Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Zwischen Baumarkt und Callcenter (eBook)

Lustiges und Skurriles mit der lieben Kundschaft
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
310 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-0795-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Zwischen Baumarkt und Callcenter -  Tanja Schüller
Systemvoraussetzungen
2,99 inkl. MwSt
(CHF 2,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Erlebe Kundenservice hautnah! 28 Jahre im Callcenter eines großen Versandhändlers und 8 Jahre nebenbei im Baumarkt hinterlassen ihre Spuren. Dieses Buch ist mein ungeschönter, ehrlicher und lebensnaher Blick zurück auf meine Zeit im Kundenservice, voller wahrer Geschichten, einer Prise Fantasie und jede Menge Augenzwinkern. Für wen dieses Buch geeignet ist: * Alle, die bereits im Kundenservice arbeiten oder gearbeitet haben: Hier findest du dich wieder! * Quereinsteiger und Unentschlossene: Denkst du über einen Job im Kundenservice nach? Dieses Buch gibt dir einen ehrlichen Einblick. * Aufgeschlossene Kunden: Wagt einen Blick hinter die Kulissen. * Führungskräfte, die sich wirklich dafür interessieren, welchen Herausforderungen wir uns tagtäglich stellen. * Alle, die Spaß verstehen und neugierig sind! Tauche ein in das Abenteuer Kundenservice! Jede Menge Tierisches, Heiteres, aber auch Nachdenkliches aus meinem Arbeitsalltag im Callcenter und Baumarkt in einem Buch: Vom Esel im Garten über Ratten, lustigen Briefen und fragwürdigen Anrufen. Langweilig wird es euch damit garantiert nicht! Pro verkauftem Buch wird 1 Euro an die Organisation "Freude für Alle" gespendet.

Ich habe 28 Jahre in einem Callcenter eines großen deutschen Versandhändlers gearbeitet und 8 Jahre nebenbei in einem Baumarkt.

WIE ALLES BEGANN - oder einfach nur:
WARUM?


„Warum möchten Sie bei uns im Callcenter arbeiten?“ – „Ich
möchte endlich mal mit einem ihrer Mitarbeiter sprechen.“

Wir schreiben das Jahr 2012: Seit fast 15 Jahren arbeite ich in einem Callcenter eines großen Versandhändlers. 15 Jahre, in denen ich meinte, schon alles erlebt zu haben: Wut, Trauer, Freude, Leid, Verzweiflung und jede Menge Humor.

Eigentlich könnte man sich da entspannt zurücklehnen und sagen: Das reicht doch – mehr Abwechslung braucht es nicht.

Aber nein: Ich setze dem Ganzen noch die Krone auf. Schließlich kann man nicht immer das Gleiche machen. Ich will auch mal etwas anderes sehen, etwas anderes arbeiten. Vielleicht gibt es noch etwas Besseres als diesen Job bei dem Versandhaus FLOTT.

Also bewerbe ich mich mal „just for fun“ in einem Baumarkt. Eigentlich wirklich nur mal so – weil ich ja auch schon lange keine Bewerbung mehr geschrieben habe und sonst verlerne, wie das geht. Und wenn ich schon dabei bin, gehe ich auch gleich zum Vorstellungsgespräch – kann ja nicht schaden.

Der Stundenlohn? – Eine echte Herausforderung für mein finanzielles Schmerzempfinden. Dumm nur, dass der Chef dort aussieht wie George Clooney. Wow! Kann man dem einen Wunsch abschlagen??? Nein! Wann ich anfangen kann? Sofort!

Ach, und es ist ein Baumarkt! Ich liebe Baumärkte. Vor allem den Heimwerkerbereich - da ist aber leider schon alles besetzt. Bei Garten und Kasse/Info wird hingegen dringend Unterstützung gebraucht. Da sich mein grüner Daumen eher auf das fachgerechte Ausleeren der Küchenabfälle beschränkt, entscheide ich mich lieber für Kasse und Hauptinformation.

Ach ja, da war ja noch was - mein aktueller Job im Callcenter. Bei einem Familienunternehmens, mit allen Vorzügen: Relativ gute Bezahlung, Wunscharbeitszeiten, meganette Kollegen (die besten auf der Welt!), einigermaßen umgängliche Vorgesetzte (die einen mehr, die anderen weniger, aber so ist das halt meistens). Das alles aufgeben? Für einen Job, bei dem ich nicht einmal weiß, ob er mir gefällt – geschweige denn, ob ich es aushalte, den Kunden direkt von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen.

