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Tödliche Geschäfte -  George B. Wenzel

Tödliche Geschäfte (eBook)

Die Bodensee-Mafia
eBook Download: EPUB
2026 | 1. Auflage
326 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6957-5264-5 (ISBN)
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8,49 inkl. MwSt
(CHF 8,25)
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Tödliche Geschäfte Die Bodensee-Mafia Joseph Vincente hatte einen ganz normalen Job vor sich, dachte er. Doch wie so oft in der Vergangenheit entwickelte sich dieser ganz normale Auftragsjob als Revisor mit dem Mord an einer jungen Frau so völlig anders. Eine seltsame Beziehung zu einer IT-Firma durch den Firmeneigner, seiner Söhne, die ein eigenes Spiel spielen, Eifersucht, Misstrauen, Neid und Geldgier bringen Vincente und seine Kollegin in erhebliche Gefahr für Leib und Leben. Tödliche Geschäfte, ein absolut packender Wirtschaftsthriller, spannend bis zum Schluss.

George B. Wenzel Im schwäbischen Bayern 1952 geboren, und auf-gewachsen in Augsburg, lebt George B Wenzel seit 1973 im Großraum Stuttgart. Ausbildung als Bankkaufmann und erste Schritte als Revisor. Ab 1973 bis 2012 im Finanzbereich eines internationalen Unternehmens tätig, davon viele Jahre als Senior Auditor, Senior Investigator, Certified Fraud Examiner und Business Controller bis zu seinem Ruhestand in 2012. Im 2016 erschien sein Erstlingsroman INENODABILIS. In 2020 erschien der erste Wirtschaftskrimi mit dem Titel EIN TÖDLICHES SPINNENNETZ. Ein Spannungsroman, der seinen Ausgangspunkt in Böblingen hat. Jo Vincente, einst firmeninterner Revisor, nimmt einen aufregenden Job bei einer Wirtschaftsdetektei an. Dieser beinhaltet auch verdeckte Eins-ätze bei Firmen, um Wirtschaftsskandale und -verbrechen aufzudecken, und bringt nicht nur Vincente und seine Kollegin Lisa Schuster in Lebensgefahr. www.george-b-wenzel.com

NICHT MIT MIR!


Jetzt hätte ich hier gut Lisa gebrauchen können! Ich schob den Gedanken zur Seite und ging zu Hubers Assistentin. Auf dem Weg dorthin hatte ich das Gefühl, dass ich beobachtet wurde. Allerdings bin ich niemandem begegnet.

Anstatt wie üblich mit konzentriertem Blick auf ihren Computerbildschirm zu sehen, hatte sich Frau Müller in ihrem Drehstuhl dem Fenster zugewandt. Ich wusste nicht, ob sie mein Klopfen überhaupt gehört hatte, jedenfalls saß sie mit dem Rücken zu mir, als ich eingetreten war. Jetzt hörte ich ein leises Schluchzen und ein leichtes Zittern erschütterte ihren Körper.

Ich räusperte mich hörbar.

Langsam drehte sie sich zu mir um. Sie nahm ihr zerknäultes Taschentuch von ihrem Schoß, wischte sich schnell die Tränen weg, putzte sich die Nase und sah mich traurig an. Eine hübsche attraktive Frau, intelligent und fleißig, soweit ich das bisher beurteilen konnte, ich schätzte sie so um die fünfzig.

Fast hätte ich sie bei diesem Anblick tröstend in den Arm genommen.

„Es tut mir leid, Herr Vincente, aber sowas hab‘ ich noch nicht erlebt. Auch wenn ich nicht besonders viel Kontakt zu Frau Holler hatte, es geht einem doch sehr nahe.“

Sie schnäuzte wieder in ihr Taschentuch. Wieso redete sie so, als sei jemand gestorben?

„Und es macht einem schon ein bissle Angst!

Ja, das ist schon sehr beklemmend, wenn so eine Gewalttat nur ein paar Meter weg vom eigenen Arbeitsplatz passiert …“

Vorsichtig fragte ich, ob sie mir denn etwas zu Frau Holler sagen könne. Mit einem dankbaren Blick erklärte sie, nachdem sie sich nochmals die letzten Tränen vom Gesicht gewischt und erneut die Nase geputzt hatte, dass diese achtundzwanzig Jahre alt sei und seit knapp fünf Jahren bei den Hubers tätig. Sie sei eine sehr fleißige und genaue Frau. Innerhalb kürzester Zeit hätte sie sich zur Chefin im Lager hochgearbeitet und habe inzwischen den vollen Respekt der dort arbeitenden Männer. Maike Holler wäre bei allen wegen ihrer feinen Art sehr beliebt.

