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Es war einmal ein Altenpfleger (eBook)

38 Jahre sind genug

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
194 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-6951-0739-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Es war einmal ein Altenpfleger - Marlon Jürgen
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Ein satirischer Rückblick auf Jahrzehnte als Altenpfleger.

Marlon Jürgen, Jahrgang 1961, in der Schweiz geboren. Heute lebt er in Bochum und ist kurz vor dem Ruhestand. Seine Erfahrungen aus Jahrzehnte in der Altenpflege hat er in seinem Buch verarbeitet.

Aua Aua, Herr Doktor


Schatz, lass den Schlüpfer an


Das Leben als Pflegekraft ist hart, direkt schon ab dem ersten Arbeitstag. Haste noch nie einen alten Menschen nackt gesehen, wird die erste Grundpflege zur Herausforderung. Spätestens bei der Intimpflege. Die ausgeleierten Organe, der Geruch nach Muff oder Urin mit einer kleinen Bremsspur. Das ist hart.

Endlich Feierabend. Später am Abend im Schlafgemach entblättert sich die Holde gekonnt. Doch gerade als sie die südlichen Regionen erreicht, sind die Bilder von morgens wieder da, der Geruch übrigens auch. Ich ruf nur noch "Schatz, lass den Schlüpfer an".

Da hilft auch kein Viagra! Ich kann euch sagen, die erste Grundpflege ist das beste Verhütungsmittel. Zu eurer Beruhigung, drei Tage später waren die Bilder im Kopf verschwunden, der Geruch auch.

Winnetou


Der zweite Arbeitstag, ein Abenteuer nach dem anderen.

Meine Praxisanleitung meinte locker. "Im nächsten Zimmer nicht einfach die Tür aufmachen, bloß nicht. Vor der Zimmertür in die Hocke gehen, die Tür öffnen und hinter der Tür in Deckung bleiben." Gesagt, getan.

Klasse, irgendwie erinnert mich das an die Karl-May-Romane aus meiner Jugend.

Wo sich Winnetou und Old Shatterhand bäuchlings an die Bösewichte ran robben. Aus dem Alter bin ich aber raus. Haben die Alten hier etwa Schusswaffen?

Wir gingen hinter der Tür in Lauerstellung, kaum war sie geöffnet, wurde schon geschossen bzw. geworfen. "Mozartkugeln" raunte meine erfahrene Anleitung. "Bleib bloß in Deckung, bis sie keine Munition mehr hat". Ein minutenlanges Bombardement mit besagten Kugeln ging auf die Zimmertür los. Ein Teil landete auf dem Stationsflur. Komisch, sehen nur so aus wie Mozart-Kugeln riechen aber etwas streng.

So lernt man schnell das Anschleichen und was "Mozartkugeln" im Pflegejargon bedeuten.

Bill Gates


Da sach ma einer Computerarbeit wär langweilig.

Irgendwie funktioniert das bei uns hier mit der KI nicht so. Weiß auch nicht, woran das liegt. Unsere KI hat ´nen

IQ von unter 90, garantiert. Boh Ey, wat mein Chef da wieder eingekauft hat is schon heftig. Computer sind wirklich strunz doof. Unsere KI kann noch nicht mal richtig zählen. Ständig zeigt die mir so Sachen an wie „Seite 15 von 14“. Wie geht das, ist das ´ne Geisterseite aus ´nem Paralleluniversum oder so?

Genial auch die Fehlermeldung von unserem Betriebssystem „Die Problembehandlung kann aufgrund eines Problems nicht gestartet werden“.

Bei so viel Poesie wird einem richtig warm ums Herz.

Danke Bill Gates!

Domina


Endlich Urlaub, ist das geil.

Irgendwie kann ich mich nicht so richtig erholen. Urlaub fast zu Ende und mir geht´s echt Scheiße. Na klar, meine Domina ist auch in Urlaub. Seit drei Wochen keine Prügel mehr, da fehlt mir was, das macht mich fix und alle.

