Zsömle ist weg (eBook)
304 Seiten
Fischer E-Books (Verlag)
978-3-10-492134-1 (ISBN)
Lese- und Medienproben
In »Zsömle ist weg« überrascht László Krasznahorkai mit einem Roman voll milder Melancholie, sarkastischem Humor und großer Seltsamkeit.
Wer vor der Politik flieht, den sucht sie heim. Onkel Józsi hat alles getan, um vor den Augen der Welt zu verschwinden, seine Familie und seine Herkunft hat er geheim gehalten: Er ist Spross einer jahrhundertealten Adelslinie, die auf verschlungenen Wegen bis Dschingis Khan zurückreicht. Sogar Anspruch auf den ungarischen Thron könnte er erheben, aber er will sich nicht in die Politik einmischen und lebt, wie alle seine Vorfahren, im Verborgenen.
Bis er von einer merkwürdigen Schar vermeintlicher Anhänger aufgespürt wird – von unverbesserlichen Monarchisten und verschrobenen Archivaren. Mit Ungarn gehe es bergab, der Glanz sei dahin, alles sei verloren, da sind sich alle einig. Als sie ihre Pläne enthüllen, zerreißt das Gespinst. Die Nähte des Lebens sind verschlissen, die Gedanken jagen sich im Kreis, das Glück gibt es nur noch retrospektiv. Bleibt nur die Flucht …
In seiner episch-melodischen Sprache, die sich dem Schlusspunkt verweigert und wie ein fließender Strom voranschreitet, erzählt László Krasznahorkai in »Zsömle ist weg«, seinem neuen Roman, die Geschichte eines geheimen Thronfolgers, der im politischen Wirrwarr der ungarischen Gegenwart für stabile Verhältnisse sorgen soll – und der nicht bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen.
»Jedes meiner Bücher soll die literarische Landkarte verschieben«, sagt László Krasznahorkai, dem 2015 der International Man Booker Prize verliehen wurde. 1954 in Gyula/Ungarn geboren, gilt er als einer der innovativsten Schriftsteller Europas, dessen Romane »Satanstango« und »Melancholie des Widerstands« überall auf der Welt begeistert aufgenommen werden. Die internationale Beachtung begann jedoch 1993 in Deutschland mit dem SWR-Bestenliste-Preis für »Melancholie des Widerstands«. In den letzten Jahren erschienen die Erzählbände »Seiobo auf Erden« (Brücke-Berlin-Preis und Literaturpreis Leuk 2010) sowie »Die Welt voran« (2014). Für seinen Roman »Baron Wenckheims Rückkehr« (2018) wurde er mit dem National Book Award 2019 for Translated Literature ausgezeichnet. 2021 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur sowie 2024 den spanischen Literaturpreis Prix Formentor. 2025 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Zuletzt erschienen der Roman »Herscht 07769« und der Erzählband »Im Wahn der Anderen«. Heute lebt László Krasznahorkai in Triest, Italien. Heike Flemming studierte in Leipzig, Wien und Budapest, lebt als freischaffende Übersetzerin in Berlin und hat 2014 über den ungarischen Gegenwartsroman promoviert. Zu den von ihr übersetzten Autoren zählen Péter Esterházy, Imre Kertész, Szilárd Borbély und László Krasznahorkai. 2010 erhielt sie den Brücke-Berlin-Preis, 2014 den Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis. 2021 wurde sie mit dem Übersetzerpreis Ginkgo-Biloba für Lyrik 2021 sowie dem Hieronymusring der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung ausgezeichnet.
Es ist ein Traumwandeln durch die Geschichte Ungarns und die Labyrinthe des Ichs.
[...] eine muntere Burlesque, die der hoffnungslos scheinenden Gegenwart mit parodistischem Humor begegnet und keinen Raum fürs Jammern lässt
Man fühlt sich als Passagier auf einem Floß im Strom der Erzählung
Ein ebenso witziger wie scharfsinniger Roman
[...] In jedem Fall ist es eine tragische Geschichte über den klaffenden Abgrund, der sich in der Gesellschaft und in der Wunschökonomie der Menschen auftut.
Falls es irgendwelche Zweifel gegeben haben sollte, ob [...] Krasznahorkai wirklich ein nobelpreiswürdiger Weltliteratur ist, dürften sie mit diesem neuen Roman endgültig ausgeräumt sein.
Gerade das satirisch und sarkastisch Aufgehellte illuminiert hier das das dunkel Irrlichternde.
Das ist natürlich von einer literarischen Virtuosität, wie man sie wirklich ganz, ganz selten hat und auch von Heike Flemming kongenial übersetzt.
[...] reißt [...] einen auf den Stromschnellen sprachlicher Eigenheiten [...] fort in neue unwiderstehliche Absurditäten
[...] Krasznahorkai [findet] treffende Worte und herrlich endlose Sätze [...] für die politischen wie psychologischen Verblendungen unserer Zeit
[...] [zeigt noch einmal], was große Literatur ist. Dass sie ganz einfach ist. Dass sie es immer möglich macht, für einen armen Dummkopf eine Träne zu vergießen.
Krasznahorkais Prosa lässt im Inneren seiner Figuren die weltpolitischen Verhältnisse aufleuchten und führt in den zwischenmenschlichen Beziehungen die Grunddynamiken politisierbarer Gefühle vor Augen.
Niemand versteht sich besser als Krasznahorkai auf die Manipulation des Erzählflusses.
Immer wenn man glaubt, man kann es in irgendeiner Weise interpretieren, klappt sich die nächste Deutungsebene aus.
[...] einer der burleskesten, lustigsten und fantastischsten Romane, die ich seit ganz langer Zeit gelesen habe
Es stimmt ja, man darf nicht so viel loben, [...] [a]ber hier, im Fall dieser ungeheuer guten Literatur, käme jedes Herummäkeln einer frechen Lüge gleich.
[...] ein so komisches wie trauriges Buch.
›Zsömle ist weg‹ ist ein so komisches wie trauriges Buch.
Einfach wunderbar.
Krasznahorkais verfremdete Wirklichkeitsvision sind der Gegenzauber zu dem utilitaristischen Hokuspokus, der gerade überall an die Macht drängt
Mit […] seiner freundlichen Ironie und seinem Interesse für den Moment, [...] fügt sich ›Zsömle ist weg‹ gut ins Gesamtwerk des diesjährigen Literaturnobelpreisträgers ein.
[...] bisweilen abgrundtief bitterböse und grotesk, wird in der für ihn so charakteristischen rhythmisch-elliptischen Prosa erzählt, in atemlosen und zugleich eindrücklichen Bewusstseinsströmen.
In seiner charakteristischen episch-melodischen Sprache, die [...] wie ein fließender Strom voranschreitet.
[...] ein tolles Buch
Man fliegt mit größtem Vergnügen durch seine Endlossätze
| Erscheint lt. Verlag | 15.12.2025 |
|---|---|
| Übersetzer | Heike Flemming |
| Verlagsort | Frankfurt am Main |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Adelsfamilie • Anspruchsvolle Literatur • Baron Wenckheims Rückkehr • Dschingis Khan • Ein Buch von S. Fischer • Herscht 07769 • Literaturnobelpreis 2025 • Literaturnobelpreisträger • Melancholie des Widerstands • Neuer Roman • Politische Satire Ungarn • Putschversuch • Satanstango • Thronfolge • ungarische Monarchie • Ungarische Politik • Untergrund • Weltliteratur • Widerstand • Zeitgenossenschaft |
| ISBN-10 | 3-10-492134-2 / 3104921342 |
| ISBN-13 | 978-3-10-492134-1 / 9783104921341 |
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