Wieder dachte ich an Lisa. Ich hatte recht mit meiner Annahme, dass Frau Holler im ähnlichen Alter war, und attraktiv war sie auch. Nach allem, was ich nun über sie hörte, war sie auch klug.

Hatte das möglicherweise zu Spannungen unter den männlichen Kollegen geführt?

„Wir werden es herausfinden!“, murmelte ich vor mich hin und bat Frau Müller, nun die ersten Mitarbeiter auf meiner Liste, wie dort angegeben, zu einem Gespräch einzuladen.

Sie nickte, sah mich dabei an, wie zum Zeichen, dass sie verstanden habe. Mit ein paar tröstenden Worten verließ ich Hubers Vorzimmer.

Zurück an meinem Schreibtisch, dachte ich weiter über die Äußerungen der Assistentin nach. Hatte Vivien recht mit ihrer Annahme? Gab es da einen, der mehr in Maike Holler sah als eine nette Kollegin, und wie sah das ihr deutlich älterer Mann Heinz?

Einen Augenblick sah ich aus dem Fenster auf den Hof und dachte nach. Dann griff ich zu meinem Mobiltelefon und rief Fritz Maier in Böblingen an.

„Hallo Joe, wie läuft‘s bei den Hubers?“, fragte er mich leicht gehetzt, noch bevor ich einen Ton herausgebracht hatte.

Ich erzählte von meinem Einstieg, von den Hubers, von dem Anschlag auf Frau Holler und dem seltsamen Kriminalhauptkommissar Stefan Knorzer vom Landeskriminalamt Stuttgart. Fritz lachte und meinte dann, dass Knorzer tatsächlich ein wenig speziell sei, aber laut Dr. Keller ein sehr fähiger Polizist. Außerdem wäre er gerade nach Böblingen abgeordnet, um die dortige bzw. die Herrenberger Polizei wegen einer Vakanz in der Führungsebene zu unterstützen.

„So jedenfalls wurde das offiziell erklärt. Meine Nachfrage, ob es auch andere Gründe für Knorzers Engagement gäbe, hat man in Stuttgart vehement verneint. Vielleicht ein bisschen zu vehement....“

„Nun gut, wie auch immer. Was macht eigentlich Lisa zurzeit?“, fragte ich Fritz.

„Vermisst du sie?“, fragte er belustigt nach.

„Ja, auch, aber ich glaube, ich könnte sie hier gut gebrauchen. Allerdings nicht offiziell, sondern nur.…“

„Undercover meinst du?“, beendete Fritz meine unfertige Erklärung.

„Genau so!“, erwiderte ich etwas ärgerlich, weil er mich schon wieder unterbrochen hatte. „So bekäme ich vielleicht die Chance auf mehr Insiderwissen.“

Fritz wollte sehen, wie man Lisa bei den Hubers einschleusen könnte. Er wusste, dass wir ein gutes Gespann waren und unser beider Einsatz in Berlin bei Lohr & Cie. hatte das ja auch bewiesen. Es wäre also durchaus auch in seinem Interesse, da er doch offensichtlich informiert bleiben wollte. Ich wollte schon anfügen, sie könnte doch den Job von Maike Holler interimsweise übernehmen, da hatte er schon wieder aufgelegt.

Lisa Schuster wäre ganz sicher geeignet, den Job von Maike Holler kurzfristig zu machen. Sie war eigentlich eine IT-Fachkraft, hatte eine schnelle Auffassungsgabe, kannte sich besonders mit IT-Systemen, aber auch mit anderen Geschäftsprozessen aus und hatte ein angenehmes Auftreten. Sie war ehrgeizig genug, ihren Auftrag umzusetzen, und konnte mit Männern umgehen und sich durchsetzen. Dass sie jung und hübsch war, war nur ein weiteres Attribut, das auch Maike Holler besaß.

Ich schob den Gedanken beiseite und begann mit den Reisekostenabrechnungen, die aus meiner Sicht die Unproblematischsten waren. So erwartete ich eine schnelle Auflösung meiner Fragen.