Na, dann eben nebenbei! Zu viel Freizeit ist ja eh Luxus. Glaubt mir: Bei dem George-Clooney-Lächeln hättet ihr genauso reagiert!

So, nun hatte ich noch einen Minijob in einem frisch eröffneten Baumarkt – nennen wir ihn mal „BOOM“ wie das Geräusch eines Hammerschlags. Also an zwei Tagen in der Woche: Raus aus dem Callcenter, rein in den Baumarkt. Brav an die Kasse und einen Kunden nach dem anderen abkassieren. Langweilig?

Absolut nicht! Hier hast du ständig mit unterschiedlichsten Menschen und immer neuen Herausforderungen zu tun: Schlangen, die sehr aggressiv werden können, Scanner mit Eigenleben und Kassenbänder, die entweder nicht rollen oder zu gierig sind und Unterlagen verschlucken oder ruckelnd das zerbrechliche Windlicht von sich stoßen. Und mittendrin: Kunden, die alles wissen – nur nicht, was sie eigentlich brauchen.

Im Callcenter ist das etwas anders: Dort sieht man die Schlangen wenigstens nicht lebensecht, kann sich jeden Kunden ein bisschen schön denken und bleibt auf sicherem Abstand. Wenn man am Telefon mal jemanden persönlich kennt, ist das so selten, wie im Baumarkt auf einen Handwerker mit Glitzerhelm und weißem Smoking zu treffen.

Im Einzelhandel dagegen trifft man zwangsläufig viele Bekannte – leider auch die, die man lieber nicht sehen möchte. Aber spannend ist es schon, was man dort so alles mitbekommt! Oft konnte ich danach zu Hause die neuesten News aus der Gegend berichten: Was aus alten Klassenkameraden geworden ist, wer gerade umbaut, wo man sich demnächst selbst zu einer Poolparty einladen kann und wer mit wem zusammen ist, oder auch nicht mehr.

Nach ziemlich genau acht Jahren kam Corona. Im Callcenter hieß es nun: Homeoffice – für mich ein Traum. Ich habe mir die lange Anfahrt ins Büro gespart. Aber dann im Baumarkt, mit Maske an der Kasse – das passte einfach nicht zusammen. Also habe ich die Gelegenheit genutzt und lieber mehr Stunden bei FLOTT gearbeitet. Dank Lockdown war dort jetzt die Hölle los, und jede zusätzliche Stunde wurde gerne angenommen. Damit endete mein Ausflug in die bunte Baumarkt-Welt.

Ob ihr wollt oder nicht – jetzt erzähle ich euch auch noch, wie ich vor 28 Jahren zu meinem Callcenter-Job gekommen bin, bevor es endlich mit den Kundengeschichten losgeht:

Nach der Schule wusste ich nicht so recht, was ich machen wollte. Ich habe mich in Buchhandlungen beworben – weil ich gerne lese. Im Büro – weil ich gerne schreibe. Bei Siemens – weil ich gerne faulenze. Leider wollte mich da niemand.

Dann habe ich mich bei FLOTT beworben. Ich liebe Kataloge seit meiner frühesten Kindheit. Meine Mama hatte mir immer die dicken Hauptkataloge von FLOTT und der Konkurrenz mit dem nautischen „Q“ oder den vom „Nackermann“ zur Beschäftigung gegeben. Da war ich selig. Stundenlang habe ich geblättert oder auch mal die Seiten herausgerissen.

Das waren noch Zeiten! Für die jungen Leser: Diese Kataloge waren so dick wie Telefonbücher. Ach, die kennt ihr ja auch nicht mehr! Also stellt euch vor, ein Teil von der Versandhaushomepage wird auf Papier gedruckt und als Buch gebunden. Das waren meist über 1000 Seiten – mit Klamotten, Möbeln, Technikartikeln. Alles, was es gab, in einem Katalog!

Ganz liebevoll wurde er von uns auch „der Dicke“ genannt. Und weil so ein Hauptkatalog wirklich ordentlich Gewicht hatte, diente er nicht nur zum Blättern – sondern im Notfall auch mal zur häuslichen Selbstverteidigung.