Ja, der Fachkräftemangel schlägt auch im Sadomaso-Bereich gnadenlos zu.

Kaum noch ´ne vernünftige Urlaubsvertretung zu kriegen. Peitschen-Paula, Latex-Lilly und auch die strenge Kathrin sind hoffnungslos überbucht und können keine neuen Patienten mehr annehmen. Ketten-Karla hat auch keine Termine mehr frei. Doch Rettung naht. Endlich Sonntag, der letzte Urlaubstag, Montag muss ich wieder schackern.

Wenn ich Glück hab is Cheffe richtig schlecht aufgelegt, dann gibt´s zumindest ´nen fetten Anschiss. Der Montag fängt supi an, Cheffe is ganz übel drauf, hab mir gleich dreimal ´ne fette Ansage eingefangen. Jetzt geht´s mir schon deutlich besser. Danke Cheffe, bitte halt durch, meine Domina kommt erst in ´ner Woche wieder. Hat er auch. Na ja, ´n bissken unprofessionell is er ja schon.

Aber wenigstens umsonst. Demütigung kann der schon, aber ´ne Peitsche kennt der noch nich. Da brauch er dringend noch ´ne Fortbildung. Am besten bei meiner Domina.

Intim-Wecker


Ja, in dem Beruf machse wat mit, vor allen Dingen als Neuling. Da hasse ja noch keine Ahnung, wat die Alten hier so allet anstellen. Boh Ey, jeden Tag ´ne neue Überraschung.

Öhmchen kam an ins Büro. Sie hatte sich verlaufen. Grad wollte ich sie begrüßen, fing es an zu rappeln und zu klingeln. Ich war verwirrt, sie auch. Wo kamen die Geräusche her? Das Diensttelefon wars nicht. Das Mütterchen drehte sich panisch wie eine Ballerina auf der Spieluhr.

Irgendwie kam der Krach aus ihrem Rock. Das kann doch nicht sein, doch es kann.

Hatte gut 2 Minuten gedauert, bis mir klar war, da ist was Tönendes im Schlüpfer.

War gar nicht so einfach, den rappelnden Brummkreisel zum Stillstehen zu bringen. Endlich geschafft, nun das Röckchen runter.

Nix zu sehen, es rappelt weiter. Nun auch noch den Schlüppi inspiziert. Jo Volltreffer. Hatte sich das Öhmchen doch glatt ihren Wecker in die Unterbuxe gesteckt.

Sachen gibt´s.

Basale Stimulation


Der Pflegeberuf ist ja wirklich spannend. Vor allen Dingen als Neuling und Praktikant. Da kriegste wirklich krasse Sachen zu sehen. Wie damals.

`Sozi` machte Beschäftigungstherapie mit den Bewohnern. Kegeln. Natürlich im Stehen. Ob dat so richtig is?

Ich weiß nich! Es kam, wie et kommen musste. Opa Paschulke holte aus zum Schwung, dann war et passiert.

Doppelter Rittberger, noch ein Salto mortale und klatsch voll aufs Gesicht geflogen, der Arme.

Zum Glück nix gebrochen. Irgendwie sah der Geschundene aus wie nach `ner Diskussion mit Mike Tyson.

Der `Sozi` hatte et wirklich voll drauf. Wat war dat denn?

Na klar, basale Stimulation, schoss et mir durch den Kopf.

Beim Aufprall, dat laute Geräusch = Gehörsinn angeregt.

Dann der kurze Blackout und dat wiederkehrende Bewusstsein = die optische Wahrnehmung wurde angeregt.

Der harte Aufprall = die taktile Ebene und die Haptik wurden angesprochen.

Anschließend der Blutgeschmack im Mund = Geschmacksinn und Geruchssinn angeregt.

So kann man et machen, sollte aber nicht. Später in der Ausbildung habe ich dann die sanften Formen kennengelernt.