Die Erörterungen mit den betroffenen Mitarbeitern erbrachten keine unerwarteten Resultate. Alles, was sie erklärten und auch belegen konnten, war nun auch für mich nachvollziehbar.

Doch die übrigen Vorgänge, die jetzt noch vor mir lagen, verursachten mir bereits bei der Datenauswertung erhebliches Kopfzerbrechen. Ich war gespannt, ob ich in den Gesprächen mit den betroffenen Personen für mein jeweiliges Gegenüber Kopfschmerzen verursachen würde.

Michael Kohler war Vertriebsleiter Süd und Großkunden. Er war fünfundvierzig Jahre alt und laut Max Huber ein langjähriger und erfahrener Mitarbeiter bei Huber & Söhne. In seinen Abrechnungen hatte ich mehrfach chronologische Überschneidungen entdeckt. Außerdem befanden sich aus meiner Sicht klärungsbedürftige Tank- und Parkbelege darunter. Seine Einladung verband ich mit der Bitte, dass entweder Herr Huber selbst oder einer seiner Söhne an dem Gespräch teilnehmen sollte. In Familienunternehmen gehe ich grundsätzlich so vor. Damit binde ich Leute aus der Leitungsebene in meine Interviews mit ein. So ist gewährleistet, dass ich immer einen Zeugen dabeihabe und gleichzeitig meine Arbeit und ihre Ergebnisse transparent bleiben. Den Betriebsrat hatten wir vorsorglich bereits zu Beginn der Aktion und nun auch über die anstehenden Gespräche informiert.

Die Ereignisse der letzten zwei Tage hatten meinen Zeitplan komplett durcheinandergebracht. Eigentlich waren für acht Uhr Befragungen verschiedener Mitarbeiter geplant, die ich nun hatte verschieben müssen. Deshalb war es inzwischen später Nachmittag geworden. Die tiefstehende Herbstsonne stach grell und blendend in den Raum. Für ein Interview wäre das sehr störend geworden, deshalb ließ ich die Jalousien ein Stück herunter. Max Huber saß bei mir im Büro, es klopfte. Ein hagerer Mann, die linke Hand in der Hosentasche, stand in der Tür.

„Kohler. Sie wollten mich sprechen. Ich habe wenig Zeit, meine Kunden warten!“, polterte er los und blieb in der Tür stehen, das Telefon demonstrativ ans Ohr haltend.

Ich glaubte, meinen Augen nicht zu trauen. Der Mann, der hier vor mir stand, war der großspurige Telefonierer aus der S-Bahn auf meiner Fahrt von Böblingen nach Herrenberg. Er war kurz ein wenig irritiert, als er mich sah, ließ sich aber nichts anmerken. Hatte er mich wiedererkannt? Ich ließ mich von seinem Auftreten nicht beirren und bot ihm höflich einen Sitzplatz an. Widerstrebend nahm er Platz und steckte sein Telefon ein.

„Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns nehmen, um ein paar Fragen zu Ihren Spesenabrechnungen zu klären“, begann ich. „Herr Max Huber wird an dem Gespräch teilnehmen und hat sich freundlicherweise bereit erklärt, es protokollieren. Wir bieten Ihnen an, eine Person Ihres Vertrauens hinzuziehen, wenn Sie das möchten.“

Mit einem bösen Seitenblick zu Max Huber sah er mich unfreundlich an.

„Brauch‘ ich nicht, das kann ich alles selber klären“, grollte er mich an.

Ich nahm meine Frageliste, die auch Max Huber vorlag.

Wir begannen mit den zeitlichen Überschneidungen von Taxibelegen und Mietwagen, die aus den gleichen Zeiträumen stammten.

„Das kann nicht sein!“, reagierte er unwirsch, als ich ihm die Aufstellung auf den Tisch legte.

„Hier sind die Originalbelege, drei Taxibelege und die dazu passenden Mietwagenabrechnungen. Bitte erklären Sie uns, weshalb Sie Taxifahrten unternahmen, obwohl Sie einen Mietwagen hatten?“

Kohler schaute...

Erscheint lt. Verlag 7.1.2026
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
ISBN-10 3-6957-5264-5 / 3695752645
ISBN-13 978-3-6957-5264-5 / 9783695752645
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