Alex Und Sarah (eBook)
523 Seiten
Lofty Dreams Publications (Verlag)
978-0-00-113728-8 (ISBN)
Sarah ist die schlagfertige Redakteurin der Schülerzeitung und schwärmt insgeheim für ihren Nachbarn und langjährigen Vertrauten Alex Ford - den charismatischen Basketballkapitän, dessen natürliche Ausstrahlung alle in seinen Bann zieht, der sie aber nur als seine etwas eigenwillige beste Freundin sieht. Ihre Morgen beginnen mit seinen spielerischen Weckritualen durch die verbundenen Fenster - eine Tradition, die Sarah tief berührt, während Alex mit dem Druck des letzten Schuljahres, einer scheinbar perfekten Freundin und unausgesprochenen Zweifeln an seinem durchgeplanten Leben zu kämpfen hat.
Doch als Streiche und herzzerreißende Geständnisse ihre vertraute Beziehung ins Wanken bringen, beginnt Alex zu hinterfragen, ob das Mädchen, das er immer beschützt hat, wirklich die Richtige für ihn ist. Als Eifersucht aufkommt und Verletzlichkeiten zum Vorschein kommen, steht ihre unzerbrechliche Freundschaft kurz vor einer tiefgreifenden Veränderung. Werden sie ihre Freundschaft für eine gemeinsame Zukunft riskieren oder sich von der Angst in der gewohnten Routine gefangen halten lassen?
Diese berührende Geschichte über Freunde, die zu Liebenden werden, erkundet den Schmerz unerwiderter Gefühle, der sich in leidenschaftliche Entdeckung verwandelt, und verbindet Kleinstadtnostalgie mit emotionaler Tiefe. Perfekt für Fans von langsam sich entwickelnden Liebesgeschichten und Sporthelden, die wahre Liebe finden.
Prolog: Fenster im Morgengrauen
Sarah
Der Raum zwischen Schlaf und Wachen ist mein Lieblingsort auf der Welt. Es ist ein graues, formloses Land ohne Termine, wo sich das komplizierte soziale Gefüge der High School auflöst und wo ich nicht über das schwere, verwirrende Gefühl in meiner Brust nachdenken muss. Hier bin ich einfach nur Sarah, warm und schwerelos.
Der Klang meines Namens durchdringt den Nebel.
Es wird nicht gesprochen, nicht wirklich. Es ist eine Schwingung, eine vertraute, anhaltende Frequenz, die mein Unterbewusstsein erkennt, noch bevor meine Ohren sie wahrnehmen. Sie kommt von der anderen Seite der Wand, durch das offene Fenster, über die drei Meter feuchte Morgenluft, die mein Schlafzimmer von seinem trennt.
Sarah.
Ich verkrieche mich tiefer in meine Kuscheldecke, eine Festung gegen das Unvermeidliche. Geh weg, denke ich ihm zu und lege all meine Kraft in diesen Gedanken. Lass mich diesen grauen Ort haben. Lass mich dort bleiben, wo ich dich nicht sehen muss, wo ich nicht diesen anstrengenden, täglichen Zaubertrick vollbringen muss, einfach nur deine beste Freundin zu sein.
Aber er tut es nie. Mich zu wecken ist seine hartnäckige, unerklärliche Angewohnheit. Ein Ritual. Meine Eltern finden es charmant. „Wie lieb von dir, Alex passt auf dich auf“, sagt Mama, als wäre ich ein Kleinkind, das auf die Straße laufen könnte, und nicht eine Siebzehnjährige, die einen Wecker stellen kann. Sie verstehen nicht, welche Qualen das mit sich bringt. Sie sehen nicht, wie mein Herz jeden Morgen wie wild und verräterisch gegen meine Rippen trommelt, eine pawlowsche Reaktion auf seine Stimme.
Weil es Alex ist. Und ich bin in meinen besten Freund verliebt, seit ich die Bedeutung dieses Wortes verstanden habe.
Es ist das klischeehafteste, erbärmlichste Geheimnis aller Zeiten. Das schüchterne Mädchen von nebenan, das dem umschwärmten Sportler hinterhertrauert. Eine so abgedroschene Geschichte, dass man sich wundert, warum sich die Seiten nicht von selbst umblättern. Ich nähre diese Erzählung mit meinen übergroßen Sweatshirts und meiner eckigen Brille, mit meiner scharfen Zunge und meinem Rückzug in die Schülerzeitung. Er erfüllt seine Rolle mit müheloser Eleganz: Kapitän der Basketballmannschaft, ein gewinnendes Lächeln, eine Freundlichkeit, die nicht gespielt ist, sondern gerade deshalb umso verheerender wirkt.