XXX


Irgendwie bin ich bei dieser Geschichte ratlos. Mir fällt kein passender Titel ein. Ich hab da so mehrere Ideen, vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Ich dacht so an „Schokoladentango“ oder „Dem Michelin-Männchen seine Frau“ oder „Leopard 2 vs. Altenpflegerin“.

So jetzt erst mal die Geschichte. Der Dienst irgendwie recht mau besetzt, zum Glück hat Cheffe ´ne Zeitarbeit engagiert. Zum Glück? Ha, ha, ha.

Da kommt sie, die Holde, unsere Unterstützung. Das Gesicht sagt schon alles. `Wenn ich hier arbeiten muss, töte ich Euch`.

So rein vom Habitus garantiert die Frau vom Michelin-Männchen. Nur der Gesichtsausdruck ist nicht so entspannt wie bei ihrem Göttergatten. Nun wankt sie von Bewohnerzimmer zu Bewohnerzimmer. Nach jedem Bewohner erst mal ´ne halbe Tafel Schokolade. Die Arme ist wahrscheinlich Diabetikerin und ständig unterzuckert.

War natürlich nicht ihre eigene, wie sich im Nachhinein rausstellte. Die Gute hatte doch glatt unseren Pausenraum geplündert und 3 Tafeln Schokolade an sich genommen, so quasi geklaut. Na, wenigstens hat sie jetzt die Speckrollen auf der Hüfte und nicht ich.

Irgendwie hat mich die Holde an unseren Leopard 2 erinnert, beide haben da so einiges gemeinsam.

Auf der Straße ist der Leo noch halbwegs flott unterwegs, sie auf dem Wohnbereichsflur. Im Gelände wird der Leo schon deutlich langsamer, sie am Pflegebett.

Im Gefecht auf weiter Flur steigt beim Leo der Spritverbrauch enorm.

Bei ihr steigt der Schokoladenkonsum während der Grundpflege. Aber man muss die Geschichte positiv sehen. Schokolade ist wirklich ein ungesundes Zeug und hat viele unangenehme Nebenwirkungen, z. B. Verstopfung, schlechte Zähne und Hüftgold.

Vielen Dank, liebe Zeitarbeit, du hast uns mit deinem Diebstahl vor großem Übel bewahrt.

Cashew-Kern-Schwangerschaft


Ist echt gesund das Zeug. Hat viele wertvolle Eiweiße und ungesättigte Fettsäuren, leider auch viele Kalorien.

Ihr wisst schon, die kleinen Biester, die einem nachts die Klamotten enger nähen. Lecker das Zeug, aber Vorsicht.

Futterst du zu viel, kriegste ´ne dicke Wampe.

Eine Kollegin hat sich den Kram jeden Tag reingezogen.

Jetzt ist es passiert. So quasi ´ne Cashew-Kern-Schwangerschaft. Toi, Toi, Toi, hoffentlich wird aus dem kleinen Racker keine hohle Nuss.

Blondie


Eine holde Maid, so lieblich blond. Von der Pflege kaum Ahnung, aber mobben sie konnt. Gefühlt 10 Jahre jünger und genauso arrogant. Von wegen Männer denken eindimensional. Nur Frauen können Multitasking. Ständig dumme Sprüche klopfen das Mädel. Und dann noch zur stellvertretenden Stationsleitung erhoben, da wurds noch schlimmer. Von wegen nur Frauen können Multitasking. Kann sein, du aber bestimmt nicht.

Eines Tages, Madame mit ihrem 2 Rad auf dem Heimweg. Plötzlich versagt ihr Prozessor. Multitasking ging nicht mehr.

Denken und Lenken gleichzeitig unmöglich!!! Sie kreuzte dann, sehr eindimensional, im spitzen...

Erscheint lt. Verlag 5.9.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Comic / Humor / Manga Comic
Schlagworte Altenpflege • Humor • lustig • Satire • witzig
ISBN-10 3-6951-0739-1 / 3695107391
ISBN-13 978-3-6951-0739-1 / 9783695107391
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