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Das Perlengeheimnis -  Evelin Heinecke

Das Perlengeheimnis (eBook)

Im Bann der Gewaltherrschaft - Utopischer Roman Teil 1
eBook Download: EPUB
2025 | 1. Auflage
360 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-9720-8 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
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Nach einer galaktischen Katastrophe hat sich die Erde in einen gefährlichen Ort verwandelt: Unter teilweise tödlichen Strahlen verschiedener Sonnen und unkontrollierbaren Perlenschauern ringen die letzten Menschen um ihr Fortbestehen. Zoe versucht, in diesem Chaos ihr Leben neu zu ordnen. Doch ihr ehemaliger Zwangspartner, ein mächtiges Mitglied der diktatorischen Weltregierung, zieht sie erneut in seine düsteren Machenschaften. Mit der Unterstützung eines klonforschenden Wissenschaftlers und eines genialen Schulfreunds begibt sich Zoe auf eine riskante Mission, um das Geheimnis der mysteriösen Perlen zu lüften und ihrer erneuten Unterdrückung zu entkommen. Doch das Weltregime ist mächtiger, als sie ahnt. Wird sie dem Zugriff ihres Peinigers entkommen, oder daran zerbrechen?

Bereits als Kind, aufgewachsen in der DDR, hatte ich Zugang zu den feinstofflichen Sphären des Universums und beschäftigte mich mit Astrologie und Yoga. Ich schrieb Gedichte und Gedankengeschichten, zeichnete und malte Bilder, um meine sehr reichhaltige Gefühls- und Fantasiewelt zu bändigen. Eingehend befasste ich mich u.a. mit den Lehren von Sokrates, Einstein, Hawkins und Freud, mit Quantenphysik und schwarzen Löchern, der Verbindung von Physik und Spiritualität uvm.. Nach Universitätsabschluss, bürgerlichem Ehe- und Arbeitsleben, dem Einstieg in die Transzendentale Meditation und der Begegnung mit Tantra entschied ich mich für einen radikalen Ausstieg. Einige Jahre im Ausland, die mutige Überwindung von komplizierten Geschehnissen und körperlichen Befindlichkeiten haben mich die wahrhaftigen Zusammenhänge des irdischen Daseins erkennen lassen. Dabei erfuhr ich das Erleben der Selbstregenerationskraft, der Verbundenheit mit der Natur und allen Wesen als heilsamen Weg und war auf diesem dazu animiert worden, Gedichte, Kurzgeschichten, ein tantrisches Tarotbuch und fünf Romane zu schreiben. Meine nächsten Projekte sind die Erschaffung von Teil 2 dieses Romans und die Überarbeitung meiner autobiografischen Episodensammlung. www.estevahara.de

2. Kapitel: Extrempoint


Der Schweber setzt zur Landung an. Das durchsichtige Kuppeldach des Extrempoints öffnet sich, Zoe landet auf der angewiesenen Position. Es ist das Flachdach eines Hochhauses. Von hier aus kann sie das bunte Treiben prima überblicken. Sie steigt aus, lehnt sich an die Brüstung, schaut nach unten. Lachen und Juchzen, verschiedene Musikrhythmen vermischen sich. Es liegt ein schwerer Duftmix nach Gebratenem, Zigarettenrauch, Alkohol und Parfüm in der Luft. Dieser Extrempoint ist klein. Sie zählt an die fünfzehn Gebäude. Für ihre Zwecke heute reicht das völlig aus.

Sie geht über das Dach zu einer durchsichtigen Kabine, einem Schwebekorb. Dieser bringt sie außen am Gebäude nach unten. Bevor sie nicht in der Rezeption die gewünschten Aufenthaltsstunden gezahlt hat, kann sie den Ort nicht betreten.

Im Eingangsbereich herrscht wildes Getümmel. Bestimmt zwanzig junge Leute diskutieren lautstark mit zwei riesigen Sicherheitsmännern. Diese sehen völlig identisch aus, wahrscheinlich sind es Klone.

Zoe ignoriert das und geht zur Rezeption. Hier wird man noch persönlich begrüßt und bedient.

»Hallo, Sie wünschen?«

»Ich möchte gerne eine Ganzkörpermassage, eine Fahrt mit dem unterirdischen Blitz und Essen und Trinken in der Braterei. Hier gibt es doch eine Braterei?«

»Ja, die hat seit gestern geöffnet, Sie haben Glück«, antwortet die freundliche, junge Rezeptionistin, die mit einem knappen Bikinioberteil und einem winzigen Minirock bekleidet ist.