So schade, dass 2018 beschlossen wurde, keine Hauptkataloge mehr zu drucken. Für viele Kunden war das ein echter Verlust – hatte er so vielen doch auch Gesellschaft geleistet. Ich habe es den trauernden Kunden dann meistens so erklärt: „Würden wir heute all unsere Artikel abdrucken lassen, hätte der Katalog weit über 500.000 Seiten – ein 50 Meter hoher Papierstapel, etwa 2,5 Tonnen schwer. Die Auslieferung wäre dann auch mit 4 Mann oder Bordsteinkante etwas schwierig… Bevor wir also Seiten und Artikel weglassen, lassen wir’s lieber ganz und verweisen ins Internet – das ist leichter, schneller zum Umblättern und man quetscht sich nicht die Finger in den Seiten ein.“

Aber jetzt zurück zu meiner Bewerbung: Das wäre mein absoluter Traumjob! Hier könnte ich reden und schreiben – und hätte immer die neuesten Kataloge direkt vor mir. Ich wäre an der Quelle – also nicht bei der Quelle. Zum Glück. Denn die hatte den Sprung in die Onlinewelt leider ein wenig verschlafen und musste 2009 Insolvenz anmelden.

Ich habe mich also für ein kleines Callcenter eines anderen, großen Versandhandels in der Nachbarstadt beworben. Nach dem Bewerbungsgespräch dachte ich: Das wird wohl nichts – auch wenn es nicht ganz so ablief:

.

„Warum sind Sie für die Stelle im Callcenter geeignet?“ –
„Hier meine Telefonrechnung!“

(Ich verrate nur so viel: Es war ähnlich…) Und doch – sie haben sich für mich entschieden! Für mich war das wie ein Sechser im Lotto.

Schon an meinem ersten Ausbildungstag durfte ich in den ICE steigen und zum Einweisungsseminar für alle Azubis aus den 16 Callcentern und den vier Lagerstandorten fahren. Das war ein Wahnsinnserlebnis! Es hat mich von der ersten Minute an begeistert – und geprägt. Für mich war sofort klar: Für dieses Unternehmen bin ich Feuer und Flamme.

Die Arbeit im Callcenter macht mir bis heute riesigen Spaß! Sie ist vielseitig, fordernd, manchmal verrückt, aber auch lustig – und garantiert nie langweilig.

Der negative Nebeneffekt: Vom Gehalt bleibt nicht viel übrig. Der Schuldige: Personalkauf – einfach shoppen und der Betrag wird monatlich vom Gehalt abgezogen. Mein Mann schüttelt nur noch den Kopf, wenn der Paketbote mal wieder vor der Tür steht. Mit einem vorwurfsvollen „Was hast du denn schon wieder bestellt?“ wird mir das Paket übergeben. Ich reiße es ihm schnell aus der Hand: „Nur was Praktisches für die Küche!“ – „HIGH HEELS???“ – „Damit ich oben ans Gewürzregal komme.“

Ich finde für fast alles eine Erklärung – eine Eigenschaft, die bei FLOTT und BOOM wirklich von Vorteil ist. Was man den lieben Kunden so alles erzählt… Ich hoffe nur, dass das nicht unter das Gebot Du sollst nicht lügen fällt, sonst wars das mit dem Himmel. Aber meine Kollegen und ich können auch ehrlich sein. Manchmal präsentieren wir einfach nur die schonungslose Wahrheit. Das ist den Kunden aber oft auch nicht recht. Dann also doch lieber zwischendurch flunkern.

So, genug der Vorrede. Jetzt wird’s ernst – oder auch nicht. Kommen wir zu meinen über Jahre – ach was sag ich: Jahrzehnte! – gesammelten Erlebnissen.

Heiteres, Nachdenkliches und manchmal...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Schlagworte Baumarkt • Callcenter • Humor • Kundenservice • lustige Kunden
ISBN-10 3-6951-0795-2 / 3695107952
ISBN-13 978-3-6951-0795-7 / 9783695107957
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Mein Leben mit paranoider Schizophrenie

von Eric Stehfest

eBook Download (2025)
ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
CHF 16,60
Eine besondere Freundschaft und der Weg zu mir selbst

von Ronja Forcher

eBook Download (2025)
Knaur eBook (Verlag)
CHF 17,55
Die Autobiografie

von Daniel Böcking; Freddy Quinn

eBook Download (2025)
Edition Koch (Verlag)
CHF 9,75