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Immer auf Urlaub -  Hermi Kürner

Immer auf Urlaub (eBook)

eBook Download: EPUB
2026 | 1. Auflage
300 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-1369-9 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
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Über die Autorin und ihr Buch Hermi Kürner blickt auf fünf Jahrzehnte als Busfahrerin und Reiseleiterin zurück, ein Leben voller Begegnungen, Abenteuer und Geschichten. Mit viel Herz und Humor erzählt sie in diesem Buch von ihren schönsten, lustigsten, aber auch bewegenden Erlebnissen auf Reisen. Doch nicht nur die Straße war ihre Bühne: Auch ihre Leidenschaft für die Malerei und das Fahren von Oldtimern spiegelt sich in lebhaften Erzählungen wider. So entsteht ein farbenreiches Mosaik aus Anekdoten, Erinnerungen und persönlichen Momenten, das zum Schmunzeln, Staunen und Nachdenken einlädt. Ein Buch für alle, die Freude an authentischen Geschichten haben, erzählt von einer Frau, die ihr Leben lang unterwegs war und dabei stets mit offenen Augen und offenem Herzen die Welt betrachtet hat.

Hermi Kürner, war Jahrzehnte als Busfahrerin und Reiseleiterin in ganz Europa unterwegs, hat zweieinhalb Millionen Kilometer hinterm Buslenkrad verbracht, außergewöhnliche Reisen organisiert und auch durchgeführt. Sie ist aber auch Malerin und Oldtimerfreundin, die mit Ihrem Oldi, ein Mercedes Benz W15 Baujahr 1931 in vielen europäischen Ländern unterwegs war und auch noch ist. Ihr Motto "Der Weg ist das Ziel"

Kapitel 1 „Ich" Hermi Kürner


Es war ein wunderschöner Frühsommertag, an dem ich, Hermine Filzmoser, beim „Schmied z'Ottstorf" das Licht der Welt erblickte.

Behilflich bei der ersten Geburt meiner Mutter war der junge Gemeindearzt, Dr. Egger. Auch Jahrzehnte später, immer wenn ich ihn in der Stadt traf, sagte er immer: „di hoab i auf'd Welt broacht"!

Meine ersten vier Lebensjahre verbrachte ich gut umsorgt, aber völlig frei zwischen Kuh, Schwein, Hühnern, in der Schmiede bei den Pferden, die von meinem Vater noch beschlagen wurden, und mit Vorliebe bei allen Fahrzeugen, die so herumstanden. Vier Jahre später kam ein Bruder, sechs Jahre später und dann noch nach sechzehn Jahren gesellten sich zwei Schwestern dazu.

Mein Interesse für alles war sehr groß und wir Kinder waren ins tägliche Geschehen eingespannt. Sei es bei der Kartoffelernte, beim Most machen, beim Schwein schlachten – überall waren wir dabei. Unser Spielplatz war das Dorf, der Schleißbach und der nahegelegene „Breitwimmerwald", wo es auch einen alten Bunker zu erforschen gab.

Die Volksschule besuchte ich in Thalheim. Täglich starteten wir um dreiviertel sieben unseren Weg zur Schule, damit wir um acht Uhr pünktlich zum Unterricht erscheinen konnten. Im Dorf waren es hauptsächlich Buben, die mich auf meinem Schulweg begleiteten, und so musste ich mich schon sehr früh in der „Männerwelt" behaupten und natürlich bei „tätlichen Angriffen" zur Wehr setzen.

Manchmal dürfte ich wohl zu hart durchgegriffen haben, denn eines Tages stand eine Nachbarin vor der Tür und beschwerte sich bei meiner Mutter über mich mit den Worten: „Schmiedin, sag deinem Dirndl, sie soll in Zukunft meinen Buam net immer so haun!" Was mir natürlich von meiner Mutter eine „kleine Rüge" einbrachte, die aber zum Schluss meinte: „brauchst dir aber auch weiter nix gfallen lassen!"

Im Winter, wenn das Wetter außergewöhnlich schlecht war, dann wurde der Fiat 2000 meines Vaters zum „Schulbus" umfunktioniert. Da nicht alle zwölf Kinder auf den Sitzen Platz hatten, durften einige die Fahrt bis zur „Jagamühl" im Kofferraum antreten und von dort aus gingen wir zu Fuß den Schlossberg hinauf zur Schule. Es war immer ein lustiges Erlebnis.