»Prima.«

»Welche Kleidung wünschen Sie?«

»Ein weiches Lederkleid in Schwarz. Es soll ohne Ärmel sein und bis zu den Knöcheln reichen, durchgeknöpft, die Taille eng und der Rock weit schwingend. Dazu wünsche ich Plateausandalen. Alles in der Größe achtunddreißig.«

Die Kleine kommt auf ihren Highheels hervorgetippelt und lässt einen Scanner über Zoes Körper fahren. Danach werden ihre Körpermaße berechnet, das Kleid wird sofort für sie angefertigt.

»Sie finden das Bestellte in Kabine fünf. Bitte geben Sie nun Ihre gewünschte Zeit und den Bezahlcode ein!« Da sie einen Chip hat, braucht sie nur die Hand an den Scanner legen. Erledigt.

»Sie haben nun drei Stunden gebucht«, sagt die Kleine. »Bitte verpassen Sie nicht, sich rechtzeitig auszuchecken!«

Zoe nickt der Süßen kurz zu und läuft schnell zu Kabine fünf. Endlich den weißen Anzug ausziehen.

Die Kabine beinhaltet einen runden Metallschrank, der wie eine große Dose aussieht, eine Dusche, einen Tisch und einen Stuhl aus rotem Plastik. Sie öffnet den runden Schrank. In einem Fach liegt fein säuberlich verpackt ihr Kleid. Es ist nicht ihre Art, jedes Mal Kleidung zu kaufen. Sonst nimmt sie sich etwas Passendes von zu Hause mit. Heute musste es so sein. Dieses Kleidungsstück gehört nun ihr. Sie packt es aus, findet das Kleid aus weichem, dünnem Leder wunderschön. Genau so, wie sie es wollte. Sie zieht den Anzug und die weißen Stiefel aus, dabei rieselt schwarzer Sand auf den Boden. Endlich duschen! Kühles Nass, oh wie erfrischend! Auch diese Dusche hat einen Sparsensor. Wasser ist zwischenzeitlich extrem kostbar. Während des Chaos wurden Gewässer der Welt in unterirdische Höhlen und in seit Jahrzehnten schon vorbereitete Reservoires geleitet. Vor der Galaxienverschiebung hatte es jahrelang immer mehr Anzeichen für eine kommende galaktische, die Erde betreffende Katastrophe gegeben.

Diesem Duschwasser ist ein belebender Duft beigemischt. Es prickelt und kribbelt auf ihrer Haut. Hoffentlich finde ich einen guten Masseur. Zoe lässt sich vom warmen Ganzkörperföhn trocken pusten und zieht das Kleid an. Es sitzt perfekt. Nun noch die Schuhe, wo sind sie? Ganz unten in der letzten Schranköffnung. Auch die passen. Ihre Sachen bleiben in der Kabine.

Die einzelnen Leistungen und Attraktionen müssen per Scanner vor Ort bezahlt werden. Zoe kommt wieder an der Rezeption vorbei.

»Wo finde ich die Massagepoints?«

»Gleich rechts, die zweite Gasse.« Sie dankt für die Information und macht sich auf den Weg.

Augenblicklich überfallen sie berauschende Gerüche und Laute. Lachende, bunt gekleidete Menschen tanzen auf der Straße. Schweber oder andere Fahrzeuge gibt es hier nicht. Viele Leute sind spärlich bekleidet, es ist warm. Manche laufen unbekleidet herum, einige tragen Schmuck am nackten Körper.

Sie geht vorbei an der ersten Gasse. Hier gibt es schnellen Sex für Männer und Frauen. Die Zweite bietet Wellness und Massagen. In den kleinen, hübschen Häusern haben die Masseure ihre Studios eingerichtet. Es sind vier. Sie läuft an jedem vorbei und schaut sich die Flyer an, die auf Tischen vor den Eingängen liegen. Die Massagetechniken, die Räume und die Personen sind darauf abgebildet. Sie entscheidet sich für einen schwarzen Mann. Und da steht er auch schon vor seinem Massagehaus. Er hat eine angenehme Ausstrahlung.

»Hi, ich bin Zoe! Ich wünsche eine Ganzkörpermassage.«

»Sehr wohl!« Sie zahlt, er fuhrt sie hinein. Sie zieht sich aus und legt sich auf die Massageliege auf den Bauch. Auch der Masseur hat sich nun ausgezogen, und sie betrachtet seinen prächtigen Körper. Er reibt sich Öl in die Hände und beginnt nun langsam, seine warmen, öligen Hände auf ihrem Körper zu bewegen. Sie weiß, wenn sie wollte, könnte sie seine sexuellen Künste dazu buchen. Heute möchte sie das nicht. Will einfach nur mit den Händen verwöhnt werden, und er macht das sehr gut.

