im Sinn für eine bessere Welt, „Ehrfurcht vor dem Leben“ und Reich Gottes wenigstens punktuell zu verwirklichen. Der erste Abschnitt umfaßt Leben im Schwabenland und der Versuch einer optimalen Betreuung unserer Eltern in dieser Zeit. Dies beinhaltet auch die permanente Aufgabe von zivilgesellschaftlichem Engagement. Schließlich sind zur Erhaltung dessen Aktivitäten zu geistiger und körperlicher Ertüchtigung in unserer Freizeit nötig. Hier stehen im Vordergrund Bergwanderungen, winterliche Bergwelt und Seeaufenthalte. Danach sind Hoffnung und Lernorte unterwegs zu Menschen, Kulturen und Religionen. Ein Kapitel über Power-Point-Präsentationen ab 1990/2003 soll über Inhalte und das Umfeld informieren, was uns besonders am Herzen lag. Anschließend wollen wir meine 20jährige Praxistätigkeit in Stuttgart und unsere langjährige Zugehörigkeit zur Dompert-Sportgruppe Stuttgart aufarbeiten.

Leben in Schwaben

Wir können ruhig sagen, daß wir uns an das Leben im Schwabenland ordentlich gewöhnen konnten. Schon ab 1982/1983 haben wir, meist nicht nur einmal, im näheren Umkreis unserer Arbeitsstätten Stuttgarter Geheimtipps an urigen schwäbischen Esslokalitäten kennengelernt, die „Kiste“ am Charlottenplatz und die „Kochenbas“ (schwäbischer Sauerbraten) gegenüber vom beliebten Blumengeschäft Locher oder auch Nebenräume einer Bäckerei beim Gesundheitsamt, wo wir oft solide Mittagessen konnten. Das erste Wanderziel in der näheren Umgebung war die Baßgeige, geradezu testmäßig gegenseitig, 200-300 Meter steil aufwärts, um die Burg Hohenneuffen bei Bad Beuron zu erreichen. Dazu gehörten auch ausgiebige Wanderungen im 7-Mühlental sowie besonders beliebt am Albrand beim Jusi nahe Metzingen und die markante Albhochfläche Roßfeld bei St. Johann, im Tal der Großen Lauter Richtung Zwiefalten und beim Blautopf bei Blaubeuren. Nach unseren regelmäßigen Wanderungen auf der Schwäbischen Alb war uns das Thermalschwimmen in Beuren südlich von Nürtingen jahrelang ein sehr angenehmer Abschluß zur muskulären Entspannung unserer Tagestouren. Nach einem späteren Umbau zur Wellness-Oase hat es uns weniger dahin gezogen. Nicht nur im Frühling war ein beliebtes Ausflugsziel das „Blühende Barock“ in Ludwigburg.

In dieser ersten Zeit in Stuttgart hat sich langjährig eine ausgesprochen nette und zuverlässige Freundschaft mit Rose und Jürgen Bieber, auch aus der Kremmlerstraße, mit ihrem Golden Retriever Ronja entwickelt. Dies betraf z.B. auch Martina Behringer, die Ursula von der Sauna her kannte, weniger mit einer anderen deutsch-amerikanischen Sauna-Bekanntschaft, Teresa, letztlich auch vielfach herb enttäuschend mit Irmgard Sellerbeck, Verwandtschaft aus Mülheim. Erfreuliche Kontakte konnten jahrelang auch mit einem rüstigen und zeitkritischen Ehepaar, Wunderlichs, 82 und 85 Jahre, aus Ursulas Gemeinde, Sonnenberg, gleich in der Nachbarschaft gestaltet werden.

Ab 1983/1984 sind wir beide montags regelmäßig zum Sport, Dauerlauf und vielseitige Konditionsgymnastik, gegangen. Diese Dompert-Montagssportgruppe im Degerlocher Wald, direkt unter dem Fernsehturm, wurde geleitet von unserem netten und strengen Alfred Dompert, Olympia-Medaillengewinner 1936. Auch Ursula hat daran in der Frauengruppe großen Gefallen. Ihr ging es dann in ihrem Gesundheitsamt wieder passabler, auch gesundheitlich. Als Anästhesistin und klinische Notärztin hat sie praktisch nebenher ihren Notfall-„Facharzt“ erfolgreich erwerben können. So bekam sie im September 1984 von der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg die Eignung zur „Mitwirkung im Rettungsdienst“ bescheinigt.

Ein juristischer Vorgang am 20. Dezember 1984 in Heidenheim hat uns beide zutiefst erschreckt und lange Zeit belastet. Offensichtlich bedrängt eine Tochter auf Anraten der Mutter, tief verletzend ihren Vater mit einem juristisch völlig aussichtslosen und auch zwischenmenschlich fragwürdigen Prozess zu überziehen. Die Verhandlung wurde vom Familienrichter nach wenigen Minuten mit entsprechend deutlichen Worten zu Lasten der Tochter beendet.

Betreuung unserer Eltern Vater Horst mit Margarete in Halle an der Saale

Auf unseren jährlichen DDR-Fahrten, ein- oder zweimal, konnten wir 1983 mit den Eltern in Halle einen sehr schönen Ausflug nach Dresden unternehmen. Beeindruckend war der Besuch des Gottesdiensts in der Kreuzkirche, der Elbterassen und des Zwingers, lieb das Wiedersehen mit der Cousine Bärbel Börngen aus Dresden. Im Juli 1984 hatten uns die Eltern in Stuttgart besuchen können. Selbstverständlich waren sie mit dabei an einer von unserer Dompert-Sportgruppe geplanten sehr schönen Wanderung im Lautertal und am Besuch einer Freilichtbühne in Hayingen. Am Abend in Stuttgart ließen sie es sich nicht nehmen, auch an einer zünftigen Hocketse in Heumaden teilzunehmen. Im März 1985 konnten wir ein sehr schönes Wochenende aus Anlaß des Geburtstages meines Vaters in Halle feiern. 1988 standen auf zwei Wochenendfahrten herrliche Tagesausflüge im März nach Naumburg, Meißen zur...

Erscheint lt. Verlag 14.1.2026
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
ISBN-10 3-6951-6885-4 / 3695168854
ISBN-13 978-3-6951-6885-9 / 9783695168859
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