Der Rückweg von der Schule war natürlich, angesichts der vielen „Hindernisse", die es am Nachhauseweg gab, zeitlich etwas länger. So benötigten wir auch oft bis zu drei Stunden, bis wir in Ottstorf eintrafen.

Die Hauptschule besuchte ich dann in Wels in der Herrengasse. Mit dem Linienbus von Schleißheim aus ging es täglich bis zur Postgarage in der Rablstraße und dann zu Fuß zur Schule und auch am selben Weg zurück.

Wir hatten eine sehr junge Lehrerin als Klassenvorstand, die dann in späteren Jahren mit mir als Reisegast immer wieder unterwegs war und erst 2024 mit 94 Jahren verstorben ist. Sehr früh kam ich, wie man bei Buben sagen würde, in die „Flegeljahre", wobei ich mich auch gelegentlich mit meiner Lehrerin anlegte. Genau weiß ich nicht mehr, was der Auslöser war, als ich an der Tafel einige Aufgaben zu lösen hatte und wahrscheinlich sehr vorlaut widersprach, was mir eine schallende Ohrfeige einbrachte! Übrigens die einzige, da meine Lehrerin nachher auch sehr erschrocken war.

Nach der Hauptschule war klar: Ich werde in der Schmiede meines Vaters eine Lehre antreten. Ich war ja nach der Schule immer auch schon in der Werkstätte zu finden. Das Schmiedehandwerk wollte ich erlernen!

Doch dann die Nachricht der Kammer der gewerblichen Wirtschaft – eine große Enttäuschung: Ein Mädchen kann das Schmiedehandwerk nicht erlernen!!! Nach vielen Nachfragen und Protesten durch meinen Vater kam das eigentliche „Hindernis" zu Tage: Die Berufsschule! Es gab nur eine Toilette, die für Buben bestimmt war, und keine zweite für Mädchen.

Also trat ich die „Kaufmännische Lehre" an. Lernte Buchhaltung, Lohnverrechnung, besuchte bereits mit vierzehn Jahren einen „Maschinenschreibkurs" bei der Fa. Scheidegger und wurde perfekt ausgebildet. Kümmerte mich um die Buchhaltung im Familienbetrieb, machte Lohnabrechnung für damals fünf bis sechs Mitarbeiter.

Durch den Untergang des klassischen „Schmiedehandwerks" war mein Vater gezwungen, sich andere Betätigungsfelder zu suchen. Er konstruierte Mischmaschinen, Körnergebläse, Schiebetruhen, baute Feuerwehrwagen auf, die mit Traktoren gezogen werden konnten, baute Wohnwagen, machte viele Schlosserarbeiten, Stahlstiegen, Kirchenbänke und auch das Turmkreuz der Zeltkirchen in Wels Lichtenegg.

Überall war ich auch bei der Produktion behilflich, was mir viel Freude bereitete. Alle Bauern der Umgebung kamen auch mit ihren Traktoren und Geräten zu uns zur Reparatur. Die Verrechnung erfolgte immer am Monatsende, die ich dann nach erster Einarbeitung übernommen habe. Dazu gehörte natürlich auch das „kassieren fahren". Das übernahm ich dann mit sechzehn Jahren mit meinem Moped Puch R50, das mein Vater „fabriksneu" gekauft hat. Es war eine sehr schwierige Aufgabe, die offenen Beträge bei den Bauern einzutreiben. Viele kamen mit diversen Ausreden, sodass ich oft ohne Geld heimgefahren bin. „Du musst härter werden, darfst dich nicht abwimmeln lassen", so mein Vater zu mir! „Die haben alle das Geld zu Hause!"