Wir sind ein Paradebeispiel für Gegensätze, ein lebendiges Vorher-Nachher-Bild. Er ist das „Nachher“ – dynamisch, selbstsicher, von allen geliebt. Ich bin das „Vorher“ – verschwommen, im Verborgenen, von ihm geliebt, was sich wie ein Trostpreis anfühlt.
Das Geschrei verstummt. Ich halte den Atem an in der plötzlichen Stille. Hat er aufgegeben? Ein törichter Hoffnungsschimmer flammt in mir auf, gefolgt von einem noch tieferen, törichteren Absturz der Enttäuschung. Die Stille ist schlimmer. Sie bedeutet seine Abwesenheit.
Dann beginnt die Musik.
Ein lauter, aggressiver Rap-Song dröhnt aus dem Walkie-Talkie – diesem uralten, knisternden System, das wir mit zwölf Jahren zwischen unseren Fenstern installiert haben. Er weiß, dass ich es hasse. Er weiß, dass die schrillen Beats sich wie ein Angriff auf meine friedliche Rock'n'Roll-Seele anfühlen. Es ist seine neueste Taktik, und sie ist teuflisch effektiv.
Ich fahre hoch, die graue Welt zerspringt in tausend scharfe Bruchstücke der Realität. Ich taste nach meiner Brille und setze sie mir auf. Die Welt wird scharf, und da steht er, gegenüber in seinem Fenster. Er trägt schon seine Jeans und zieht sich gerade ein T-Shirt über den Kopf. Für einen atemberaubenden Augenblick sehe ich die schlanken, definierten Linien seines Rückens, bevor der Stoff zu Boden fällt. Mir wird heiß im Gesicht. Ich bin ein Klischee mit Herzschlag.
Ich stampfe zu meinem Fenster und drücke mit dem Daumen auf den Knopf des Mikrofons. „Schon gut, schon gut! Ich bin wach! Ihr könnt die akustische Folter beenden!“
Er grinst, dieses langsame, gelassene Lächeln, das seine Augenwinkel zum Schmunzeln bringt. Sieg. Meine tägliche Niederlage. „Erst wenn du tatsächlich aufrecht stehst und dich bewegst“, sagt er, seine Stimme klingt durch den Lautsprecher etwas blechern, aber unverkennbar seine.
„Wow“, schnauze ich, Sarkasmus mein ältester und zuverlässigster Schutzschild. „Ich wusste gar nicht, dass du so herrisch sein kannst, Dad.“
Er zieht eine Augenbraue hoch, eine spielerische Herausforderung. „Sehe ich für dich wie ein alter Mann aus?“
Die Antwort ist ein körperlicher Schmerz in meinem Hals. Nein. Du siehst aus wie alles. Du siehst aus wie der erste Morgen der Sommerferien und die letzte Seite eines perfekten Buches. Du siehst aus wie mein liebstes Geheimnis und mein größtes Bedauern. Ich verschlucke die Worte. Sie schmecken nach Einsamkeit.
„Du klingst verdammt nochmal so“, sage ich stattdessen, wende mich vom Fenster ab, von seinem Anblick, und gehe ins Badezimmer. Mein Zufluchtsort. Der einzige Ort, an den seine Stimme mich nicht erreichen kann.
Als ich die Tür schließe, lehne ich mich dagegen und atme zitternd aus. Das ist mein innerer Kampf, mein ungelöstes Gefühl. Es ist eine Liebe, die mich überfordert, ein Geheimnis, das sich tief in mir verwurzelt hat. Es ist die Angst, dass er mich eines Tages ansieht und mich wirklich sieht, und dass die Freundschaft, an die ich mich klammere, in der peinlichen Stille danach zerbricht. Es ist die noch größere Angst, dass er es nie tun wird.
Alex
Sie nennt mich „Papa“, und es zieht sich etwas in meiner Brust zusammen, scharf und unangenehm. Es ist ein Witz, unser ältester. Aber dieses Jahr fühlt es sich anders an. Es fühlt sich an wie ein Etikett, eine Schublade, in die sie mich steckt. Der „väterliche“ beste Freund. Die zuverlässige, asexuelle Person von nebenan.
