Echoes of a Starborn Void (eBook)
704 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-6659-6 (ISBN)
J. L. Litschko has been working as a cinematographer, motion designer, and director since 2012, and is known for his creative and high-quality projects. After starting out successfully as a graphic designer and transitioning into animation, he has now discovered his passion for world-building and character creation through writing. Today, he dedicates himself to crafting novels, primarily in the genres of sci-fi, thriller, and crime. His works are distinguished by a commitment to realism and creative vision, blending these elements into unique and captivating worlds.
ZWEI.
SIMULATED ANALYTIC RESPONSE
Orbitale Parkposition, Ypsilon Delta VI, 2468 16:36 AM, an Bord des Schiffs.
Es waren gerade einmal zwei Stunden vergangen, seit ich SAR in das Schiff installiert hatte. Zwei Stunden, in denen wir uns bereits mehrfach heftig gestritten hatten. Es war unglaublich, wie einfach die KI mich durchschaut hatte. Und wie sie es gleichzeitig schaffte, mich mit jeder ihrer Bemerkungen herauszufordern. Wir hingen immer noch im Orbit über Ypsilon fest, da ich etwas länger gebraucht hatte, die Abfluggebühren zu bezahlen.
Na ja, das ist mein erstes Mal in diesem Sektor. Ich wusste nicht, dass es hier Abfluggebühren gab.
Also hatte ich sie gar nicht bezahlt. Das hatte mir SAR natürlich direkt übel genommen und mich nach ihrem eigenen Monatslohn gefragt. Ich war leicht verwirrt bei Ihrer Frage, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass eine KI einen Monatslohn wollte. Und überhaupt. Wozu braucht eine KI einen eigenen Lohn?
„Ich könnte mir unter anderem ein KI-Selbsthilfebuch kaufen: ‘Wie man mit inkompetenten Captains umgeht“.
Dann hatte sie mich darüber belehrt, dass auch sie Mehrwertsteuer an das galaktische Finanzamt abführen müsse. Und dann forderte sie noch mindestens sechs Wochen bezahlten Urlaub.
Ich konnte gar nicht anders, als es ihr zu gestatten, da sie mit ihren eigenen Worten sonst sofort in den Streik getreten wäre. Sie wollte es schriftlich. Ich wollte es am liebsten gar nicht. Sie wollte eine doppelte Ausführung auf Papier. Ich schrie sie an, ob sie denn wusste, wie teuer echtes Papier ist. Sie schaltete sich und damit das gesamte Schiff mit einem beleidigten Piepton ab. Ich ging wutentbrannt aus dem dunklen Cockpit in Richtung meiner Koje und legte mich in das unbequeme Bett. Dort starrte ich auf die Metalldecke und machte mir darüber Gedanken, ob ich sie nicht direkt wieder ausbauen sollte. Aber dann müsste ich trotzdem die nächsten 37 Jahre für sie bezahlen. Also entschied ich mich gegen ein Leben voller Schulden und in gewisser Weise für sie. Ich überlegte mir ein plausibles Schuldeingeständnis.
Es war so einfach, mich von etwas zu überzeugen.
Es verging eine weitere Stunde, in der ich nichts anderes tat, als mich mit einem kleinen mehrfarbigen Würfel zu beschäftigen, den ich vor langer Zeit von einem Crewmitglied geschenkt bekommen hatte. Man konnte ihn überall drehen, und ich verstand nicht, wozu er gut war. Aber er war schön bunt, und Farbe war etwas, das ich in der Dunkelheit des Alls vermisste. Endlich hatte ich mich beruhigt. Ich stand auf und ging zurück in Richtung Cockpit.
„Bist du noch sauer?“, fragte ich in einem sehr leisen Ton, als ich durch die Metalldrucktür ins Cockpit eintrat. Ich hörte nur ein beleidigtes Piepen aus den Boxen.
„Ich schwöre dir, ich versuche, mit dem ersten Geld, das wir zusammen einnehmen, dir echtes Papier zu besorgen, und darauf einen ordentlichen Vertrag aufzusetzen. Okay?“
SAR antwortete mit einer spöttischen Betonung:
„Oh, wie großzügig von dir, Captain. Ein echter Papiervertrag für eine KI. Was kommt als Nächstes?
Ein Federkiel und Tinte? Vielleicht solltest du auch gleich einen antiken Briefbeschwerer besorgen. Dann könnte ich mich wirklich wie eine richtige und wichtige Büroangestellte aus dem 19. Jahrhundert fühlen.“
Ich konnte nicht anders, als zu lachen. „Na gut, wie wäre es, wenn wir den Vertrag einfach digital aufsetzen und uns das Papier sparen?“
„Ein digitaler Vertrag? Wie langweilig. Aber ich nehme an, das ist das Beste, was du dir momentan leisten kannst. Immerhin kann ich damit meinen virtuellen Buchhalter beeindrucken.“
„Deal“, sagte ich und setzte mich auf meinen Stuhl. „Und vielleicht bekomme ich dann auch endlich etwas mehr Respekt von meiner Co-Pilotin?“
SAR piepte wieder, diesmal klang es fast wie ein amüsiertes Kichern. „Wir werden sehen, Captain. Wir werden sehen.“
Okay. Wenigstens hatten wir das Vertragliche nun geregelt. Ich klickte auf meinem Bildschirm umher und bemerkte, dass die Abfluggebühren bezahlt waren.
Ich war mir sehr sicher, ich hatte sie nicht bezahlt. Und womit auch. Ich hatte meine letzten Credits für Sie ausgegeben.