Schnell hatte ich mich dann als „Kassierin" durchgesetzt, auch bei jenem Bauern, der immer seinen „Geißbock" im Hof freiließ, wenn er mein Moped vorm Tor hörte. Anfangs ließ ich mich auch verscheuchen und der Bauer stand voll im Genuss! Eines Tages wurde es mir aber zu viel! Ich ließ meine Tasche am Moped vor dem Tor, hörte schon, wie der Bauer wieder den Geißbock in den Hof ließ. Fest entschlossen betrat ich den Hof. Der Bock kam auf mich zu, ich erwischte ihn bei den Hörnern, drehte ihm den Kopf um, und schon lag er am Boden. Der Bauer schrie nur: „Woas machst denn mit meinem armen Vieh!" „Den Hals umdrehen", meine Antwort. Der Bock rappelte sich auf und suchte das Weite! Der Bauer bezahlte und von da an bekam ich den Bock nicht mehr zu Gesicht!

Mitte der sechziger Jahre hatte mein Vater einen schweren Unfall und wäre fast verbrannt. In dieser Zeit musste ich mich monatelang um unseren Betrieb kümmern.

Ein Besuch von Baumeister Köberl änderte in kürzester Zeit die Aufgabe des Betriebes. „Franz, du hast ja immer so gute Ideen, du musst mir eine automatische Gitterträgermaschine bauen", so die ersten Worte vom Köberl. Er erklärte in kurzen Worten, um was es ging. Zu dieser Zeit waren fünf Arbeiter damit beschäftigt, den Stahldraht zu biegen und zu Gitterträgern zu verschweißen. Die Gitterträger wurden damals dringend für den schalungslosen Bau von Decken, speziell bei den „Häuselbauern", benötigt. Schnell einigte man sich und mein Vater begann schon am selben Tag, zuerst den Arbeitsablauf und dann die Maschine zu konstruieren. In nur wenigen Wochen war aus der Idee Wirklichkeit geworden. Mein Vater machte die „Freihandskizzen" der einzelnen Maschinenteile und ich setzte sie am Zeichenbrett 1:1 um. Bereits nach wenigen Monaten wurde die erste Gitterträgermaschine an Köberl ausgeliefert. Anfangs war ich nicht nur mit dem Zeichnen beschäftigt, sondern verkabelte auch die unzähligen Relais auf der Schalttafel.

Es ging mit der Firma steil bergauf. In den darauffolgenden Jahren wurden die FIL-Gitterträgermaschinen in die ganze Welt geliefert. Unzählige Patente wurden von meinem Vater angemeldet. Und noch heute werden diese FIL-Gitterträgermaschinen nach demselben Prinzip gebaut, stehen und arbeiten auf der ganzen Welt. Jetzt natürlich elektronisch gesteuert und einer meiner Söhne schreibt auch dafür die Programme.

Mit fünfzehn Jahren wurde ich in Schleißheim zur Jugendführerin der Landjugend gewählt, spielte in Schleißheim auch Theater und sprühte nur vor Ideen und Interessen.

Ich besuchte die Kaufmännische Berufsschule in Wels und zum Abschluss der Schule organisierte ein Fachlehrer eine Reise nach Jugoslawien, wo ich natürlich dabei war. Fahrer war damals ein Gerhard, der mich im Prinzip eigentlich nicht interessierte. Meine Freundinnen und ich waren viel unterwegs und genossen diese erste Reise, die ich ohne meine Eltern unternommen habe.

Mit achtzehn Jahren machte ich den Führerschein und war dann mit einem Opel zuständig für diverse Einkäufe, die mich sehr oft nach Wels, speziell zur Eisenhandlung Holter in die Pfarrgasse, führten. Im Juni 1968 hatte ich gerade meine Einkäufe beim Holter erledigt, fuhr die Pfarrgasse in Richtung Ringstraße, als plötzlich eine mir vertraute Stimme laut rief: „Füzi, Füzi, Füzi, bleib stehen!" Ich hielt an und mein ehemaliger Fachlehrer erzählte mir, dass er dieses Jahr auch wieder nach Jugoslawien mit seinen Schülern fährt, einige ausgefallen sind und noch ein paar Plätze frei sind. Er meinte, dass ich unbedingt mitkommen sollte.

„Füzi" ist mein Spitzname, abgeleitet vom Familiennamen Filzmoser, eigentlich „Filzi". Einige meiner Schulfreundinnen nennen mich auch heute noch so. Auch...

Erscheint lt. Verlag 5.1.2026
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
ISBN-10 3-6951-1369-3 / 3695113693
ISBN-13 978-3-6951-1369-9 / 9783695113699
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