Ich sehe ihr nach, wie sie in ihrem Badezimmer verschwindet, ein Wirbel aus verwaschenem Schlafshirt und zerzaustem braunem Haar, und fahre mir frustriert durchs Haar, ohne es ganz zu verstehen. Sarah zu wecken ist der Höhepunkt meines Tages. Das ist so, seit der dritten Klasse, als sie ihren Wecker verschlafen und geweint hat, weil sie den Ausflug ins Planetarium verpasst hatte. Ich hatte mich wie ein Held gefühlt, als ich durch unser verbundenes Baumhaus geklettert bin, um sie an der Schulter zu rütteln. Das Ritual ist geblieben.
Doch in letzter Zeit wirkt das Ritual … aufgeladen. Ihre Witze fühlen sich an wie Landminen. Ihr Sarkasmus, den ich immer urkomisch fand, hat manchmal eine neue, scharfe Kante, die mich auf unvorhersehbare Weise trifft.
Vielleicht liegt es am letzten Schuljahr. Der Druck ist wie ein ständiges, leises Summen. Mannschaftskapitän. College-Scouts. Die Erwartungen aller lasten schwer auf mir. Chloe, meine Freundin, ist wunderschön und lustig, aber wenn ich mit ihr zusammen bin, fühle ich mich, als würde ich eine Rolle spielen – den aufmerksamen Freund, den beliebten Sportler. Es ist eine schöne Rolle, aber sie ist anstrengend. Nur in diesen albernen Streitereien mit Sarah am frühen Morgen lässt das Summen nach. Oder bei unseren nächtlichen Gesprächen durchs Fenster, wenn die Welt dunkel und still ist und nur ihre Stimme zu hören ist, wie sie mir von irgendeiner obskuren Filmtheorie erzählt oder über die redaktionellen Richtlinien der Schülerzeitung schimpft.
Mein Handy vibriert auf der Kommode. Eine Guten-Morgen-Nachricht von Chloe, inklusive Glitzer-Emoji. Ich tippe ein Herz zurück und fühle mich dabei wie eine Betrügerin.
Mein Problem ist nicht vergangener Liebeskummer. Es ist die Verwirrung der Gegenwart. Es ist das Gefühl, mein Leben sei eine Checkliste, die ich nicht selbst geschrieben habe: gute Noten, Spiele gewinnen, mit der Cheerleaderin ausgehen, der Typ sein, den alle erwarten. Und mitten auf dieser Checkliste ist Sarah – ein chaotischer, beständiger, unverzichtbarer Eintrag am Rand. Sie passt in keine Schublade. Sie macht sich über die Schubladen lustig.
Ich gehe nach unten und schnappe mir ein Stück Toast. Meine Mutter wirft mir diesen sanften, wissenden Blick zu. „Immer noch bei deiner Morgenmission?“, fragt sie.
„Irgendjemand muss es ja tun“, sage ich, aber mein üblicher Jubel wirkt gezwungen.
Der Weg zu ihrem Haus läuft automatisch ab. Das Eintreten erfolgt automatisch. Die Begrüßung ihrer Eltern erfolgt automatisch. Es ist alles Teil des Rituals. Doch als ich oben ankomme und ihre Schlafzimmertür aufdrücke, um in Stille zu versinken, überkommt mich ein Gefühl wie Panik. Sie ist nicht im Bett.
Dann sehe ich das schwache Licht unter der Badezimmertür. Ich drücke sie vorsichtig auf.
Und da liegt sie. Zusammengekauert auf dem geschlossenen Toilettendeckel, noch im Schlafanzug, die Zahnbürste im Mundwinkel, und tief und fest schlafend. Ihre Brille sitzt etwas schief. Ein leises Schnarchen entfährt ihren Lippen.
Das Ziehen in meiner Brust kehrt zurück, doch diesmal vermischt es sich mit einer so starken Zuneigung, dass sie mir den Atem raubt. Das ist Sarah. Nicht die sarkastische Redakteurin, nicht die zynische Streberin, sondern meine Freundin. Das Mädchen, das den Schlaf wie eine Kriegerin bekämpft, aber selbst an den absurdesten Orten verliert. Das Mädchen, dessen Innenwelt so lebendig und einnehmend...
| Erscheint lt. Verlag | 9.1.2026 |
|---|---|
| Übersetzer | Katrin Faerber |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| ISBN-10 | 0-00-113728-X / 000113728X |
| ISBN-13 | 978-0-00-113728-8 / 9780001137288 |
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