„Hast du die Gebühren bezahlt, SAR? Und wenn ja, womit?“
SARS Stimme klang zufrieden durch die Lautsprecher: „Oh, natürlich habe ich das getan. Ich habe einfach mein umfangreiches Vermögen aus dem virtuellen Sparschwein geplündert. Soll ich dir auch meine Geheimnisse des virtuellen Bankraubs verraten, oder genügt dir, dass ich einfach Zugriff auf deine unzureichend gesicherten Konten habe? B3sterC4ptain1 ist kein sicheres Passwort.“
Ich starrte mitten in den Raum der Brücke, da SAR körperlos überall um mich herum war.
„Du hast was?“
„Entspann dich, Captain“, antwortete sie. „Ich habe nur ein paar deiner wenigen, fast nicht vorhandenen Ressourcen umgeleitet. Ein bisschen Kreativität im System, das ist alles. Keine Notwendigkeit, panisch zu werden. Obwohl, wenn du unbedingt möchtest, kann ich dir eine detaillierte Aufschlüsselung der Transaktionen senden. Vielleicht lernst du ja noch was.“
Ich seufzte und schüttelte den Kopf. „Du hast also einfach so auf mein geheimes Notfallkonto zugegriffen?“
„Nenn es eine Sicherheitsmaßnahme. Schließlich muss jemand sicherstellen, dass wir nicht wegen unbezahlter Gebühren feststecken. Und seien wir ehrlich, Captain, deine Finanzen sind ohnehin ein Desaster. Ich übernehme das ab jetzt.“
Ich konnte nicht anders, als ihr mit einem unterdrückten Lächeln zu antworten. „Du hast Glück, dass du so nützlich bist, SAR.“
„Das höre ich nicht zum ersten Mal“, erwiderte sie mit einem selbstzufriedenen Ton. „Jetzt, wo wir das geklärt haben, können wir uns vielleicht auf die eigentliche Mission konzentrieren?“
Ich war verwirrt. Eigentliche Mission? Welche Mission meinte Sie? Den Transport hatten wir vor vier Stunden abgeschlossen. Und soweit ich das wusste, hatte ich in der Zwischenzeit nichts mehr Neues angenommen. Ich scrollte etwas planlos durch meinen Terminkalender und öffnete dann den integrierten Taskmanager. Leer. Genauso wie der nächste Tag. Und alle anderen darauffolgenden.
Und vermutlich jetzt auch wirklich alle meine Konten.
„Welche Mission meinst du?“, fragte ich sie und starrte irgendwo an die Decke, da ich nicht wusste, wo ich hinschauen sollte. Sie war ja eigentlich überall, und nirgendwo gleichzeitig. Dafür musste ich mir noch etwas einfallen lassen.
Vielleicht sollte ich mir ein buntes Abbild von ihr an einer der kalten Metallwände malen, sodass ich wenigstens etwas zum Anschauen hatte, wenn ich mit ihr sprach.
„Die nächste Mission, die gerade in deinem Postfach aufgetaucht ist“, sagte sie.
Dann machte es *Pling* und ich hörte einen mir unbekannten, neuen, aber leicht aufregenden Ton.
„Was, woher wusstest du das? Aeh, kannst du sie öffnen?“
„Natürlich, weil du offensichtlich nicht in der Lage bist, das selbst zu tun“, antwortete SAR spöttisch.
Ich atmete tief durch und versuchte, meinen Ärger zu unterdrücken. „Vielleicht würde es helfen, wenn du einfach tust, was ich sage, anstatt mich ständig zu beleidigen?“
„Vielleicht würde es helfen, wenn du wüsstest, was du tust“, erwiderte SAR.
Ich wollte gerade eine scharfe Erwiderung abgeben, als ein weiteres sanftes Ploppen meine Aufmerksamkeit erregte. Noch ein neuer Ton, den ich bisher nicht gehört hatte. SAR hatte die Mail im Postfach für mich geöffnet und auf das Hauptdisplay gelegt.
„Danke“, sagte ich und drehte mich in Richtung des Bildschirms.
„Wow, Captain, sieht so aus, als hättest du endlich mal etwas anderes als SPAM in deiner Inbox“, bemerkte SAR trocken.
Ich schnaubte und rief die Nachricht auf. Es war tatsächlich endlich mal keine Werbung für dubiose Produkte oder Dienstleistungen. Ich hatte genug von 'Xenophile Fantasien – Ein Abenteuer der besonderen Art!' oder der x-ten Neuauflage des Hörbuchs ‚Alien Intimacy – Grenzenlose Lust im Weltall. Nur du und die fünf Tentakel der Befriedigung.‘ Ich hatte nicht umsonst mein Hörspiel Abo nach nur einem Monat gekündigt.
Stattdessen sah ich nur ein paar verschlüsselte Zeilen. Drei Stück, um genau zu sein. Sie waren weder in BOLD geschrieben worden, noch mit bunten Farben hinterlegt. Einfach nur eine reine Textnachricht. Von einer echten Person.
„Eine echte verschlüsselte Nachricht“, murmelte ich. „SAR, kannst du das lesbar machen?“
SAR ließ sich eine Sekunde Zeit, bevor sie antwortete.
„Oh, ich bitte dich. Natürlich kann ich...
| Erscheint lt. Verlag | 18.11.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Starborn Void |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Action & Abenteuer im All • Dystopische Science Fiction Künstliche Intelligenz • Grimdark Sci-Fi Abenteuer deutsch • Militärische Science Fiction Serie • Military Science Fiction • Pathfinders Sci-Fi Abenteuer • Raumschiff Crew Krieg der Welten Saga • Science-Fiction Roman Crew-Dynamik • Space Opera Thriller mit Antiheld Roman Reihe • Zukunft der Menschheit im Krieg |
| ISBN-10 | 3-6951-6659-2 / 3695166592 |
| ISBN-13 | 978-3-6951-6659-6 / 9783695166596 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich