Die Verräterin (eBook)
311 Seiten
Barbara Cartland eBooks Ltd (Verlag)
978-1-78867-869-8 (ISBN)
Shenda, die sehr junge und sehr hübsche Tochter des Pastors tritt nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters eine Stelle im Schloss des Grafen von Arrow an, da sie nicht glaubt, bei ihren Verwandten unterkommen zu können. Die neue 'Schlossnäherin' stellt fest, dass der junge Graf, der gerade nach langer Abwesenheit die Stelle seines verstorbenen Vaters eingenommen hat, niemand anders ist als der mysteriöse Fremde, der ihr vor kurzem in einer sehr misslichen Situation geholfen hat. Da der Graf Hilfe benötigt kann sich Shenda revanchieren. Der Graf fahndet im Auftrag der britischen Admiralität nach französischen Spionen, die sich in ihren Reihen befinden und geheime Informationen nach Frankreich verkaufen. Shenda bringt ihn unerwarteterweise auf die richtige Spur - eine, die der Graf nie für möglich gehalten hätte.
Wird es den beiden gelingen, die Spione Napoleons zu enttarnen bevor mehr Menschen ihr Leben verlieren? Und wird es dem Graf gelingen Shenda vor einer tödlichen Gefahr zu beschützen?
Shenda, die sehr junge und sehr hubsche Tochter des Pastors tritt nach dem plotzlichen Tod ihres Vaters eine Stelle im Schloss des Grafen von Arrow an, da sie nicht glaubt, bei ihren Verwandten unterkommen zu konnen. Die neue 'Schlossnaherin' stellt fest, dass der junge Graf, der gerade nach langer Abwesenheit die Stelle seines verstorbenen Vaters eingenommen hat, niemand anders ist als der mysteriose Fremde, der ihr vor kurzem in einer sehr misslichen Situation geholfen hat. Da der Graf Hilfe benotigt kann sich Shenda revanchieren. Der Graf fahndet im Auftrag der britischen Admiralitat nach franzosischen Spionen, die sich in ihren Reihen befinden und geheime Informationen nach Frankreich verkaufen. Shenda bringt ihn unerwarteterweise auf die richtige Spur - eine, die der Graf nie fur moglich gehalten hatte. Wird es den beiden gelingen, die Spione Napoleons zu enttarnen bevor mehr Menschen ihr Leben verlieren? Und wird es dem Graf gelingen Shenda vor einer todlichen Gefahr zu beschutzen?
1805
Während sie durch den Wald spazierte, summte Shenda eine kleine Melodie vor sich hin.
Es war warm für April. Überall zeigten sich schon Knospen, und sie wusste, dass die Gärten von Arrow bald ein einziges Meer von Blüten sein würden.
Nichts war schöner als die goldenen Narzissen unter den Bäumen, die zarten Köpfe der gelben und violetten Krokusse am Boden, der im Winter so kahl gewesen war, und der violette und weiße Spanische Flieder.
Der Wald besaß einen eigenen und unvergleichlichen Zauber, dem Shenda immer wieder erlag. Irgendwo tiefen seinem Innern, gab es einen Teich. Die Sumpfdotterblumen ließen das Ufer golden erscheinen, und die Schwertlilien spiegelten sich in der silbernen Oberfläche wider.
Wann immer sich Shenda traurig oder einsam fühlte, ging sie zu diesem Teich im Wald.
Dort war ihr, als versteckten sich Feen zwischen den Blumen, als kauerten Kobolde unter den Büschen, und zweifellos lebten Wassernymphen im Teich. Shenda zweifelte keinen Augenblick daran, dass es ein Zauberteich war.
Weil sie ein Einzelkind war, hatten immer schon Wesen aus einer anderen Welt ihre Träume beherrscht, einer Welt, die ihr sehr nahe schien.
Sie hatte sich immer glücklich geschätzt, weil Knights Wood, wie der Wald genannt wurde, direkt bis zum Pfarrhaus reichte.
Wenn ihr Vater mit der Vorbereitung seiner Predigten oder mit den Schäfchen seiner Gemeinde beschäftigt war, die ihm ständig irgendein Leid klagten, schlich sie sich gewöhnlich davon, um sich im Zauber des Waldes zu verlieren.
Sie war - wie immer - allein, mit Ausnahme ihres geliebten Begleiters, der allerdings im Moment nicht bei Fuß lief, wie er eigentlich sollte.
Er hatte im Gebüsch, das gerade anfing, den kahlen Boden wieder zu bedecken, einen Hasen gewittert und sich so schnell auf dessen Fährte gesetzt, dass Shenda noch nicht einmal bemerkt hatte, dass er verschwunden war. Sie hatte Rufus schon als ganz jungen Hund bekommen.
Er war ein sehr kleiner, hübscher Spaniel, der normalerweise mit den anderen Spaniels auf Arrow Castle zum Jagdhund ausgebildet worden wäre.
Aber der alte Graf, der während der letzten drei Jahre auf dem Krankenbett gelegen hatte, konnte nicht mehr auf die Jagd gehen, und seine Söhne standen im Kampf gegen ein Ungeheuer namens Napoleon Bonaparte, das England zu überfallen drohte.
Also wurde in den Wäldern nicht mehr gejagt, worüber Shenda sehr glücklich war, denn sie konnte den Gedanken nicht ertragen, dass Tiere getötet wurden.
Besonders die Vögel liebte sie; sie glaubte, dass sie nur für sie sangen, wenn sie unter den Ästen der Bäume hindurch lief, auf denen sie saßen.
Oft setzte sie sich an den Teich, wohin alle möglichen Vögel zum Trinken kamen, und lauschte ihrem Gesang.
Eigentlich konnte sie sich schon nicht mehr an die ‚schlimmen Zeiten erinnern, wenn im Herbst die Jagdgesellschaften durch die Wälder zogen und die Förster behaupteten, es gebe zu viele Elstern, Wiesel und Füchse im Wald.
Sie hatte sie alle ins Herz geschlossen, ebenso wie die kleinen roten Eichhörnchen, die die Äste hinaufkletterten, wenn sie in den Wald kam, und sie dann beschimpften, als habe sie vor, ihnen ihre Nüsse zu stehlen.
Vor sechs Monaten war der Graf von Arrow gestorben.
Obgleich es ein beeindruckendes Begräbnis mit einer riesigen Trauergemeinde gab, wurde er nur von wenigen im Ort vermisst, weil man ihn so lange nicht gesehen hatte.
Auch dass George, der ältere Sohn des Grafen, einige Monate zuvor in Indien gefallen war, hatte die meisten Dorfbewohner kaum berührt, wie Shenda wusste. ‚Master George, wie ihn die meisten der Bediensteten nannten, die jahrelang im Schloss gearbeitet hatten, war acht Jahre lang ‚in der Fremde gewesen, und die Jüngeren im Dorf konnten sich nicht einmal daran erinnern, wie er ausgesehen hatte.
Dem alten Grafen jedoch hatte die Nachricht vom Tod seines Sohnes das Herz gebrochen, vermutete der Arzt.
Nun erbte der jüngere Sohn des Grafen den Titel. ‚Master Durwin war schon in jungen Jahren zur Kriegsmarine gegangen. Obwohl die meisten, die den Neuigkeiten folgten, behaupteten, er befinde sich beider Flotte, die Napoleon aufhielt, indem sie die Häfen blockierte und Napoleons Schiffe daran hinderte auszulaufen, konnte es doch niemand mit Sicherheit behaupten.
Gerade in letzter Zeit rankten sich allerlei Geschichten um Captain Durwin Bow.
Nachdem es im Schloss nun niemanden mehr gab, der ihre Beschwerden und Probleme anhörte, kamen die Dorfbewohner immer öfter damit zum Pfarrhaus. Der Verwalter, der sich die Klagen hätte anhören müssen, dass es durch das Dach regnete, die. Pumpe nicht mehr funktionierte oder die Fenster aus den Angeln zu fallen drohten hatte sich nämlich vor zwei Jahren in den Ruhestand zurückgezogen. Wegen seines Rheumatismus verließ er kaum noch sein Haus, und seine zunehmende Taubheit hinderte ihn daran zu verstehen, was man ihm zu sagen versuchte.
»Der ganze Ort verfällt mehr und mehr!« hatte sich erst letzte Woche einer der Arbeiter bei ihrem Vater beschwert.
»Das liegt am Krieg«, hatte der Vikar erwidert.
»Krieg oder kein Krieg, ich bin es leid, immer wieder die Mauern meines Hauses auszubessern und dass es mir ständig auf den Kopf regnet.«
Der Vikar hatte geseufzt, aber er konnte nichts an der Situation ändern.
Shenda wusste, dass der Krieg jedem viel Leid und Entbehrungen gebracht hatte.
Was ihr Vater jedoch mehr als alles andere vermisste, war, dass er nicht mehr, wie früher, im Winter jagen konnte.
Früher einmal hatte man ihn sogar den ‚Jägerpfarrer genannt.
Aber die Gentlemen, die sonst immer mit ihren Hetzhundert gekommen waren, nahmen nun entweder aktiv am Krieg teil, oder es ging ihnen so schlecht, dass sie ihren Lebensstandard nicht mehr aufrechterhalten konnten.
Dem Vikar selbst waren nur noch zwei Pferde im Stall geblieben, wovon eines so alt war, dass Shenda es vorzog zu laufen. Auf Snowballs Rücken kam man ohnehin nur im Schneckentempo vorwärts.
Doch es machte ihr nichts auszulaufen, besonders nicht im Wald.
Auch heute schienen ihre Füße über dem grünen Moos zu schweben. Die Sonnenstrahlen, die durch die vielen Äste drangen, verwandelten ihr Haar in Gold.
In diesem Augenblick holte Rufus Jaulen sie abrupt aus ihrer Traumwelt zurück. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass er nicht bei ihr war.
Er musste irgendwo in ihrer Nähe sein, und nachdem er nicht aufhörte zu jaulen, rannte sie, so schnell sie konnte, in die Richtung, aus der das Winseln kam.
Dabei fragte sie sich entsetzt, was geschehen sein konnte, denn die Töne, die er von sich gab, drückten Schmerz und höchste Angst aus.
Er war ein so lieber kleiner Hund, dass er nicht einmal bellte, wenn sie es ihm verbot, weil ihr Vater im Arbeitszimmer zu tun hatte.
Und was war ihm nun widerfahren?
Als sie ihn schließlich unter einer alten Ulme fand, stockte ihr Herz. Er war mit der Pfote in eine Falle geraten!
Noch nie hatte es in den Wäldern von Arrow Fallengegeben.
Rasch sank sie neben Rufus auf die Knie. Er jaulte nicht mehr, sondern jammerte nur noch leise, aber herzzerreißend.
Die Falle sah neu aus. Die scharfen, gezackten Eisenhielten Rufus Vorderpfote fest umklammert.
Verzweifelt versuchte Shenda, die Falle zu öffnen, aber sie schaffte es nicht.
Sie streichelte Rufus beruhigend und sprach mit leiser Stimme auf ihn ein.
Sie erzählte ihm, dass sie sich auf die Suche nach Hilfe machen würde und bat ihn eindringlich, ruhig liegen zu bleiben, bis sie zurückkäme.
Als sie sich dann erhob, winselte er zwar traurig, aber zu ihrer Erleichterung versuchte er nicht, ihr zu folgen.
So schnell sie konnte, rannte sie den Weg zurück, den sie gekommen war. Fieberhaft überlegte sie, wen sie um Hilfe bitten konnte. Es war zu weit, um zu dieser Tageszeit zum Ort zu laufen, und außerdem waren die meisten Männer bei der Arbeit. Es würden nur Frauen in den Hütten sein.
Sie dachte an ihren Vater, aber der war schon früh am Morgen aufgebrochen, um zu einer alten Frau zu eilen, die fast zwei Meilen weit entfernt wohnte. Man hatte ihm eine dringende Nachricht zukommen lassen, dass sie im Sterben liege.
Da dies nicht das erste Mal war, hatte Shenda sich skeptisch gefragt, ob die Reise ihres Vaters wirklich so dringend war, wie es den Anschein hatte.
Sie wusste nur zu gut, dass einer ganzen Reihe von Frauen jede Entschuldigung recht war, um nach ihm zuschicken, weil er ein so gutaussehender Mann war.
Sie genossen es, sich mit jemandem zu unterhalten, der immer höflich und zudem sehr charmant war.
»Falls ich bis zum Mittagessen nicht zurück bin«, hatte der Vikar gesagt, bevor er ging, »mach dir keine Sorgen.«
»Ich habe mich bereits darauf eingestellt, allein zu Mittag zu essen«, hatte Shenda geantwortet. »Du weißt ebenso gut wie ich, dass Mrs. Newcomb das ‚gemästete Kalb, oder was immer es auch sein mag, schlachten wird, und du solltest den Luxus eines guten Essens genießen, wenn du schon die Gelegenheit dazu bekommst!«
Ihr Vater lachte.
»Ich behaupte nicht, dass ich Mrs. Newcombs Essen nicht genieße«, sagte er, »aber ich werde dafür bezahlen, indem ich mir die endlose Liste ihrer geistigen und körperlichen Wehwehchen anhören muss.«
Shenda schlang ihre Arme um seinen Hals.
»Ich liebe dich, wenn du solche Dinge...
| Erscheint lt. Verlag | 1.1.2026 |
|---|---|
| Reihe/Serie | die zeitlose romansammlung von barbara cartland |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Napoleonic fiction • Napoleonic romance • napoleonic story |
| ISBN-10 | 1-78867-869-9 / 1788678699 |
| ISBN-13 | 978-1-78867-869-8 / 9781788678698 |
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