Nach einer Stunde verabschiedet sie sich. Diesen Masseur muss ich mir merken, nimmt sie sich vor. Nicht alle können sie so tief in erregende Entspannung bringen wie dieser. So ungefähr stellt sie sich Tantra vor. Mit zwanzig hatte sie in einer Bibliothek ein Buch über die Kunst der zärtlichen Liebe in die Finger bekommen und hatte es regelrecht verschlungen. Es muss berauschend sein, die seelische und körperliche Vereinigung zu zelebrieren mit einem Mann, den man liebt und von dem man begehrt wird.

Doch heute braucht sie Extreme. Sie holt sich zuerst einen Zylinder mit Perlenwasser. Es ist aufmunternd und erfrischend zugleich. Dann hat sie auch schon den Eingang zum unterirdischen Blitz gefunden. Er ist eine Art Achterbahn durch die Unterwelt. In rasendem Tempo wird man durch Fantasiewelten, unterirdische Gewässer, Horrorkabinette, ganze Galaxien gefahren. Das bringt einen absoluten Adrenalinkick.

Zoe steigt in eine der Fahrgondeln, welche komplett durchsichtig ist. Sie muss sich mehrfach anschnallen, denn es wird freien Fall geben, und sie wird auch auf dem Kopf fliegen.

Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei fünfhundert Kilometern pro Stunde. Und schon saust der Blitz los.

Als sie ihre Gondel verlässt, hat sie weiche Knie. Dreißig Minuten hat die rasende Tour gedauert.

»Hunger!«, sagt sie laut zu sich selbst. In der Braterei gibt es noch richtiges Essen. Sie fragt einen Straßenkünstler, wo sich die neue Braterei befindet, läuft in die gewiesene Richtung, findet sie und tritt ein.

Was für ein leckerer Duft! Der perfekt auf alle lebensnotwendigen Inhaltsstoffe abgestimmte Essensbrei, der auch die Zähne und Kaumuskeln effektiv fordert, ist gesund und man kann durch ihn nicht mehr dick werden. Es gibt deswegen kaum noch übergewichtige Menschen außer diejenigen, welche genug Geld haben, sich andere Nahrung, Süßigkeiten und sonstige Leckereien zu kaufen. Der Speisebrei hat zwar auch Geschmack, aber so ein gebratenes Steak kann er nicht ersetzen. Sie bestellt sich eins und lässt es sich schmecken. Dabei ist ihr bewusst, dass das Fleisch nicht von geschlachteten Tieren stammt, sondern gezüchtet wurde. Tiere zu Nahrungszwecken gibt es kaum noch auf der geschädigten Erde. Heute trinkt Zoe einen Krug mit schäumendem, prickelndem, kühlem Bier. Das bekommt man nur in Extrempoints.

Die drei Stunden sind gleich um. Langsam läuft sie zur Kabine fünf zurück, zieht sich ihren Anzug wieder an und auch die Stiefel, checkt dann aus und fährt zum Schweber aufs Dach hoch.

Das Hologramm zeigt, dass in etwa zwei Stunden mit der weißen Sonne gerechnet werden sollte. Genug Zeit, um bis nach Hause zu kommen.

Kaum sitzt sie im Schweber, muss sie wieder an den Mann vom Liberecoverlag denken. Zwei Wochen lässt er sie warten. Eine lange Zeit, um ihn wiederzusehen und ihm vorlesen zu können.

Der Besuch im Extrempoint hat sie positiv beschwingt. Dennoch kommt sie recht müde zu Hause an.

Als sie in ihren Hof blickt, sagt sie laut:

»Jetzt habe ich wieder vergessen, den Perlenräumdienst zu bestellen!« Das hätte sie noch vor dem Losfliegen erledigen müssen.

Vom Schutzraum aus hat sie eine direkte Verbindung zum öffentlichen Versorgungsdienst des Ortes. Das ist die einzig funktionierende Kommunikationsleitung. Sie liegt tief im Boden und ist gut isoliert. Die Perlen im Hof werden das Haus nun extrem aufheizen. Während der weißen Sonne muss sie sowieso mit Flavio in den Schutzraum. So war ihr das Vergnügen heute wichtiger, als sich um notwendige Regularien...

Erscheint lt. Verlag 12.3.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
ISBN-10 3-7693-9720-7 / 3769397207
ISBN-13 978-3-7693-9720-8 / 9783769397208
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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